Das deutsche Genie in Kampf u. Sieg.
(Betrachtungen sub specie aeternitatis .)
von Heinrich Schenker (Wien) 1

Auf die einfachste aber verborgenste Formel gebracht, bedeutet der gegenwärtige Weltkrieg den Kampf französischen u. englischen Talentes, sowie sonstiger Halbtalente gegen das deutsche Genie.

Aus dem Leben einzelner genialer Individuen weiß man (oder glaubt man mindestens zu wissen), wie unvermeidlich allezeit der Kampf eines Genies gegen die Talente ist, die ihrem Neid, der Eitelkeit u. sonstigen subversiven Tendenzen freien Lauf lassen, blos weil sie eben wegen geringeren Fähigkeitsausmaßes nicht begreifen, daß sie gegen das wohltätige Genie ziehend gerade den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.

Nun ist jetzt auch die weltschöpferische Prolongation eines solchen Kampfes zu sehen, die Prolongation ins Staatliche u. Nationale, u. mit beglückendem Gefühl kann man feststellen, daß wie immer, so auch diesmal, das Genie zum Sieg über die Talente ausholt u. sich behauptet. *

Nichts ist so falsch, als den Glauben an überhaupt unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten der Menschheit (oder ist's nur ein Wahn?) uneingeschränkt auf alle Individuen u. Nationen anzuwenden.

So gut ich diesem oder jenem Individuum, bei noch so hervorragenden Leistungen deshalben, auf den Kopf zusagen kann, daß es die absolute Höhe etwa eines Cäsar , Friedrich des Großen, eines Bismarck oder Göthe , eines Kant oder Seb. Bach 2 bis an sein Lebensende nicht mehr erreichen wird, so gut kann man auch einer bestimmten Nation auf Grund ihrer bereits bekannt gewordenen Leistungen mit aller Bestimmtheit voraussagen, welche Grenze der Entwicklung derie Natur selbst ihr als definitive gezogen.

Die Grundlage deser Beurteilung bilden aber so Nationen wie Individuen gegenüber nur deren höchste Leistungen. Und wenn die Natur selbst es ist, die für eine von Individuum, Nation oder Rasse bis dahin bereits vollbrachte Höchstleistung grundlegend war [comma del] – wer könnte dies bestreiten? –, so ist dieselbe Natur zugleich Kronzeugin u. Garantie eben auch für alle künftigen Leistungen u. deren Grenze.

In der Tat ist es z. B. von vornherein u. für alle Zeiten ausgeschlossen, daß die französische {2} Nation je noch einen S. Bach oder Beethoven hervorbringe. Denn nie mehr kann eine Nation, die, seitdem Musik endlich (im XVII Jahrhundert) zu einer wirklichen Kunst geworden, sowenig Entscheidendes in ihr geschaffen, Musik von der Höhe jener genannten deutschen Meister hervorbringen. (Hat doch Berlioz nicht einmal noch den differenzierten, geschweige sinfonischen Baß in seiner Gewalt!). Dieses kategorische „Vor“-Urteil ist somit viel eher ein gut fundiertes „Nach“-Urteil, 3 das genau so stichhältig ist, als es z. B. in einem Falle wäre, wo ich einen beliebigen Musiker von heute mit Bestimmtheit erklären würde, daß ihm wegen mangelenden Genies die absolute Vollendung eines Bach 'schen Satzes oder der Beethoven 'schen oder Brahms 'schen Synthese trotz 20.tem Jhdt. bis ans Lebensende dennoch versagt bleiben müsse.

Das Genie ist eben von Hand aus etwas anderes u. mehr als das Talent, so daß ein Genie z. B. des XVII. Jhdt. für alle Zeiten stärker bleiben wird, als ein Talent des 20. oder selbst des 30. Jhdts. *

Nur der Deutsche allein hat jenes glückliche Gleichgewicht von Wort u. Tat, das einer genialen Potenz nun einmal von Natur aus gegeben: Nur so viel Worte als Taten, dagegen kranken Franzosen, Russen oder Engländer an einem Überschuß von Worten, die sich ein Misverhältnis zu den Taten blos als hohle, prahlerische oder lügnerische „Phrasen“ erweisen.

Die hochtrabende französische Phrase kennt man schon längst; doch sollte sie endlich als solche kräftig auch dort entlarvt werden, wo anscheinend höchste Kultur im Sinne eines wahren Einklangs von Wort u. Tat waltet.

Auch die russische Phrase (die freilich um vieles dürftiger als die französische) ist schon zur Genüge bekannt.

Am undurchdringlichsten aber, geradezu dem englischen Nebel vergleichbar, erschien bislang die kühle englische Phrase, nur weil sie eine täuschende Legierung auch von (einer ach! wie billigen) Tatkraft enthält. Doch hat eben jetzt die letzte Stunde auch für die englische Phrase geschlagen. *

Nur dem deutschen allein ist das entscheidende Merkmal des Genies eigen, im absoluten Sinne zu schaffen, zu schaffen, weil es muß u. nicht anders kann. *

{3} Den sinnfälligsten Beweis hiefür finden wir darin, daß unter sämmtlichen Nationen nur derie deutsche allein eine wirklich gute, rechtschaffene u. wahre Musik hervorgebracht hat.

Mehr als im Material der Poesie u. der bildenden Künste giebt sich in dem der Musik, in den Tönen, jene völlige Weltentrücktheit kund, der alle Absichten auf irdische Vorteile fern sind. Und wie gegenüber einer absolut wirkenden Gottheit jegliche teleologische Gedanken der Menschen unangebracht sind, genauso müssen auch gegenüber absolut schaffenden Meistern deutscher Musik, wie Bach , Mozart , Beethoven alle Fragen nach Ziel u. Zweck verstummen.

Wo nun aber einmal, wie in der Seele des deutschen, die Fähigkeit absoluten Schaffens in so unvergleichlicher Weise ausgeprägt ist, dort sind die Seelenkräfte, weil in steter Wechselwirkung, wohl auch sämmtlich ebenso wieder aufs Absolute u. Höchste gerichtet u. allezeit erfolgreich.

„Luthers Prosa ist eine halbe Schlacht; wenige Taten gleichen seinen Worten“ sagt [word inserted interlinearly and deleted] Jean Paul . Beethoven 's Sinfonien sind ebenfalls Schlachten. *

Musik ist eine Kunst, die wahrhaftig ist; sie kennt nicht List noch Trug, nicht Verrat noch Mord.

Daher ist der Deutsche, der so genial Musik macht, auch wahrhaftig; daher hat er Charakter u. Stärke, Humanität u. wahre Kultur.

„Nur das einseitige Talent gibt wie eine Klaviersaite unter dem Hammerschlage Einen Ton; aber das Genie gleicht einer Windharfen-Saite; eine u. disselbe spielet sich selber zu mannigfachen Tönen vor dem mannigfachen Anwehen. Im Genius stehen alle Kräfte auf einmal in Blüte; und die Phantasie ist darin nicht die Blume, sondern die Blumengöttin, welche die zusammenstäubenden Blumenkelche für neue Mischungen ordnet, gleichsam die Kraft voll Kräfte.“ ( Jean Paul ) *

Der weiß aber nichts vom Genie, der auch bei minderwertigem Charakter einen hochwertigen Geist annimmt.

Der Analphabeten der Humanität, als welche sich, wie bisher in der Weltgeschichte, so nun wieder auch im gegenwärtige[n] Kriege die Franzosen u. Belgier, Engländer u. Russen erweisen, muß {4} somit wahre Kultur u. ebendaher auch wirklich großes, echtes [word del] Genie abgesprochen werden. *

In der blos erst auf Nahgewinn primitiv-egoistisch eingestellten Krämerseele 4 des Engländers konnte eine Kunst wie Musik überhaupt keine Wurzel fassen. Vergeblich wäre es aber auch, dem Engländer begreiflich zu machen, daß die Töne eines Seb. Bach , Haydn , Mozart oder Beethoven , so wenig sie schon an sich etwa greifbare Kolonien oder Zinsen bedeuten, dennoch seine Nation u. Weltherrschaft in alle Ewigkeit überleben werden. *

So lange der Engländer allen Weltgewinn noch allein in seine Tasche leitetn konnte, blos weil er ohne Konkurrenz auf dem Weltmarkt dastand, bohrte er die Nase in die Luft u. rührte mit dem Scheitel an den Sirius. Er hielt sich einfach für genial, eben in der Weise, wie jedes Talent es liebt, eine besondere Gunst der Umstände sich als eigene Genialität anzurechnen.

