3. IV. 14

Eine unangenehme Erfahrung mit Herrn Fritz Mendl findet ihren Abschluß. In einem zweiten Brief frug ich Herrn Mendl an, ob er Mitglied des Kuratoriums der Hirsch-Stiftung sei u. in dieser Eigenschaft Herrn Klumaks Gesuch unterstützen könne. Die Antwort die einlief war ebenso blos geschäftsmäßig, wie die beiden ersten Briefe u. beschränkte sich auf die Mitteilung, daß nicht er selbst, sondern sein Bruder Mitglied des Kuratoriums sei u. daß ich nun dem Bruder den Fall vorlegen möge. Nicht einmal also die Gefälligkeit wollte Herr Mendl leisten, den Bruder telefonisch oder sonstwie von meiner Bitte zu verständigen. Und wenn er seine Bereitschaft zu einer materiellen Hilfeleistung erklärte, so habe ich ihn gerade bestrafen wollen, wenn ich auf diese verzichtet habe. Ich habe Herrn Mendl den Kniff nicht gestatten wollen, sich mit einer banalen Kleinigkeit abzufinden, um sowohl mich, als Herrn Klumak dauernd zu verpflichten u. habe daher ausdrücklich im Briefe den Gedanken ausgespielt, daß ich ihn selbst geschont wissen will. Herr Klumak wird inzwischen einen anderen Weg einschlagen.

*

© Transcription Marko Deisinger.

April 3, 1914.

An unpleasant experience with Mr. Fritz Mendl reaches its conclusion. In a second letter, I asked Mr. Mendl whether he is a member of the board of curators of the Hirsch Foundation, and if, in this capacity, he could support Mr. Klumak's request. The reply that came back was equally just as businesslike as the first two letters; it informed me only that not he himself, but his brother, was a member of the board, and that I must now put the case before his brother. Mr. Mendl did not even want to do me the favor of explaining my request to his brother, over the telephone or in some other way. And if he had declared himself willing to offer material help, I would actually have felt like punishing him by turning down this offer. I could not tolerate Mr. Mendl's trick of agreeing to a banal, triviality in order to bind me, as well as Mr. Klumak, perpetually; and therefore I specifically expressed the thought that I myself wanted him to be protected. In the meantime, Mr. Klumak will seek out another path.

*

© Translation William Drabkin.

3. IV. 14

Eine unangenehme Erfahrung mit Herrn Fritz Mendl findet ihren Abschluß. In einem zweiten Brief frug ich Herrn Mendl an, ob er Mitglied des Kuratoriums der Hirsch-Stiftung sei u. in dieser Eigenschaft Herrn Klumaks Gesuch unterstützen könne. Die Antwort die einlief war ebenso blos geschäftsmäßig, wie die beiden ersten Briefe u. beschränkte sich auf die Mitteilung, daß nicht er selbst, sondern sein Bruder Mitglied des Kuratoriums sei u. daß ich nun dem Bruder den Fall vorlegen möge. Nicht einmal also die Gefälligkeit wollte Herr Mendl leisten, den Bruder telefonisch oder sonstwie von meiner Bitte zu verständigen. Und wenn er seine Bereitschaft zu einer materiellen Hilfeleistung erklärte, so habe ich ihn gerade bestrafen wollen, wenn ich auf diese verzichtet habe. Ich habe Herrn Mendl den Kniff nicht gestatten wollen, sich mit einer banalen Kleinigkeit abzufinden, um sowohl mich, als Herrn Klumak dauernd zu verpflichten u. habe daher ausdrücklich im Briefe den Gedanken ausgespielt, daß ich ihn selbst geschont wissen will. Herr Klumak wird inzwischen einen anderen Weg einschlagen.

*

© Transcription Marko Deisinger.

April 3, 1914.

An unpleasant experience with Mr. Fritz Mendl reaches its conclusion. In a second letter, I asked Mr. Mendl whether he is a member of the board of curators of the Hirsch Foundation, and if, in this capacity, he could support Mr. Klumak's request. The reply that came back was equally just as businesslike as the first two letters; it informed me only that not he himself, but his brother, was a member of the board, and that I must now put the case before his brother. Mr. Mendl did not even want to do me the favor of explaining my request to his brother, over the telephone or in some other way. And if he had declared himself willing to offer material help, I would actually have felt like punishing him by turning down this offer. I could not tolerate Mr. Mendl's trick of agreeing to a banal, triviality in order to bind me, as well as Mr. Klumak, perpetually; and therefore I specifically expressed the thought that I myself wanted him to be protected. In the meantime, Mr. Klumak will seek out another path.

*

© Translation William Drabkin.