Spezialanstalt für Musikalische Arbeiten
Georg Tomay
Wien. I., Fichtegasse 1a Tel. R-22-419

Wien, 9. Juli 1930


Sehr geehrter Herr Professor! 1

Übersende Ihnen Abklatsche der Figuren und Manuscripte alles was grün angezeichnet ist sind Mängel die ich an Hand der Manuscripte gefunden habe mit lila Farbstift angezeichnetes frage ich an ob gemacht wird. Inzwischen ist eine Änderung eingetreten und zwar werden die Notenbeilagen doch nicht in Wien gedruckt und zwar in Leipzig bei Roeder von den Ihnen heute zugehenden Abklatschen wird in Wien ein einziger Abzug und zwar auf transparenten Papier gemacht und in Leipzig neu umgedruckt in Lichtpauseverfahren. Angeblich rechnet Roeder für die ganze Notenbeilage-druckarbeit 200.- Mark und Piller hätte nur für die 5 Bögen die Ihnen heute zugehen 1400 Sch. vorangeschlagen mir ist diese Sache recht unglaublich wieso Leipzig die ganze Arbeit die ja gut noch 2½ mal soviel ausmachen wird als bereits fertig und dieses soll ¼ alles Wiener preises ausmachen. Die Urlinien zeichne ich bereits für Lichtpauseverfahren müsste natürlich alles wieder umstellen da ja schon auf Litographie eingearbeitet gewesen.

Nun bitte ich sehr geehrter Herr Professor die Bögen gut und langsam durchsehen zu wollen es können noch beliebige Korrekturen vorgenommen werden, alle Änderungen Fehler u. dgl. bitte mit irgend einem Farbstift mit Ausnahme grünn [sic] und lila gütigst anzuzeichnen und den Bogen signieren für die Durchführung der Mängel hafte ich vollauf und ebenso hat die Druckerei dann keinen Grund Kor[r]ekturen anzurechnen da die Matritzen fehlerfrei in die {2} Hände der Druckerei gelangen – jedenfalls muss aber natürlich die Druckerei vor dem drucken auch einen Abklatsch einsenden damit dieser mit den korrigierten Bögen verglichen werden kann.

Sobald ich Ihnen dann Urlinienmatritzen zur Durchsicht einsenden werde werde Ihnen sehr geehrter Herr Professor auch Anleitung zur Korrekturanzeichnung mitteilen diese Matritzen sind nicht so heikel und können dort Herr Professor alles einzeichnen jedoch nur mit gewöhnlichen [sic] Bleistift keine Tinte keine Farbstifte auch nicht Tintenstifte – aber Herr Professor sind doch zur Erholung in Galtür und nicht zur Arbeit ich werde Ihnen sehr geehrter Herr Professor jetzt auch Ruhe lassen und erst in ca. 14 Tagen etwas zur Durchsicht einsenden.

Die heute eingesendeten Bögen müssen auch nicht sofort durchgesehen werden da ich die retouschen selbst mache und Piller mit der Arbeit erledigt ist.

Hochachtungsvollst mit Handküssen der gnädigen Frau Gemahlin


ergebenster
[signed:] Georg Tomay


N.S. Bitte nur Abklatsche retournieren. Manuscripte benötige nicht mehr diese erhöhen das Porto!

© Transcription Kirstie Hewlett, 2013


Specialist Firm for Musical Works
Georg Tomay
Vienna I, Fichtegasse 1a, Tel. 22-419

Vienna, July 9, 1930


Dear Prof. [Schenker] ! 1

I am sending you imprints of the music examples and [original] manuscripts. Everything indicated in green are things that are missing, which I have found when comparing with the manuscripts. With the things indicated in purple pencil, I ask you whether this should be printed. In the meantime, a change of plan has been introduced: the music appendix will be printed not in Vienna, but by Roeder in Leipzig. Of the imprints that are being sent to you today, a single copy will be made in Vienna and, in fact, on transparent paper; they will be newly printed in Leipzig using the blueprint process. Apparently, Roeder reckons that the entire printing of the music appendix will cost 200 marks, and Piller had suggested 1400 shillings just for the five large sheets that are being sent to you today. I find it quite unbelievable that Leipzig can consider the entire work, which is a good 2½ times as extensive, as already finished; and all this should come to a quarter of the cost in Vienna. The Urlinie graphs, [which] I am marking up for the blueprint process, must of course be done again, as they have already been worked on for the lithographic process.

