An Prof. Rudorff. 10. 10. 09.


Mein hochverehrter, lieber Herr Professor! 1

Endlich, endlich kann ich Dank sagen! Wie schön, wie erquickend auch nur das Bild: 2 die Stimmen athmen, haben ihre Pausen, leben für sich und fürs Ganze! Wo sieht man ähnliches heute wieder? Die Hausegger’s e tutti quanti, (auch R. Strauss ) schreiben Bratschen- und Cellostimmen statt Menschenstimmen. Alle vokale Kultur, (bis auf Brahms herab) die unveränderlich geltende Grundlage auch des Instrumentalsatzes ‒ ich erinnere [mich] nur an das Artikulieren des Melodischen mittels der Bögen und dgl. ‒ ist durch Wagner ja schon längst zerstört worden! Wie glücklich bin ich, einen wirklichen Vokalsatz, vor Allem Styl wieder zu sehen! Wie schön doch nur die kleine Terz – as/f, die den Chor einleitet (T. 1) u. ohne viel Aufhebens zu machen in T. 13 die 2. Strophe einleitet! 𝆒 mf 𝆓 Ich fürchte, es ist das Alles zu viel Kultur für die gegenwärtige aviatische Welt. Leider kam das Werk etwas zu spät in meine Hände: Die Programme waren schon publizert. Sonst hätte ich gerne bei Hofkpm Schalk , der unsere Gesellschaftskon- {2} zerte leitet, in letzter Stunde noch einen Versuch gemacht. Es bleibt mir nichts übrig, als den Versuch eben im Laufe der Saison für die nächste zu machen. Im Vorjahre übergab ich Ihre „Romantische Ouv.“, 3 die ich bei Prof. Fischer gefunden habe, dem Direktor Löwe , der mir wohl persönlich, doch leider nicht künstlerisch nahe steht. Es stehen ihm zwei Orchester zur Verfügung, der Konzertverein in Wien und in München; wie ich sehe, hat er aber Ihre „Ouvertüre“ nicht auf das Programm gesetzt. Der Grund ist einfach der: Selbst nichts anderes, als ein von Bruckner (u. das will wahrhaftig nicht viel sagen) abgelegter Kapellmeister-Werth, ‒ man nennt einen solchen derivativen Menschen emphatisch: eine Bruckner -„Autorität“! ‒ paktiert er nothgedrungen nur erst mit Brahms selbst und im übrigen verneigt er sich vor jedem Grüppchen von Menschen, die laut einen Namen ausrufen. Sehen Sie nur die Novitäten in seinem Münchener Programm an: deutlich sind darauf die Schrei- u. Fingerabdrücke zu sehen! Gott sei Dank ist das nicht Ihre, nicht meine Welt! Und doch wird es noch anders kommen.

Hoffentlich geht es Ihnen, verehrtester u. lieber Herr Professor, gesundheitlich gut.

{3} Ich selbst kann es kaum erwarten, daß ich Ihnen den ersten Halbband des Kontrap. endlich zuzuschicken in die Lage komme. Noch zwei Monate! 4 . . Inzwischen habe ich aber, im gewissem [recte gewissen] Sinne über Anregung u. Wunsch unseres Akademiedirektors, Erläuterungen zur chromatischen Fantasie u. Fuge von Bach geschrieben, die ebenfalls binnen etwa 1‒2 Monaten erscheinen dürften. 5 Mein kleiner„ Beitrag z. Orn.“ ist endlich in den Lehrplan unserer Akademie offiziell aufgenommen worden (auch eine englische Übertragung ist davon erschienen 6 ) u. auch die Harmonielehre macht stille, dennoch aber unaufhaltsame große Fortschritte. Sie ist sogar bis zu. Prof. Godovsky(!) gedrungen, u. sogen. „moderne“ Musiker finden mein Buch, das Buch eines „Bachianers,“ „Brahmsianers,“ ohneweiters als das „modernste“ Buch. Und bei den Symphatien [sic], die unser Akademiedirektor für meine Anschauungen hat ‒ umso erstau[n]licher ist das, als er mich persönlich gar nicht kennt ‒, wäre auch schon die Harmonielehre im Lehrplan erschienen, wenn nicht untrennbar damit die Schwierigkeiten verbunden wäre, mit den Schülern Stunden gar ohne „Aufgaben“ (im Sinne Richters) abzuhalten. 7 Ich werde mir erlauben, meine Ausgabe der „chrom. Fantasie u. Fg.“, sobald sie erschienen ist, Ihnen {4} zukommen zu lassen. 8

