24. II. 1918

Sehr geehrter Herr Doktor!

Indem 1 ich Ihnen bestens dafür danke, daß Sie mich des Weges zu Ihnen überhoben haben, der wäre mir heute ohnehin unausführbar gewesen war –, beeile ich mich, Ihnen postwendend den von mir schon am 1. 6. 1917 abgegebenen Verzicht 2 hiemit zum zweitenmal u. wieder auch schriftlich zu bestätigen wiederholen [.] Abgesehen davon, daß ich der Frau Figdor durchaus nicht im Wege stehen will mag (umsoweniger, als diese Dame Ihrer Mitteilung gemäß seinerzeit gegen das Akkreditiv keine Einwände ihrerseits erhob), will ich jeden Prozess vermeiden, in dem ich unter Anführung von Zeugen den Nachweis dafür erbringen müßte, daß ich den Betrag des Akkreditivs im gewissen Sinn eigentlich schon mit meinen Leistungen vorausgegeben, u. durch das Versagen des Schriftstückes auch außerdem beträchtlichste Schaden – zumal mitten im Kriege – erlitt.

Ich würde, sehr geehrter Herr Doktor, den Verzicht gewiß wohl auch sonst wiederholt haben, auch wenn Sie nicht in der Lage gewesen wären, mir den günstigen Stand der Legatsfrage (allerdings unverbindlich) mitzuteilen. [cued from lower margin:] Nach all den gemachten Erfahrungen bin ich heute nach mir auf dieser Frd. Eröffnung gegenüber nur praktisch.[note in margin] end cue Den Verzicht sprach ich schon seinerzeit eben schon aus den oben erwähnten Gründen aus; muß ich mir aber freilich vorbehalten, darauf gelegentlich auch öffentlich zurückzukommen für den Fall, daß ich über den Gerüsten, {2} die mir die Erbschaft nach der Verewigten ganz oder teilweise zu schieben u. zu denen sie durch ihre große Schätzung meiner Leistung unschuldigste Veranlassung gegeben haben mag, noch weiteren Schaden leiden müssten. Wie ich schon einmal lange, lange Schaden dadurch leiden mußte, daß man mir blos daraufhin, daß ich den jungen Baron Rothschild unterwies, eine Rente aufdichtete, von der ich weder damals noch heute je eine Spur gesehen.

Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, Ihnen auch mitzuteilen, daß ich am 5. Januar als dem Sterbetage der Frau Deutsch aus den Mitteln des mir seinerzeit durch den H. Kammerrat Mendl frdl. zudienten ausbezahlten Beilegates den ersten Betrag durch den Wiener Bankverein an H. Otto Vrieslander , Tonkünstler in Ebersberg b. München zur Auszahlung gebracht habe. Damit lüfte ich endlich das Geheimnis der Ursache, weshalb ich seinerzeit gerade auf diesem Legat mehr als auf meinem eigenem Honorar bestand: die „dritte Person,“ von der ich Ihnen seinerzeit sub rosa schrieb, bin nämlich ich selbst. 3 Gewissermaßen lag eine Notwehr der Ehre vor, nicht nur meiner eigenen, sondern auch die der Frau Deutsch wie des H. Kammerrates. Sie erinnern sich, daß ich keine Lust hatte, die Stipendiensache anzugehen, u. daß ich mich hiezu nur durch unendliches Zureden von des H. Kammerrats Seite wie von der Ihren bestimmen ließ. 4 Angesichts des Schreibens des H. Kammerrats an mich, wie dann auch angesichts des Vorhaltens im Mündlichen hatte wohl ich am wenigsten Ursache, je am Zustandekommen der Sti- {3} pendien überhaupt zu zweifeln. Nun einmal aber in der Sache, verfügte ich über das Stipendialgeld so, wie es Frau Deutsch von mir erwarten konnte u. wohl auch erwartet hat: statt zweifelhafte Produkte zu prämieren, bestellte ich lieber bei bei zwei angesehenen Künstlern mir wichtig scheinende Arbeiten u. sagte einem dritten Künstler, dessen Namen Sie wohl oft genug in Korngold’s Feuilletons nebst Zitaten aus seinen autoritativen Urteilen gefunden haben mögen, u. dem Frau Deutsch selbst für die Dauer ihrer Reise nach Japan ihre eigenen Stunden zu übergeben vorhatte, (der auch Referent einer der angesehnsten Tagesblätter in Berlin ist) aufs bestimmteste zu, ihm den Aufenthalt in Wien durch das Stiftungsgeld zu erleichtern, wo ich dann freilich den Unterricht selbst nur unentgeltlich erteilen wollte. 5

