8. IX. 14

An Dr. Steinitz u. Ankündigung der Zahlungsraten.

An Roth Karte mit Dank u. Anfrage wegen Vrieslander s.

*

4–5000 Serben wuerden bei Mitrowitz durch Kriegslist gefangen genommen, ebensoviel dürften im Fluß ihren Tod gefunden haben. Auch wird vom Lubliner Schauplatz ein Teilerfolg gemeldet. 1 Die deutsche Armee steht bereits vor Paris, 2 man schreibt sogar bereits von einer Beschießung.

*

Hugo v. Hofmansthal richtet im Feuilleton der „N. Fr. Pr.“ einen Appell an die oberen Stände, 3 nun mit Bewußtsein das Leben so fortzusetzen, wie sie es bisher unbewußt (er will sagen snobistisch) gelebt haben. Die Devise sei „Lleben u. Lleben lassen.“ Bei der {692} hier in diesen Blättern so oft dargestellten Art der österreichischen Bevölkerung (die leider zu viel vom Slaven u. Orientalen bereits angezogen), dürfte der Appell völlig vergeblich bleiben. – Es fällt auf, daß nicht auch Schnitzler das Wort nimmt; sollte sein Gemüt spontan wirklich nur auf erotische Plänkeleien eingestellt sein u. er sich nicht einmal dazu selbst zwingen können, ein paar kräftige Worte an die erziehungsbedürftigen oberen Klassen zu richten?

*

Im „Berliner Tgbl.“ erwidert Sombart, diesmal glücklicher als sonst, Shaw’s bissig sein sollende Definition Deutschlands als „Potsdam“. 4 Sehr richtig legt er Zusammenhänge zwischen dem genialen Militarismus u. den übrigen wirtschaftlichen u. sonstigen Betätigungen der Deutschen bloß, die er allesamt als ein gutes gesundes Erbteil Friedrichs des Großen bezeichnet. In der Tat ist Ordnung u. Zucht das erste Merkmal genialer Tätigkeit, sei sie worauf immer gerichtet u. streng genommen darf man wohl auch ein Tonstück Bach’s oder Beethoven’s tonlich-militaristisch betrachten, wie eine wirklich geniale militärische Operation. Alle deutschen Meister der Tonkunst haben ebenfalls Potsdam in ihren Tönen, nicht aber etwa, weil sie das Prinzip von Friedrich dem Grossen geerbt hätten, sondern weil sie alle im Verein mit ihm als Genies überhaupt keine andere als nur die strengste u. sachgemäßeste Ausführung walten lassen können. Jedenfalls erweisen deutsche Siege, daß „Potsdam“ eine ungleich wertvollere Gabe ist, als der Sport der Engländer. Was hat der Sport, frage ich, den Engländern denn bisher eingebracht, vielleicht einen tapferen Sieg, oder einen Göthe, einen Schiller oder Bach? Man sieht, der Sport war den Engländern nur eine komplementäre Erscheinung ihres bornierten u. bequemen Müßiggangs auf Erden; eine wenig bequemer Händlerarbeit mit Wilden u. Halbwilden, ein ebenso bequemes Berauben primitiver Nationen u. Rassen u. dazu, eben wieder nur als bequeme Rosine[,] ein wenig körperlicher Bewegung. Nicht einmal die Lust u. Kraft, dem Vaterland sich persönlich zur Verfügung zu stellen, hat der Sport im Engländer bisher noch auszulösen vermocht. Es hat eben des Engländers Halbtalent das wie jedes Halbtalent viel Wohlleben u. Bequemlichkeit verbraucht, auch den Sport blos als eine halbe bequeme Sache betrieben. Nun ist er durch „Potsdam“ besiegt worden!