Kaum aber erschien auf dem Weltmarkt das deutsche Genie, verzagte sofort der minderbegabte Engländer. Und im Bewußtsein, daß er die genialen deutschen Leistungen durch angespannte bessere [word del] nicht so leicht auf dem Weltmarkt wird überwinden können, griff er bei erster Gelegenheit zu Mord u. Verrat.

Englands Krieg bedeutet ein drastisches Einbekenntnis 5 der Unfähigkeit zu rechtschaffenem Weltkampf. *

Der vom billigen Weltgewinn trunkene englische Krämer hat sich aber die künftige Rolle Deutschlands als einer Nation vorgestellt, die, aus dem Weltmarkt nun einmal zurückgedrängt, sich hinfort blos auf Erzeugung geistiger Güter – natürlich zum abendlichen Amusement des überangestrengten englischen Krämers – beschränken werde. (Etwa nach Analogie der Rolle des Papstes, dem man ja die Weltmacht abgenommen, damit er desto selbstloser nur in geistlichen Dingen fungiere.) Somit begreift der englische Krämer nicht einmal noch dieses, daß, so gut die Kunst nebst Schönheit u. Moral Gewinn schließlich auch an Geld bedeutet (ach! mit wie viel Milliarden Geldumsatzes hat doch nur Beethoven die Welt schon seit 100 Jahren gesegnet, u. mit wie viel wird er sie in alle Ewigkeit erst noch segnen!), [emdash del] sie naturge- {5} mäß auch das materielle Wohlbefinden des deutschen Künstlers u. Denkers voraussetzt. *

Wer eine in sich unwahre Relation setzt, u. die Tripelentente ist eine solche, hat kein wirkliches Talent.

König Eduard VII., der bei Lebzeiten, als er noch in Verbrüderungen, Toasten u. Gilets 6 „reiste,“ vorschnell als Genie gepriesen wurde, wird nun heute am Bankarott seines Werkes endlich als unbegabt entlarvt.

Und ebenso erweisen sich, gemessen an ihrem eigenen Werk sowie an der unwiderstehlich hinreißenden Abwehr des deutschen Genies, auch die übrigen Macher der Entente, die Iswolsky u. Poincaré , Hartwig u. Haldane als unbegabt Individuen.

Man glaube es nur u. lerne endlich sparsamer umgehen mit Worten wie Talent u. Genie. *

Es fragt sich, ob des Franzosen Eitelkeit, mit auch ein Merkmal bloßen Talentes, je gestatten wird einzusehen, wie ehrlich deutsch u. gut, wie generös der deutsche Riese es mit ihm so viele Jahrzehnte hindurch meinte, dem es doch ein Leichtes gewesen wäre, schon früher das auszuführen, was er heute in einem ihm aufgezwungenen Kriege sicher nur ungern tut.

Noch mehr aber ist zu bezweifeln, ob der Franzose je einsehen wird, wie sehr er zugleich auch gegen die göttliche u. ewige Weltordnung verstieß, da er im Bunde mit einem Halbasiaten 7 u. einem perfiden Krämer ein Genie stürzen wollte. Freilich Halbheit zieht zur Halbheit, Talent zu Talent – aber wie wenig vermögen doch alle Talente gegen das Genie! *

Die verwerfliche Ausländerei in Deutschland ist nur eine vorübergehende Infektion durch französisches Phrasen-Frou-Frou 8 (auch sind Pariser Kleider-Moden nichts anderes, als blos närrische Körper-Phrasen), durch russischen u. sonstigen tiefstehenden Exotismus.

Blos weil es anders ist, ist „das Andere“ schon darum allein nicht immer auch gut, geschweige besser.

Was schön, gut u. wahr ist, lehrt einzig u. allein das Genie, niemals aber das Talent, dessen Inhalt ja darin besteht, das Genie nur allzu mangelhaft erst nachzuahmen, oder {6} in der Hälfte einer Problemlösung schon rettungslos stecken geblieb zubleiben.

Um das Mindergute auch nur überhaupt erst unterscheiden zu können, muß man das Gute, alsso das Werk des Genies in sich haben. Wer Mindergutes annimmt, beweist schon damit allein, daß er nichts vom Guten, vom Genie weiß.

Wie im Kampf der Waffen die bessere Taktik, die bessere Waffe siegt, so imn den Kämpfen des Geistes auch wieder nur das bessere. Es begeht aber frevelhaften Verrat am Guten, wer, aus diesem oder jenem Grunde, bona oder mala fide , gerade das Mindergute stützt, u. die bösen Folgen brechen über ihn selbst herein. *

Doch braucht der Deutsche deshalb nicht auch schon für immer darauf zu verzichten, die Erzeugnisse fremder Nationen zu betrachten. Er schütze sich nur vor fortgesetzter Infektion dadurch, daß er sich endlich zum vollen Besitz seiner eigenen geistigen Heroen emporschwinge, der schöner ist, als je nur der griechische u. römische gewesen, u. der schönste überhaupt ist, den die Menschheit bisher hervorgebracht!

Aber als Ganzes muß die deutsche Nation endlich empor zu jener Höhe, auf der ihre großen Lehrmeister schufen u. wirkten! Jahrhunderde [sic] u. Jahrtausende gehören wohl dazu, bis alle Schichten des deutschen Volkes sich zu ihnen emporw [illeg] ürmen , zu ihnen emporsteigen. Eine geradezu lebenslängliche Beschäftigung der deutschen Menschheit, – welche Aufgabe!

Auch wer aus mangelnder eigener Tiefe u. bloßer Zerstreuungssucht stets nur nach „Anderem“ Verlangen trägt, wird Befriedigung auch solcher Launen bei den Genies finden, deren noch ungeahnt herrliche Fülle u. noch völlig unerforschte Mannigfaltigkeit selbst in scheinbar Identischen immer auch ein wirklich Anderes mit sich führt! 9 *

Nicht einmal vorübergehend hätten die angeblich besseren „neuen Werte“ der Franzosen, Engländer u. Russen ins deutsche Blut eindringen können, wenn der Deutsche sich nur seines eigenen genialen u. daher unter allen Umständen überlegenen Kulturinhaltes allezeit bewußt gewesen wäre.

{7} Genie-blind, also wohl auch Kultur-blind ist derjenige, der die deutschen Werte hinter die „neuen“ ausländischen setzt.

Und nur nun gar erst am gewaltigen Hintergrund geniessen, wie ihn des Deutschen geniale Tatkraft heute vor einer bewundernden Welt aufrollt, – wie nichtig u. hohl ist das da Alles, was ein Maeterlinck u. Verhaeren [ 10 „dichteten“ (man lese sie nur heute!), was ein Tschaikovsky u. Debussy „komponierten“ (man spiele sie nur heute.)! *

Dem Deutschen sei aber nicht bange um seine Zukunft.

Talente wecken nur Talente, – doch Genies werden wieder Genies wecken!

Während die anderen Nationen als bloße Talente von vornherein der „ decadance ,“ dem Untergang gewacht sind (wer sähe dieses bei der französischen, englischen u. russischen nicht schon heute?), wird die Deutsche als echtes Genie wie ein „gerader Rauch“ bis aus Ende der Welt aufsteigen!

Möge nun im neuen Deutschland die neue Religion desr Genies walten, der Genies der Religion u. Politik, der Künste u. Wissenschaften! *

Wenn Wesen des Genies ist, einer ewigen „Materie“ gegenüber in Zucht, Demut u. Gehorsam zu verharren u. sie nach Menschenkraft mit unendlichem Fleiß, unendlicher Geduld restlos auszuschöpfen, so hat die deutsche Armee wirkliches Genie.

Die geniale deutsche Armen, das Vollzugsorgan des genialen Deutschland wider dessen äußere Feinde, sie lebe hoch!

