16.

Erster Satz zum zweitenmal zuende! 1

*

Schnell giengs [sic] aus dem Paradies, da die beiden, Adam u. Eva davon gejagt wurden; ungleich langsamer aber wirkt die Kraft, die die Menschen ins Paradies zurückführen soll. Hinein jagen lassen sie sich gewiß nicht; dieses Tempo ist ihnen zu schnell. Nicht einmal mit dem Paradies haben sie also Eile. So wenig würdig fühlen sie sich selbst dieses Ortes!

*

Der meisten Menschen einziges Lebenswerk ist – ihr Alter zu versorgen!

*

{297} Noch weit schlimmer als eine offen intendirte u. ausgeführte Gemeinheit ist in der menschlichen Natur jene Eigenschaft, vermöge welcher sie nach Maßgabe eines neuzuerwartenden Vorteils (worunter auch Abwendung von schuldigen Leistungen zu verstehen ist) Gedanken u. Taten von gestern auslöschen u. ausradiren können u. bona fide (!!) in die neuen Gedanken schlüpfen, neue Taten begehen können, die den früheren zuwider laufen. Wie Handschuhe wenden sie ihre Seele u. bei zwei völlig verschiedenen einander aufhebenden Resultaten der Vernunft u. der Moral beharren sie im Glauben einer Ehrlichkeit. Daß die Natur der menschlichen Eitelkeit diesen Selbstbetrug, der gewöhnlich auf den Betrug anderer hinausläuft, möglich gemacht hat, mag ihr weit mehr zum Vorwurf erhoben werden, als daß sie Menschen mit Vverbrecherischen Instinkten in die Welt hinausschickt. Was sie tun ist allemal gut getan; dieses erfordert die Eitelkeit. Daher muß auch das Schlechtgetane sich bequemen, ihnen gut zu erscheinen.

*

Die Natur menschlicher Ratschläge. Man sagt einer 50-jährigen Frau: Es wäre schön, wenn Du jetzt 15 Jahre zählen würdest.
Man sagt einer aus Not, nichtsdestoweniger sich gerne bescheidenden Person: Sie sollten eine schöne Wohnung mit Badezimmer haben! u. s. f.
Unausführbares wird, angeblich aus Teilnahme, dem Anderen gewünscht, wobei die Teilnehmenden die Rohheit u. Dummheit nicht ahnen, die darin sich ausdrückt, daß sie erstens an sich uUnausführbares Wwünschen u. zweitens, statt mit Ausführbarem event. selbst die Teilnahme zu bezeugen, sich damit abfinden, wie zum Hohn u. Spott den Teufel der Unausführbarkeit an die Wand zu malen. Und auch hier: Wie kommen sie sich gütig vor, wenn sie dem Anderen etwas wünschen u. sei es das Unausführbarste! Wenn sie sich nur selbst eine praktische Teilnahme ersparen!

*

{298} „Bilde Künstler, rede nicht!“ heißt, daß sich der Künstler in einer Tat auszudrücken habe, daß nicht Worte für eine Leistung zu stehen haben, nicht daß er etwa über seine Werke oder überhaupt nicht reden sollte. Hat er das Werk vollbracht, so mag er reden soviel er will, nur nicht statt des Werkes! Im gewissen Sinne Gegensatz gegen die Lessing’sche Parole: Rapfhael ohne Hände. 2 Laien u. Dilettanten pro domo; kKonjunktiv-Menschen. —

