Wien, IV Mittersteig 3.

Hochgeehrter Herr Doctor. 1

Kurz nachdem nur Frl. Baudrexel einige Andeutungen gemacht hatte, erhielt ich gestern Ihr geschätztes Schreiben 2 und will gleich zu Anfang meinen wärmsten Dank aussprechen für Ihr mich so sehr ehrendes Vertrauen! Ich wäre natürlich glücklich, Ihnen selbst und einer künstlerisch und pädagogisch so ernsten Sache dienen zu können und würde mein Möglichstes tun. So leicht ist es allerdings wohl nicht, da das Richtige zu treffen, will man Persönlichkeiten wählen, die genügend Interesse, Verständnis, Zeit , und dazu den nötigen Einfluß und Wirkungskreis haben, im Bereiche von Schülern {2} und Kollegen. – Es kämen wohl nur Theorie ‒ (Formenlehre!) - und Klavierlehrer in Betracht u. z. in führender Stellung.

Ich kenne an der Akademie die Ausbildungs-Professoren, Weingarten , Jos. Hoffmann , (Examinator bei d. Staatsprüfung, also wichtig), Prohaska und Schmitt (notre dame) und Reinhold . Soll man diese Herren nicht auch berücksichtigen? Von Akademie-Theorie-Lehrern sind vor allem wieder Schmidt und Prohaska zu nennen, dann Marx selbst, dann Kamillo Horn und Jak. Fischer welcher dort „Klavierliteratur“ vorträgt. Weiters – eigentlich vor allem: Prof. Stöhr (auch Fachexaminator d. Staatspr.) Ich bin mit ihnen allen persönlich bekannt (außer mit Marx ) –

Das nNeue Wr Konserv . wäre durch meine l[iebe] alte Freundin Baumayer , die dort unter- {3} richtet, zu erreichen, – in Betracht käme die sehr schätzenswerte große Schule Lutwak-Patonay (Mühlgasse) (– ich kenne die Direktorin Frau Patonay sehr gut), an der Schule Kaiser leider niemand, auch nicht bei Horak (scheint mir minderwertig!); Die zahlreichen kleineren Schulen kenne ich kaum (könnte die besten leicht eruieren); – [?ernsthaft] unterrichtet wird meines Wissens bei Kleinecke-Labaske (wenig Schüler aber sehr vornehmer Unterricht) (Wieden) und bei Pfrinmer (Josefstadt). An Privatlehrern fallen mir vorläufig sogleich Prof. Robert (Klav. u. Theorie) ersten Rangs – und Paul Richier (vormals 1. Assistent v. Leschetitzky und hochgebildet) ein.

Nun kommt aber der „Musikpädagog. Verband“ selbst und der [„] Verein d. Musiklehrerrinnen{4} in Betracht, deren – ziemlich einflußreiches – Vorstandmitglied ich bin. Und da erlaube ich mir die unbescheidene Frage: Wären Herr Doktor abgeneigt, die gewiß ungemein dankaren Mitglieder durch einen persönlichen Vortrag über Ihre Absichten zu belehren? Hiedurch wird alles um so viel fachlicher, lebendiger! – Ortsgruppen – Versammlungen des Verbandes finden mit anschliessenden belehrenden Vorträgen öfters statt, – ebenso im Verein d. Musiklehrerinnen, in welch letzeterem sich sehr verständige, gebildete Damen befinden, alle, insbesondere die treffliche Präsidentin Frau v. Schneider-Grünzweig sind für jede künstlerische Anregung sehr dankbar und der Großteil unserer Klavierlehrerschaft, (der doch vor allem aus Frauen besteht) ist da vertreten. Allerdings bin ich mit dem Programm der rest- {5} lichen Veranstaltungen dieser Saison nicht vertraut. – Ich weiß nicht, ob Herrn Doktor seinerzeit, die paar Zeilen in der Musikpädagog. Zeitschrift zu Gesicht kamen, die ich – als Kritikerin dieses Blattes – mir über Ihre „letzen Beethoven-Sonaten .“ zu schreiben erlaubte. Leider haben die unglückseligen Zeitverhältnisse wegen Kosten den Umfang dieser Hefte auf das Äußerste beschränkten. Aber viell. könnte ich – oder Stöhr? – doch über den „Tonwillen“ einige kurze, dabei möglichst vielsagende Bemerkungen bringen?

