Der Kunstwart
____________________
Schriftleitung: Dr. Hermann Rinn / Verlag Georg D. W. Callwey
München NW 12, Finkenstr. 2
7. 3. 29

[All corrections in the text are in the hand of Hermann Rinn.]

Sehr verehrter Herr Dr. Schenker: 1

Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie seit 14 Tagen ohne Nachricht liess. Es hatte sich eine solche Unmenge von dringender Red.-Arbeit angestaut, dass ich nicht dazu kam, ausserdem habe ich seit Wochen mit Migräne und Grippenanfällen zu kämpfen. Lassen Sie mich wenigstens jetzt auf das herzlichste danken für die grosse Mühe, der Sie sich noch einmal haben unterziehen müssen. Hoffentlich ist jetzt nun auch alles in Ordnung und stimmen die Zeichen; diese technische Dingen machen am Ende immer die allergrössten Schwierigkeiten. Die Verkleinerung musste des Formats wegen leider sehr weit getrieben werden. 2 Ich hatte erst gedacht, dass wir mit der Querstellung auf ein grösseres Format kommen könnten, es liess sich aber nicht machen. Inzwischen bin ich schon von mehereren [sic] Seiten angerufen worden und höre überall Worte des Lobes, dass wir uns für diese Sache eingesetzt haben. Ich hoffe also, dass Sie sich nicht vergebens bemüht haben.

Gleichzeitig erhalten Sie eine grössere Anzahl des fFaks.-Blattes. Verwenden Sie bitte für die Bogen, die wir Ihnen schickten, was Sie brauchen. Für den Rest hat vielleicht das Archiv Verwendung; wenn nicht, können die Blätter ruhig vernichtet werden. Möglicherweise ist aber das eine oder andere Seminar froh, einen Abzug zu haben.

Die Hefte sind an die von Ihnen {2} angegebenen 6 Adressen geschickt worden, mit einer Karte, dass es in Ihrem Auftrag geschah. Es versteht sich von selbst, dass wir Ihnen dafür keine Kosten aufrechnen. Brauchen Sie übrigens nicht noch Hefte? Ich kann Ihnen gerne noch 10-20 Stück schicken. Fordern Sie bitte unbedenklich an! Die überschiessenden Bogen steh[e]n mit den Heften nicht im Zusammenhang, sie sind für Sie bestimmt.

Ich habe von der Redaktion aus an Karl Holl von der Frankfurter Zeitung und an Alfred Einstein geschrieben, auf den Aufsatz hingewiesen, Hefte geschickt und gebeten in ihren Zeitungen 3 eine Notiz zu bringen. Heute schreibe ich an Herrn von Pander von den Münchner Neuesten. Desgleichen will ich an die Ordinarien der Universitäten je ein Heft schicken und der gesamten Presse einen kurzen Auszug vorlegen (10-12 Sätze wenigstens), wenn es Ihnen so recht ist. Selbstverständlich gehen auch an die Musikzeitschriften Hefte bezw. Mitteilungen, da wir sowieso mit den meisten in Tausch stehen.

Für Ihre Mitteilung über Bruckners IX. 4 bin ich Ihnen sehr dankbar.

Lassen Sie mich zum Schluss noch einmal herzlich danken für den Beitrag und lassen Sie mich versichern, dass es mir eine Ehre und grosse Freude ist, wenn Sie den Kunstwart bedenken.


Ihr herzlich ergebener
[signed:] R.

© Transcription William Drabkin, 2017


Der Kunstwart
____________________
Editorship: Dr. Hermann Rinn / Publisher Georg D. W. Callwey
Munich NW 12, Finkenstraße 2
March 7, 1929

[All corrections in the text are in the hand of Hermann Rinn.]

Highly revered Dr. Schenker, 1

Please excuse me for not sending you any news in the last two weeks. Such a large pile of important editorial work had piled up that I was unable to get to it; in addition I have been battling for weeks with migraine headaches and attacks of the flu. At least let me thank you most cordially now for the great trouble to which you have had to go. I hope that now everything is in order, and the [performance] remarks are correct; these technical things always cause the greatest difficulties of all in the end. The size reduction had, unfortunately, to be carried out very drastically on account of the [page] format. 2 I had initially thought that we could have used a larger format by sideways placement, but this was not possible. In the meantime, I have received telephone calls from several people and hear words of praise everywhere. I hope, then, that your efforts have not been in vain.