{8} [in Jeanette Kornfeld/Schenker's hand:] 11

Zum Aufsatz: Man nennt den Engländer konservativ; in Wahrheit ist er aber borniert. Nur wer die Borniertheit übersah, konnte den Irrtum begehen ihn konservativ zu nennen. Es geht aber nicht an, auch Unfähigkeit schon Konservatismus zu nennen; letzteres Wort muß eben einen eindeutigen Sinn behalten. Wohin käme man denn, wenn man den Terminus konservativ auch auf diejenigen anwenden wollte, die die Größe eines Genies erkennen, selbst treu bei zu? ihm bleiben u. Andere auffordern, sich ihm zu nähern? Wüßten diejenigen, die vom Genie eben noch nichts wissen, welch' weiten Weg sie noch vorwärts zu machen hätten, um zu einem Genie zu gelangen, so würden sie sich hüten, mit Konservatismus eine Richtung zu bezeichnen, die ihren Ansichten nach rückwärts geht. Verständigt man sich aber darüber, daß Konservatismus das Festhalten an einem bereits Gegebenen bedeutet, so kann es ja niemals Unehre sein, an etwas festzuhalten, was das Höchste der Menschheit repräsentiert.

Wie will man dann aber – u. das ist die Frage – mit Konservatismus auch z. B. einen Idiotismus wie den des Engländers bezeichnen? In dem einen Fall schmeichelt man damit einen Bornierten u. im zweiten Fall setzt man höchste Erkenntnis herunter. *

Im Genie laufen geistige Kräfte parallel u. mit Recht heben Ausländer hervor, daß Deutschlands Militarismus ja weder die Wissenschaft, noch Kunst, weder die soziale Organisation noch Colonialpolitik gehindert hat. Aber freilich, die Talente kennen aus Erfahrung nur einseitige Kräfte, u. wo sie eine Kraft besonders ausgeprägt finden, vermuten sie nach ihrem Ebenbild, daß dort unmöglich auch noch andere ebenso vollwertig ausgeprägt sein könnten. So gibt denn also Deutschlands genialer Militarismus den Talenten die Handhabe die Behauptung zu wagen, daß es im Uebrigen mit der Kultur schlechter als bei ihnen bestellt ist, was natürlich nicht hindert, daß sie alles das was Deutsche in Kunst u. Wissenschaft der Welt geschenkt, annehmen u. sich zunutze machen! *

© Transcription Ian Bent, 2010

German Genius in Battle and Victory
(Observations sub specie aeternitatis .)
by Heinrich Schenker (Vienna) 1

Reduced to its simplest and yet most covert form, the present World War denotes the battle of French and English talent, as well as other half-talents, against German genius.

From the lives of individuals of genius, one knows (or at least thinks one knows) how perpetually inevitable is the battle of a genius against those who are talented. The latter give free rein to their envy, vanity, and other subversive tendencies precisely because their more limited capabilities prevent them from grasping that, in struggling against beneficent genius, they are actually sawing off the branch on which they themselves sit.

Now it is the very world-inspired prolongation of such a struggle that we are witnessing, its prolongation to the level of the state and nation; and with growing delight we can affirm that – as was ever the case, so it will be on this occasion – genius will raise its hand and asserts itself in victory over the talented. *

Nothing is so false as the unrestricted application of the belief in mankind's altogether unbounded possibilities for development (or is it merely an illusion?) to all individuals and nations.

Just as I can say outright to this or that individual, no matter how outstanding his accomplishments, that the absolute heights of, say, a Caesar, a Frederick the Great, a Bismarck or Goethe, a Kant or Johann Sebastian Bach, 2 can no longer be attained, even at the end of his life, so too can one predict with complete certitude for a particular nation, on the basis of its already acknowledged achievements, what limits Nature herself has drawn definitively for its development.

But nations, and likewise individuals, can base their judgements only on their greatest accomplishments. And since it was Nature herself who provided the basis of the greatest accomplishment so far attained by an individual, nation, or race – and who can deny this? – , then it is this selfsame Nature that serves simultaneously as both chief witness and guarantor even for all future accomplishments and their limits.

In fact it is at the outset impossible, to give one example, for the French {2} nation ever to produce a Bach or a Beethoven, at any time past or future. For never will a nation that has created so little of significance since music finally became a true art (in the 17th century) be able to bring forth music of the caliber of those German masters. (Never did Berlioz have it in his power to write a distinctive, let alone symphonic, bass line!) This categorical "pre"-judgement is consequently better seen as a well-founded "post"-judgement, 3 one that is just a secure as, for example, would be the case if I were to explain with certitude to any musician today that his lack of genius will deny him, to the end of his days, the capacity for absolute perfection of Bachian counterpoint or Beethovenian or Brahmsian synthesis in spite of his living in the 20th century.

Genius is something fundamentally different from and greater than talent, such that a genius of, for example, the 17th century will for ever remain stronger than a talent of the 20th or even of the 30th century.*

The German alone possesses that happy equilibrium of word and deed that Nature has quite simply given to a potency that is imbued with genius. Just as many words as deeds, and no more. By contrast, the French, the Russians, and the English suffer from a surfeit of words that, in disproportion to deeds, merely show themselves up as empty, boastful, or mendacious.

The high-flown verbage of the French has long been familiar to us; but in the end it shall be robustly unmasked as such, even where seemingly highest culture presides as a true agreement of word and deed.

Russian verbage, too (though admittedly much feebler than the French), is all too familiar to us.

Most impenetrable of the lot, however, and fully comparable with the English fog, the chilly English verbage had hitherto seemed actually to possess some force for action (ah, but how tawdry!), merely because it contains a deceptive alloy. But now the death-knell has just sounded for English verbage, too. *

Only the German bears the distinguishing mark of genius, in the absolute sense to create: to create because he must and cannot do otherwise. *

{3} The most visible proof of this is to be found in the fact that, amongst all the nations of the world, only the German nation has produced a really good, honest, and true music.

More so than in the material of poetry and the visual arts, it is in that of music – in tones – that that quality of being completely detached from the world manifests itself which is remote from all designs on earthly advantage. And just as any teleological thoughts on mankind's part are inapposite when faced with an absolutely functioning divinity, precisely so too must all questions of goal and purpose fall silent when faced with the absolutely creating masters of German music like Bach, Mozart, and Beethoven.

Whereas, moreover, the capacity for absolute creativity is imprinted on the soul of the German in so incomparable a fashion, so too the mental powers, being in constant interplay, are collectively directed in the same way toward the absolute and highest, the ever successful.

"Luther's prose is half the battle; few deeds can compare to his words," says Jean Paul. Beethoven's symphonies are likewise battles. *

Music is an art that is true to its core: it knows no guile or deception, no betrayal or murder.

That is why the German, who makes music with such genius, is likewise truthful; that is why he has character and strength, humanity and true culture.

"Only the narrow-minded talent, like a piano string struck by its hammer, gives out just one tone. The genius, on the other hand, is like the string of an aeolian harp: on its own, it sounds out multifarious tones in response to the multifarious drift of the wind. In the genius, all powers blossom at the same time; and the imagination within lies not in the flower but in the flower-goddess who takes the sepals as they scatter their pollen together and arranges them into new mixtures, as it were the power full of powers." (Jean Paul) *

But he who pretends to be a superior intellect, even though possessed of an inferior character, knows nothing of genius.

True culture – and for that very reason also truly great, genuine genius – must {4} be denied to the illiterates of humanity, which, as hitherto in world history, the French and Belgians, English and Russians have now yet again proved themselves to be in the present war. *

In petty-mindedness 4 of the Englishman, primitively and egoistically adapted as it is merely to short-term gain, an art such as music had no chance of ever taking root. It would certainly be fruitless to make the Englishman understand that the tones of a Bach, Haydn, Mozart, or Beethoven, however little they in themselves mean in terms of tangible colonies or interest rates, will nonetheless outlive its nation and world domination for all time.*

So long as the Englishman could still stuff every worldwide gain into his pocket, merely because he stood alone in the world market without competition, he stuck his nose in the air and touched the Dog Star with the top of his head. He considered himself imbued with genius, as indeed every man of talent likes to do, by attributing any particular favorable twist of circumstance to his own genius.

But scarcely had German genius appeared on the world market than the less gifted Englishman promptly lost heart. And in the realization that it would not be so easy for him to overcome the accomplishments of German genius on the world market by means of exerting himself harder, he resorted at the first opportunity to murder and betrayal.