Und wollten Herr Doctor mir nicht in einigen klaren Sätzen ein kurzes Resumé über Anlage und Zweck Ihrer Arbeit zur Verfügung stellen, das ich vielleicht im Anschluß an Ihr geschätzes gestriges Schreiben, bei der nächsten {6} Vorstandssitzung des Verbandes (Frau Schneider ist auch nicht oft anwesend) vorlesen könnte? Präsident Gruber wird sich gewiß auch sehr für die Sache interessieren – die Sitzungen finden meist am 1. Dienstag des Monats statt. Soll man nicht auch nach auswärts 2–3 Exemplare (des 4. Heftes) senden? nach Linz (Ortsgruppen-Präs: Göllerich ) und Graz (Faisst-Sedlmayer) auch mit Brünn ha[illeg]be ich Verbindung (Frau Katholidi) (alle vom betreffenden Musikvereins-Konserv.) – – Eine ausgezeichnete Kollegin, der ich heute von Ihrem ehrenden Auftrage erzählte, ist die beste Freundin der Mrs. Melville , die als {7} Professorin des Kons. v. Chicago , großen Einfluß in ganz Amerika hat, vor allem als Vorkämpferin für Brahms. Meine Freundin hält diese für eine berücksichtigenswerte Adresse.

Darf ich um Herrn Doktor bitten, mich wissen zu lassen, wie weit Sie mit den eben Erwähnten einverstanden sind, – ob ich Sie richtig verstanden habe?

Gern würde ich einmal selb[illeg]st bei Ihnen vorsprechen, aber ich bin maßlos überbürdet, – unterrichte vom frühen Morgen bis zum späten Abend, bereite ein großes Schülerkonzert, dann 4 Prüfungs-Kandidatinnen für Mai, endlich, mich selbst {8} für die Aufführung meines Klavierkonzerts vor, das ich März od. April mit Orchester spielen soll.

Für Ihr Vertrauen – (wie auch im Voraus für das mir gütigst zugedachte Exemplar des prächtigen T-W ?!) vielmals dankend, zeichne ich mit besten Empfehlungen – auch an Frau Gemahlin – als Herrn Doktor


ergebene
[signed:] Emma Fischer

Wien, 15/ Feb. 1923.

© Transcription Ian Bent and Martin Eybl, 2007, 2009


Vienna IV, Mittersteig 3

Highly regarded Dr. [Schenker] . 1

No sooner had Miss Baudrexel dropped a hint or two, than I received yesterday your esteemed letter. 2 I should like at the outset to express my warmest thanks to you for placing such very gratifying trust in me! I should of course be glad to be able to serve both you yourself and a cause of such artistic and pedagogical magnitude, and would do all in my power [to assist]. To be sure, it is no easy matter to hit on the right thing if one is looking to choose people who have sufficient interest, understanding, time , and the necessary influence and sphere of operations for the purpose, in the realm of pupils {2} and colleagues. Really only theory (theory of form!) and piano teachers are worth considering, and even then only those in positions of authority.

At the Academy, I am acquainted with training-school professors Weingarten, Josef Hoffmann (examiner for the state examination, hence important), Prohaska and Schmidt (Notre Dame), and Reinhold. Should we not consider these men, too? Of Academy theory teachers, first and foremost again are Schmidt and Prohaska, then Marx himself, then Kamillo Horn and Jakob Fischer, who lectures there on "piano repertory." After that – really above all, Professor Stöhr (also a subject examiner for the state examination). I am personally acquainted with all of them (except for Marx).