Und Sie würde mich, mein hochverehrter Herr Professor, sehr erfreuen, wenn Sie mir mitteilen ließen, wie Ihnen der Sommer bekommen. Ich wollte, ich wäre schon dort, wo Sie mich puncto Wagner zu sehen wünschen: fast bin ich überzeugt, daß meine technischen Argumente wider diesen Mann Ihnen recht viel Freude machen werden. 9

Und Ihnen Freude bereiten möchte ich wohl immer, zum Zeichen des Dankes dafür, daß Sie so heiß, so inbrünstig die Sache der wahren Kunst in Gedanken u. Tönen vertreten.


Nun beste, herzlichste Grüße von Ihren
allezeit ergebenen
[signed:] H Schenker

Ich hätte schon längst geschrieben, wenn nicht die Nothwendigkeit, den Vertrag gegenüber der „ Univ. Ed. “ einzuhalten, die Korrekturen für Cotta , das Einsetzen der Schüler (1. Oktob.!) in die Stunden eine Verzögerung notwendig verursacht hätten.

Wien, 10. 10. 09

© Transcription Ian Bent, 2018


To Prof. Rudorff. October 10, 1909


My highly revered, dear Professor [Rudorff], 1

At last, at long last I can thank you! How beautiful, how refreshing is merely its appearance: 2 the voices breathe, they have their breathing-points, they live for themselves and for the whole: Where else does one see anything comparable today? The Hauseggers and their lot (even Richard Strauss) write viola parts and cello parts instead of human vocal lines. The whole vocal culture (up to Brahms), the immutably established foundation of instrumental writing ‒ I only recall the articulation of melody by means of phrasing slurs and the like ‒ was long ago utterly destroyed by Wagner. How happy I am to see once again genuine vocal writing, above all style! How beautiful is the minor third Aę‒F that the chorus introduces (m. 1), and without making a great fuss introduces the second strophe in m. 13 𝆒 mf 𝆓. All of this is, I fear, too much culture for the present-day world addicted to aviation. Unfortunately, the work reached me a little too late: the programs were already published. Otherwise I would gladly have made a last-minute appeal to chief conductor Schalk, who {2} directs our Gesellschaft concerts. I have no alternative but during the course of this season to make an attempt for the next season. Last year I passed your Romantic Overture, 3 which I had come across with Prof. Fischer, to Director Löwe, who is close to me personally, it is true, but sadly not artistically. He has two orchestras at his command, the Vienna Konzertverein, and that in Munich. So far as I can tell, however, he has not put your Overture on the program. The reason is simple: as a conductor with no more value than that of a Bruckner cast-off (and that's not saying much) ‒ people call such a derivative man emphatically a Bruckner "authority"! ‒ he perforce makes a pact first with Brahms himself, and moreover, he bows down to each little group of people who loudly call out a name. Just look at the new works in his Munich program: the echoes and fingerprints are clearly all over it! Thank goodness that isn't your world or mine! And yet nothing is going to change.

I hope, most revered, dear Professor, that you are in the best of health.

{3} I myself can barely wait until I am in a position at last to send you the first volume of my Counterpoint . Two more months! 4 . . . Meanwhile, however, I have, to some extent at the suggestion and wish of our Academy Director, written elucidations to the Chromatic Fantasy and Fugue of Bach, which likewise should appear in the next month or two. 5 My short Contribution to the Study of Ornamentation has at last been officially adopted for the curriculum of our Academy (also an English translation of it has been published 6 ), and even my Theory of Harmony moves along quietly but nonetheless makes inexorably great progress. It has permeated even as far as Prof. Godovsky(!) and so-called "modern" musicians find my book that of a "Bachian," a "Brahmsian," without hesitation the "most modern" book. And given the sympathies that our Academy Director has for my opinions ‒ which is all the more astonishing since he is not at all personally acquainted with me ‒ my Theory of Harmony would already have appeared in the syllabus, were not the difficulty inextricably linked with the problem of conducting lessons with the students entirely without "assignments" (as Richter understands them). 7 I will take the liberty of having my edition of the Chromatic Fantasy and Fugue sent to you {4} as soon as it has appeared. 8

And you, my highly revered Professor, would give me great pleasure if you were to let me know how much of a fillip the summer was to your health. I wish I were already at the point where you might see what I have to say on the issue of Wagner: I am almost convinced that my technical arguments against this man would afford you genuine delight. 9

And I should like always to bring you joy as a token of thanks for so passionately and fervently supporting, in thoughts and sounds, the cause of true art.