Diesen Herren gegenüber nannte ich nun mit Namen die Quelle der Bescherung – ich mußte es schon darum tun, weil ich nicht in den Verruf auch noch eines Geldmäzens kommen wollte, wo ich als Mäzen des Unterrichts ohnehin überbürdet bin. Als die Zweifel auftauchten, war es zumindest vor diesen drei Herren zu spät, einzulenken oder zurückzutreten. Ein anderes war dort, wo ich nach Fühlungnahme mit einzelnen Vorlagen mich gleichwohl auf keinen Autor, kein Werk noch festlegte.

Der Betrag leitete auf 1020 MK, auf den dritten Teil {4} jenes Legates[.] Am nächsten 5. Jänner soll dann der nächste Musiker drankommen, u. endlich am überreichsten, als dritter, der Berliner Künstler.

Ich konnte leider nicht anders, wie Sie es wohl auch selbst zugeben werden.


Mit besten Empfehlungen Ihr ergebener [unsigned]

P. S. Sie werden mich sehr g. H D sehr verbinden, wenn Sie in Ihrem Zuschrift an Dr. Friedm. den Verzicht auch von dem Tage aus 1. 6. 1917 datiere, an dem ich ihm schrieb zum 1. Male gegeben habe – sofern dies nicht irgendwie wider Ihren Interessen streitet. Mir läge an dieser Feststellung sehr viel für jetzt sowohl als für später.

© Transcription Ian Bent, 2006


February 24, 1918

Dear Dr. Türkel,

In 1 thanking you most warmly for having eased my access to you, which had without that been impossible for me recently, I hasten by return post herewith for the second time and once again in written form to confirm to abide by the disclaimer already surrendered by me on June 1, 1917. 2 Apart from the fact that I will may by no means stand in the way of Mrs. Figdor (all the less so as in accordance with your communication the latter lady raised no objections at the time on her own part against the letter of credit), I will avoid any legal proceeding that would have required my putting forward evidence by summoning witnesses [to show] that I have in the strict sense in fact already given the amount of the letter of credit in advance with my accomplishments, and have in addition also suffered the most considerable damage – what’s more, in the midst of the war – through the failure of the piece of writing.

I would, dear Dr. Türkel, certainly surely otherwise have repeated the disclaimer, even if you had not been in a position to convey to me (at any rate without obligation) the favorable position on the legacy question. [cued from lower margin:] In the light of all the experiences I have had, I am today merely being practical as regards this kind granting of access.[end cue] I gave my disclaimer purely for the reasons already then stated above; but I must freely reserve to myself the right to go back on it, possibly even publicly, in the event that I were to have to suffer still further damage with respect to the [?frameworks] {2} that may deprive me in part or whole of the inheritance [due] to me in accordance with the deceased's wishes, and to which she through her high valuation of my accomplishments may wholly unintentionally have given rise. How once before I had to suffer damage for a long, long time as a result of the fact that a pension was [?conjured up] for me purely on the basis that I gave lessons to the young Baron Rothschild, a pension of which I neither then nor to this day have ever seen a penny.