England's war represents a drastic admission 5 of its incapacity to take part in honest competition. *

The narrow-minded Englishman, drunk with easy worldwide gains, has, however, imagined the future role of Germany as a nation that, spurned now in the world market, will henceforth restrict itself solely to the production of spiritual goods – needless to say, to the amusement of the overstretched narrow-minded Englishman in the waning of his days. (There is something of an analogy here with the role of the Pope who, since being deprived of worldly power, functions all the more selflessly only in religious matters.) Consequently, the narrow-minded Englishman still does not grasp that art, as well as denoting beauty and morality, ultimately also denotes money (Ah! just think how many billions in financial returns Beethoven alone has already bestowed upon the world in the past hundred years, and how much he has yet to bestow upon it from now to eternity!), [emdash del] in the nature of things it {5} presupposes also the material well-being of the German artist and thinker. *

He who establishes a relationship that is in itself untrue – and the Triple Entente is one such – has no real talent.

King Edward VII, who, in his lifetime as he still "traveled" in fraternities, toasts, and waistcoats, 6 was prematurely prized as a genius but is nowadays, with the bankruptcy of his work, finally unmasked as devoid of talent.

And likewise, gauged by their own work as well as by the irresistably electrifying defense of German genius, the other brains behind the Entente, too, Iswolsky and Poincaré, Hartwig and Haldane, turn out to have been untalented individuals.

Let us simply believe this and, at long last, learn to use words like "talent" and "genius" more sparingly. *

On wonders whether the vanity of the Frenchman, along with the stamp of mere talent, will ever allow him to discern how genuinely German and good, how generous the German giant's intentions across so many centuries were toward him – someone for whom it would surely have been an easy matter to put into effect much earlier what he is now doing, no doubt reluctantly, in a war that has been forced upon him.

But even more doubtful is whether the Frenchman will ever discern how grievously, at the same time, he also offended against the godly and eternal world order, since, in league with a half-Asiatic 7 and a perfidious shopkeeper, he sought to topple a genius. Admittedly, half-measure attracts half-measure, talent attracts talent; but how little can all the talents ever do against the genius! *

The indefensible aping of foreign customs in Germany is merely a transitory infection transmitted by vacuous French rhetorical ostentation 8 (Parisian clothing fashions are, moreover, nothing but mere foolish body-rhetoric), by Russian and other inferior exoticism.

Merely because it is different, the "other" is on those grounds alone not always even good, let alone better.

Genius alone teaches that which is beautiful, good, and true, whereas talent is for ever incapable of so doing, for its subject-matter consists in merely imitating genius with woeful inadequacy, or in getting irretrievably stuck {6} in problem-solving.

Even to be able so much as to discern that which is inferior, one must have the good, hence the work of genius, within one. He who accepts that which is inferior betrays merely in so doing that he knows nothing of the good, of genius.

Just as in armed battle it is the better tactic, the better weapon, that is victorious, so in intellectual battles it again only that which is better that wins. But he who, for whatever reason, in good faith or bad, lends support precisely to the inferior, perpetrates heinous betrayal on the good and will himself be overwhelmed by dire consequences. *

For this reason, however, the German really has no need forever to avert his eyes from the products of foreign nations. Let him only protect himself from continued infection by soaring up at last to take full possession of his own intellectual heroes, who are more beautiful than the Greek and Roman ever were, and who are the most beautiful that mankind has ever yet brought forth!

But the German nation must as a whole ultimately soar to those heights on which its great teachers created and carried out their work. It will take centuries and millenia until all layers of the German people have inched their way towards them, and have risen up to them. A veritable life-long occupation for German humanity – what a task!

Moreover, anyone who out of a lack of deep-thinking on his own part and mere craving for diversion constantly yearns for something "other" will find liberation even from such moods in the company of the geniuses, whose still unimaginedly magnificent abundance and still completely unexplored diversity always carries within itself a genuinely other, in spite of what appears to be a sense of the identical! 9 *

The allegedly better "new values" of the French, English, and Russians would never have been able to penetrate into the German bloodstream – not even temporarily – had Germans but been ever aware of their own cultural content, imbued as it is with genius and thus in all respects superior.

{7} He who sets German values below the "new" foreign ones is oblivious to genius, thus also oblivious to culture.

And now for the first time to feast at the powerful background, as the genius-imbued vigor of the German today unfolds it to an admiring world, – how futile and hollow, then, is all that a Maeterlinck or Verhaeren 10 "poetized" (just try reading them today!), all that a Tchaikovsky or a Debussy "composed" (just try playing them today)! *

But let the German not be fearful for his future.

Talents wake only talents, – but geniuses will re-waken geniuses!

While the other nations were from the very start born to " decadance ," to decline (who cannot see this already today among the French, English, and Russians?), the German nation will ascend as true genius like a "vertical column of smoke" to the end of time!

May, then, the new religion of geniuses hold sway in the new Germany, the geniuses of religion and politics, of the arts and sciences! *

If the essence of genius is to remain disciplined, humble, and obedient in the face of an eternal "material," and to make full use of it ceaselessly, with endless industry and patience, with all the human power at its disposal, then the German army has true genius.

The genius-imbued German army, the executor of genius-endowed Germany in the struggle against its eternal foes: long may it live!

{8} [in Jeanette Kornfeld/Schenker's hand:] 11

For the article: the Englishman is called conservative; in truth, however, he is narrow-minded. Only someone who overlooked his limited horizon could make the mistake of calling him conservative. But it is not right to give even incompetence the name conservatism: the latter word must preserve its unambiguous meaning. For where would we be if we wanted to apply the term "conservative" also to those who recognize the greatness of a genuis, who stay true to him themselves, and who encourage others to approach him? If those who know nothing whatsoever of genius knew just how long a path forwards they would still have to travel in order to approach a genius, they would take good care not to designate with "conservatism" a direction that, to their way of thinking, leads backwards. But if one accepts that conservatism signifies holding on to something that is already agreed upon, then it can surely never be wrong to hold on to something that represents the highest achievement of mankind.

But how, then, can we – and this is the question – also designate as "conservative" even, for example, a stupidity such as that of the Englishman? Either we would be flattering someone who is narrow-minded, or we would be devaluing supreme knowledge. *

In the genius, intellectual strengths run parallel with one another, and foreigners rightly emphasize that Germany's militarism has hindered neither science nor art, neither social organization nor colonial politics. But from their own experience those with mere talent know only one-sided strengths, and where they find one strength especially pronounced they assume in the likeness of their own image that other strengths could not possibly be anything like so decidedly valuable. So Germany's genius-born militarism gives the merely talented ones grounds for daring to assert that where culture is concerned things are in a worse state elsewhere than they are with them, which naturally does not prevent them from appreciating and taking advantage of all that Germans have bestowed upon the world in the arts and sciences. *

© Translation Ian Bent & William Drabkin, 2010

Das deutsche Genie in Kampf u. Sieg.
(Betrachtungen sub specie aeternitatis .)
von Heinrich Schenker (Wien) 1

Auf die einfachste aber verborgenste Formel gebracht, bedeutet der gegenwärtige Weltkrieg den Kampf französischen u. englischen Talentes, sowie sonstiger Halbtalente gegen das deutsche Genie.

Aus dem Leben einzelner genialer Individuen weiß man (oder glaubt man mindestens zu wissen), wie unvermeidlich allezeit der Kampf eines Genies gegen die Talente ist, die ihrem Neid, der Eitelkeit u. sonstigen subversiven Tendenzen freien Lauf lassen, blos weil sie eben wegen geringeren Fähigkeitsausmaßes nicht begreifen, daß sie gegen das wohltätige Genie ziehend gerade den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.

Nun ist jetzt auch die weltschöpferische Prolongation eines solchen Kampfes zu sehen, die Prolongation ins Staatliche u. Nationale, u. mit beglückendem Gefühl kann man feststellen, daß wie immer, so auch diesmal, das Genie zum Sieg über die Talente ausholt u. sich behauptet. *

Nichts ist so falsch, als den Glauben an überhaupt unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten der Menschheit (oder ist's nur ein Wahn?) uneingeschränkt auf alle Individuen u. Nationen anzuwenden.