*

Künstler-Dramen! Von Gerhardt Hauptmann ein neues Künstler-Drama: „Gabriel Schillings Flucht“. Noch vor der Lektüre oder dem leibhaftigen Theatereindruck eine Bemerkung: Es bleibt ein Wiederspruch [sic], daß Gerhardt Hauptmann (Schnitzler e tutti quanti) als Künstler u. als Menschen die Hindernisse selbst tapfer überwindent, dagegen die Künstler in seinen Dramen ihren Schicksalen erliegen läßt, trotzdem er auch für sie um einen ehn ansehnlichen Rang bei der Meinung der Zuschauer wirbt. Die einfache Transposition von seinem eigenen Wesen auf die Figur müßte ihm sagen, daß ein wahrhafter Künstler wohl einem Schicksal erliegen kann, dennoch niemals in der Art, wie es die modernen Dichter darzustellen pflegen. Es ist einfach unwahr, daß kräftigere Persönlichkeiten Lebenskonflikten so erliegen, als man es zu sehen bekommt. Wollen die Dichter aber sagen, daß ihre Figuren für die Kunst sterben, dann ist auch dieses ein Widerspruch gegen die Voraussetzung eines wahrhaften Künstlers. In allen diesen Fällen scheint nur allzu billig die leichte Marke eines Künstlers geprägt worden zu sein, um ein etwas vom spießbürgerlichen Leben abweichendes Schicksal darzustellen. Indessen ist es wahrhaftig kein Privileg blos der sogenan[n]ten Künstler ähnliche Lebenskonflikte zu erleben; auch in anderen Ständen, {299} bürgerlichen u. aristokratischen, ereignen sich solche Schicksale u. wenn deren Ausgang ein tragischer ist, so beweist das nicht etwa die Uebermacht u. Superiorität des Schicksals, sondern die eigene Unzulänglichkeit des Betroffenen! Dasselbe gilt aber auch von den sogenannten modernen Künstler-Dramen: Auch der unzulängliche Künstler geht an Schicksalskonflicten zugrunde, ebenso wie ein unzulänglicher Kaufmann. Daher fehlt den modernen Künstler-Dramen die letzte unfehlbare Wirkung.

*

[Printed text:] Jeden Augenblick des Lebens, er falle aus welcher Hand des Schicksals er wolle uns zu, den günstigsten sowie den ungünstigsten, zum bestmöglichen zu machen, darin besteht die Kunst des Lebens und das eigentliche Vorrecht eines vernünftigen Wesens.
Lichtenberg 3

*

Der Welt sollst Ddu dein Herz zeigen, aber nicht geben: Das aufgezeigte imponiert ihr, das hingegebene tritt sie mit Füßen.
Roseagger
aus: Nächtliche Einfälle.
Zeit“ 25. Dez. 1912 4

*

© Transcription Marko Deisinger.

16.

The first movement finished for the second time! 1

*

Paradise was quickly lost when the two, Adam and Eve, were driven from it; the power that should lead people back to Paradise is, however, incomparably slower in effect. They will certainly not allow themselves to be driven in; this pace is too quick for them. Thus they are in no hurry about Paradise: they feel so little worthy of this place!

*

For most people, the only purpose in life is – to plan for old age!

*

{297} Far worse than an overtly intended and perpetrated act of malice is that trait of human beings through which they, in accordance with an advantage to be newly gained (among which is also to be understood the averting of delinquent acts), can cancel and eradicate the thoughts and deeds of yesterday and, in good faith (!!), are able to slip into new ideas, new deeds that fly in the face of the earlier ones. They change their souls like gloves; and with two completely different results of reason and morality, they persist in their belief of acting with honor. That the nature of human vanity has made possible this self-deception, which usually results in the deceit of others, is far more reason to object to it than the fact that it sends people out into the world with criminal instincts. What they do is always well done; this is something that vanity demands. Thus the bad that is done must be forced into appearing good to them.

*

The nature of human advice. A 50-year-old woman is told: "It would be nice if your age were reckoned as 15 years."
One says to someone who lives modestly but no less contentedly: "You should have a nice apartment, with a bathroom!" And so on.
The other person is wished, ostensibly out of sympathy, something that is unachievable, whereby those who offer sympathy are not aware of the coarseness and stupidity that is expressed by, firstly, their wishing something unachievable and, secondly, instead of perhaps showing sympathy themselves with something achievable, they are contented – as if to add insult to injury – to let the devil of unachievability show his face. And here, too: how they feel charitable in wishing something for another person, however unachievable that may be! So long as they merely spare themselves a practical act of sympathy!