*

{693} Noch dümmer als Shaw äußert sich Kyipling über die „Hunnen“. 5 Wenn nun ein Kipling, der erst ein nur das Dschungelbuch, ein paar schlichte Geschichten aus Indien u. sonst nur kleine Gedichte geschaffen, eine so ungebildete Sprache führt, was alles dürften sich daoch die Deutschen den Engländern gegenüber herausnehmen! Indessen ergötze sich der Deutsche nur an der bellenden Wut eines schmächtigenr Talent-Hündchens – sperrt der Deutsche einmal seine geistigen Kaufläden zu, was ist dann der Engländer England ? ohne Deutschland?

*

Im „Berliner Tgbl.“ drückt Emil Ludwig offen u. kräftig seine Abneigung, ja seinen Haß gegen slavischen Geist aus. 6 Leider fehlt diesem Aufsatz zur vollen Wirkung die Darstellung des letzteren. Wenn er doch nur das Inaktive, das noch Vverworrenen [recte verworren] in sich Kreisende, die ewige Selbstzerfleischung u. Aufpeitschung zu einer Tat, die dennoch nicht ausgelöst werden kann (siehe die Revolutionen der letzten Jahrzehnte!), die völlige Unfähigkeit zu konzentrirter Arbeit u. Lebensart, wenn Ludwig, wie gesagt, all’ dieses klar dargestellt u. sogar mit Beispielen der sogenannten genialsten Russen, wie Tolstoi, Turgenjew, Puschkin belegt hätte (, u. nichts war einfacher als dieses!), dann hätte er den Haß auch auf andere übertragen können. Bezeichnenderweise fiel dem Autor des Aufsatzes die Redaktion in den Arm, indem sie ihrerseits vermerkte, daß sie selbstverständlich „die Prinzen vom Genieland ausgenommen wissen möchten.“ Die alte Krankheit der Deutschen, die Ausländerei, gräbt sich jetzt also ein neues Bett von in Form von Redaktionsvermerken, u. während englische, französische u. Rrussische Autoren reden u. schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen u. sich nicht einmal durch schuldige Dankbarkeit behindern lasse, knuten deutsche Redaktionen ihre Mitarbeiter gerade in dem Augenblick, da sie über solch heilige u. gerechte Veranlassung nun zum erstenmal ein kräftiges, freies u. gerechtes Wort aussprechen!

*

Die im gegenwärtigen Krieg so viel bewunderte „Schnelligkeit“ der deutschen Armee ist die überlegene Schnelligkeit deutschen Geistes überhaupt u. nicht allein der deutschen Beine. Was nützt den Engländern u. Franzosen alle ihre Spindeldürre u. Schlankheit, wenn Mangel an {694} Geist sie zu Schneckentempo zwingt? Was ist alle Flinkheit des Spindeldürren gegen die Rapidität eines Genies? Und wie viel schneller ist z. B. Seb. Bach als ein Debussy>, – um wie viel rascher war der kleine Bäderdampfer „Königin Luise“ 7 u. rascher zur Stelle, als die französische oder englische Flotte!?

*

© Transcription Marko Deisinger.

September 8, 1914.

To Dr. Steinitz, informing him of the payment in installments.

To Roth, postcard with thanks, and an inquiry about Vrieslander.

*

Four to five thousand Serbs were captured at Mitrowitz by strategic military operation; just as many have probably died in the river. From the Lublin front, too, a partial victory was reported. 1 The German army is already just outside Paris; 2 a bombardment has even been written about.

*

Hugo von Hofmansthal directs an appeal to the upper classes, in the feuilleton of the Neue freie Presse , 3 to continue their lives now with consciousness, in contrast to their previous unconscious (he wants to say "snobbish") way of life. The saying is: "Live and let live." {692} Given the way in which the Austrian population (who, unfortunately, have already been allured by Slavs and Orientals) is so often portrayed here in these newspapers, the appeal will probably be made completely in vain. – It is striking that Schnitzler does not also rise to speak; is his mood in fact so instinctively focused only on erotic affairs that he cannot bring himself to address a few strong words to the upper classes, who are in need of an education?