The New Vienna Conservatory could be reached through my old friend Baumayer, who teaches there. {3} The very fine, large Lutwak-Patonay School (Mühlgasse) is worth considering (I know the Director, Mrs. Patonay, very well). Unfortunately, [I know] no one at the Kaiser School nor at the Horak [School] (strikes me as of inferior quality!). I scarcely know the numerous smaller schools (I could easily single out the best of them): To the best of my knowledge, some serious teaching goes on at the Kleinecke-Labaske [School] (few pupils, but very distinguished instruction) (in the Wieden) and at the Pfrinmer [School] (in the Josefstadt). The private teachers who occur to me immediately are Prof. Robert (piano and theory), [who is] first-class, and Paul Richier (erstwhile first assistant to Leschetizky, and highly cultured).

But next to consider are the Federation of Music Teachers itself and the Association of Female Music Teachers, {4} of which I am a ‒ fairly influential ‒ board member. And now I take the liberty of popping a presumptuous question: Would you, dear Dr. [Schenker], be at all inclined to instruct the members, who would certainly be uncommonly grateful, in person, with a lecture about your views? That way, everything becomes all the more professional, spirited! ‒ local chapters [and] general assemblies of the Federation often take place with instructive lectures attached to them, and this is true also of the Association of Female Music Teachers, in which there are many intelligent, highly educated ladies. All ‒ and especially the excellent president Mrs. von Schneider-Grünzweig are deeply grateful for any artistic stimulation, and the majority of our piano-teaching community (which consists, after all, primarily of women) is represented there. However, I am not au fait with the program of {5} events for the remainder of the season. ‒ I wonder whether some time ago, dear Dr. [Schenker], the few lines in the Musikpädagogische Zeitschrift came to your attention that I ‒ as critic of that journal ‒ made bold to write concerning your Last Five Sonatas of Beethoven . Alas, the wretched conditions under which we are laboring on account of costs have drastically restricted the size of the issues [of this journal]. But perhaps I ‒ or Stöhr? ‒ could still produce a few brief, but at the same time highly eloquent, remarks about Der Tonwille .

And would you perhaps be willing, dear Dr. [Schenker], to supply me with a few, clear sentences comprising a short resumé of the scope and purpose of your work that I might perhaps read out at the next {6} board meeting of the Federation (Mrs. Schneider is not often herself present) in conjunction with your esteemed letter of yesterday? President Gruber is sure to take a keen interest in the matter ‒ the meetings take place mostly on the first Tuesday of each month. Ought we not also to send two or three copies (of issue 4) to other places: to Linz (local chapter President Göllerich) and Graz (Faisst-Sedlmayer)? I have contact also with Brünn (Mrs Katholidi) (all of the corresponding Musikverein conservatory) – – An excellent female colleague, whom today I told of your gratifying letter, is the best friend of Mrs. Melville, {7} who, as Professor at the Conservatory of Chicago, has great influence throughout America, above all as a champion of Brahms. My friend thinks this a contact worthy of consideration.

May I ask you, dear Dr. [Schenker], to let me know how far you are in agreement with the above-mentioned names ‒ whether I have understood you correctly.

I would gladly pay you a visit myself some time, but I am massively overworked ‒ I teach from first thing in the morning to last thing at night, am preparing a big student concert, then four female examination candidates for May, and finally preparing myself {8} for the performance of my piano concerto, which I am due to play with orchestra in March or April.

Thanking you cordially for your trust (also in anticipation for the copy of the splended Tonwille that you kindly intend for me), I remain with kind regards ‒ not only to yourself, dear Dr. [Schenker], but also to your wife,


Truly yours,
[signed:] Emma Fischer

Vienna, February 15, 1923

© Translation Ian Bent, 2007


Wien, IV Mittersteig 3.

Hochgeehrter Herr Doctor. 1

Kurz nachdem nur Frl. Baudrexel einige Andeutungen gemacht hatte, erhielt ich gestern Ihr geschätztes Schreiben 2 und will gleich zu Anfang meinen wärmsten Dank aussprechen für Ihr mich so sehr ehrendes Vertrauen! Ich wäre natürlich glücklich, Ihnen selbst und einer künstlerisch und pädagogisch so ernsten Sache dienen zu können und würde mein Möglichstes tun. So leicht ist es allerdings wohl nicht, da das Richtige zu treffen, will man Persönlichkeiten wählen, die genügend Interesse, Verständnis, Zeit , und dazu den nötigen Einfluß und Wirkungskreis haben, im Bereiche von Schülern {2} und Kollegen. – Es kämen wohl nur Theorie ‒ (Formenlehre!) - und Klavierlehrer in Betracht u. z. in führender Stellung.

