[envelope: recto ]
[An: ] Frau L. Schenker
Hofgastein
Kurhaus Loebel

[written diagonally in purple crayon: ] Antwort 13. VII 35

[postmark:] || 10 WIEN 75 | 6.VII.35.10 | * 4c * ||
[postmark:] || R | WIEN 76 | 531 | P.B. 10 ||

[envelope: verso ]
Kpllm. Manfred Willfort
Wien III., Jacquing. 37/2

[letter]

Wien, III., Jacquing. 37
5. Juli 1935

Sehr geehrte gnädige Frau,

Vor meiner Abreise in mein Engagement, 1 das mich den größten Teil des nächsten Jahres von Wien fernhalten wird, wollte ich Sie noch einmal aufsuchen, um mich zu verabschieden. Zu meinem Bedauern mußte ich erfahren daß Sie bereits verreist seien. Ich muß also zu einem Brief Zuflucht nehmen.

Indessen haben diese Zeilen noch eine andere Veranlassung. Wie Sie inzwischen bereits von Dr. Kalmus gehört haben dürften, denkt die U. E. daran, eine zweite (verkürzte) Auflage der Harmonielehre herzustellen. Das Buch soll nicht mehr als etwa 200 S Umfang haben, damit ein niedriger Preis eine[n] guten Absatz gewährleistet.

Dr. Kalmus, dem ich als für die Herausgabe eventuell in Frage kommend bezeichnet worden war, hat mich zu einer unverbindlichen Vorbesprechung eingeladet, welche gestern stattgefunden hat.

Hier muß ich einschieben, daß ich mich im Zusammenhang mit meiner Unterrichtstätigkeit im Sinne Schenkers seit ein paar Jahren immer wieder mit der Frage beschäftigt habe, {2} ob u. auf welche Art die Harmoniel. zu verkürzen wäre ohne [weder] den ausgeführten Gedanken noch der organischen Form des Buches Gewalt anzutun. Diese oft unterbrochene u. stets wieder aufgenommene Beschäftigung entsprang allein einem persönlichen Interesse an dem Werk, das ich für die beste Einführung in die Welt der Töne halte und um der Feinheit willen, mit der die Sprache die subtilsten musikal. Vorgänge nachbildet, besonders liebe. Notizen haben sich angesammelt u. allmählich sind mir die Umrisse einer gekürzten Fassung immer deutlicher vor aAugen getreten. An eine praktische Verwertung dieser Studien habe ich nie gedacht, weshalb sie auch nie zum Abschluß gebracht wurden sondern im einzelnen skizzenhaft geblieben sind.

Ich war also im Stande Dr. Kalmus über den Umfang der beabsichtigten Kürzungen ziemlich genaue Angaben zu machen. Nach meiner Berechnung lassen sich höchstens etwa 120 Seiten ersparen (wobei die Wiedergabe einiger Partiturbeispiele auf 2 Systemen eingerechnet ist.) Da die Harmoniel. 476 S hat, ist das Ziel von 200 Seiten noch lange nicht erreicht.

Dr. Kalmus meint aber, daß bei einem sparsameren Satz als dem splendiden Cotta’schen der Umfang auf das gewünschte Maß rediviert werden könnte.

So ist z.B. der Satzspiegel der Harm. 9.5[cm] breit (gegen 10.8 des Freien Satzes) ‒ die Seite 37[-]zeilig (gegen 45 z.B. des 2. Kontrap. Bandes.) ‒ auch sind die Notenbeispiele überaus weit gesetzt, wofür Bp. 62 (S.94) v. Liszt 2 als Muster dienen mag.

Um eine genaue Berechnung des benötigten Umfanges zu ermöglichen, habe ich mich dazu verstanden, {3} Herrn Dr. Kalmus über nächste Woche unverbindlich eine provisorische Fassung vorzulegen. Ferner erklärte ich, ich wäre grundsätzlich bereit die Arbeit zu übernehmen (sofern die U. E mit dem von mir bezeichneten Ausmaß der Kürzung zufrieden ist), doch sei es für mich selbstverständlich ‒ ebensowie für den Verlag ‒ sofort Frau Schenker von dem Verlauf dieser Unterredung in Kenntnis zu setzen und in nähere Verhandlungen nur im Falle des Einverständnisses von Frau Schenker einzutreten.

Erlauben Sie mir nun, sehr geehrte gnädige Frau, Ihnen meinen Standpunkt darzulegen.

Ich brauche wohl nicht ausdrücklich zu versichern, daß ich mich nicht um die Arbeit beworben habe und sie nicht um eines materiellen Gewinns willen (von dem kaum die Rede sein dürfte) übernehmen würde. Was mich bestimmen würde mich der verantwortungsvollen Aufgabe zu unterziehn, ist das auf reifliche Überlegung gegründete Gefühl, zu einer würdigen Lösung befähigt zu sein; und der Wunsch, auf diese Weise ein Scherflein zum Weiterwirken der Lehre Sch.’s beizutragen.