*

In the Berliner Tageblatt Sombart replies, this time more aptly than usual, to Shaw’s would-be cutting definition of Germany as "Potsdam." 4 Very correctly, he exposes parallels between the ingenious militarism and the remaining commercial and other activities of the Germans, which he describes collectively as a good, healthy inheritance of Frederick the Great. In fact, order and cultivation are the first attributes of genius-driven activity, no matter where it is directed; and strictly speaking one may also consider a piece of music by Bach or Beethoven in sonic-militaristic terms, like a truly ingenius military operation. All German masters of music likewise have "Potsdam" in their musical sounds, but not so much because they have inherited the principle from Frederick the Great, but rather because, being geniuses, to achieve things they all can be governed in no other way than by the strictest, most objective one. In any event, German victories show that "Potsdam" is an incomparably more valuable gift than the sport of the Englishmen. What has sport hitherto brought to the English: a courageous victory, a Goethe, a Schiller, or a Bach? One sees that sport was, for the English, only a complementary manifestation of its narrow-minded and easygoing idleness on earth; a convenient trading activity with wild and half-wild people, an equally convenient exploitation of primitive nations and races, and in addition – again only as an act of cherry-picking – a little bit of physical activity. Sport has not yet even been capable of triggering in the Englishman the desire and power to offer his personal services to the fatherland. The very half-talent of the Englishman, like any other half-talent, has consumed much luxury and comfort even in his pursuit of sport merely as a half-comfortable matter. Now he has been defeated by "Potsdam"!

*

{693} Even more stupidly than Shaw, Kipling speaks about the "Huns." 5 If now a Kipling, who has written only a Jungle Book, a few modest stories about India, and otherwise just short poems, is now using such vulgar language, what on earth are the Germans supposed to learn from the English? However, the German is amused merely by the barking fury of slight talent-puppies – if the German would for once close down his intellectual shops, what, then, would England be without Germany?

*

In the Berliner Tageblatt , Emil Ludwig openly and powerfully expresses his aversion to, and indeed his hatred of, the Slavic spirit. 6 Unfortunately his article is not fully effective in portraying the latter. If he had only described the inactive, torturous spinning about in circles, the eternal self-destruction and flagellation on account of a deed that nonetheless cannot be initiated (look at the revolutions of the last decades!), the complete incapacity for concentrated work and life-style – if Ludwig, as said, had described all of this clearly, and actually provided examples of the so-called most genius-endowed Russians, such as Tolstoy, Turgenev and Pushkin (and nothing would have been simpler than this!), then he could have succeeded in transferring his hatred to others. Tellingly, the author of the article encountered the resistance of the editorship, in that it noted for its part that it would of course like to see "the princes of the Land of Genius excluded." The old illness of the Germans, the pandering to foreigners, has made a new bed for itself in the form of editorial remarks; and while English, French and Russian authors speak and write in the way in which their beaks have grown and are not ever hindered by guilty gratitude, German editorial boards gag their contributors precisely at the moment at which they find a holy and just occasion finally to utter a powerful, free, and appropriate word!

*

The much admired "speed" of the German army in the present war is the superior speed of the German spirit in general, not merely of German legs. Of what use to the English and French is all their spindly thinness if a lack of spirit {694} compels them to a snail's pace? What is all the agility of someone spindly compared to the rapidity of a genius? And how much faster is, for example, Bach then, say, Debussy> – how much quicker did the little steam ferry Königin Luise 7 get into position than the French or English fleet?

*

© Translation William Drabkin.

8. IX. 14

An Dr. Steinitz u. Ankündigung der Zahlungsraten.

An Roth Karte mit Dank u. Anfrage wegen Vrieslander s.

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4–5000 Serben wuerden bei Mitrowitz durch Kriegslist gefangen genommen, ebensoviel dürften im Fluß ihren Tod gefunden haben. Auch wird vom Lubliner Schauplatz ein Teilerfolg gemeldet. 1 Die deutsche Armee steht bereits vor Paris, 2 man schreibt sogar bereits von einer Beschießung.