Ich kenne an der Akademie die Ausbildungs-Professoren, Weingarten , Jos. Hoffmann , (Examinator bei d. Staatsprüfung, also wichtig), Prohaska und Schmitt (notre dame) und Reinhold . Soll man diese Herren nicht auch berücksichtigen? Von Akademie-Theorie-Lehrern sind vor allem wieder Schmidt und Prohaska zu nennen, dann Marx selbst, dann Kamillo Horn und Jak. Fischer welcher dort „Klavierliteratur“ vorträgt. Weiters – eigentlich vor allem: Prof. Stöhr (auch Fachexaminator d. Staatspr.) Ich bin mit ihnen allen persönlich bekannt (außer mit Marx ) –

Das nNeue Wr Konserv . wäre durch meine l[iebe] alte Freundin Baumayer , die dort unter- {3} richtet, zu erreichen, – in Betracht käme die sehr schätzenswerte große Schule Lutwak-Patonay (Mühlgasse) (– ich kenne die Direktorin Frau Patonay sehr gut), an der Schule Kaiser leider niemand, auch nicht bei Horak (scheint mir minderwertig!); Die zahlreichen kleineren Schulen kenne ich kaum (könnte die besten leicht eruieren); – [?ernsthaft] unterrichtet wird meines Wissens bei Kleinecke-Labaske (wenig Schüler aber sehr vornehmer Unterricht) (Wieden) und bei Pfrinmer (Josefstadt). An Privatlehrern fallen mir vorläufig sogleich Prof. Robert (Klav. u. Theorie) ersten Rangs – und Paul Richier (vormals 1. Assistent v. Leschetitzky und hochgebildet) ein.

Nun kommt aber der „Musikpädagog. Verband“ selbst und der [„] Verein d. Musiklehrerrinnen{4} in Betracht, deren – ziemlich einflußreiches – Vorstandmitglied ich bin. Und da erlaube ich mir die unbescheidene Frage: Wären Herr Doktor abgeneigt, die gewiß ungemein dankaren Mitglieder durch einen persönlichen Vortrag über Ihre Absichten zu belehren? Hiedurch wird alles um so viel fachlicher, lebendiger! – Ortsgruppen – Versammlungen des Verbandes finden mit anschliessenden belehrenden Vorträgen öfters statt, – ebenso im Verein d. Musiklehrerinnen, in welch letzeterem sich sehr verständige, gebildete Damen befinden, alle, insbesondere die treffliche Präsidentin Frau v. Schneider-Grünzweig sind für jede künstlerische Anregung sehr dankbar und der Großteil unserer Klavierlehrerschaft, (der doch vor allem aus Frauen besteht) ist da vertreten. Allerdings bin ich mit dem Programm der rest- {5} lichen Veranstaltungen dieser Saison nicht vertraut. – Ich weiß nicht, ob Herrn Doktor seinerzeit, die paar Zeilen in der Musikpädagog. Zeitschrift zu Gesicht kamen, die ich – als Kritikerin dieses Blattes – mir über Ihre „letzen Beethoven-Sonaten .“ zu schreiben erlaubte. Leider haben die unglückseligen Zeitverhältnisse wegen Kosten den Umfang dieser Hefte auf das Äußerste beschränkten. Aber viell. könnte ich – oder Stöhr? – doch über den „Tonwillen“ einige kurze, dabei möglichst vielsagende Bemerkungen bringen?