*

{298} "Create, artist, don’t talk!" means that the artist should express himself in a deed, that words should not take the place of an accomplishment – not that he should remain absolutely silent about his works. If he has completed his work, he may talk as much as he would like, just not in place of the work! In a certain sense, the opposite of Lessing’s maxim: Raphael without hands. 2 Laymen and dilettantes pro domo; subjunctive people. —

*

Dramas about artists! By Gerhart Hauptmann, a new drama about an artist: Gabriel Schilling’s Flight. Even before reading it or experiencing it live in the theater, an observation: It remains a contradiction, that Gerhart Hauptmann (likewise Schnitzler and the rest), as artist and man, can himself overcome hardships; by contrast he has the artists in his dramas succumb to their fate despite winning for them a respectable position in the opinion of the audience. The simple transposition of his own being onto the character must tell him that a true artist may well succumb to a fate, but never in the way in which modern writers are accustomed to portraying it. It is simply untrue that stronger personalities succumb to life’s conflicts in the way one is shown. If the writers wish to say, however, that their characters die for their art, then this is also a contradiction of the presuppositions of a true artist. In all these cases, the facile mark of an artist seems to have been stamped all too cheaply, in order to portray a destiny that differs somewhat from ordinary middle-class life. Meanwhile, it is truly not the privilege merely of so-called artists to experience similar conflicts in life; in other situations, too – {299} middle-class and aristocratic – such destinies come about. And if their outcome is a tragic one, then that is not proof of, say, the supremacy and superiority of destiny, but rather the victims’ own inadequacy! The same, however, applies to the so-called modern artist-dramas: even the inadequate artist will perish as a result of conflicting destinies, just like an inadequate businessman. For this reason, modern artist-dramas are lacking in the ultimate, unerring effect.

*

[Printed text:] To do the best possible from every moment in life, regardless of which hand of fate it befalls us, favorable or unfavorable: therein consists the art of life and the actual prerogative of a rational being.
Lichtenberg 3

*

To the world you should reveal your heart but not give it: what is shown will impress it, what is given away it will trample with its feet. Rosegger
from Nächtliche Einfälle
Die Zeit , December 25, 1912 4

*

© Translation William Drabkin.

16.

Erster Satz zum zweitenmal zuende! 1

*

Schnell giengs [sic] aus dem Paradies, da die beiden, Adam u. Eva davon gejagt wurden; ungleich langsamer aber wirkt die Kraft, die die Menschen ins Paradies zurückführen soll. Hinein jagen lassen sie sich gewiß nicht; dieses Tempo ist ihnen zu schnell. Nicht einmal mit dem Paradies haben sie also Eile. So wenig würdig fühlen sie sich selbst dieses Ortes!

*

Der meisten Menschen einziges Lebenswerk ist – ihr Alter zu versorgen!

*

{297} Noch weit schlimmer als eine offen intendirte u. ausgeführte Gemeinheit ist in der menschlichen Natur jene Eigenschaft, vermöge welcher sie nach Maßgabe eines neuzuerwartenden Vorteils (worunter auch Abwendung von schuldigen Leistungen zu verstehen ist) Gedanken u. Taten von gestern auslöschen u. ausradiren können u. bona fide (!!) in die neuen Gedanken schlüpfen, neue Taten begehen können, die den früheren zuwider laufen. Wie Handschuhe wenden sie ihre Seele u. bei zwei völlig verschiedenen einander aufhebenden Resultaten der Vernunft u. der Moral beharren sie im Glauben einer Ehrlichkeit. Daß die Natur der menschlichen Eitelkeit diesen Selbstbetrug, der gewöhnlich auf den Betrug anderer hinausläuft, möglich gemacht hat, mag ihr weit mehr zum Vorwurf erhoben werden, als daß sie Menschen mit Vverbrecherischen Instinkten in die Welt hinausschickt. Was sie tun ist allemal gut getan; dieses erfordert die Eitelkeit. Daher muß auch das Schlechtgetane sich bequemen, ihnen gut zu erscheinen.

*

Die Natur menschlicher Ratschläge. Man sagt einer 50-jährigen Frau: Es wäre schön, wenn Du jetzt 15 Jahre zählen würdest.
Man sagt einer aus Not, nichtsdestoweniger sich gerne bescheidenden Person: Sie sollten eine schöne Wohnung mit Badezimmer haben! u. s. f.
Unausführbares wird, angeblich aus Teilnahme, dem Anderen gewünscht, wobei die Teilnehmenden die Rohheit u. Dummheit nicht ahnen, die darin sich ausdrückt, daß sie erstens an sich uUnausführbares Wwünschen u. zweitens, statt mit Ausführbarem event. selbst die Teilnahme zu bezeugen, sich damit abfinden, wie zum Hohn u. Spott den Teufel der Unausführbarkeit an die Wand zu malen. Und auch hier: Wie kommen sie sich gütig vor, wenn sie dem Anderen etwas wünschen u. sei es das Unausführbarste! Wenn sie sich nur selbst eine praktische Teilnahme ersparen!