So gut ich diesem oder jenem Individuum, bei noch so hervorragenden Leistungen deshalben, auf den Kopf zusagen kann, daß es die absolute Höhe etwa eines Cäsar , Friedrich des Großen, eines Bismarck oder Göthe , eines Kant oder Seb. Bach 2 bis an sein Lebensende nicht mehr erreichen wird, so gut kann man auch einer bestimmten Nation auf Grund ihrer bereits bekannt gewordenen Leistungen mit aller Bestimmtheit voraussagen, welche Grenze der Entwicklung derie Natur selbst ihr als definitive gezogen.

Die Grundlage deser Beurteilung bilden aber so Nationen wie Individuen gegenüber nur deren höchste Leistungen. Und wenn die Natur selbst es ist, die für eine von Individuum, Nation oder Rasse bis dahin bereits vollbrachte Höchstleistung grundlegend war [comma del] – wer könnte dies bestreiten? –, so ist dieselbe Natur zugleich Kronzeugin u. Garantie eben auch für alle künftigen Leistungen u. deren Grenze.

In der Tat ist es z. B. von vornherein u. für alle Zeiten ausgeschlossen, daß die französische {2} Nation je noch einen S. Bach oder Beethoven hervorbringe. Denn nie mehr kann eine Nation, die, seitdem Musik endlich (im XVII Jahrhundert) zu einer wirklichen Kunst geworden, sowenig Entscheidendes in ihr geschaffen, Musik von der Höhe jener genannten deutschen Meister hervorbringen. (Hat doch Berlioz nicht einmal noch den differenzierten, geschweige sinfonischen Baß in seiner Gewalt!). Dieses kategorische „Vor“-Urteil ist somit viel eher ein gut fundiertes „Nach“-Urteil, 3 das genau so stichhältig ist, als es z. B. in einem Falle wäre, wo ich einen beliebigen Musiker von heute mit Bestimmtheit erklären würde, daß ihm wegen mangelenden Genies die absolute Vollendung eines Bach 'schen Satzes oder der Beethoven 'schen oder Brahms 'schen Synthese trotz 20.tem Jhdt. bis ans Lebensende dennoch versagt bleiben müsse.

Das Genie ist eben von Hand aus etwas anderes u. mehr als das Talent, so daß ein Genie z. B. des XVII. Jhdt. für alle Zeiten stärker bleiben wird, als ein Talent des 20. oder selbst des 30. Jhdts. *

Nur der Deutsche allein hat jenes glückliche Gleichgewicht von Wort u. Tat, das einer genialen Potenz nun einmal von Natur aus gegeben: Nur so viel Worte als Taten, dagegen kranken Franzosen, Russen oder Engländer an einem Überschuß von Worten, die sich ein Misverhältnis zu den Taten blos als hohle, prahlerische oder lügnerische „Phrasen“ erweisen.

Die hochtrabende französische Phrase kennt man schon längst; doch sollte sie endlich als solche kräftig auch dort entlarvt werden, wo anscheinend höchste Kultur im Sinne eines wahren Einklangs von Wort u. Tat waltet.

Auch die russische Phrase (die freilich um vieles dürftiger als die französische) ist schon zur Genüge bekannt.

Am undurchdringlichsten aber, geradezu dem englischen Nebel vergleichbar, erschien bislang die kühle englische Phrase, nur weil sie eine täuschende Legierung auch von (einer ach! wie billigen) Tatkraft enthält. Doch hat eben jetzt die letzte Stunde auch für die englische Phrase geschlagen. *

Nur dem deutschen allein ist das entscheidende Merkmal des Genies eigen, im absoluten Sinne zu schaffen, zu schaffen, weil es muß u. nicht anders kann. *

{3} Den sinnfälligsten Beweis hiefür finden wir darin, daß unter sämmtlichen Nationen nur derie deutsche allein eine wirklich gute, rechtschaffene u. wahre Musik hervorgebracht hat.

Mehr als im Material der Poesie u. der bildenden Künste giebt sich in dem der Musik, in den Tönen, jene völlige Weltentrücktheit kund, der alle Absichten auf irdische Vorteile fern sind. Und wie gegenüber einer absolut wirkenden Gottheit jegliche teleologische Gedanken der Menschen unangebracht sind, genauso müssen auch gegenüber absolut schaffenden Meistern deutscher Musik, wie Bach , Mozart , Beethoven alle Fragen nach Ziel u. Zweck verstummen.

Wo nun aber einmal, wie in der Seele des deutschen, die Fähigkeit absoluten Schaffens in so unvergleichlicher Weise ausgeprägt ist, dort sind die Seelenkräfte, weil in steter Wechselwirkung, wohl auch sämmtlich ebenso wieder aufs Absolute u. Höchste gerichtet u. allezeit erfolgreich.

„Luthers Prosa ist eine halbe Schlacht; wenige Taten gleichen seinen Worten“ sagt [word inserted interlinearly and deleted] Jean Paul . Beethoven 's Sinfonien sind ebenfalls Schlachten. *

Musik ist eine Kunst, die wahrhaftig ist; sie kennt nicht List noch Trug, nicht Verrat noch Mord.

Daher ist der Deutsche, der so genial Musik macht, auch wahrhaftig; daher hat er Charakter u. Stärke, Humanität u. wahre Kultur.

„Nur das einseitige Talent gibt wie eine Klaviersaite unter dem Hammerschlage Einen Ton; aber das Genie gleicht einer Windharfen-Saite; eine u. disselbe spielet sich selber zu mannigfachen Tönen vor dem mannigfachen Anwehen. Im Genius stehen alle Kräfte auf einmal in Blüte; und die Phantasie ist darin nicht die Blume, sondern die Blumengöttin, welche die zusammenstäubenden Blumenkelche für neue Mischungen ordnet, gleichsam die Kraft voll Kräfte.“ ( Jean Paul ) *

Der weiß aber nichts vom Genie, der auch bei minderwertigem Charakter einen hochwertigen Geist annimmt.

Der Analphabeten der Humanität, als welche sich, wie bisher in der Weltgeschichte, so nun wieder auch im gegenwärtige[n] Kriege die Franzosen u. Belgier, Engländer u. Russen erweisen, muß {4} somit wahre Kultur u. ebendaher auch wirklich großes, echtes [word del] Genie abgesprochen werden. *

In der blos erst auf Nahgewinn primitiv-egoistisch eingestellten Krämerseele 4 des Engländers konnte eine Kunst wie Musik überhaupt keine Wurzel fassen. Vergeblich wäre es aber auch, dem Engländer begreiflich zu machen, daß die Töne eines Seb. Bach , Haydn , Mozart oder Beethoven , so wenig sie schon an sich etwa greifbare Kolonien oder Zinsen bedeuten, dennoch seine Nation u. Weltherrschaft in alle Ewigkeit überleben werden. *

So lange der Engländer allen Weltgewinn noch allein in seine Tasche leitetn konnte, blos weil er ohne Konkurrenz auf dem Weltmarkt dastand, bohrte er die Nase in die Luft u. rührte mit dem Scheitel an den Sirius. Er hielt sich einfach für genial, eben in der Weise, wie jedes Talent es liebt, eine besondere Gunst der Umstände sich als eigene Genialität anzurechnen.

Kaum aber erschien auf dem Weltmarkt das deutsche Genie, verzagte sofort der minderbegabte Engländer. Und im Bewußtsein, daß er die genialen deutschen Leistungen durch angespannte bessere [word del] nicht so leicht auf dem Weltmarkt wird überwinden können, griff er bei erster Gelegenheit zu Mord u. Verrat.

Englands Krieg bedeutet ein drastisches Einbekenntnis 5 der Unfähigkeit zu rechtschaffenem Weltkampf. *

Der vom billigen Weltgewinn trunkene englische Krämer hat sich aber die künftige Rolle Deutschlands als einer Nation vorgestellt, die, aus dem Weltmarkt nun einmal zurückgedrängt, sich hinfort blos auf Erzeugung geistiger Güter – natürlich zum abendlichen Amusement des überangestrengten englischen Krämers – beschränken werde. (Etwa nach Analogie der Rolle des Papstes, dem man ja die Weltmacht abgenommen, damit er desto selbstloser nur in geistlichen Dingen fungiere.) Somit begreift der englische Krämer nicht einmal noch dieses, daß, so gut die Kunst nebst Schönheit u. Moral Gewinn schließlich auch an Geld bedeutet (ach! mit wie viel Milliarden Geldumsatzes hat doch nur Beethoven die Welt schon seit 100 Jahren gesegnet, u. mit wie viel wird er sie in alle Ewigkeit erst noch segnen!), [emdash del] sie naturge- {5} mäß auch das materielle Wohlbefinden des deutschen Künstlers u. Denkers voraussetzt. *

Wer eine in sich unwahre Relation setzt, u. die Tripelentente ist eine solche, hat kein wirkliches Talent.

