[Typing errors have been corrected by Dahms in his hand and by overtyping; these have been incorporated here without comment, and blatant typing errors have been silently corrected.]

Milano (2)
Stenopost Nr. 67
21. Mai 1926.


Lieber und verehrter Meister! 1

Die von Ihnen gemeinsam mit Vrieslander, Hoboken und Deutsch geschriebene Karte hat uns viel Freude gemacht. 2 Ich hätte Ihnen längst einmal, auch schon vorher, ausführlicher geschrieben, wenn nicht so vieles gewesen wäre, das mich davon zurückgehalten hat. In den letzten Wochen des März kam noch ein junger Verleger aus München zu mir nach Pallanza. Wir hatten viel zu besprechen und zu planen. Dann kam der Umzug, da wir unter allen Umständen den Berg, auf dem wir lebten, verlassen mussten. Das neue Heim, etwa eine Stunde von Mailand entfernt, gefällt uns gut. Wir haben es nur bis Ende September gemietet. Unmittelbare ausgedehnte Waldungen geben uns Gelegenheit zu schönen ebenen Spaziergängen. Soweit wäre alles ganz gut. Aber meine Frau ist leider seit längerer Zeit kränklich. Die Arzte [sic] haben nun eine ausserordentliche Vernachlässigung ihrer Gesundheit nach der Geburt festgestellt. Gestern ist sie, zum zweiten Male innerhalb von vier Wochen, operiert worden. Es ist keine schwere Sache gewesen, aber es musste gemacht werden, wenn sie überhaupt wieder so richtig zu Kräften kommen will. Bei ihrer grossen Energie verliert sie so leicht den Massstab für ihre Leistungsfähigkeit in körperlicher Beziehung, dass jetzt eine sehr sorgsame Behandlung und Kur nötig ist. Sie sollte auf Rat des Arztes nach Salsamaggiore, einem berühmten Kurort in Italien. Aber da dies für uns zu kostspielig ist, will der Arzt versuchen, sie durch eingehende Behandlung zu kurieren. Dem Kinde geht es gottseidank ausgezeichnet, es erobert sich mit jedem Tag einen grösseren Platz im Leben.

Ich habe viel zu arbeiten. Die journalistische Tätigkeit, von der ich lebe, erfordert Zeit und Beschäftigung mit der tiefsten Niederung des Daseins: der Politik unserer Zeit. Die Einnahmen aus den Büchern sind so gut wie Null. Im vorigen Jahr habe ich für die „Musik des Südens“ ganze 7,35 M. Tantieme bekommen. Dies muss nun irgendwie anders werden. Durch einen sehr guten Freund ist mir in München ein junger Mann empfohlen worden, der soeben seinen philologischen Doktor macht, bereits durch mehrjährige Tätigkeit im Verlagswesen grosse Erfahrung besitzt und vor allem ein Mann von Talent, absoluter Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Sachkenntnis ist. Ich habe ihn eingeladen, er ist seinerzeit zwei Wochen bei mir in Pallanza gewesen und ich bin ausserordentlich mit ihm zufrieden. Dies ist der Mann, den ich für meine zukünftigen Pläne brauche. Ich habe ihn in alles eingeweiht und er ist überzeugt von der Durchführbarkeit meiner Pläne. Mit ihm zusammen will ich nun im Herbst ein neues Verlagsunternehmen ins Leben rufen. Als erstes wollen wir im Oktober dieses Jahres einen musikalischen Almanach 3 publizieren, der einen originellen Titel haben wird und dessen Inhalt in seiner Buntheit und Fülle so eingerichtet sein wird, dass er das Interesse der ganzen breiten Massen der Musikfreunde erwecken soll. Der Almanach soll billig sein, 2, - M. oder höchstens 2,50 M. kosten, sehr hübsch ausgestattet sein, in verschiedener Beziehung ein wichtiges Organ der Verleger sein durch seine Kritischen Artikel über die Neuerscheinungen und er {2} soll dazu dienen, das wirklich Gute verbreiten zu helfen. 4