I also take this opportunity to inform you that, on January 5, i.e. the death date of Mrs. Deutsch, I disbursed out of the resources of the [?part-legacy] kindly paid out to me at that time by Chamber Counsellor Mendl the first sum through the Vienna Bank Association to Mr. Otto Vrieslander, composer, of Ebersberg, nr. Munich. In so doing, I at long last lift the veil of secrecy from why I at the time insisted on precisely this legacy more than on my own honorarium: for it is I myself who am the "third person" of whom I wrote to you at the time sub rosa . 3 To a certain degree I had in mind a defense of honor, not only my own but also that of Mrs. Deutsch as well as of the Chamber Counsellor. You will recall that I had no desire to take on the matter of the stipends, and that only through endless persuasion on the part of the Chamber Counsellor, as too from yourself, did I let myself be talked into it. 4 Faced with the Chamber Counsellor’s letter to me, and then also faced with its being held up to me in conversation, I surely at least had cause to doubt altogether that the stipends would ever be viable. {3} But once committed to the matter, I dispensed the stipend money in the manner in which Mrs. Deutsch had reason to expect me, and indeed did expect me, to do; instead of awarding it to questionable products, I bestowed it by preference upon two reputable composers whose works appeared to me important, and promised a third composer, whose name you may quite frequently have encountered in Korngold’s feuilletons along with quotations from his authoritative opinions, and to whom Mrs. Deutsch herself had contemplated giving over her own lesson-hours for the duration of her journey to Japan ([and] who is the critic for one of the most highly respected daily papers in Berlin), quite specifically that I would facilitate his stay in Vienna by means of money from the foundation, in which case I myself then fully intended to give him instruction free of charge. 5

Now, I divulged to these gentlemen by name the source of the award – I had to do that because I did not want to get a bad name for myself [by appearing to be] a benefactor of money when I am in any case overburdened as a benefactor of instruction. As the doubts arose, it was too late, at least in the cases of these three gentlemen, to deviate or to go back on the commitment. It was a different matter in cases where after the initial approach to individual potential candidates I nevertheless did not commit myself to any one composer or any one work.

The sum amounted to 1,020 Marks, i.e. one third {4} of that legacy. On January 5 next, the second musician should have his turn, and finally as the third the Berlin composer.

Unfortunately, I could not have done otherwise, as you yourself will admit.


With best wishes, Yours truly, [unsigned]

P. S. I should be greatly obliged to you, dear Dr. Türkel if in your letter to Dr. Friedmann you would date my disclaimer to the day June 1, 1917 on which I wrote to him for the first time – so long as this does not conflict in any way with your interests. A very great deal for now as well as for later would hang on this determination for me.

© Translation Ian Bent, 2006


24. II. 1918

Sehr geehrter Herr Doktor!

Indem 1 ich Ihnen bestens dafür danke, daß Sie mich des Weges zu Ihnen überhoben haben, der wäre mir heute ohnehin unausführbar gewesen war –, beeile ich mich, Ihnen postwendend den von mir schon am 1. 6. 1917 abgegebenen Verzicht 2 hiemit zum zweitenmal u. wieder auch schriftlich zu bestätigen wiederholen [.] Abgesehen davon, daß ich der Frau Figdor durchaus nicht im Wege stehen will mag (umsoweniger, als diese Dame Ihrer Mitteilung gemäß seinerzeit gegen das Akkreditiv keine Einwände ihrerseits erhob), will ich jeden Prozess vermeiden, in dem ich unter Anführung von Zeugen den Nachweis dafür erbringen müßte, daß ich den Betrag des Akkreditivs im gewissen Sinn eigentlich schon mit meinen Leistungen vorausgegeben, u. durch das Versagen des Schriftstückes auch außerdem beträchtlichste Schaden – zumal mitten im Kriege – erlitt.