Und wollten Herr Doctor mir nicht in einigen klaren Sätzen ein kurzes Resumé über Anlage und Zweck Ihrer Arbeit zur Verfügung stellen, das ich vielleicht im Anschluß an Ihr geschätzes gestriges Schreiben, bei der nächsten {6} Vorstandssitzung des Verbandes (Frau Schneider ist auch nicht oft anwesend) vorlesen könnte? Präsident Gruber wird sich gewiß auch sehr für die Sache interessieren – die Sitzungen finden meist am 1. Dienstag des Monats statt. Soll man nicht auch nach auswärts 2–3 Exemplare (des 4. Heftes) senden? nach Linz (Ortsgruppen-Präs: Göllerich ) und Graz (Faisst-Sedlmayer) auch mit Brünn ha[illeg]be ich Verbindung (Frau Katholidi) (alle vom betreffenden Musikvereins-Konserv.) – – Eine ausgezeichnete Kollegin, der ich heute von Ihrem ehrenden Auftrage erzählte, ist die beste Freundin der Mrs. Melville , die als {7} Professorin des Kons. v. Chicago , großen Einfluß in ganz Amerika hat, vor allem als Vorkämpferin für Brahms. Meine Freundin hält diese für eine berücksichtigenswerte Adresse.

Darf ich um Herrn Doktor bitten, mich wissen zu lassen, wie weit Sie mit den eben Erwähnten einverstanden sind, – ob ich Sie richtig verstanden habe?

Gern würde ich einmal selb[illeg]st bei Ihnen vorsprechen, aber ich bin maßlos überbürdet, – unterrichte vom frühen Morgen bis zum späten Abend, bereite ein großes Schülerkonzert, dann 4 Prüfungs-Kandidatinnen für Mai, endlich, mich selbst {8} für die Aufführung meines Klavierkonzerts vor, das ich März od. April mit Orchester spielen soll.

Für Ihr Vertrauen – (wie auch im Voraus für das mir gütigst zugedachte Exemplar des prächtigen T-W ?!) vielmals dankend, zeichne ich mit besten Empfehlungen – auch an Frau Gemahlin – als Herrn Doktor


ergebene
[signed:] Emma Fischer

Wien, 15/ Feb. 1923.

© Transcription Ian Bent and Martin Eybl, 2007, 2009


Vienna IV, Mittersteig 3

Highly regarded Dr. [Schenker] . 1

No sooner had Miss Baudrexel dropped a hint or two, than I received yesterday your esteemed letter. 2 I should like at the outset to express my warmest thanks to you for placing such very gratifying trust in me! I should of course be glad to be able to serve both you yourself and a cause of such artistic and pedagogical magnitude, and would do all in my power [to assist]. To be sure, it is no easy matter to hit on the right thing if one is looking to choose people who have sufficient interest, understanding, time , and the necessary influence and sphere of operations for the purpose, in the realm of pupils {2} and colleagues. Really only theory (theory of form!) and piano teachers are worth considering, and even then only those in positions of authority.

At the Academy, I am acquainted with training-school professors Weingarten, Josef Hoffmann (examiner for the state examination, hence important), Prohaska and Schmidt (Notre Dame), and Reinhold. Should we not consider these men, too? Of Academy theory teachers, first and foremost again are Schmidt and Prohaska, then Marx himself, then Kamillo Horn and Jakob Fischer, who lectures there on "piano repertory." After that – really above all, Professor Stöhr (also a subject examiner for the state examination). I am personally acquainted with all of them (except for Marx).

The New Vienna Conservatory could be reached through my old friend Baumayer, who teaches there. {3} The very fine, large Lutwak-Patonay School (Mühlgasse) is worth considering (I know the Director, Mrs. Patonay, very well). Unfortunately, [I know] no one at the Kaiser School nor at the Horak [School] (strikes me as of inferior quality!). I scarcely know the numerous smaller schools (I could easily single out the best of them): To the best of my knowledge, some serious teaching goes on at the Kleinecke-Labaske [School] (few pupils, but very distinguished instruction) (in the Wieden) and at the Pfrinmer [School] (in the Josefstadt). The private teachers who occur to me immediately are Prof. Robert (piano and theory), [who is] first-class, and Paul Richier (erstwhile first assistant to Leschetizky, and highly cultured).