*

{298} „Bilde Künstler, rede nicht!“ heißt, daß sich der Künstler in einer Tat auszudrücken habe, daß nicht Worte für eine Leistung zu stehen haben, nicht daß er etwa über seine Werke oder überhaupt nicht reden sollte. Hat er das Werk vollbracht, so mag er reden soviel er will, nur nicht statt des Werkes! Im gewissen Sinne Gegensatz gegen die Lessing’sche Parole: Rapfhael ohne Hände. 2 Laien u. Dilettanten pro domo; kKonjunktiv-Menschen. —

*

Künstler-Dramen! Von Gerhardt Hauptmann ein neues Künstler-Drama: „Gabriel Schillings Flucht“. Noch vor der Lektüre oder dem leibhaftigen Theatereindruck eine Bemerkung: Es bleibt ein Wiederspruch [sic], daß Gerhardt Hauptmann (Schnitzler e tutti quanti) als Künstler u. als Menschen die Hindernisse selbst tapfer überwindent, dagegen die Künstler in seinen Dramen ihren Schicksalen erliegen läßt, trotzdem er auch für sie um einen ehn ansehnlichen Rang bei der Meinung der Zuschauer wirbt. Die einfache Transposition von seinem eigenen Wesen auf die Figur müßte ihm sagen, daß ein wahrhafter Künstler wohl einem Schicksal erliegen kann, dennoch niemals in der Art, wie es die modernen Dichter darzustellen pflegen. Es ist einfach unwahr, daß kräftigere Persönlichkeiten Lebenskonflikten so erliegen, als man es zu sehen bekommt. Wollen die Dichter aber sagen, daß ihre Figuren für die Kunst sterben, dann ist auch dieses ein Widerspruch gegen die Voraussetzung eines wahrhaften Künstlers. In allen diesen Fällen scheint nur allzu billig die leichte Marke eines Künstlers geprägt worden zu sein, um ein etwas vom spießbürgerlichen Leben abweichendes Schicksal darzustellen. Indessen ist es wahrhaftig kein Privileg blos der sogenan[n]ten Künstler ähnliche Lebenskonflikte zu erleben; auch in anderen Ständen, {299} bürgerlichen u. aristokratischen, ereignen sich solche Schicksale u. wenn deren Ausgang ein tragischer ist, so beweist das nicht etwa die Uebermacht u. Superiorität des Schicksals, sondern die eigene Unzulänglichkeit des Betroffenen! Dasselbe gilt aber auch von den sogenannten modernen Künstler-Dramen: Auch der unzulängliche Künstler geht an Schicksalskonflicten zugrunde, ebenso wie ein unzulänglicher Kaufmann. Daher fehlt den modernen Künstler-Dramen die letzte unfehlbare Wirkung.

*

[Printed text:] Jeden Augenblick des Lebens, er falle aus welcher Hand des Schicksals er wolle uns zu, den günstigsten sowie den ungünstigsten, zum bestmöglichen zu machen, darin besteht die Kunst des Lebens und das eigentliche Vorrecht eines vernünftigen Wesens.
Lichtenberg 3

*

Der Welt sollst Ddu dein Herz zeigen, aber nicht geben: Das aufgezeigte imponiert ihr, das hingegebene tritt sie mit Füßen.
Roseagger
aus: Nächtliche Einfälle.
Zeit“ 25. Dez. 1912 4

*

© Transcription Marko Deisinger.

16.

The first movement finished for the second time! 1

*

Paradise was quickly lost when the two, Adam and Eve, were driven from it; the power that should lead people back to Paradise is, however, incomparably slower in effect. They will certainly not allow themselves to be driven in; this pace is too quick for them. Thus they are in no hurry about Paradise: they feel so little worthy of this place!

*

For most people, the only purpose in life is – to plan for old age!