Über meine Kenntnisse u. Fähigkeiten zu sprechen steht mir nicht an. Wie das Urteil Schenkers beschaffen war, dürfte Ihnen genauer bekannt sein als mir, der ich mich nur auf das Zeugnis berufen kann das mir Schenker im Brief an Furtwängler ausgestellt hat. 3 Ich fürchte nur, meine {4} zurückhaltende Art u. die Neigung mich im Hintergrund zu halten, könnte ein falsches Bild hinterlassen haben. Über meine bisherige Tätigkeit u. dgl kann jeder meiner Weisse-Kollegen Auskunft geben. Über Art u. Umfang der intendierten Fassung geben Ihnen das beiliegende Blatt sowie die Zeichen in meinem Handexemplar, das ich mir erlaube mitzusenden Aufschluß. Ich wiederhole nur, daß die ausgemerkten Kürzungen noch nicht als definitiv gedacht sind. Eine endgültige Fassung könnte ich, da ich die volle Verantwortung trage, nicht eher vorlegen als bis ich den tText ‒ in ständigem Rapport mit den späteren Schriften, insbes. dem Fr.S. ‒ nochmals Satz für Satz durchgegangen habe. Indessen glaube ich, Sie werden sich, wenn Sie den Band durchblättern, ein Bild von meiner Absicht machen können u. ich hoffe Sie werden die Ehrfurcht dem „Urtext“ gegenüber finden, die auch ein Erbe Schenkers ist.

Es würde mir gewiß eine gr. Befriedigung gewähren mit der Herausgabe der Harm. betraut zu werden. Kann aber die vorgelegte Probe mir das nötige Zutrauen nicht erwerben, scheint Ihnen ein anderer Herausgeber geeigneter, werde ich eine ablehnende Antwort ohne Bitterkeit zu Kenntnis nehmen. Bitte entscheiden Sie! 4


Inzw. verbleibe ich mit den ergebensten Grüßen
Ihr
[signed:] Manfred Willfort

[P.S.] Bis etwa 22. erreichen mich Nachrichten in Wien.

Dagegen muß ich bitten, mir mein (einziges) Exemplar des Harm. längstens Ende der nächsten Woche frdl. zurücksenden zu wollen.


{5} Beilage

Keine „Bearbeitung“ oder „Einführung“ in die Lehre Sch.’s unter Heranziehung der späteren Werke [cued from lower margin:] Es ist mir bekannt, daß eine „Bearbeitung“ (wenn ich recht berichtet bin) von Vrieslander existiert. Dr. Kalmus sagte mir, die Sache sei seinerzeit an den Forderungen V.’s gescheitert. 5 Dagegen entsinne ich mich deutlich ‒ worüber Sie jedenfalls besser informiert sind ‒ von Schenker selbst gelegentlich eines Gesprächs über die Harmonl. gehört zu haben, er (Schenker) habe die Veröffentlichung dieser Bearbeitung nicht gewünscht.

Schließlich darf auch das Buch v. Dr. Jonas, 6 in dem der Harmoniel. ja ein breiter Raum eingeräumt ist, als Versuch eine „Bearbeitung u. Einführung“ gelten. Ich kann jedoch nicht umhin zu sagen, daß gerade die Jonassche Paraphrase im Kenner des Originals, ein starkes Verlangen nach dem kristallklaren Text Schenkers erweckt.[end cue]

Keine Sammlung ausgewählter Kapitel sondern:

Ein gekürzter aber getreuer Neudruck des Buches von 1906 als organisches Ganzes.

Der Herausgeber verändert nichts u. fügt außer einem kurzen Nachwort nichts hinzu.

Alles was vom Text stehen bleibt wird diplomat. genau abgedruckt.

Die Kürzungen umfassen im wesentlichen[:]

a) kleine Abschnitte, Absätze (ausschließlich ganze Absätze die, ohne den gedanklichen u. sprachlichen Zusammenhang zu beeinträchtigen, entfallen können)[:]

  • 1) entbehrliche ausführl. Beweise z.B. S 174 Anm. 7
  • 2) [entbehrliche] genaue Ausführung eines vorausgegangenen Gedankens z.B. 175 8
  • 3) [entbehrliche] polem. Anmerkungen z.B. 222 Bp. Reger 299 [Bp.] Don Quixote 9

b) Einzelne Kapitel mehr theoret.-systemat. Natur werden Auszugsweise mitgeteilt. z.B. 98 Transpositionen 236ff. Lehre v. Dreiklang, modulator. Bed, Umkehr. etc 10