Now best, most cordial greetings from your
ever devoted
[signed:] H. Schenker

I would have written long, long ago, had not the need to adhere to the contract with Universal Edition, proofs for Cotta, and the organizing of my pupils into lesson times (October 1!) caused an unavoidable delay.

Vienna, October 10, 1909

© Translation Ian Bent, 2018


An Prof. Rudorff. 10. 10. 09.


Mein hochverehrter, lieber Herr Professor! 1

Endlich, endlich kann ich Dank sagen! Wie schön, wie erquickend auch nur das Bild: 2 die Stimmen athmen, haben ihre Pausen, leben für sich und fürs Ganze! Wo sieht man ähnliches heute wieder? Die Hausegger’s e tutti quanti, (auch R. Strauss ) schreiben Bratschen- und Cellostimmen statt Menschenstimmen. Alle vokale Kultur, (bis auf Brahms herab) die unveränderlich geltende Grundlage auch des Instrumentalsatzes ‒ ich erinnere [mich] nur an das Artikulieren des Melodischen mittels der Bögen und dgl. ‒ ist durch Wagner ja schon längst zerstört worden! Wie glücklich bin ich, einen wirklichen Vokalsatz, vor Allem Styl wieder zu sehen! Wie schön doch nur die kleine Terz – as/f, die den Chor einleitet (T. 1) u. ohne viel Aufhebens zu machen in T. 13 die 2. Strophe einleitet! 𝆒 mf 𝆓 Ich fürchte, es ist das Alles zu viel Kultur für die gegenwärtige aviatische Welt. Leider kam das Werk etwas zu spät in meine Hände: Die Programme waren schon publizert. Sonst hätte ich gerne bei Hofkpm Schalk , der unsere Gesellschaftskon- {2} zerte leitet, in letzter Stunde noch einen Versuch gemacht. Es bleibt mir nichts übrig, als den Versuch eben im Laufe der Saison für die nächste zu machen. Im Vorjahre übergab ich Ihre „Romantische Ouv.“, 3 die ich bei Prof. Fischer gefunden habe, dem Direktor Löwe , der mir wohl persönlich, doch leider nicht künstlerisch nahe steht. Es stehen ihm zwei Orchester zur Verfügung, der Konzertverein in Wien und in München; wie ich sehe, hat er aber Ihre „Ouvertüre“ nicht auf das Programm gesetzt. Der Grund ist einfach der: Selbst nichts anderes, als ein von Bruckner (u. das will wahrhaftig nicht viel sagen) abgelegter Kapellmeister-Werth, ‒ man nennt einen solchen derivativen Menschen emphatisch: eine Bruckner -„Autorität“! ‒ paktiert er nothgedrungen nur erst mit Brahms selbst und im übrigen verneigt er sich vor jedem Grüppchen von Menschen, die laut einen Namen ausrufen. Sehen Sie nur die Novitäten in seinem Münchener Programm an: deutlich sind darauf die Schrei- u. Fingerabdrücke zu sehen! Gott sei Dank ist das nicht Ihre, nicht meine Welt! Und doch wird es noch anders kommen.

Hoffentlich geht es Ihnen, verehrtester u. lieber Herr Professor, gesundheitlich gut.

{3} Ich selbst kann es kaum erwarten, daß ich Ihnen den ersten Halbband des Kontrap. endlich zuzuschicken in die Lage komme. Noch zwei Monate! 4 . . Inzwischen habe ich aber, im gewissem [recte gewissen] Sinne über Anregung u. Wunsch unseres Akademiedirektors, Erläuterungen zur chromatischen Fantasie u. Fuge von Bach geschrieben, die ebenfalls binnen etwa 1‒2 Monaten erscheinen dürften. 5 Mein kleiner„ Beitrag z. Orn.“ ist endlich in den Lehrplan unserer Akademie offiziell aufgenommen worden (auch eine englische Übertragung ist davon erschienen 6 ) u. auch die Harmonielehre macht stille, dennoch aber unaufhaltsame große Fortschritte. Sie ist sogar bis zu. Prof. Godovsky(!) gedrungen, u. sogen. „moderne“ Musiker finden mein Buch, das Buch eines „Bachianers,“ „Brahmsianers,“ ohneweiters als das „modernste“ Buch. Und bei den Symphatien [sic], die unser Akademiedirektor für meine Anschauungen hat ‒ umso erstau[n]licher ist das, als er mich persönlich gar nicht kennt ‒, wäre auch schon die Harmonielehre im Lehrplan erschienen, wenn nicht untrennbar damit die Schwierigkeiten verbunden wäre, mit den Schülern Stunden gar ohne „Aufgaben“ (im Sinne Richters) abzuhalten. 7 Ich werde mir erlauben, meine Ausgabe der „chrom. Fantasie u. Fg.“, sobald sie erschienen ist, Ihnen {4} zukommen zu lassen. 8