Now I ask you, dear Professor, to take your time and look through the large sheets carefully; you can make any further corrections that you wish. All changes, mistakes, etc., please be so kind as to indicate with any colored pencil, except for green and purple, and to sign the sheets. I shall take full responsibility for any shortcomings, and likewise the printing house will not have any grounds for reckoning on mistakes since the matrices will reach the {2} hands of the printers free of mistakes – at any rate, however, the printing house will, before printing, also have to send an imprint, so that this can be compared with the corrected large sheets.

As soon as I send you Urlinie matrices for your inspection, [I] shall, dear Professor, also send you instructions for marking the corrections. These matrices are not so awkward, and [you], Professor, can mark up everything, however only with a normal pencil: no ink, no colored pencils, and also no indelible pencils – but, Professor, you are after all in Galtür to rest, and not to work; I shall also leave you now, dear Professor, in peace and send you something for inspection only about two weeks from now.

The sheets that I sent you today also do not have to be studied immediately, since I shall be doing the retouchings myself and Piller has finished with his work.

Most respectfully, with cordial greetings to your gracious wife.


Yours most faithfully,
[signed:] Georg Tomay


p.s. Please return just the imprints. I no longer need the original manuscripts; these will increase your postage costs!

© Translation William Drabkin, 2013


Spezialanstalt für Musikalische Arbeiten
Georg Tomay
Wien. I., Fichtegasse 1a Tel. R-22-419

Wien, 9. Juli 1930


Sehr geehrter Herr Professor! 1

Übersende Ihnen Abklatsche der Figuren und Manuscripte alles was grün angezeichnet ist sind Mängel die ich an Hand der Manuscripte gefunden habe mit lila Farbstift angezeichnetes frage ich an ob gemacht wird. Inzwischen ist eine Änderung eingetreten und zwar werden die Notenbeilagen doch nicht in Wien gedruckt und zwar in Leipzig bei Roeder von den Ihnen heute zugehenden Abklatschen wird in Wien ein einziger Abzug und zwar auf transparenten Papier gemacht und in Leipzig neu umgedruckt in Lichtpauseverfahren. Angeblich rechnet Roeder für die ganze Notenbeilage-druckarbeit 200.- Mark und Piller hätte nur für die 5 Bögen die Ihnen heute zugehen 1400 Sch. vorangeschlagen mir ist diese Sache recht unglaublich wieso Leipzig die ganze Arbeit die ja gut noch 2½ mal soviel ausmachen wird als bereits fertig und dieses soll ¼ alles Wiener preises ausmachen. Die Urlinien zeichne ich bereits für Lichtpauseverfahren müsste natürlich alles wieder umstellen da ja schon auf Litographie eingearbeitet gewesen.

Nun bitte ich sehr geehrter Herr Professor die Bögen gut und langsam durchsehen zu wollen es können noch beliebige Korrekturen vorgenommen werden, alle Änderungen Fehler u. dgl. bitte mit irgend einem Farbstift mit Ausnahme grünn [sic] und lila gütigst anzuzeichnen und den Bogen signieren für die Durchführung der Mängel hafte ich vollauf und ebenso hat die Druckerei dann keinen Grund Kor[r]ekturen anzurechnen da die Matritzen fehlerfrei in die {2} Hände der Druckerei gelangen – jedenfalls muss aber natürlich die Druckerei vor dem drucken auch einen Abklatsch einsenden damit dieser mit den korrigierten Bögen verglichen werden kann.