{6} Ich glaube darauf hinweisen zu dürfen, daß alle bedeutenden Kapitel wie „Assoziation‒Wiederholung, System, Mollableitung[‒]Mischung“, die überaus wichtigen Abschnitte „Stufe u. Harmonielehre, Stufe u. Kontrapunkt (einschließlich der tiefschürfenden historischen Abschweifungen!), Kritik der bisherigen Lehrmethode“ vollständig erhalten sind. Weiters der „Praktische Teil“: (Psychologie des Inhalts u. des Stufenganges, Inhaltsschlüße“, das wundervolle Kapitel, „Form im Großen“ usw.) der seinen Wert als Einführung in die Musik nie verlieren wird, so gut wie unberührt geblieben ist. Schließlich erlaubt die Methode einzelne Kapitel, Tafeln u. Schemata im Auszug mitzuteilen, Raum zu sparen ohne das enge Gefüge der vorgetragenen Gedanken zu lockern. 11

© Transcription Ian Bent and William Drabkin, 2016

[envelope: recto ]
[To: ] Mrs. L. Schenker
Hofgastein
Spa House Loebel

[written diagonally in purple crayon: ] Answer July 13, 1935

[postmark:] || 10 VIENNA 75 | 6.VII.35.10 | * 4c * ||
[postmark:] || R | VIENNA 76 | 531 | P.B. 10 ||

[envelope: verso ]
Orchestral Director Manfred Willfort
Vienna III, Jacquingasse 37/2

[letter]

Vienna III, Jacquingasse 37/2
July 5, 1935

Dear Mrs. [Schenker],

Before departing for my new job, 1 which will take me away from Vienna for most of next year, I wanted to call on you once more in order to say goodbye. To my regret, I was told that you had already left town. I must therefore resort to writing a letter.

In the meantime, another reason for writing has arisen. As you may already meanwhile have heard from Dr. Kalmus, Universal Edition is considering producing a second (abbreviated) edition of the Theory of Harmony . The book is to have no more than c. 200 pages, so that a lower price may insure good sales.

Dr. Kalmus, to whom I was identified as a possibility for the job of editing [the work], invited me to a non-binding, preliminary discussion, which took place yesterday.

I must interject here that, in association with my work as a teacher of Schenker's theory for several years I have time and again been exercised with the question as to {2} whether and how the Theory of Harmony could be abbreviated without doing damage to [either] the ideas expounded or the organic form of the book. This preoccuption ‒ frequently broken off and constantly taken up again ‒ arose solely from my personal interest in the work, which I hold to be the best introduction to the world of the tones, and especially love for the refinement with which its language models the subtlest musical processes. Jottings have accumulated, and gradually the outlines of a shortened version have emerged ever more clearly in my mind. It never crossed my mind that these endeavors might have any practical realization, which is why they were never even brought to a conclusion, but remained fragmentary and in sketch-form.

I was thus in a position to make quite detailed proposals to Dr. Kalmus as regards the extent of the abbreviations envisioned. By my calculations, [the printing of] at most about 120 pages can be spared (into which is reckoned the laying out of some score examples on two systems). Since the Theory of Harmony has 476 pages, that still falls far short of the goal of [a] 200-page [edition].

Dr. Kalmus is, however, of the opinion that by a more economical typesetting than Cotta's spacious one the extent will be able to be reduced to the desired size.

So, for example, the type-area of the Theory of Harmony is 9.5 cm in width (as against 10.8 for Free Composition ) ‒ the page has 37 lines (as against 45, for example, in the second Counterpoint [half-]volume) ‒ also the music examples are all set expansively, for which Ex. 62 (p. 94) by Liszt 2 may serve as a model.

In order to make possible a precise calculation of the required extent I have agreed to {3} present Dr. Kalmus over the next week non-commitally with a provisional version. Furthermore, I declared myself willing in principle to undertake the work (so long as Universal Edition is happy with the extent of the abbreviation indicated by me). However, it will of course be my responsibility ‒ as too the publisher's ‒ to acquaint Mrs. Schenker immediately of the way this discussion has gone, and to enter into more detailed negotiations only in the event that Mrs. Schenker's agrees.

Permit me now, dear Mrs. [Schenker], to explain to you my point of view.

I surely do not need to give [you] express assurance that I have not applied for the work and would not undertake it for financial gain (which would scarcely be in question). What would induce me to undertake the responsible task is the feeling, based on mature reflection, that I am qualified to find a worthy solution; and the wish to do my bit in this way toward the further spread of Schenker's teaching.

To speak about my knowledge and qualifications isn't in my nature. What Schenker thought [of me] you should know better than I, for I have only the testimonial that Schenker wrote for me in his letter to Furtwängler to refer to. 3 I merely fear that my {4} retiring manner and inclination to remain in the background could have conveyed a false picture. As to my previous activity and suchlike, each of my Weisse colleagues can provide information. As to the style and scope of the intended version, the accompanying sheet of paper, and the markings in my personal copy, which I take the liberty of sending with this letter, will give you insight. I will just repeat that passages marked for deletion are still not considered definitive. I could not, since I bear full responsibility, submit a final version before having gone through the text once more sentence by sentence with constant reference to the later writings, in particular to Free Composition . Nevertheless, if you leaf through the volume you will be able to gain an impression of my purpose, and I hope you will recognize the respect I have for the "Urtext," which is also a legacy of Schenker.