Sie können sich denken, dass ein von mir herausgegebener Almanach keine Propaganda für atonale Musik macht. Er soll unseren Ideen dienstbar sein, aber er soll sie ganz unauffällig den breiteren Massen nahebringen, an die sie, dank der durch die Musikzeitungen ausgeübten Sperre, nicht gelangen können. Geradezu in unterhaltender Form sollen die Leute auf das Echte hingewiesen werden, während das Andere als nichtexistierend betrachtet und behandelt wird. Ich glaube, dass dieser Almanach unserere Sache sehr helfen kann. Ein besonderer Zweck des Unternehmens ist nun für mich persönlich der, mich durch das neue Unternehmen aus den Händen der bestehenden Verleger zu befreien, die eben doch nur auf ihren Profit sehen und ohne weiteres den Autor betrügen, wo sie nur können. Hier in dem neuen Unternehmen, das nur durch mich besteht und nur durch mich überhaupt entstehen kann, habe ich Einblick in Alles. Ich habe ‒ leider von mir viel zu wenig bisher ausgenutzt ‒ eine grosse praktische Begabung für diese Verlagsdinge durch meine genaue Kenntnis der Zusammenhänge im Musikleben etc. Die neuen Propagandawege, die ich dem jungen Verleger eröffnet haben, haben ihn ungeheuer überrascht und ganz überzeugt. Wir werden von unserem Almanach eine Grundauflage von 10.000 bis 20.000 Exemplaren drucken. Die Absatzmöglichkeiten sind nach meinem System sehr grosse und bedeutende, sodass mein Münchner Mann[,] trotzdem er auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin sehr vorsichtig kalkulierte, enthusiamiert ist. Gelingt es uns, mit dem Almanach einen grossen Erfolg zu erzielen ‒ und daran zweifle ich keinen Augenblick, da wir beide unsere ganze Kraft und Energie an die Propaganda setzen werden, in einem Masse wie das ein grosser Verlag überhaupt nicht tun kann ‒ so sollen dem Almanach in kommenden Jahr ausser seinem zweiten Jahrgang noch andere Publikationen folgen. Mein Ziel ist auf die Gründung einer nach meinen Plänen entworfenen grossen Zeitschrift gerichtet. Wir wollen durch den musikalischen Almanach und eine weitere Publikation uns das Fundament dafür zu schaffen suchen. Haben wir unseren Leser- bezw. Käuferkreis, so haben wir auch das Publikum für die Zeitschrift. Damit soll dann die Propaganda für die grossen Ideen unserer Zeit, wie eben die Ihre, verehrter Meister, in ganz grosszügiger Weise betrieben werden. Ich habe auch hierfür die Pläne bis ins Einzelne entworfen und nach genauer Prüfung musste mir der Verleger sagen, dass sie auch in praktischer Hinsicht nicht aussichtsreicher sein könnten. Das Wesentliche ist ja bei uns, dass wir unsere ganze Persönlichkeit für die Sache einsetzen, ohne uns, wie das sonst bei solchen Gründungen meist üblich ist, zunächst einmal ein fabelhaftes Büro mit dem dazugehörigen Personal einzurichten, wobei dann die Mittel meist sehr schnell erschöpft sind.