Und Sie würde mich, mein hochverehrter Herr Professor, sehr erfreuen, wenn Sie mir mitteilen ließen, wie Ihnen der Sommer bekommen. Ich wollte, ich wäre schon dort, wo Sie mich puncto Wagner zu sehen wünschen: fast bin ich überzeugt, daß meine technischen Argumente wider diesen Mann Ihnen recht viel Freude machen werden. 9

Und Ihnen Freude bereiten möchte ich wohl immer, zum Zeichen des Dankes dafür, daß Sie so heiß, so inbrünstig die Sache der wahren Kunst in Gedanken u. Tönen vertreten.


Nun beste, herzlichste Grüße von Ihren
allezeit ergebenen
[signed:] H Schenker

Ich hätte schon längst geschrieben, wenn nicht die Nothwendigkeit, den Vertrag gegenüber der „ Univ. Ed. “ einzuhalten, die Korrekturen für Cotta , das Einsetzen der Schüler (1. Oktob.!) in die Stunden eine Verzögerung notwendig verursacht hätten.

Wien, 10. 10. 09

© Transcription Ian Bent, 2018


To Prof. Rudorff. October 10, 1909


My highly revered, dear Professor [Rudorff], 1

At last, at long last I can thank you! How beautiful, how refreshing is merely its appearance: 2 the voices breathe, they have their breathing-points, they live for themselves and for the whole: Where else does one see anything comparable today? The Hauseggers and their lot (even Richard Strauss) write viola parts and cello parts instead of human vocal lines. The whole vocal culture (up to Brahms), the immutably established foundation of instrumental writing ‒ I only recall the articulation of melody by means of phrasing slurs and the like ‒ was long ago utterly destroyed by Wagner. How happy I am to see once again genuine vocal writing, above all style! How beautiful is the minor third Aę‒F that the chorus introduces (m. 1), and without making a great fuss introduces the second strophe in m. 13 𝆒 mf 𝆓. All of this is, I fear, too much culture for the present-day world addicted to aviation. Unfortunately, the work reached me a little too late: the programs were already published. Otherwise I would gladly have made a last-minute appeal to chief conductor Schalk, who {2} directs our Gesellschaft concerts. I have no alternative but during the course of this season to make an attempt for the next season. Last year I passed your Romantic Overture, 3 which I had come across with Prof. Fischer, to Director Löwe, who is close to me personally, it is true, but sadly not artistically. He has two orchestras at his command, the Vienna Konzertverein, and that in Munich. So far as I can tell, however, he has not put your Overture on the program. The reason is simple: as a conductor with no more value than that of a Bruckner cast-off (and that's not saying much) ‒ people call such a derivative man emphatically a Bruckner "authority"! ‒ he perforce makes a pact first with Brahms himself, and moreover, he bows down to each little group of people who loudly call out a name. Just look at the new works in his Munich program: the echoes and fingerprints are clearly all over it! Thank goodness that isn't your world or mine! And yet nothing is going to change.

I hope, most revered, dear Professor, that you are in the best of health.