It would certainly be a source of great satisfaction for me to be entrusted with the editing of the Theory of Harmony . Should the enclosed specimen material not inspire the necessary trust, [or] should another editor seem to you better equipped, I will accept your negative answer without bitterness. Please decide! 4


Meanwhile I remain with most devoted greetings
Your
[signed:] Manfred Willfort

[P. S.] Up to the 22nd, communications will reach me in Vienna.

On the other hand, I should be grateful if you would kindly return my (only) copy of the Theory of Harmony at the latest by the end of the next week.


{5} Supplement

No "adaptation" or "introduction" to Schenker's teaching taking into consideration the later works. [cued from lower margin:] I am aware that an "adaptation" (if I am correctly informed) by Vrieslander exists. Dr. Kalmus told me that the project miscarried at that time because of Vrieslander's other commitments. 5 On the other hand, I clearly recall ‒ and on this you will in any case be better informed [than I] ‒ having once heard a conversation by Schenker himself about the Theory of Harmony , [in which] he (Schenker) did not wish the publication of this adaptation.

Lastly, even Dr. Jonas's book, 6 in which ample space is indeed granted the theory of harmony, may qualify as an attempt at an "adaptation and introduction." I cannot, however, help myself saying that precisely Jonas's paraphrase arouses in anyone who knows well the original a powerful longing for the crystal-clear text of Schenker.[end cue]

Not a collection of selected chapters, but:

An abbreviated but faithful reprint of the 1906 as an organic whole.

The editor will change nothing, and will add nothing other than a short Afterword.

Everything that remains of the text will be reproduced in precise, diplomatic form.

The abbreviations encompass essentially:

a) short sections, paragraphs (exclusively whole paragraphs that, without compromising intellectual and linguistic relation, can be deleted)[:]

  • 1) dispensable detailed supporting evidence e.g. p. 174 footnote 7
  • 2) [dispensable] detailed elaboration on a preceding idea e.g. [pp.] 175[‒76] 8
  • 3) [dispensable] polemical footnotes e.g. [pp.] 222[‒26] Reger example e.g. [pp.] 299[‒304] Don Quixote [example] 9

b) Individual chapters of a more theoretical-systematic nature will be presented in an excerpted form: e.g. [pp.] 98[‒106] ["]Transpositions["]; [pp.] 236[‒41] "Theory of Triads", "Modulatory Meaning [of Triads]", "Inversion [of Triads]", etc. 10

{6} I believe I can show that all important chapters, such as "Association‒Repetition,["] ["]System,["] ["]Derivation of Minor‒Mixture," the crucially important sections "Scale Step and Harmonic Theory,["] ["]Scale Step and Counterpoint["] (including the profound historical deviations!), ["]Critique of Current Teaching Methods," are retained in their entirety. Furthermore, the "Practical Part" (["]Psychology of Content and of Scale Step,["] ["]Closures of Content," the wonderful chapter "Form on a Large Scale," etc.), which will never lose its value as an introduction to music, remains virtually untouched. Finally, the method permits individual chapters, tables, and schemata to the presented in excerpted form, [leaving] room to spare without sacrificing the tight structure of the succession of ideas. 11

© Translation Ian Bent, William Drabkin, and Hedi Siegel, 2016

[envelope: recto ]
[An: ] Frau L. Schenker
Hofgastein
Kurhaus Loebel

[written diagonally in purple crayon: ] Antwort 13. VII 35

[postmark:] || 10 WIEN 75 | 6.VII.35.10 | * 4c * ||
[postmark:] || R | WIEN 76 | 531 | P.B. 10 ||

[envelope: verso ]
Kpllm. Manfred Willfort
Wien III., Jacquing. 37/2

[letter]

Wien, III., Jacquing. 37
5. Juli 1935

Sehr geehrte gnädige Frau,

Vor meiner Abreise in mein Engagement, 1 das mich den größten Teil des nächsten Jahres von Wien fernhalten wird, wollte ich Sie noch einmal aufsuchen, um mich zu verabschieden. Zu meinem Bedauern mußte ich erfahren daß Sie bereits verreist seien. Ich muß also zu einem Brief Zuflucht nehmen.

Indessen haben diese Zeilen noch eine andere Veranlassung. Wie Sie inzwischen bereits von Dr. Kalmus gehört haben dürften, denkt die U. E. daran, eine zweite (verkürzte) Auflage der Harmonielehre herzustellen. Das Buch soll nicht mehr als etwa 200 S Umfang haben, damit ein niedriger Preis eine[n] guten Absatz gewährleistet.

Dr. Kalmus, dem ich als für die Herausgabe eventuell in Frage kommend bezeichnet worden war, hat mich zu einer unverbindlichen Vorbesprechung eingeladet, welche gestern stattgefunden hat.

