13. V. 19

Psychologischer Hintergrund des Gewaltfriedens: Der Angelsachse liebt es, nach der Gurgel zu greifen, den Fuß auf den Nacken zu setzen, u. sich vor allem in Respekt zu bringen – Recht Nebensache – Angst vor der Macht Hauptsache. Jetzt soll das Exempel, das an Deutschland statuiert wird, nach angelsächsischer Vorstellung der Welt den Lehrsatz einprägen: hüte dich, gegen den Angelsachsen irgend etwas zu unternehmen, ja auch nur zu denken! Die Absperrung Deutschlands von der Welt , bezweckt im besondern, nur ja nicht [illeg]der übrigen Welt zum Bewußtsein zu bringen, welche Niederlage die Entente während der vier Jahre erlitten hat. – Frankreich ist zu einer zweiten Rolle bestimmt, die Eitelkeit aber heißt es sich recken, natürlich vergebens, Frankreichs ganze Geschichte ist ein Kampf zwischen den Anforder- {197} ungen der Eitelkeit u. den versagenden geistigen wie physischen Kräften. Wieder ist ein Moment da, in dem es glaubt, ein Ziel erreichen zu können, das die Eitelkeit vollauf befriedigen würde. Bei dieser Schwäche wurde es vom Angelsachsen auch gepackt: es hat seine Schuldigkeit getan – u. siehe, der Lakai des Angelsachsen bleibt dennoch an zweiter Stelle, ebenso wie Italien an dritter Stelle stehen bleibt, obwohl es alles aufgeboten hat, um mit den Ersten mitzukommen!

© Transcription Marko Deisinger.

May, 13, 1919.

Psychological background to the compulsory peace: the Anglo-Saxon likes to grab at someone's throat, to put his foot on his neck, and above all to gain respect. Justice is a secondary matter; fear of power is the primary reason. Now the example of which Germany is being made will, in accordance with the Anglo-Saxon view of the world, imprint the tenet: take care not to undertake anything against the Anglo-Saxon, not even to think about it! The isolation of Germany from the world is intended in particular only not allow the rest of the world to be conscious of the defeat the Entente suffered over four years. France is relegated to a secondary role; but vanity makes it raise itself up – in vain, of course. The entire history of France is a struggle between the {197} demands of vanity and its failing intellectual and physical prowess. The time has again come in which it believes that is able to reach a position which would thoroughly satisfy its vanity. Through this weakness it also became thrall to the Anglo-Saxon; it has done its duty and, lo!, the Anglo-Saxon's lackey nonetheless remains in second place – just as Italy remains in third place, even though it has made every effort to keep up with the leader!

© Translation William Drabkin.

13. V. 19

Psychologischer Hintergrund des Gewaltfriedens: Der Angelsachse liebt es, nach der Gurgel zu greifen, den Fuß auf den Nacken zu setzen, u. sich vor allem in Respekt zu bringen – Recht Nebensache – Angst vor der Macht Hauptsache. Jetzt soll das Exempel, das an Deutschland statuiert wird, nach angelsächsischer Vorstellung der Welt den Lehrsatz einprägen: hüte dich, gegen den Angelsachsen irgend etwas zu unternehmen, ja auch nur zu denken! Die Absperrung Deutschlands von der Welt , bezweckt im besondern, nur ja nicht [illeg]der übrigen Welt zum Bewußtsein zu bringen, welche Niederlage die Entente während der vier Jahre erlitten hat. – Frankreich ist zu einer zweiten Rolle bestimmt, die Eitelkeit aber heißt es sich recken, natürlich vergebens, Frankreichs ganze Geschichte ist ein Kampf zwischen den Anforder- {197} ungen der Eitelkeit u. den versagenden geistigen wie physischen Kräften. Wieder ist ein Moment da, in dem es glaubt, ein Ziel erreichen zu können, das die Eitelkeit vollauf befriedigen würde. Bei dieser Schwäche wurde es vom Angelsachsen auch gepackt: es hat seine Schuldigkeit getan – u. siehe, der Lakai des Angelsachsen bleibt dennoch an zweiter Stelle, ebenso wie Italien an dritter Stelle stehen bleibt, obwohl es alles aufgeboten hat, um mit den Ersten mitzukommen!

© Transcription Marko Deisinger.

May, 13, 1919.

Psychological background to the compulsory peace: the Anglo-Saxon likes to grab at someone's throat, to put his foot on his neck, and above all to gain respect. Justice is a secondary matter; fear of power is the primary reason. Now the example of which Germany is being made will, in accordance with the Anglo-Saxon view of the world, imprint the tenet: take care not to undertake anything against the Anglo-Saxon, not even to think about it! The isolation of Germany from the world is intended in particular only not allow the rest of the world to be conscious of the defeat the Entente suffered over four years. France is relegated to a secondary role; but vanity makes it raise itself up – in vain, of course. The entire history of France is a struggle between the {197} demands of vanity and its failing intellectual and physical prowess. The time has again come in which it believes that is able to reach a position which would thoroughly satisfy its vanity. Through this weakness it also became thrall to the Anglo-Saxon; it has done its duty and, lo!, the Anglo-Saxon's lackey nonetheless remains in second place – just as Italy remains in third place, even though it has made every effort to keep up with the leader!

© Translation William Drabkin.