Ich würde, sehr geehrter Herr Doktor, den Verzicht gewiß wohl auch sonst wiederholt haben, auch wenn Sie nicht in der Lage gewesen wären, mir den günstigen Stand der Legatsfrage (allerdings unverbindlich) mitzuteilen. [cued from lower margin:] Nach all den gemachten Erfahrungen bin ich heute nach mir auf dieser Frd. Eröffnung gegenüber nur praktisch.[note in margin] end cue Den Verzicht sprach ich schon seinerzeit eben schon aus den oben erwähnten Gründen aus; muß ich mir aber freilich vorbehalten, darauf gelegentlich auch öffentlich zurückzukommen für den Fall, daß ich über den Gerüsten, {2} die mir die Erbschaft nach der Verewigten ganz oder teilweise zu schieben u. zu denen sie durch ihre große Schätzung meiner Leistung unschuldigste Veranlassung gegeben haben mag, noch weiteren Schaden leiden müssten. Wie ich schon einmal lange, lange Schaden dadurch leiden mußte, daß man mir blos daraufhin, daß ich den jungen Baron Rothschild unterwies, eine Rente aufdichtete, von der ich weder damals noch heute je eine Spur gesehen.

Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, Ihnen auch mitzuteilen, daß ich am 5. Januar als dem Sterbetage der Frau Deutsch aus den Mitteln des mir seinerzeit durch den H. Kammerrat Mendl frdl. zudienten ausbezahlten Beilegates den ersten Betrag durch den Wiener Bankverein an H. Otto Vrieslander , Tonkünstler in Ebersberg b. München zur Auszahlung gebracht habe. Damit lüfte ich endlich das Geheimnis der Ursache, weshalb ich seinerzeit gerade auf diesem Legat mehr als auf meinem eigenem Honorar bestand: die „dritte Person,“ von der ich Ihnen seinerzeit sub rosa schrieb, bin nämlich ich selbst. 3 Gewissermaßen lag eine Notwehr der Ehre vor, nicht nur meiner eigenen, sondern auch die der Frau Deutsch wie des H. Kammerrates. Sie erinnern sich, daß ich keine Lust hatte, die Stipendiensache anzugehen, u. daß ich mich hiezu nur durch unendliches Zureden von des H. Kammerrats Seite wie von der Ihren bestimmen ließ. 4 Angesichts des Schreibens des H. Kammerrats an mich, wie dann auch angesichts des Vorhaltens im Mündlichen hatte wohl ich am wenigsten Ursache, je am Zustandekommen der Sti- {3} pendien überhaupt zu zweifeln. Nun einmal aber in der Sache, verfügte ich über das Stipendialgeld so, wie es Frau Deutsch von mir erwarten konnte u. wohl auch erwartet hat: statt zweifelhafte Produkte zu prämieren, bestellte ich lieber bei bei zwei angesehenen Künstlern mir wichtig scheinende Arbeiten u. sagte einem dritten Künstler, dessen Namen Sie wohl oft genug in Korngold’s Feuilletons nebst Zitaten aus seinen autoritativen Urteilen gefunden haben mögen, u. dem Frau Deutsch selbst für die Dauer ihrer Reise nach Japan ihre eigenen Stunden zu übergeben vorhatte, (der auch Referent einer der angesehnsten Tagesblätter in Berlin ist) aufs bestimmteste zu, ihm den Aufenthalt in Wien durch das Stiftungsgeld zu erleichtern, wo ich dann freilich den Unterricht selbst nur unentgeltlich erteilen wollte. 5

Diesen Herren gegenüber nannte ich nun mit Namen die Quelle der Bescherung – ich mußte es schon darum tun, weil ich nicht in den Verruf auch noch eines Geldmäzens kommen wollte, wo ich als Mäzen des Unterrichts ohnehin überbürdet bin. Als die Zweifel auftauchten, war es zumindest vor diesen drei Herren zu spät, einzulenken oder zurückzutreten. Ein anderes war dort, wo ich nach Fühlungnahme mit einzelnen Vorlagen mich gleichwohl auf keinen Autor, kein Werk noch festlegte.