König Eduard VII., der bei Lebzeiten, als er noch in Verbrüderungen, Toasten u. Gilets 6 „reiste,“ vorschnell als Genie gepriesen wurde, wird nun heute am Bankarott seines Werkes endlich als unbegabt entlarvt.

Und ebenso erweisen sich, gemessen an ihrem eigenen Werk sowie an der unwiderstehlich hinreißenden Abwehr des deutschen Genies, auch die übrigen Macher der Entente, die Iswolsky u. Poincaré , Hartwig u. Haldane als unbegabt Individuen.

Man glaube es nur u. lerne endlich sparsamer umgehen mit Worten wie Talent u. Genie. *

Es fragt sich, ob des Franzosen Eitelkeit, mit auch ein Merkmal bloßen Talentes, je gestatten wird einzusehen, wie ehrlich deutsch u. gut, wie generös der deutsche Riese es mit ihm so viele Jahrzehnte hindurch meinte, dem es doch ein Leichtes gewesen wäre, schon früher das auszuführen, was er heute in einem ihm aufgezwungenen Kriege sicher nur ungern tut.

Noch mehr aber ist zu bezweifeln, ob der Franzose je einsehen wird, wie sehr er zugleich auch gegen die göttliche u. ewige Weltordnung verstieß, da er im Bunde mit einem Halbasiaten 7 u. einem perfiden Krämer ein Genie stürzen wollte. Freilich Halbheit zieht zur Halbheit, Talent zu Talent – aber wie wenig vermögen doch alle Talente gegen das Genie! *

Die verwerfliche Ausländerei in Deutschland ist nur eine vorübergehende Infektion durch französisches Phrasen-Frou-Frou 8 (auch sind Pariser Kleider-Moden nichts anderes, als blos närrische Körper-Phrasen), durch russischen u. sonstigen tiefstehenden Exotismus.

Blos weil es anders ist, ist „das Andere“ schon darum allein nicht immer auch gut, geschweige besser.

Was schön, gut u. wahr ist, lehrt einzig u. allein das Genie, niemals aber das Talent, dessen Inhalt ja darin besteht, das Genie nur allzu mangelhaft erst nachzuahmen, oder {6} in der Hälfte einer Problemlösung schon rettungslos stecken geblieb zubleiben.

Um das Mindergute auch nur überhaupt erst unterscheiden zu können, muß man das Gute, alsso das Werk des Genies in sich haben. Wer Mindergutes annimmt, beweist schon damit allein, daß er nichts vom Guten, vom Genie weiß.

Wie im Kampf der Waffen die bessere Taktik, die bessere Waffe siegt, so imn den Kämpfen des Geistes auch wieder nur das bessere. Es begeht aber frevelhaften Verrat am Guten, wer, aus diesem oder jenem Grunde, bona oder mala fide , gerade das Mindergute stützt, u. die bösen Folgen brechen über ihn selbst herein. *

Doch braucht der Deutsche deshalb nicht auch schon für immer darauf zu verzichten, die Erzeugnisse fremder Nationen zu betrachten. Er schütze sich nur vor fortgesetzter Infektion dadurch, daß er sich endlich zum vollen Besitz seiner eigenen geistigen Heroen emporschwinge, der schöner ist, als je nur der griechische u. römische gewesen, u. der schönste überhaupt ist, den die Menschheit bisher hervorgebracht!

Aber als Ganzes muß die deutsche Nation endlich empor zu jener Höhe, auf der ihre großen Lehrmeister schufen u. wirkten! Jahrhunderde [sic] u. Jahrtausende gehören wohl dazu, bis alle Schichten des deutschen Volkes sich zu ihnen emporw [illeg] ürmen , zu ihnen emporsteigen. Eine geradezu lebenslängliche Beschäftigung der deutschen Menschheit, – welche Aufgabe!

Auch wer aus mangelnder eigener Tiefe u. bloßer Zerstreuungssucht stets nur nach „Anderem“ Verlangen trägt, wird Befriedigung auch solcher Launen bei den Genies finden, deren noch ungeahnt herrliche Fülle u. noch völlig unerforschte Mannigfaltigkeit selbst in scheinbar Identischen immer auch ein wirklich Anderes mit sich führt! 9 *

Nicht einmal vorübergehend hätten die angeblich besseren „neuen Werte“ der Franzosen, Engländer u. Russen ins deutsche Blut eindringen können, wenn der Deutsche sich nur seines eigenen genialen u. daher unter allen Umständen überlegenen Kulturinhaltes allezeit bewußt gewesen wäre.

{7} Genie-blind, also wohl auch Kultur-blind ist derjenige, der die deutschen Werte hinter die „neuen“ ausländischen setzt.

Und nur nun gar erst am gewaltigen Hintergrund geniessen, wie ihn des Deutschen geniale Tatkraft heute vor einer bewundernden Welt aufrollt, – wie nichtig u. hohl ist das da Alles, was ein Maeterlinck u. Verhaeren [ 10 „dichteten“ (man lese sie nur heute!), was ein Tschaikovsky u. Debussy „komponierten“ (man spiele sie nur heute.)! *

Dem Deutschen sei aber nicht bange um seine Zukunft.

Talente wecken nur Talente, – doch Genies werden wieder Genies wecken!

Während die anderen Nationen als bloße Talente von vornherein der „ decadance ,“ dem Untergang gewacht sind (wer sähe dieses bei der französischen, englischen u. russischen nicht schon heute?), wird die Deutsche als echtes Genie wie ein „gerader Rauch“ bis aus Ende der Welt aufsteigen!

Möge nun im neuen Deutschland die neue Religion desr Genies walten, der Genies der Religion u. Politik, der Künste u. Wissenschaften! *

Wenn Wesen des Genies ist, einer ewigen „Materie“ gegenüber in Zucht, Demut u. Gehorsam zu verharren u. sie nach Menschenkraft mit unendlichem Fleiß, unendlicher Geduld restlos auszuschöpfen, so hat die deutsche Armee wirkliches Genie.

Die geniale deutsche Armen, das Vollzugsorgan des genialen Deutschland wider dessen äußere Feinde, sie lebe hoch!

{8} [in Jeanette Kornfeld/Schenker's hand:] 11

Zum Aufsatz: Man nennt den Engländer konservativ; in Wahrheit ist er aber borniert. Nur wer die Borniertheit übersah, konnte den Irrtum begehen ihn konservativ zu nennen. Es geht aber nicht an, auch Unfähigkeit schon Konservatismus zu nennen; letzteres Wort muß eben einen eindeutigen Sinn behalten. Wohin käme man denn, wenn man den Terminus konservativ auch auf diejenigen anwenden wollte, die die Größe eines Genies erkennen, selbst treu bei zu? ihm bleiben u. Andere auffordern, sich ihm zu nähern? Wüßten diejenigen, die vom Genie eben noch nichts wissen, welch' weiten Weg sie noch vorwärts zu machen hätten, um zu einem Genie zu gelangen, so würden sie sich hüten, mit Konservatismus eine Richtung zu bezeichnen, die ihren Ansichten nach rückwärts geht. Verständigt man sich aber darüber, daß Konservatismus das Festhalten an einem bereits Gegebenen bedeutet, so kann es ja niemals Unehre sein, an etwas festzuhalten, was das Höchste der Menschheit repräsentiert.