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Hugo v. Hofmansthal richtet im Feuilleton der „N. Fr. Pr.“ einen Appell an die oberen Stände, 3 nun mit Bewußtsein das Leben so fortzusetzen, wie sie es bisher unbewußt (er will sagen snobistisch) gelebt haben. Die Devise sei „Lleben u. Lleben lassen.“ Bei der {692} hier in diesen Blättern so oft dargestellten Art der österreichischen Bevölkerung (die leider zu viel vom Slaven u. Orientalen bereits angezogen), dürfte der Appell völlig vergeblich bleiben. – Es fällt auf, daß nicht auch Schnitzler das Wort nimmt; sollte sein Gemüt spontan wirklich nur auf erotische Plänkeleien eingestellt sein u. er sich nicht einmal dazu selbst zwingen können, ein paar kräftige Worte an die erziehungsbedürftigen oberen Klassen zu richten?

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Im „Berliner Tgbl.“ erwidert Sombart, diesmal glücklicher als sonst, Shaw’s bissig sein sollende Definition Deutschlands als „Potsdam“. 4 Sehr richtig legt er Zusammenhänge zwischen dem genialen Militarismus u. den übrigen wirtschaftlichen u. sonstigen Betätigungen der Deutschen bloß, die er allesamt als ein gutes gesundes Erbteil Friedrichs des Großen bezeichnet. In der Tat ist Ordnung u. Zucht das erste Merkmal genialer Tätigkeit, sei sie worauf immer gerichtet u. streng genommen darf man wohl auch ein Tonstück Bach’s oder Beethoven’s tonlich-militaristisch betrachten, wie eine wirklich geniale militärische Operation. Alle deutschen Meister der Tonkunst haben ebenfalls Potsdam in ihren Tönen, nicht aber etwa, weil sie das Prinzip von Friedrich dem Grossen geerbt hätten, sondern weil sie alle im Verein mit ihm als Genies überhaupt keine andere als nur die strengste u. sachgemäßeste Ausführung walten lassen können. Jedenfalls erweisen deutsche Siege, daß „Potsdam“ eine ungleich wertvollere Gabe ist, als der Sport der Engländer. Was hat der Sport, frage ich, den Engländern denn bisher eingebracht, vielleicht einen tapferen Sieg, oder einen Göthe, einen Schiller oder Bach? Man sieht, der Sport war den Engländern nur eine komplementäre Erscheinung ihres bornierten u. bequemen Müßiggangs auf Erden; eine wenig bequemer Händlerarbeit mit Wilden u. Halbwilden, ein ebenso bequemes Berauben primitiver Nationen u. Rassen u. dazu, eben wieder nur als bequeme Rosine[,] ein wenig körperlicher Bewegung. Nicht einmal die Lust u. Kraft, dem Vaterland sich persönlich zur Verfügung zu stellen, hat der Sport im Engländer bisher noch auszulösen vermocht. Es hat eben des Engländers Halbtalent das wie jedes Halbtalent viel Wohlleben u. Bequemlichkeit verbraucht, auch den Sport blos als eine halbe bequeme Sache betrieben. Nun ist er durch „Potsdam“ besiegt worden!

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{693} Noch dümmer als Shaw äußert sich Kyipling über die „Hunnen“. 5 Wenn nun ein Kipling, der erst ein nur das Dschungelbuch, ein paar schlichte Geschichten aus Indien u. sonst nur kleine Gedichte geschaffen, eine so ungebildete Sprache führt, was alles dürften sich daoch die Deutschen den Engländern gegenüber herausnehmen! Indessen ergötze sich der Deutsche nur an der bellenden Wut eines schmächtigenr Talent-Hündchens – sperrt der Deutsche einmal seine geistigen Kaufläden zu, was ist dann der Engländer England ? ohne Deutschland?