Hier muß ich einschieben, daß ich mich im Zusammenhang mit meiner Unterrichtstätigkeit im Sinne Schenkers seit ein paar Jahren immer wieder mit der Frage beschäftigt habe, {2} ob u. auf welche Art die Harmoniel. zu verkürzen wäre ohne [weder] den ausgeführten Gedanken noch der organischen Form des Buches Gewalt anzutun. Diese oft unterbrochene u. stets wieder aufgenommene Beschäftigung entsprang allein einem persönlichen Interesse an dem Werk, das ich für die beste Einführung in die Welt der Töne halte und um der Feinheit willen, mit der die Sprache die subtilsten musikal. Vorgänge nachbildet, besonders liebe. Notizen haben sich angesammelt u. allmählich sind mir die Umrisse einer gekürzten Fassung immer deutlicher vor aAugen getreten. An eine praktische Verwertung dieser Studien habe ich nie gedacht, weshalb sie auch nie zum Abschluß gebracht wurden sondern im einzelnen skizzenhaft geblieben sind.

Ich war also im Stande Dr. Kalmus über den Umfang der beabsichtigten Kürzungen ziemlich genaue Angaben zu machen. Nach meiner Berechnung lassen sich höchstens etwa 120 Seiten ersparen (wobei die Wiedergabe einiger Partiturbeispiele auf 2 Systemen eingerechnet ist.) Da die Harmoniel. 476 S hat, ist das Ziel von 200 Seiten noch lange nicht erreicht.

Dr. Kalmus meint aber, daß bei einem sparsameren Satz als dem splendiden Cotta’schen der Umfang auf das gewünschte Maß rediviert werden könnte.

So ist z.B. der Satzspiegel der Harm. 9.5[cm] breit (gegen 10.8 des Freien Satzes) ‒ die Seite 37[-]zeilig (gegen 45 z.B. des 2. Kontrap. Bandes.) ‒ auch sind die Notenbeispiele überaus weit gesetzt, wofür Bp. 62 (S.94) v. Liszt 2 als Muster dienen mag.

Um eine genaue Berechnung des benötigten Umfanges zu ermöglichen, habe ich mich dazu verstanden, {3} Herrn Dr. Kalmus über nächste Woche unverbindlich eine provisorische Fassung vorzulegen. Ferner erklärte ich, ich wäre grundsätzlich bereit die Arbeit zu übernehmen (sofern die U. E mit dem von mir bezeichneten Ausmaß der Kürzung zufrieden ist), doch sei es für mich selbstverständlich ‒ ebensowie für den Verlag ‒ sofort Frau Schenker von dem Verlauf dieser Unterredung in Kenntnis zu setzen und in nähere Verhandlungen nur im Falle des Einverständnisses von Frau Schenker einzutreten.

Erlauben Sie mir nun, sehr geehrte gnädige Frau, Ihnen meinen Standpunkt darzulegen.

Ich brauche wohl nicht ausdrücklich zu versichern, daß ich mich nicht um die Arbeit beworben habe und sie nicht um eines materiellen Gewinns willen (von dem kaum die Rede sein dürfte) übernehmen würde. Was mich bestimmen würde mich der verantwortungsvollen Aufgabe zu unterziehn, ist das auf reifliche Überlegung gegründete Gefühl, zu einer würdigen Lösung befähigt zu sein; und der Wunsch, auf diese Weise ein Scherflein zum Weiterwirken der Lehre Sch.’s beizutragen.

Über meine Kenntnisse u. Fähigkeiten zu sprechen steht mir nicht an. Wie das Urteil Schenkers beschaffen war, dürfte Ihnen genauer bekannt sein als mir, der ich mich nur auf das Zeugnis berufen kann das mir Schenker im Brief an Furtwängler ausgestellt hat. 3 Ich fürchte nur, meine {4} zurückhaltende Art u. die Neigung mich im Hintergrund zu halten, könnte ein falsches Bild hinterlassen haben. Über meine bisherige Tätigkeit u. dgl kann jeder meiner Weisse-Kollegen Auskunft geben. Über Art u. Umfang der intendierten Fassung geben Ihnen das beiliegende Blatt sowie die Zeichen in meinem Handexemplar, das ich mir erlaube mitzusenden Aufschluß. Ich wiederhole nur, daß die ausgemerkten Kürzungen noch nicht als definitiv gedacht sind. Eine endgültige Fassung könnte ich, da ich die volle Verantwortung trage, nicht eher vorlegen als bis ich den tText ‒ in ständigem Rapport mit den späteren Schriften, insbes. dem Fr.S. ‒ nochmals Satz für Satz durchgegangen habe. Indessen glaube ich, Sie werden sich, wenn Sie den Band durchblättern, ein Bild von meiner Absicht machen können u. ich hoffe Sie werden die Ehrfurcht dem „Urtext“ gegenüber finden, die auch ein Erbe Schenkers ist.