Wie will man dann aber – u. das ist die Frage – mit Konservatismus auch z. B. einen Idiotismus wie den des Engländers bezeichnen? In dem einen Fall schmeichelt man damit einen Bornierten u. im zweiten Fall setzt man höchste Erkenntnis herunter. *

Im Genie laufen geistige Kräfte parallel u. mit Recht heben Ausländer hervor, daß Deutschlands Militarismus ja weder die Wissenschaft, noch Kunst, weder die soziale Organisation noch Colonialpolitik gehindert hat. Aber freilich, die Talente kennen aus Erfahrung nur einseitige Kräfte, u. wo sie eine Kraft besonders ausgeprägt finden, vermuten sie nach ihrem Ebenbild, daß dort unmöglich auch noch andere ebenso vollwertig ausgeprägt sein könnten. So gibt denn also Deutschlands genialer Militarismus den Talenten die Handhabe die Behauptung zu wagen, daß es im Uebrigen mit der Kultur schlechter als bei ihnen bestellt ist, was natürlich nicht hindert, daß sie alles das was Deutsche in Kunst u. Wissenschaft der Welt geschenkt, annehmen u. sich zunutze machen! *

© Transcription Ian Bent, 2010

German Genius in Battle and Victory
(Observations sub specie aeternitatis .)
by Heinrich Schenker (Vienna) 1

Reduced to its simplest and yet most covert form, the present World War denotes the battle of French and English talent, as well as other half-talents, against German genius.

From the lives of individuals of genius, one knows (or at least thinks one knows) how perpetually inevitable is the battle of a genius against those who are talented. The latter give free rein to their envy, vanity, and other subversive tendencies precisely because their more limited capabilities prevent them from grasping that, in struggling against beneficent genius, they are actually sawing off the branch on which they themselves sit.

Now it is the very world-inspired prolongation of such a struggle that we are witnessing, its prolongation to the level of the state and nation; and with growing delight we can affirm that – as was ever the case, so it will be on this occasion – genius will raise its hand and asserts itself in victory over the talented. *

Nothing is so false as the unrestricted application of the belief in mankind's altogether unbounded possibilities for development (or is it merely an illusion?) to all individuals and nations.

Just as I can say outright to this or that individual, no matter how outstanding his accomplishments, that the absolute heights of, say, a Caesar, a Frederick the Great, a Bismarck or Goethe, a Kant or Johann Sebastian Bach, 2 can no longer be attained, even at the end of his life, so too can one predict with complete certitude for a particular nation, on the basis of its already acknowledged achievements, what limits Nature herself has drawn definitively for its development.

But nations, and likewise individuals, can base their judgements only on their greatest accomplishments. And since it was Nature herself who provided the basis of the greatest accomplishment so far attained by an individual, nation, or race – and who can deny this? – , then it is this selfsame Nature that serves simultaneously as both chief witness and guarantor even for all future accomplishments and their limits.

In fact it is at the outset impossible, to give one example, for the French {2} nation ever to produce a Bach or a Beethoven, at any time past or future. For never will a nation that has created so little of significance since music finally became a true art (in the 17th century) be able to bring forth music of the caliber of those German masters. (Never did Berlioz have it in his power to write a distinctive, let alone symphonic, bass line!) This categorical "pre"-judgement is consequently better seen as a well-founded "post"-judgement, 3 one that is just a secure as, for example, would be the case if I were to explain with certitude to any musician today that his lack of genius will deny him, to the end of his days, the capacity for absolute perfection of Bachian counterpoint or Beethovenian or Brahmsian synthesis in spite of his living in the 20th century.

Genius is something fundamentally different from and greater than talent, such that a genius of, for example, the 17th century will for ever remain stronger than a talent of the 20th or even of the 30th century.*

The German alone possesses that happy equilibrium of word and deed that Nature has quite simply given to a potency that is imbued with genius. Just as many words as deeds, and no more. By contrast, the French, the Russians, and the English suffer from a surfeit of words that, in disproportion to deeds, merely show themselves up as empty, boastful, or mendacious.

The high-flown verbage of the French has long been familiar to us; but in the end it shall be robustly unmasked as such, even where seemingly highest culture presides as a true agreement of word and deed.

Russian verbage, too (though admittedly much feebler than the French), is all too familiar to us.

Most impenetrable of the lot, however, and fully comparable with the English fog, the chilly English verbage had hitherto seemed actually to possess some force for action (ah, but how tawdry!), merely because it contains a deceptive alloy. But now the death-knell has just sounded for English verbage, too. *

Only the German bears the distinguishing mark of genius, in the absolute sense to create: to create because he must and cannot do otherwise. *

{3} The most visible proof of this is to be found in the fact that, amongst all the nations of the world, only the German nation has produced a really good, honest, and true music.

More so than in the material of poetry and the visual arts, it is in that of music – in tones – that that quality of being completely detached from the world manifests itself which is remote from all designs on earthly advantage. And just as any teleological thoughts on mankind's part are inapposite when faced with an absolutely functioning divinity, precisely so too must all questions of goal and purpose fall silent when faced with the absolutely creating masters of German music like Bach, Mozart, and Beethoven.

Whereas, moreover, the capacity for absolute creativity is imprinted on the soul of the German in so incomparable a fashion, so too the mental powers, being in constant interplay, are collectively directed in the same way toward the absolute and highest, the ever successful.

"Luther's prose is half the battle; few deeds can compare to his words," says Jean Paul. Beethoven's symphonies are likewise battles. *

Music is an art that is true to its core: it knows no guile or deception, no betrayal or murder.

That is why the German, who makes music with such genius, is likewise truthful; that is why he has character and strength, humanity and true culture.

"Only the narrow-minded talent, like a piano string struck by its hammer, gives out just one tone. The genius, on the other hand, is like the string of an aeolian harp: on its own, it sounds out multifarious tones in response to the multifarious drift of the wind. In the genius, all powers blossom at the same time; and the imagination within lies not in the flower but in the flower-goddess who takes the sepals as they scatter their pollen together and arranges them into new mixtures, as it were the power full of powers." (Jean Paul) *

But he who pretends to be a superior intellect, even though possessed of an inferior character, knows nothing of genius.

True culture – and for that very reason also truly great, genuine genius – must {4} be denied to the illiterates of humanity, which, as hitherto in world history, the French and Belgians, English and Russians have now yet again proved themselves to be in the present war. *

In petty-mindedness 4 of the Englishman, primitively and egoistically adapted as it is merely to short-term gain, an art such as music had no chance of ever taking root. It would certainly be fruitless to make the Englishman understand that the tones of a Bach, Haydn, Mozart, or Beethoven, however little they in themselves mean in terms of tangible colonies or interest rates, will nonetheless outlive its nation and world domination for all time.*

So long as the Englishman could still stuff every worldwide gain into his pocket, merely because he stood alone in the world market without competition, he stuck his nose in the air and touched the Dog Star with the top of his head. He considered himself imbued with genius, as indeed every man of talent likes to do, by attributing any particular favorable twist of circumstance to his own genius.

But scarcely had German genius appeared on the world market than the less gifted Englishman promptly lost heart. And in the realization that it would not be so easy for him to overcome the accomplishments of German genius on the world market by means of exerting himself harder, he resorted at the first opportunity to murder and betrayal.

England's war represents a drastic admission 5 of its incapacity to take part in honest competition. *

The narrow-minded Englishman, drunk with easy worldwide gains, has, however, imagined the future role of Germany as a nation that, spurned now in the world market, will henceforth restrict itself solely to the production of spiritual goods – needless to say, to the amusement of the overstretched narrow-minded Englishman in the waning of his days. (There is something of an analogy here with the role of the Pope who, since being deprived of worldly power, functions all the more selflessly only in religious matters.) Consequently, the narrow-minded Englishman still does not grasp that art, as well as denoting beauty and morality, ultimately also denotes money (Ah! just think how many billions in financial returns Beethoven alone has already bestowed upon the world in the past hundred years, and how much he has yet to bestow upon it from now to eternity!), [emdash del] in the nature of things it {5} presupposes also the material well-being of the German artist and thinker. *

He who establishes a relationship that is in itself untrue – and the Triple Entente is one such – has no real talent.

King Edward VII, who, in his lifetime as he still "traveled" in fraternities, toasts, and waistcoats, 6 was prematurely prized as a genius but is nowadays, with the bankruptcy of his work, finally unmasked as devoid of talent.

And likewise, gauged by their own work as well as by the irresistably electrifying defense of German genius, the other brains behind the Entente, too, Iswolsky and Poincaré, Hartwig and Haldane, turn out to have been untalented individuals.

Let us simply believe this and, at long last, learn to use words like "talent" and "genius" more sparingly. *

On wonders whether the vanity of the Frenchman, along with the stamp of mere talent, will ever allow him to discern how genuinely German and good, how generous the German giant's intentions across so many centuries were toward him – someone for whom it would surely have been an easy matter to put into effect much earlier what he is now doing, no doubt reluctantly, in a war that has been forced upon him.