{3} I myself can barely wait until I am in a position at last to send you the first volume of my Counterpoint . Two more months! 4 . . . Meanwhile, however, I have, to some extent at the suggestion and wish of our Academy Director, written elucidations to the Chromatic Fantasy and Fugue of Bach, which likewise should appear in the next month or two. 5 My short Contribution to the Study of Ornamentation has at last been officially adopted for the curriculum of our Academy (also an English translation of it has been published 6 ), and even my Theory of Harmony moves along quietly but nonetheless makes inexorably great progress. It has permeated even as far as Prof. Godovsky(!) and so-called "modern" musicians find my book that of a "Bachian," a "Brahmsian," without hesitation the "most modern" book. And given the sympathies that our Academy Director has for my opinions ‒ which is all the more astonishing since he is not at all personally acquainted with me ‒ my Theory of Harmony would already have appeared in the syllabus, were not the difficulty inextricably linked with the problem of conducting lessons with the students entirely without "assignments" (as Richter understands them). 7 I will take the liberty of having my edition of the Chromatic Fantasy and Fugue sent to you {4} as soon as it has appeared. 8

And you, my highly revered Professor, would give me great pleasure if you were to let me know how much of a fillip the summer was to your health. I wish I were already at the point where you might see what I have to say on the issue of Wagner: I am almost convinced that my technical arguments against this man would afford you genuine delight. 9

And I should like always to bring you joy as a token of thanks for so passionately and fervently supporting, in thoughts and sounds, the cause of true art.


Now best, most cordial greetings from your
ever devoted
[signed:] H. Schenker

I would have written long, long ago, had not the need to adhere to the contract with Universal Edition, proofs for Cotta, and the organizing of my pupils into lesson times (October 1!) caused an unavoidable delay.

Vienna, October 10, 1909

© Translation Ian Bent, 2018

Footnotes

1 Writing of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 1/4, Ser. A, p. 102, October 10, 1909: "Brief an Rudorff (s. Blg.)" ("Letter to Rudorff (see folder)") ‒ the "folder" being where his drafts/copies were kept at the time. — A transcription of two passages of this letter (Endlich ...wieder zu sehen" and "Leider kann ... meine Welt!") is given in Hellmut Federhofer, Heinrich Schenker nach Tagebüchern ... (Hildesheim: Georg Olms, 1985), p. 207.

2 Schenker is referring to the score of a choral work by Rudorff that the latter had presumably sent him. The work concerned is not identified. Possibilities are: chorus with orchestra: Der Aufzug der Romanze, Op. 18; Two Women's Choruses, Op. 19; Gesang an die Sterne, Op. 26; Herbstlied, Op. 43; a capella: Twelve Songs for Mixed Chorus, Opp. 6, 11, 13; Six Songs for 4-voice Female Chorus, Opp. 22, 23.

3 Romantische Ouvertüre, Op. 45.

4 It would in fact be twelve months before the publication date: October 4, 1910. A letter from Cotta of the same date confirms that a copy had been sent to Rudorff in Grosslichterfelde (OJ 9/31, [27]), and another on October 15 confirms this (OJ 9/31, [28]), whilst on November 16 Rudorff refers to the volume (OJ 13/37, 13).

5 The edition of the Chromatic Fantasy and Fugue must have been published on or close to October 14, 1910, since the second honorarium, due on the day of publication, was paid to Schenker on that date (OC 52/425).

6 No English translation was published until that of Hedi Siegel, ed. and transl., "A Contribution to the Study of Ornamentation by Heinrich Schenker," The Music Forum, vol. IV (New York: Columbia University Press, 1976), pp. 1‒139.

7 The absence of exercises from Schenker's Harmonielehre was to bedevil this work throughout its history: see Robert Wason, "From Harmonielehre to Harmony: Schenker's Theory of Harmony and Its Americanization," in Allan Cadwallader, ed., Essays from the Fourth International Schenker Symposium, vol. I (Hildesheim: Georg Olms, 2008), pp. 213‒58.

8 Rudorff's name appears as the first in the list of those to whom complimentary copies should be sent by Universal Edition (WSLB 66/67, p. 8, October 19, 1910). Cf. footnote 5.

9 Reference is presumably to his Über den Niedergang der Kompositionskunst , by which Schenker set great store at this time, but which was not published in his lifetime. The material survives in OC 31 from around c.1906‒07; see William Drabkin, ed. and transl., "The Decline of the Art of Composition: a Technical-Critical Study," Music Analysis, 24/1‒2 (March‒July 2005), 1‒232 (introduction, translation, German text).

Commentary

Format
4p letter, Bogen format, holograph salutation, message, valediction, signature, and postscript
License
All reasonable efforts have been made to trace the heirs and representatives of Heinrich Schenker. This material is deemed to be the public domain. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence[at]mus[dot]cam[dot]ac[dot]uk.
Rights Holder
The heirs and representatives of Heinrich Schenker. Deemed to be in the public domain.
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)--Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas,Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978--)

Digital version created: 2018-04-23
Last updated: 2012-09-26