But next to consider are the Federation of Music Teachers itself and the Association of Female Music Teachers, {4} of which I am a ‒ fairly influential ‒ board member. And now I take the liberty of popping a presumptuous question: Would you, dear Dr. [Schenker], be at all inclined to instruct the members, who would certainly be uncommonly grateful, in person, with a lecture about your views? That way, everything becomes all the more professional, spirited! ‒ local chapters [and] general assemblies of the Federation often take place with instructive lectures attached to them, and this is true also of the Association of Female Music Teachers, in which there are many intelligent, highly educated ladies. All ‒ and especially the excellent president Mrs. von Schneider-Grünzweig are deeply grateful for any artistic stimulation, and the majority of our piano-teaching community (which consists, after all, primarily of women) is represented there. However, I am not au fait with the program of {5} events for the remainder of the season. ‒ I wonder whether some time ago, dear Dr. [Schenker], the few lines in the Musikpädagogische Zeitschrift came to your attention that I ‒ as critic of that journal ‒ made bold to write concerning your Last Five Sonatas of Beethoven . Alas, the wretched conditions under which we are laboring on account of costs have drastically restricted the size of the issues [of this journal]. But perhaps I ‒ or Stöhr? ‒ could still produce a few brief, but at the same time highly eloquent, remarks about Der Tonwille .

And would you perhaps be willing, dear Dr. [Schenker], to supply me with a few, clear sentences comprising a short resumé of the scope and purpose of your work that I might perhaps read out at the next {6} board meeting of the Federation (Mrs. Schneider is not often herself present) in conjunction with your esteemed letter of yesterday? President Gruber is sure to take a keen interest in the matter ‒ the meetings take place mostly on the first Tuesday of each month. Ought we not also to send two or three copies (of issue 4) to other places: to Linz (local chapter President Göllerich) and Graz (Faisst-Sedlmayer)? I have contact also with Brünn (Mrs Katholidi) (all of the corresponding Musikverein conservatory) – – An excellent female colleague, whom today I told of your gratifying letter, is the best friend of Mrs. Melville, {7} who, as Professor at the Conservatory of Chicago, has great influence throughout America, above all as a champion of Brahms. My friend thinks this a contact worthy of consideration.

May I ask you, dear Dr. [Schenker], to let me know how far you are in agreement with the above-mentioned names ‒ whether I have understood you correctly.

I would gladly pay you a visit myself some time, but I am massively overworked ‒ I teach from first thing in the morning to last thing at night, am preparing a big student concert, then four female examination candidates for May, and finally preparing myself {8} for the performance of my piano concerto, which I am due to play with orchestra in March or April.

Thanking you cordially for your trust (also in anticipation for the copy of the splended Tonwille that you kindly intend for me), I remain with kind regards ‒ not only to yourself, dear Dr. [Schenker], but also to your wife,


Truly yours,
[signed:] Emma Fischer

Vienna, February 15, 1923

© Translation Ian Bent, 2007

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 3/4, p. 2495, February 17, 1923: "Von Baronesse Fischer (Br.): 8 Seiten Mißverständnis!" ("From Baroness Fischer (letter): eight pages of misunderstanding!"). The subject of this exchange was evidently the private distribution of issues of Schenker's Der Tonwille, since Schenker was convinced that Universal Edition was failing to publicize them.

2 Writing of this letter, which is not known to survive, is recorded at OJ 3/4, p. 2495, February 13, 1923: "An Baroness Fischer Winke für die Ausführung meines Planes." ("To Baroness Fischer suggestions for carrying out my plan."). Possibly related to this "plan" is the entry on the same page for February 15: "Frl. Elias bringt 15 Tonwille-Hefte." ("Miss Elias brings fifteen issues of Tonwille."). Tonwille 3 had been published on January 19, 1923, and Tonwille 4 would be published on June 20.

Commentary

Format
8p letter, Bogen format, holograph salutation, message and signature
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)--Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1945)--Jonas, Oswald (c.1945-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
Heirs of Emma Fischer, deemed to be in the public domain.
License
Deemed to be in the public domain. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2014-11-04
Last updated: 2011-03-05