At the same time you will receive a large number of facsimile leaves. Please use whatever you need for the gatherings that we sent you. Perhaps the Archive will be able to make use of the rest; if not, the leaves can be destroyed. Maybe some [music] department or other will be happy to have a copy.

The copies of the issue have been sent to the {2} six addresses you provided, with a card to the effect that this was done on your behalf. It goes without saying that we shall not charge you for any of this. Do you need any further copies? I can gladly send your a further ten to twenty copies. Please do not hesitate to ask! The extra gatherings are unrelated to the [complimentary] copies of the issue, they are meant for you.

I have, in my capacity as editor, referred Karl Holl at the Frankfurter Zeitung and Alfred Einstein to your essay, sent them copies of the issue, and requested that they put a note in their journals. 3 Today I shall write to Mr. Pander at the Münchner Neueste . At the same time I shall send one issue each to the chairs of the university [music departments] and present the entire journalistic community with a short extract (at least ten to twelve sentences), if that is agreeable to you. Of course copies or communications will also go to the music periodicals, since in any event we have a reciprocal arrangement with most of them.

For your communication about Bruckner's Ninth, 4 I am very grateful.

To conclude, let me thank you cordially once more for the essay; and let me assure you that it is an honor and a great joy to me if you keep Der Kunstwart in mind.


Your cordially devoted
[signed:] R.

© Translation William Drabkin, 2017


Der Kunstwart
____________________
Schriftleitung: Dr. Hermann Rinn / Verlag Georg D. W. Callwey
München NW 12, Finkenstr. 2
7. 3. 29

[All corrections in the text are in the hand of Hermann Rinn.]

Sehr verehrter Herr Dr. Schenker: 1

Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie seit 14 Tagen ohne Nachricht liess. Es hatte sich eine solche Unmenge von dringender Red.-Arbeit angestaut, dass ich nicht dazu kam, ausserdem habe ich seit Wochen mit Migräne und Grippenanfällen zu kämpfen. Lassen Sie mich wenigstens jetzt auf das herzlichste danken für die grosse Mühe, der Sie sich noch einmal haben unterziehen müssen. Hoffentlich ist jetzt nun auch alles in Ordnung und stimmen die Zeichen; diese technische Dingen machen am Ende immer die allergrössten Schwierigkeiten. Die Verkleinerung musste des Formats wegen leider sehr weit getrieben werden. 2 Ich hatte erst gedacht, dass wir mit der Querstellung auf ein grösseres Format kommen könnten, es liess sich aber nicht machen. Inzwischen bin ich schon von mehereren [sic] Seiten angerufen worden und höre überall Worte des Lobes, dass wir uns für diese Sache eingesetzt haben. Ich hoffe also, dass Sie sich nicht vergebens bemüht haben.

Gleichzeitig erhalten Sie eine grössere Anzahl des fFaks.-Blattes. Verwenden Sie bitte für die Bogen, die wir Ihnen schickten, was Sie brauchen. Für den Rest hat vielleicht das Archiv Verwendung; wenn nicht, können die Blätter ruhig vernichtet werden. Möglicherweise ist aber das eine oder andere Seminar froh, einen Abzug zu haben.

Die Hefte sind an die von Ihnen {2} angegebenen 6 Adressen geschickt worden, mit einer Karte, dass es in Ihrem Auftrag geschah. Es versteht sich von selbst, dass wir Ihnen dafür keine Kosten aufrechnen. Brauchen Sie übrigens nicht noch Hefte? Ich kann Ihnen gerne noch 10-20 Stück schicken. Fordern Sie bitte unbedenklich an! Die überschiessenden Bogen steh[e]n mit den Heften nicht im Zusammenhang, sie sind für Sie bestimmt.

Ich habe von der Redaktion aus an Karl Holl von der Frankfurter Zeitung und an Alfred Einstein geschrieben, auf den Aufsatz hingewiesen, Hefte geschickt und gebeten in ihren Zeitungen 3 eine Notiz zu bringen. Heute schreibe ich an Herrn von Pander von den Münchner Neuesten. Desgleichen will ich an die Ordinarien der Universitäten je ein Heft schicken und der gesamten Presse einen kurzen Auszug vorlegen (10-12 Sätze wenigstens), wenn es Ihnen so recht ist. Selbstverständlich gehen auch an die Musikzeitschriften Hefte bezw. Mitteilungen, da wir sowieso mit den meisten in Tausch stehen.