But even more doubtful is whether the Frenchman will ever discern how grievously, at the same time, he also offended against the godly and eternal world order, since, in league with a half-Asiatic 7 and a perfidious shopkeeper, he sought to topple a genius. Admittedly, half-measure attracts half-measure, talent attracts talent; but how little can all the talents ever do against the genius! *

The indefensible aping of foreign customs in Germany is merely a transitory infection transmitted by vacuous French rhetorical ostentation 8 (Parisian clothing fashions are, moreover, nothing but mere foolish body-rhetoric), by Russian and other inferior exoticism.

Merely because it is different, the "other" is on those grounds alone not always even good, let alone better.

Genius alone teaches that which is beautiful, good, and true, whereas talent is for ever incapable of so doing, for its subject-matter consists in merely imitating genius with woeful inadequacy, or in getting irretrievably stuck {6} in problem-solving.

Even to be able so much as to discern that which is inferior, one must have the good, hence the work of genius, within one. He who accepts that which is inferior betrays merely in so doing that he knows nothing of the good, of genius.

Just as in armed battle it is the better tactic, the better weapon, that is victorious, so in intellectual battles it again only that which is better that wins. But he who, for whatever reason, in good faith or bad, lends support precisely to the inferior, perpetrates heinous betrayal on the good and will himself be overwhelmed by dire consequences. *

For this reason, however, the German really has no need forever to avert his eyes from the products of foreign nations. Let him only protect himself from continued infection by soaring up at last to take full possession of his own intellectual heroes, who are more beautiful than the Greek and Roman ever were, and who are the most beautiful that mankind has ever yet brought forth!

But the German nation must as a whole ultimately soar to those heights on which its great teachers created and carried out their work. It will take centuries and millenia until all layers of the German people have inched their way towards them, and have risen up to them. A veritable life-long occupation for German humanity – what a task!

Moreover, anyone who out of a lack of deep-thinking on his own part and mere craving for diversion constantly yearns for something "other" will find liberation even from such moods in the company of the geniuses, whose still unimaginedly magnificent abundance and still completely unexplored diversity always carries within itself a genuinely other, in spite of what appears to be a sense of the identical! 9 *

The allegedly better "new values" of the French, English, and Russians would never have been able to penetrate into the German bloodstream – not even temporarily – had Germans but been ever aware of their own cultural content, imbued as it is with genius and thus in all respects superior.

{7} He who sets German values below the "new" foreign ones is oblivious to genius, thus also oblivious to culture.

And now for the first time to feast at the powerful background, as the genius-imbued vigor of the German today unfolds it to an admiring world, – how futile and hollow, then, is all that a Maeterlinck or Verhaeren 10 "poetized" (just try reading them today!), all that a Tchaikovsky or a Debussy "composed" (just try playing them today)! *

But let the German not be fearful for his future.

Talents wake only talents, – but geniuses will re-waken geniuses!

While the other nations were from the very start born to " decadance ," to decline (who cannot see this already today among the French, English, and Russians?), the German nation will ascend as true genius like a "vertical column of smoke" to the end of time!

May, then, the new religion of geniuses hold sway in the new Germany, the geniuses of religion and politics, of the arts and sciences! *

If the essence of genius is to remain disciplined, humble, and obedient in the face of an eternal "material," and to make full use of it ceaselessly, with endless industry and patience, with all the human power at its disposal, then the German army has true genius.

The genius-imbued German army, the executor of genius-endowed Germany in the struggle against its eternal foes: long may it live!

{8} [in Jeanette Kornfeld/Schenker's hand:] 11

For the article: the Englishman is called conservative; in truth, however, he is narrow-minded. Only someone who overlooked his limited horizon could make the mistake of calling him conservative. But it is not right to give even incompetence the name conservatism: the latter word must preserve its unambiguous meaning. For where would we be if we wanted to apply the term "conservative" also to those who recognize the greatness of a genuis, who stay true to him themselves, and who encourage others to approach him? If those who know nothing whatsoever of genius knew just how long a path forwards they would still have to travel in order to approach a genius, they would take good care not to designate with "conservatism" a direction that, to their way of thinking, leads backwards. But if one accepts that conservatism signifies holding on to something that is already agreed upon, then it can surely never be wrong to hold on to something that represents the highest achievement of mankind.

But how, then, can we – and this is the question – also designate as "conservative" even, for example, a stupidity such as that of the Englishman? Either we would be flattering someone who is narrow-minded, or we would be devaluing supreme knowledge. *

In the genius, intellectual strengths run parallel with one another, and foreigners rightly emphasize that Germany's militarism has hindered neither science nor art, neither social organization nor colonial politics. But from their own experience those with mere talent know only one-sided strengths, and where they find one strength especially pronounced they assume in the likeness of their own image that other strengths could not possibly be anything like so decidedly valuable. So Germany's genius-born militarism gives the merely talented ones grounds for daring to assert that where culture is concerned things are in a worse state elsewhere than they are with them, which naturally does not prevent them from appreciating and taking advantage of all that Germans have bestowed upon the world in the arts and sciences. *

© Translation Ian Bent & William Drabkin, 2010

Footnotes

1 Schenker had drafted this article by Aug 30, 1914 (OJ 1/15, p. 674), wrote a covering letter to the Frankfurter Zeitung on Sept 2 (OJ 1/15, p. 677), then submitted it to that paper on September 6 or 7 (OJ 1/16, p. 706, Sept 15, and p. 720, Sept 24). It was rejected by the feuilleton editorial office on Sept 26 (OJ 11/18, Rudolf Geck) with the words "We unfortunately cannot make use of what you kindly sent us, since we are swamped with current material," and was returned with the latter. The text, in Schenker's hand, with an additional page in Jeanette Kornfeld's hand, was later moved to a section of the Jonas Memorial Collection entitled "Schenker's Critical and Analytical Works: Manuscript and Published Copies: Boxes 16–21," and stored in Box 21 "Other Writings arranged by date," where it forms Folder 2.

2 An early example of Schenker's predilection for roll-calls of Germany's past great masters; cf. "A Kant can see clearly, a Goethe, a Bach, a Haydn, a Mozart …" ("The Mission of German Genius," Der Tonwille Heft 1 (1921), 14; Eng. transl., I, p. 14).

3 „Vor“-Urteil, „Nach“-Urteil: "Vorurteil" is a legitimate word, generally denoting "prejudice," "preconception," "preconceived idea." In philosophy it is associated with Wilhelm Dilthey, in whose work it is usually translated as "prejudgement." "Nach"-Urteil is a made-up word, here signifying "judgement after the event."

4 Krämerseele: literally "mind of a grocer," or "mind of a shopkeeper": there is perhaps an overtone of "the English as a nation of shopkeepers" in this, although "Krämer-" also means "narrow-minded," "mean." "Krämer" is also used five times on its own in this article.

5 "Einbekenntnis": Austrian for "Eingeständnis."

6 The ever-increasing waistline of Edward VII is said to have resulted in a change of waistcoat design; for the same reason he is credited with having initiated the practice of leaving the bottom button of the waistcoat unbuttoned.

7 "Halb-asiatisch" = East European Jewish. The term derives from a famous collection of stories published in 1876 and entitled Aus Halb-Asien: Kulturbilder aus Galizien, der Bukowina, Südrussland und Rumänien, by Karl Emil Franzos (1848-1904), a Jewish writer who campaigned ceaselessly for toleration in the face of increasing antisemitism and imperialism in central Europe at the end of the nineteenth century.

8 "froufrou": French, lit. "swish," "rustle."

9 The sentiment expressed here finds a more succinct formulation in Schenker’s Latin motto, semper idem sed non eodem modo , used in the publications from the 1920s onwards.

10 Maurice Maeterlink (1862–1949) and Emil Verhaeren (1865–1916): Belgian poets, writing in French and representative of the Symbolist school.

11 The status of this final page is unclear. Possibly not submitted to the newspaper with pp. 1–7, "zum Aufsatz" would seem to imply that it may well represent afterthoughts by Schenker. The first two paragraphs were perhaps intended to go into the body of the article where the character of the Englishman is discussed; the third paragraph was perhaps to be associated with the final paragraph of p. 7.