Sobald ich Ihnen dann Urlinienmatritzen zur Durchsicht einsenden werde werde Ihnen sehr geehrter Herr Professor auch Anleitung zur Korrekturanzeichnung mitteilen diese Matritzen sind nicht so heikel und können dort Herr Professor alles einzeichnen jedoch nur mit gewöhnlichen [sic] Bleistift keine Tinte keine Farbstifte auch nicht Tintenstifte – aber Herr Professor sind doch zur Erholung in Galtür und nicht zur Arbeit ich werde Ihnen sehr geehrter Herr Professor jetzt auch Ruhe lassen und erst in ca. 14 Tagen etwas zur Durchsicht einsenden.

Die heute eingesendeten Bögen müssen auch nicht sofort durchgesehen werden da ich die retouschen selbst mache und Piller mit der Arbeit erledigt ist.

Hochachtungsvollst mit Handküssen der gnädigen Frau Gemahlin


ergebenster
[signed:] Georg Tomay


N.S. Bitte nur Abklatsche retournieren. Manuscripte benötige nicht mehr diese erhöhen das Porto!

© Transcription Kirstie Hewlett, 2013


Specialist Firm for Musical Works
Georg Tomay
Vienna I, Fichtegasse 1a, Tel. 22-419

Vienna, July 9, 1930


Dear Prof. [Schenker] ! 1

I am sending you imprints of the music examples and [original] manuscripts. Everything indicated in green are things that are missing, which I have found when comparing with the manuscripts. With the things indicated in purple pencil, I ask you whether this should be printed. In the meantime, a change of plan has been introduced: the music appendix will be printed not in Vienna, but by Roeder in Leipzig. Of the imprints that are being sent to you today, a single copy will be made in Vienna and, in fact, on transparent paper; they will be newly printed in Leipzig using the blueprint process. Apparently, Roeder reckons that the entire printing of the music appendix will cost 200 marks, and Piller had suggested 1400 shillings just for the five large sheets that are being sent to you today. I find it quite unbelievable that Leipzig can consider the entire work, which is a good 2½ times as extensive, as already finished; and all this should come to a quarter of the cost in Vienna. The Urlinie graphs, [which] I am marking up for the blueprint process, must of course be done again, as they have already been worked on for the lithographic process.

Now I ask you, dear Professor, to take your time and look through the large sheets carefully; you can make any further corrections that you wish. All changes, mistakes, etc., please be so kind as to indicate with any colored pencil, except for green and purple, and to sign the sheets. I shall take full responsibility for any shortcomings, and likewise the printing house will not have any grounds for reckoning on mistakes since the matrices will reach the {2} hands of the printers free of mistakes – at any rate, however, the printing house will, before printing, also have to send an imprint, so that this can be compared with the corrected large sheets.

As soon as I send you Urlinie matrices for your inspection, [I] shall, dear Professor, also send you instructions for marking the corrections. These matrices are not so awkward, and [you], Professor, can mark up everything, however only with a normal pencil: no ink, no colored pencils, and also no indelible pencils – but, Professor, you are after all in Galtür to rest, and not to work; I shall also leave you now, dear Professor, in peace and send you something for inspection only about two weeks from now.

The sheets that I sent you today also do not have to be studied immediately, since I shall be doing the retouchings myself and Piller has finished with his work.

Most respectfully, with cordial greetings to your gracious wife.


Yours most faithfully,
[signed:] Georg Tomay


p.s. Please return just the imprints. I no longer need the original manuscripts; these will increase your postage costs!

© Translation William Drabkin, 2013

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 4/3, p. 3494, July 10, 1930: "Von Tomay (rec.): Figuren u. B. mit Erläuterung ihrer Behandlung." ("From Tomay (registered mail): music examples, and a letter explaining how to deal with them.").

Commentary

Rights Holder
Heirs of Georg Tomay.
License
Inquiries are continuing, but no surviving descendant or representative of Georg Tomay has yet been identified. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Documents Online, at schenkercorrespondence[at]mus[dot]cam[dot]ac[dot]uk.
Format
2p letter, stamped address, handwritten message, holograph signature, handwritten postscript.
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)--Schenker, Jeanette (1935-1938)--Oster, Ernst (1938-c.1939)—New York Public Library (c.1939-)

Digital version created: 2014-04-07
Last updated: 2011-10-11