Für Ihre Mitteilung über Bruckners IX. 4 bin ich Ihnen sehr dankbar.

Lassen Sie mich zum Schluss noch einmal herzlich danken für den Beitrag und lassen Sie mich versichern, dass es mir eine Ehre und grosse Freude ist, wenn Sie den Kunstwart bedenken.


Ihr herzlich ergebener
[signed:] R.

© Transcription William Drabkin, 2017


Der Kunstwart
____________________
Editorship: Dr. Hermann Rinn / Publisher Georg D. W. Callwey
Munich NW 12, Finkenstraße 2
March 7, 1929

[All corrections in the text are in the hand of Hermann Rinn.]

Highly revered Dr. Schenker, 1

Please excuse me for not sending you any news in the last two weeks. Such a large pile of important editorial work had piled up that I was unable to get to it; in addition I have been battling for weeks with migraine headaches and attacks of the flu. At least let me thank you most cordially now for the great trouble to which you have had to go. I hope that now everything is in order, and the [performance] remarks are correct; these technical things always cause the greatest difficulties of all in the end. The size reduction had, unfortunately, to be carried out very drastically on account of the [page] format. 2 I had initially thought that we could have used a larger format by sideways placement, but this was not possible. In the meantime, I have received telephone calls from several people and hear words of praise everywhere. I hope, then, that your efforts have not been in vain.

At the same time you will receive a large number of facsimile leaves. Please use whatever you need for the gatherings that we sent you. Perhaps the Archive will be able to make use of the rest; if not, the leaves can be destroyed. Maybe some [music] department or other will be happy to have a copy.

The copies of the issue have been sent to the {2} six addresses you provided, with a card to the effect that this was done on your behalf. It goes without saying that we shall not charge you for any of this. Do you need any further copies? I can gladly send your a further ten to twenty copies. Please do not hesitate to ask! The extra gatherings are unrelated to the [complimentary] copies of the issue, they are meant for you.

I have, in my capacity as editor, referred Karl Holl at the Frankfurter Zeitung and Alfred Einstein to your essay, sent them copies of the issue, and requested that they put a note in their journals. 3 Today I shall write to Mr. Pander at the Münchner Neueste . At the same time I shall send one issue each to the chairs of the university [music departments] and present the entire journalistic community with a short extract (at least ten to twelve sentences), if that is agreeable to you. Of course copies or communications will also go to the music periodicals, since in any event we have a reciprocal arrangement with most of them.

For your communication about Bruckner's Ninth, 4 I am very grateful.

To conclude, let me thank you cordially once more for the essay; and let me assure you that it is an honor and a great joy to me if you keep Der Kunstwart in mind.


Your cordially devoted
[signed:] R.

© Translation William Drabkin, 2017

Footnotes

1 Receipt of this letter is not recorded in Schenker's diary.

2 The facsimile pages of the autograph manuscript of the Minuet from Schubert's Sonata in G major, Op. 78, which was the subject of Schenker's article in Der Kunstwart. These were reduced to less than a quarter of their original size.

3 At the time, Einstein was the editor of the Zeitschrift für Musikwissenschaft .

4 Writing of a letter to Rinn with remarks on Bruckner's symphonies is recorded in Schenker's diary at OJ 4/1, p. 3318, March 6, 1928: "An Dr. Rinn (Br.): bitte um die Facsimiles; erzähle bei dieser Gelegenheit, was ich von Haas über die wahre Gestalt der Bruckner-Sinfonien erfahren habe." ("To Dr. Rinn (letter): I request the facsimiles; I use the occasion to say what I have learned from Haas about the true design of Bruckner's symphonies").

Commentary

Format
2p letter, printed letterhead (red), typewritten salutation, message, and valediction (blue italic), holograph corrections and signature (Rinn)
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)--Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas, Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978-)
Rights Holder
Heirs and representatives of Der Kunstwart/Deutsche Zeitschrift; deemed to be in the public domain.
License
Deemed to be in the public domain. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2018-01-31
Last updated: 2012-09-26