Es würde mir gewiß eine gr. Befriedigung gewähren mit der Herausgabe der Harm. betraut zu werden. Kann aber die vorgelegte Probe mir das nötige Zutrauen nicht erwerben, scheint Ihnen ein anderer Herausgeber geeigneter, werde ich eine ablehnende Antwort ohne Bitterkeit zu Kenntnis nehmen. Bitte entscheiden Sie! 4


Inzw. verbleibe ich mit den ergebensten Grüßen
Ihr
[signed:] Manfred Willfort

[P.S.] Bis etwa 22. erreichen mich Nachrichten in Wien.

Dagegen muß ich bitten, mir mein (einziges) Exemplar des Harm. längstens Ende der nächsten Woche frdl. zurücksenden zu wollen.


{5} Beilage

Keine „Bearbeitung“ oder „Einführung“ in die Lehre Sch.’s unter Heranziehung der späteren Werke [cued from lower margin:] Es ist mir bekannt, daß eine „Bearbeitung“ (wenn ich recht berichtet bin) von Vrieslander existiert. Dr. Kalmus sagte mir, die Sache sei seinerzeit an den Forderungen V.’s gescheitert. 5 Dagegen entsinne ich mich deutlich ‒ worüber Sie jedenfalls besser informiert sind ‒ von Schenker selbst gelegentlich eines Gesprächs über die Harmonl. gehört zu haben, er (Schenker) habe die Veröffentlichung dieser Bearbeitung nicht gewünscht.

Schließlich darf auch das Buch v. Dr. Jonas, 6 in dem der Harmoniel. ja ein breiter Raum eingeräumt ist, als Versuch eine „Bearbeitung u. Einführung“ gelten. Ich kann jedoch nicht umhin zu sagen, daß gerade die Jonassche Paraphrase im Kenner des Originals, ein starkes Verlangen nach dem kristallklaren Text Schenkers erweckt.[end cue]

Keine Sammlung ausgewählter Kapitel sondern:

Ein gekürzter aber getreuer Neudruck des Buches von 1906 als organisches Ganzes.

Der Herausgeber verändert nichts u. fügt außer einem kurzen Nachwort nichts hinzu.

Alles was vom Text stehen bleibt wird diplomat. genau abgedruckt.

Die Kürzungen umfassen im wesentlichen[:]

a) kleine Abschnitte, Absätze (ausschließlich ganze Absätze die, ohne den gedanklichen u. sprachlichen Zusammenhang zu beeinträchtigen, entfallen können)[:]

  • 1) entbehrliche ausführl. Beweise z.B. S 174 Anm. 7
  • 2) [entbehrliche] genaue Ausführung eines vorausgegangenen Gedankens z.B. 175 8
  • 3) [entbehrliche] polem. Anmerkungen z.B. 222 Bp. Reger 299 [Bp.] Don Quixote 9

b) Einzelne Kapitel mehr theoret.-systemat. Natur werden Auszugsweise mitgeteilt. z.B. 98 Transpositionen 236ff. Lehre v. Dreiklang, modulator. Bed, Umkehr. etc 10

{6} Ich glaube darauf hinweisen zu dürfen, daß alle bedeutenden Kapitel wie „Assoziation‒Wiederholung, System, Mollableitung[‒]Mischung“, die überaus wichtigen Abschnitte „Stufe u. Harmonielehre, Stufe u. Kontrapunkt (einschließlich der tiefschürfenden historischen Abschweifungen!), Kritik der bisherigen Lehrmethode“ vollständig erhalten sind. Weiters der „Praktische Teil“: (Psychologie des Inhalts u. des Stufenganges, Inhaltsschlüße“, das wundervolle Kapitel, „Form im Großen“ usw.) der seinen Wert als Einführung in die Musik nie verlieren wird, so gut wie unberührt geblieben ist. Schließlich erlaubt die Methode einzelne Kapitel, Tafeln u. Schemata im Auszug mitzuteilen, Raum zu sparen ohne das enge Gefüge der vorgetragenen Gedanken zu lockern. 11

© Transcription Ian Bent and William Drabkin, 2016

[envelope: recto ]
[To: ] Mrs. L. Schenker
Hofgastein
Spa House Loebel

[written diagonally in purple crayon: ] Answer July 13, 1935

[postmark:] || 10 VIENNA 75 | 6.VII.35.10 | * 4c * ||
[postmark:] || R | VIENNA 76 | 531 | P.B. 10 ||

[envelope: verso ]
Orchestral Director Manfred Willfort
Vienna III, Jacquingasse 37/2

[letter]

Vienna III, Jacquingasse 37/2
July 5, 1935

Dear Mrs. [Schenker],

Before departing for my new job, 1 which will take me away from Vienna for most of next year, I wanted to call on you once more in order to say goodbye. To my regret, I was told that you had already left town. I must therefore resort to writing a letter.

In the meantime, another reason for writing has arisen. As you may already meanwhile have heard from Dr. Kalmus, Universal Edition is considering producing a second (abbreviated) edition of the Theory of Harmony . The book is to have no more than c. 200 pages, so that a lower price may insure good sales.