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Im „Berliner Tgbl.“ drückt Emil Ludwig offen u. kräftig seine Abneigung, ja seinen Haß gegen slavischen Geist aus. 6 Leider fehlt diesem Aufsatz zur vollen Wirkung die Darstellung des letzteren. Wenn er doch nur das Inaktive, das noch Vverworrenen [recte verworren] in sich Kreisende, die ewige Selbstzerfleischung u. Aufpeitschung zu einer Tat, die dennoch nicht ausgelöst werden kann (siehe die Revolutionen der letzten Jahrzehnte!), die völlige Unfähigkeit zu konzentrirter Arbeit u. Lebensart, wenn Ludwig, wie gesagt, all’ dieses klar dargestellt u. sogar mit Beispielen der sogenannten genialsten Russen, wie Tolstoi, Turgenjew, Puschkin belegt hätte (, u. nichts war einfacher als dieses!), dann hätte er den Haß auch auf andere übertragen können. Bezeichnenderweise fiel dem Autor des Aufsatzes die Redaktion in den Arm, indem sie ihrerseits vermerkte, daß sie selbstverständlich „die Prinzen vom Genieland ausgenommen wissen möchten.“ Die alte Krankheit der Deutschen, die Ausländerei, gräbt sich jetzt also ein neues Bett von in Form von Redaktionsvermerken, u. während englische, französische u. Rrussische Autoren reden u. schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen u. sich nicht einmal durch schuldige Dankbarkeit behindern lasse, knuten deutsche Redaktionen ihre Mitarbeiter gerade in dem Augenblick, da sie über solch heilige u. gerechte Veranlassung nun zum erstenmal ein kräftiges, freies u. gerechtes Wort aussprechen!

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Die im gegenwärtigen Krieg so viel bewunderte „Schnelligkeit“ der deutschen Armee ist die überlegene Schnelligkeit deutschen Geistes überhaupt u. nicht allein der deutschen Beine. Was nützt den Engländern u. Franzosen alle ihre Spindeldürre u. Schlankheit, wenn Mangel an {694} Geist sie zu Schneckentempo zwingt? Was ist alle Flinkheit des Spindeldürren gegen die Rapidität eines Genies? Und wie viel schneller ist z. B. Seb. Bach als ein Debussy>, – um wie viel rascher war der kleine Bäderdampfer „Königin Luise“ 7 u. rascher zur Stelle, als die französische oder englische Flotte!?

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© Transcription Marko Deisinger.

September 8, 1914.

To Dr. Steinitz, informing him of the payment in installments.

To Roth, postcard with thanks, and an inquiry about Vrieslander.

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Four to five thousand Serbs were captured at Mitrowitz by strategic military operation; just as many have probably died in the river. From the Lublin front, too, a partial victory was reported. 1 The German army is already just outside Paris; 2 a bombardment has even been written about.

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Hugo von Hofmansthal directs an appeal to the upper classes, in the feuilleton of the Neue freie Presse , 3 to continue their lives now with consciousness, in contrast to their previous unconscious (he wants to say "snobbish") way of life. The saying is: "Live and let live." {692} Given the way in which the Austrian population (who, unfortunately, have already been allured by Slavs and Orientals) is so often portrayed here in these newspapers, the appeal will probably be made completely in vain. – It is striking that Schnitzler does not also rise to speak; is his mood in fact so instinctively focused only on erotic affairs that he cannot bring himself to address a few strong words to the upper classes, who are in need of an education?

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In the Berliner Tageblatt Sombart replies, this time more aptly than usual, to Shaw’s would-be cutting definition of Germany as "Potsdam." 4 Very correctly, he exposes parallels between the ingenious militarism and the remaining commercial and other activities of the Germans, which he describes collectively as a good, healthy inheritance of Frederick the Great. In fact, order and cultivation are the first attributes of genius-driven activity, no matter where it is directed; and strictly speaking one may also consider a piece of music by Bach or Beethoven in sonic-militaristic terms, like a truly ingenius military operation. All German masters of music likewise have "Potsdam" in their musical sounds, but not so much because they have inherited the principle from Frederick the Great, but rather because, being geniuses, to achieve things they all can be governed in no other way than by the strictest, most objective one. In any event, German victories show that "Potsdam" is an incomparably more valuable gift than the sport of the Englishmen. What has sport hitherto brought to the English: a courageous victory, a Goethe, a Schiller, or a Bach? One sees that sport was, for the English, only a complementary manifestation of its narrow-minded and easygoing idleness on earth; a convenient trading activity with wild and half-wild people, an equally convenient exploitation of primitive nations and races, and in addition – again only as an act of cherry-picking – a little bit of physical activity. Sport has not yet even been capable of triggering in the Englishman the desire and power to offer his personal services to the fatherland. The very half-talent of the Englishman, like any other half-talent, has consumed much luxury and comfort even in his pursuit of sport merely as a half-comfortable matter. Now he has been defeated by "Potsdam"!