*

{297} Far worse than an overtly intended and perpetrated act of malice is that trait of human beings through which they, in accordance with an advantage to be newly gained (among which is also to be understood the averting of delinquent acts), can cancel and eradicate the thoughts and deeds of yesterday and, in good faith (!!), are able to slip into new ideas, new deeds that fly in the face of the earlier ones. They change their souls like gloves; and with two completely different results of reason and morality, they persist in their belief of acting with honor. That the nature of human vanity has made possible this self-deception, which usually results in the deceit of others, is far more reason to object to it than the fact that it sends people out into the world with criminal instincts. What they do is always well done; this is something that vanity demands. Thus the bad that is done must be forced into appearing good to them.

*

The nature of human advice. A 50-year-old woman is told: "It would be nice if your age were reckoned as 15 years."
One says to someone who lives modestly but no less contentedly: "You should have a nice apartment, with a bathroom!" And so on.
The other person is wished, ostensibly out of sympathy, something that is unachievable, whereby those who offer sympathy are not aware of the coarseness and stupidity that is expressed by, firstly, their wishing something unachievable and, secondly, instead of perhaps showing sympathy themselves with something achievable, they are contented – as if to add insult to injury – to let the devil of unachievability show his face. And here, too: how they feel charitable in wishing something for another person, however unachievable that may be! So long as they merely spare themselves a practical act of sympathy!

*

{298} "Create, artist, don’t talk!" means that the artist should express himself in a deed, that words should not take the place of an accomplishment – not that he should remain absolutely silent about his works. If he has completed his work, he may talk as much as he would like, just not in place of the work! In a certain sense, the opposite of Lessing’s maxim: Raphael without hands. 2 Laymen and dilettantes pro domo; subjunctive people. —

*

Dramas about artists! By Gerhart Hauptmann, a new drama about an artist: Gabriel Schilling’s Flight. Even before reading it or experiencing it live in the theater, an observation: It remains a contradiction, that Gerhart Hauptmann (likewise Schnitzler and the rest), as artist and man, can himself overcome hardships; by contrast he has the artists in his dramas succumb to their fate despite winning for them a respectable position in the opinion of the audience. The simple transposition of his own being onto the character must tell him that a true artist may well succumb to a fate, but never in the way in which modern writers are accustomed to portraying it. It is simply untrue that stronger personalities succumb to life’s conflicts in the way one is shown. If the writers wish to say, however, that their characters die for their art, then this is also a contradiction of the presuppositions of a true artist. In all these cases, the facile mark of an artist seems to have been stamped all too cheaply, in order to portray a destiny that differs somewhat from ordinary middle-class life. Meanwhile, it is truly not the privilege merely of so-called artists to experience similar conflicts in life; in other situations, too – {299} middle-class and aristocratic – such destinies come about. And if their outcome is a tragic one, then that is not proof of, say, the supremacy and superiority of destiny, but rather the victims’ own inadequacy! The same, however, applies to the so-called modern artist-dramas: even the inadequate artist will perish as a result of conflicting destinies, just like an inadequate businessman. For this reason, modern artist-dramas are lacking in the ultimate, unerring effect.

*

[Printed text:] To do the best possible from every moment in life, regardless of which hand of fate it befalls us, favorable or unfavorable: therein consists the art of life and the actual prerogative of a rational being.
Lichtenberg 3

*

To the world you should reveal your heart but not give it: what is shown will impress it, what is given away it will trample with its feet. Rosegger
from Nächtliche Einfälle
Die Zeit , December 25, 1912 4

*

© Translation William Drabkin.

Footnotes

1 Possibly a draft of the text concerning the first movement of Beethoven’s Sonata Op. 109, for the new Erläuterungsausgabe.

2 See Lessing’s play Emilia Galotti (Berlin, 1772), Act I, scene 4, where the painter Conti says to the Prince of Guastalla: "Perhaps you think, Prince, that Raphael would not have been the greatest genius in painting if he were, unfortunately, born without hands?"

3 Printed item inserted into the diary. The text is taken from Georg Christoph Lichtenberg’s "Gute Ratschläge und Maxime," in Georg Christoph Lichtenberg’s vermischte Schriften, vol. 9, ed. Ludwig Christian Lichtenberg and Friedrich Kries (Vienna: Klang, 1844), p. 228.

4 Peter Rosegger, "Nächtliche Einfälle," in Die Weihnachts-Zeit, literary supplement of Die Zeit, No. 3683, 11th year, December 25, 1912.