Dr. Kalmus, to whom I was identified as a possibility for the job of editing [the work], invited me to a non-binding, preliminary discussion, which took place yesterday.

I must interject here that, in association with my work as a teacher of Schenker's theory for several years I have time and again been exercised with the question as to {2} whether and how the Theory of Harmony could be abbreviated without doing damage to [either] the ideas expounded or the organic form of the book. This preoccuption ‒ frequently broken off and constantly taken up again ‒ arose solely from my personal interest in the work, which I hold to be the best introduction to the world of the tones, and especially love for the refinement with which its language models the subtlest musical processes. Jottings have accumulated, and gradually the outlines of a shortened version have emerged ever more clearly in my mind. It never crossed my mind that these endeavors might have any practical realization, which is why they were never even brought to a conclusion, but remained fragmentary and in sketch-form.

I was thus in a position to make quite detailed proposals to Dr. Kalmus as regards the extent of the abbreviations envisioned. By my calculations, [the printing of] at most about 120 pages can be spared (into which is reckoned the laying out of some score examples on two systems). Since the Theory of Harmony has 476 pages, that still falls far short of the goal of [a] 200-page [edition].

Dr. Kalmus is, however, of the opinion that by a more economical typesetting than Cotta's spacious one the extent will be able to be reduced to the desired size.

So, for example, the type-area of the Theory of Harmony is 9.5 cm in width (as against 10.8 for Free Composition ) ‒ the page has 37 lines (as against 45, for example, in the second Counterpoint [half-]volume) ‒ also the music examples are all set expansively, for which Ex. 62 (p. 94) by Liszt 2 may serve as a model.

In order to make possible a precise calculation of the required extent I have agreed to {3} present Dr. Kalmus over the next week non-commitally with a provisional version. Furthermore, I declared myself willing in principle to undertake the work (so long as Universal Edition is happy with the extent of the abbreviation indicated by me). However, it will of course be my responsibility ‒ as too the publisher's ‒ to acquaint Mrs. Schenker immediately of the way this discussion has gone, and to enter into more detailed negotiations only in the event that Mrs. Schenker's agrees.

Permit me now, dear Mrs. [Schenker], to explain to you my point of view.

I surely do not need to give [you] express assurance that I have not applied for the work and would not undertake it for financial gain (which would scarcely be in question). What would induce me to undertake the responsible task is the feeling, based on mature reflection, that I am qualified to find a worthy solution; and the wish to do my bit in this way toward the further spread of Schenker's teaching.

To speak about my knowledge and qualifications isn't in my nature. What Schenker thought [of me] you should know better than I, for I have only the testimonial that Schenker wrote for me in his letter to Furtwängler to refer to. 3 I merely fear that my {4} retiring manner and inclination to remain in the background could have conveyed a false picture. As to my previous activity and suchlike, each of my Weisse colleagues can provide information. As to the style and scope of the intended version, the accompanying sheet of paper, and the markings in my personal copy, which I take the liberty of sending with this letter, will give you insight. I will just repeat that passages marked for deletion are still not considered definitive. I could not, since I bear full responsibility, submit a final version before having gone through the text once more sentence by sentence with constant reference to the later writings, in particular to Free Composition . Nevertheless, if you leaf through the volume you will be able to gain an impression of my purpose, and I hope you will recognize the respect I have for the "Urtext," which is also a legacy of Schenker.

It would certainly be a source of great satisfaction for me to be entrusted with the editing of the Theory of Harmony . Should the enclosed specimen material not inspire the necessary trust, [or] should another editor seem to you better equipped, I will accept your negative answer without bitterness. Please decide! 4


Meanwhile I remain with most devoted greetings
Your
[signed:] Manfred Willfort

[P. S.] Up to the 22nd, communications will reach me in Vienna.

On the other hand, I should be grateful if you would kindly return my (only) copy of the Theory of Harmony at the latest by the end of the next week.


{5} Supplement

No "adaptation" or "introduction" to Schenker's teaching taking into consideration the later works. [cued from lower margin:] I am aware that an "adaptation" (if I am correctly informed) by Vrieslander exists. Dr. Kalmus told me that the project miscarried at that time because of Vrieslander's other commitments. 5 On the other hand, I clearly recall ‒ and on this you will in any case be better informed [than I] ‒ having once heard a conversation by Schenker himself about the Theory of Harmony , [in which] he (Schenker) did not wish the publication of this adaptation.

Lastly, even Dr. Jonas's book, 6 in which ample space is indeed granted the theory of harmony, may qualify as an attempt at an "adaptation and introduction." I cannot, however, help myself saying that precisely Jonas's paraphrase arouses in anyone who knows well the original a powerful longing for the crystal-clear text of Schenker.[end cue]

Not a collection of selected chapters, but:

An abbreviated but faithful reprint of the 1906 as an organic whole.

The editor will change nothing, and will add nothing other than a short Afterword.

Everything that remains of the text will be reproduced in precise, diplomatic form.