*

{693} Even more stupidly than Shaw, Kipling speaks about the "Huns." 5 If now a Kipling, who has written only a Jungle Book, a few modest stories about India, and otherwise just short poems, is now using such vulgar language, what on earth are the Germans supposed to learn from the English? However, the German is amused merely by the barking fury of slight talent-puppies – if the German would for once close down his intellectual shops, what, then, would England be without Germany?

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In the Berliner Tageblatt , Emil Ludwig openly and powerfully expresses his aversion to, and indeed his hatred of, the Slavic spirit. 6 Unfortunately his article is not fully effective in portraying the latter. If he had only described the inactive, torturous spinning about in circles, the eternal self-destruction and flagellation on account of a deed that nonetheless cannot be initiated (look at the revolutions of the last decades!), the complete incapacity for concentrated work and life-style – if Ludwig, as said, had described all of this clearly, and actually provided examples of the so-called most genius-endowed Russians, such as Tolstoy, Turgenev and Pushkin (and nothing would have been simpler than this!), then he could have succeeded in transferring his hatred to others. Tellingly, the author of the article encountered the resistance of the editorship, in that it noted for its part that it would of course like to see "the princes of the Land of Genius excluded." The old illness of the Germans, the pandering to foreigners, has made a new bed for itself in the form of editorial remarks; and while English, French and Russian authors speak and write in the way in which their beaks have grown and are not ever hindered by guilty gratitude, German editorial boards gag their contributors precisely at the moment at which they find a holy and just occasion finally to utter a powerful, free, and appropriate word!

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The much admired "speed" of the German army in the present war is the superior speed of the German spirit in general, not merely of German legs. Of what use to the English and French is all their spindly thinness if a lack of spirit {694} compels them to a snail's pace? What is all the agility of someone spindly compared to the rapidity of a genius? And how much faster is, for example, Bach then, say, Debussy> – how much quicker did the little steam ferry Königin Luise 7 get into position than the French or English fleet?

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© Translation William Drabkin.

Footnotes

1 "Zwei gute Nachrichten. Die Gefangennahme von viertausend Serben bei Mitrovitza und Erfolg des Feldmarschalleutnants Kestranek in den Kämpfen der Armee Dankl," Neue Freie Presse, No. 17974, September 8, 1914, morning edition, p. 1.

2 "Die deutschen Truppen vor Paris. Ein französisches Communiqué," Neue Freie Presse, No. 17974, September 8, 1914, morning edition, p. 2.

3 Hugo von Hofmannsthal, "Appell an die oberen Stände," Neue Freie Presse, No. 17974, September 8, 1914, morning edition, pp. 1–2.

4 Werner Sombart, "Potsdam," Berliner Tageblatt, No. 452, 42nd year, September 6, 1914, morning edition, pp. [9–10].

5 "Englische Dichter über den Krieg," Neue Freie Presse, No. 17974, September 8, 1914, morning edition, p. 5. Darin werden folgende Verszeilen von Kipling aus der Times zitiert: „Erhebe dich und mach’ dich auf zum Krieg, der Hunne ist an der Pforte.“

6 Emil Ludwig, "Es ist gerecht," Berliner Tageblatt, No. 452, 42nd year, September 6, 1914, morning edition, p. [9].

7 The Königin Luise ("Queen Louise") was a German steam ferry that operated between Hamburg and the Netherlands before being taken over by the Imperial Marines at the outbreak of war. She was used as an auxiliary minelayer before being sunk on 5 August 1914.