Der Betrag leitete auf 1020 MK, auf den dritten Teil {4} jenes Legates[.] Am nächsten 5. Jänner soll dann der nächste Musiker drankommen, u. endlich am überreichsten, als dritter, der Berliner Künstler.

Ich konnte leider nicht anders, wie Sie es wohl auch selbst zugeben werden.


Mit besten Empfehlungen Ihr ergebener [unsigned]

P. S. Sie werden mich sehr g. H D sehr verbinden, wenn Sie in Ihrem Zuschrift an Dr. Friedm. den Verzicht auch von dem Tage aus 1. 6. 1917 datiere, an dem ich ihm schrieb zum 1. Male gegeben habe – sofern dies nicht irgendwie wider Ihren Interessen streitet. Mir läge an dieser Feststellung sehr viel für jetzt sowohl als für später.

© Transcription Ian Bent, 2006


February 24, 1918

Dear Dr. Türkel,

In 1 thanking you most warmly for having eased my access to you, which had without that been impossible for me recently, I hasten by return post herewith for the second time and once again in written form to confirm to abide by the disclaimer already surrendered by me on June 1, 1917. 2 Apart from the fact that I will may by no means stand in the way of Mrs. Figdor (all the less so as in accordance with your communication the latter lady raised no objections at the time on her own part against the letter of credit), I will avoid any legal proceeding that would have required my putting forward evidence by summoning witnesses [to show] that I have in the strict sense in fact already given the amount of the letter of credit in advance with my accomplishments, and have in addition also suffered the most considerable damage – what’s more, in the midst of the war – through the failure of the piece of writing.

I would, dear Dr. Türkel, certainly surely otherwise have repeated the disclaimer, even if you had not been in a position to convey to me (at any rate without obligation) the favorable position on the legacy question. [cued from lower margin:] In the light of all the experiences I have had, I am today merely being practical as regards this kind granting of access.[end cue] I gave my disclaimer purely for the reasons already then stated above; but I must freely reserve to myself the right to go back on it, possibly even publicly, in the event that I were to have to suffer still further damage with respect to the [?frameworks] {2} that may deprive me in part or whole of the inheritance [due] to me in accordance with the deceased's wishes, and to which she through her high valuation of my accomplishments may wholly unintentionally have given rise. How once before I had to suffer damage for a long, long time as a result of the fact that a pension was [?conjured up] for me purely on the basis that I gave lessons to the young Baron Rothschild, a pension of which I neither then nor to this day have ever seen a penny.

I also take this opportunity to inform you that, on January 5, i.e. the death date of Mrs. Deutsch, I disbursed out of the resources of the [?part-legacy] kindly paid out to me at that time by Chamber Counsellor Mendl the first sum through the Vienna Bank Association to Mr. Otto Vrieslander, composer, of Ebersberg, nr. Munich. In so doing, I at long last lift the veil of secrecy from why I at the time insisted on precisely this legacy more than on my own honorarium: for it is I myself who am the "third person" of whom I wrote to you at the time sub rosa . 3 To a certain degree I had in mind a defense of honor, not only my own but also that of Mrs. Deutsch as well as of the Chamber Counsellor. You will recall that I had no desire to take on the matter of the stipends, and that only through endless persuasion on the part of the Chamber Counsellor, as too from yourself, did I let myself be talked into it. 4 Faced with the Chamber Counsellor’s letter to me, and then also faced with its being held up to me in conversation, I surely at least had cause to doubt altogether that the stipends would ever be viable. {3} But once committed to the matter, I dispensed the stipend money in the manner in which Mrs. Deutsch had reason to expect me, and indeed did expect me, to do; instead of awarding it to questionable products, I bestowed it by preference upon two reputable composers whose works appeared to me important, and promised a third composer, whose name you may quite frequently have encountered in Korngold’s feuilletons along with quotations from his authoritative opinions, and to whom Mrs. Deutsch herself had contemplated giving over her own lesson-hours for the duration of her journey to Japan ([and] who is the critic for one of the most highly respected daily papers in Berlin), quite specifically that I would facilitate his stay in Vienna by means of money from the foundation, in which case I myself then fully intended to give him instruction free of charge. 5