The abbreviations encompass essentially:

a) short sections, paragraphs (exclusively whole paragraphs that, without compromising intellectual and linguistic relation, can be deleted)[:]

  • 1) dispensable detailed supporting evidence e.g. p. 174 footnote 7
  • 2) [dispensable] detailed elaboration on a preceding idea e.g. [pp.] 175[‒76] 8
  • 3) [dispensable] polemical footnotes e.g. [pp.] 222[‒26] Reger example e.g. [pp.] 299[‒304] Don Quixote [example] 9

b) Individual chapters of a more theoretical-systematic nature will be presented in an excerpted form: e.g. [pp.] 98[‒106] ["]Transpositions["]; [pp.] 236[‒41] "Theory of Triads", "Modulatory Meaning [of Triads]", "Inversion [of Triads]", etc. 10

{6} I believe I can show that all important chapters, such as "Association‒Repetition,["] ["]System,["] ["]Derivation of Minor‒Mixture," the crucially important sections "Scale Step and Harmonic Theory,["] ["]Scale Step and Counterpoint["] (including the profound historical deviations!), ["]Critique of Current Teaching Methods," are retained in their entirety. Furthermore, the "Practical Part" (["]Psychology of Content and of Scale Step,["] ["]Closures of Content," the wonderful chapter "Form on a Large Scale," etc.), which will never lose its value as an introduction to music, remains virtually untouched. Finally, the method permits individual chapters, tables, and schemata to the presented in excerpted form, [leaving] room to spare without sacrificing the tight structure of the succession of ideas. 11

© Translation Ian Bent, William Drabkin, and Hedi Siegel, 2016

Footnotes

1 See OJ 15/22, [8] for Willfort's prospective jobs as of six months earlier, the latest prospect being a position in Innsbruck. The appellation "Kapellmeister" in the return address on the envelope is consistent with an advertisement dated September 4, 1934 (see Manfred Willfort). fn2. Example from the Liszt Piano Sonata in B minor.

2 Example from the Liszt Piano Sonata in B minor.

3 Schenker's letter of recommendation for Willfort is not known to survive, though there is a diary trail: OJ 4/7, p. 3911, May 18, 1934: "Wilfort kommt etwas früher: bittet um eine Empfehlung an Furtwängler ..." ("Willfort comes somewhat earlier: he asks for a recommendation to Furtwängler ...") — May 21: "Um 10h holt Wilfort das Empfehlungsschreiben an Furtwängler ..." ("At 10 o’clock, Willfort picks up the letter of recommendation to Furtwängler ...").

4 We do not have Jeanette's reply of July 13, nor do we know whether she or Heinrich were aware of Willfort's intentions for the Theory of Harmony prior to his making this bid. At any rate, Universal Edition never produced an abbreviated edition of the work (Kalmus himself emigrated in 1936, and the firm was aryanized soon after by the Nazis). For more about plans for late editions of the work, see Robert W. Wason, "From Harmonielehre to Harmony: Schenker's Theory of Harmony and its Americanization," in Cadwallader, Allen, ed., Essays from the Fourth International Schenker Symposium, vol. I (Hildesheim: Georg Olms, 2008), pp. 213‒58.

5 On Vrieslander's work with the Theory of Harmony, see Wason, pp. 225, 227, 229‒34. Whatever her response in 1935, Jeanette ultimately favored Vrieslander, for she issued him with a contract for the new edition in 1937, and again as late as January 1938, only weeks before the Nazis marched into Vienna: see Wason, ibid, pp. 254‒56.

6 Oswald Jonas, Das Wesen des musikalischen Kunstwerks: Einführung in die Lehre Heinrich Schenkers (Vienna: Saturn Verlag, 1934).

7 The first half only of this footnote (thereby omitting music exx. 52 and 53) is included in the Borgese translation, p. 58: Oswald Jonas, ed., Elisabeth Mann Borgese, transl., Harmony (Chicago: Chicago University Press, 1954, repubd 1980; repr. edn Cambridge, MA: M. I. T. Press, 1973).

8 §28 = pp. 58‒59 in Borgese transl.

9 Omitted from Borgese transl. on pp. 174 and 226.

10 = pp. 98‒106, 182‒87 in Borgese transl.

11 Jeanette annotates on the envelope that she replied to this letter on July 13. Her letter, which enclosed two photographs (unspecified), is not known to survive, but from OJ 15/22, [11], July 18, 1935 it would appear that Jeanette expressed a preference for seeing Harmonielehre published complete. There is no indication as to whether she responded to Willfort's question about Vrieslander.

Commentary

Format
4p letter + 2p addendum, all holograph + envelope: holograph recipient address with annotation by Jeanette Schenker recto, holograph sender address verso
Provenance
Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1945)--Jonas, Oswald (c.1945-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
Heirs of Manfred Willfort
License
The heirs of Manfred Willfort are being sought. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Documents Online project, at schenkercorrespondence (at) mus [dot] cam (dot) uk

Digital version created: 2016-02-09
Last updated: 2011-09-05