Now, I divulged to these gentlemen by name the source of the award – I had to do that because I did not want to get a bad name for myself [by appearing to be] a benefactor of money when I am in any case overburdened as a benefactor of instruction. As the doubts arose, it was too late, at least in the cases of these three gentlemen, to deviate or to go back on the commitment. It was a different matter in cases where after the initial approach to individual potential candidates I nevertheless did not commit myself to any one composer or any one work.

The sum amounted to 1,020 Marks, i.e. one third {4} of that legacy. On January 5 next, the second musician should have his turn, and finally as the third the Berlin composer.

Unfortunately, I could not have done otherwise, as you yourself will admit.


With best wishes, Yours truly, [unsigned]

P. S. I should be greatly obliged to you, dear Dr. Türkel if in your letter to Dr. Friedmann you would date my disclaimer to the day June 1, 1917 on which I wrote to him for the first time – so long as this does not conflict in any way with your interests. A very great deal for now as well as for later would hang on this determination for me.

© Translation Ian Bent, 2006

Footnotes

1 Receipt of Türkel's letter to Schenker and the writing of this reply are recorded in Schenker's diary at OJ 2/10, p. 845: "Von Türkel (Br.): fragt an, ob ich auf dem Standpunkt des Verzichtes vom 1. VI. vergangenen Jahres bleibe, anderen Falls müßte ich eine Klage erheben, allerdings aber durch einen andern Anwalt, da er selbst Frau Figdor in diesem Falle zu vertreten gesonnen sei; erwähnt, allerdings unverbindlich, daß das Legat sichergestellt zu sein scheint. — An Türkel (Br.): wiederhole den Verzicht, da ich den Prozess zu vermeiden wünsche, in dem ich unter Anführung von Zeugen die Vorausgabe des Wertes erweisen müßte usw. (s. Beilage). Melde bei dieser Gelegenheit die Absendung von M. 1020 an Vrieslander nebst Erklärung einer Ehrennotwehr." ("From Türkel (letter): inquiring as to whether I intend to abide by my waiver from June 1 of last year, otherwise I would have to file a suit, albeit through another lawyer, since he would be disposed to represent Mrs. Figdor in the case; he mentions, without however committing himself, that the bequest already seemed to be assured. ― To Türkel (letter): I abide by the waiver, since I wish to avoid a court case, in that I would use citations from witnesses to prove that I have already had to expend the sum etc. (see enclosure). Take the occasion to register that I have sent 1,020 Marks to Vrieslander accompanied by a statement in defense of my honor..").

2 The disclaimer in question is not known to have survived.

3 Sofie Deutsch left Schenker a legacy of 5,000 Kroner to support the printing costs of future publications, and a pension of 2,000 Kroner a year; : see OC 12/52, January 12, 1917 (Mendl to Schenker).

4 Schenker’s doubts about the viability of the stipends are expressed in his letter to Hugo Friedmann, OC 1/19–20, March 12, 1917, in which he says that he has expressed these also to Fritz Mendel and Siegfried Türkel.

5 Perhaps Walter Dahms.

Commentary

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This document is deemed to be in the public domain as of January 1, 2006. Any claim to intellectual rights should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)--Schenker, Jeanette (1935-1938)--Oster, Ernst (1938-1977)—New York Public Library (c.1977-)
Rights Holder
Heirs of Heinrich Schenker; deemed to be in the public domain
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Digital version created: 2006-09-25
Last updated: 2010-02-26