Der junge Mann nun, der aus einer alteingesessenen Hannoverschen Kaufmannsfamilie stammt, wird von seinem Vater eine gewisse Summe und zwar 5.000 Mark für den Anfang bekommen. Geht die Sache gut, so hat ihm sein Vater weitere Mittel versprochen. Wir brauchen jedoch, um mit Aussicht auf den von uns erstrebten Erfolg anfangen zu können, im ganzen 10.000 Mark Anfangskapital. Ich selbst habe in meinen Abmachungen und Verabredungen mit dem Verleger betont, dass ich mit ihm in einem anderen Verhältnis stehen möchte, als es sonst das zwischen Autor und Verleger ist. Ich schreibe den Almanach und stelle meine sonstigen literarischen Pläne für das Unternehmen zur Verfügung. Um jedoch auch in dem Verlag selbst absolut gleichberechtigt neben ihm stehen zu können, muss ich mich mit der- {3} selben Summe an dem Unternehmen beteiligen, wie der Verleger, unter dessen Namen das Unternehmen laufen soll. Ich selbst habe dies sogar dem Verleger gegenüber als eine absolute Notwendigkeit betont, um unter allen Umständen mein geistiges Gut voll in der Hand behalten zu können. Beteilige ich mich nicht pekuniär daran, so bin ich eben wieder wie immer nur der Autor, der seine Arbeit dem Kapitalisten zur Ausnutzung übergibt. Denn da natürlich das ganze Verhältnis zwischen mir und dem Verleger kontraktlich auf das Genaueste geregelt wird, muss der rein geschäftliche Standpunkt klar gewahrt bleiben. Ich will nun versuchen, irgendwie und irgendwo das Geld darlehnsweise aufzutreiben. Was ich tun kann ist, dass ich mich mit meiner ganzen Persönlichkeit dafür verbürge und haftbar erkläre. Wüssten Sie, verehrter Meister, jemanden, dem es nicht darauf ankommt, durch ein Darlehen, (nicht durch ein Geschenk!) mir die Teilnahme an diesem Unternehmen zu ermöglichen. Es müsste sich, wie gesagt, um eine nennenswerte Summe handeln, vielleicht dass man zwei Leute finden könnte, die zusammen 5.000 Mark für die Sache zu meinen Händen geben könnten und würden. Das Geld würde gut verzinst und sobald als möglich ‒ spätestens nach zwei Jahren ‒ zurückgezahlt werden. Es wäre ein Darlehen, das man mir persönlich gewähren würde und das ich in dem Unternehmen verwerten würde. Für die vollkommene Sicherheit verbürge ich mich mit meinem Namen, mit meinem ganzen Dasein als Schriftsteller und Mensch. Das Unternehmen ist gut, sehr sorgsam überlegt und kalkuliert und muss erfolgreich sein, da es sich um eine Sache handelt, die durchaus populär ist und für einen weiten Kreis von Interessenten berechnet ist. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich einmal überlegen könnten, ob in Ihrem Bekanntenkreis eine Persönlichkeit wäre, die meine Sache durch Gewährung eines solchen Darlehens unterstützen würde. 5 Der Zeitpunkt für die Durchführung meines Planes ist günstig, und ich weiss, dass ich keine Konkurrenz zu fürchten brauche. Könnte ich mich an diesem Unternehmen beteiligen, so wäre damit sicherlich das Fundament für meine wirtschaftliche Existenz geschaffen und wir hätten endlich für unsere grosse gemeinsame ideale Sache, für den Kultus den [sic] Genius, eine Stätte, wie wohl eine zweite schwerlich zu finden wäre.

Verzeihen Sie mir, lieber Meister, dass ich zu Ihnen mit meiner Bitte kommen. Aber Sie verstehen am besten, was mich dazu treibt und wie schön es wäre, eine Sache ins Leben rufen zu können, die dem Edlen und Guten in dieser Zeit des Chaos aufrichtig dienen würde. Nur lassen Sie bitte ja kein Wort irgendeinem Verleger gegenüber fallen. Denn vorläufig ist die Sache noch ganz geheim und sie soll für viele eine grosse Ueberraschung werden.

Ich würde mich freuen, bald einmal von Ihnen zu hören. Wann machen Sie Ferien? Wenn ich Sie doch sehen könnte!

Wenn sich jemand finden liesse, der geneigt ist, meiner Sache durch ein Darlehen obenbezeichneter Art zu helfen, dann würde ich es unter allen Umständen ermöglichen, nach Wien zu kommen, um mündlich alle weiteren Aufschlüsse über die Sache geben zu können.

Lassen Sie mich schliessen. Mit den herzlichsten Grüssen an Sie und Ihre verehrte Frau Gemahlin, von meiner Frau und Ihrem


immer dankbarergebenen
[signed:] Walter Dahms

© Transcription John Koslovsky, 2012

[Typing errors have been corrected by Dahms in his hand and by overtyping; these have been incorporated here without comment, and blatant typing errors have been silently corrected.]

Milan (2)
Stenopost Nr. 67
May 21, 1926


Dear and revered Master! 1

The postcard that you wrote together with Vrieslander, Hoboken, and Deutsch gave us much joy. 2 I would have already written to you at greater length long ago if there were not so many things that had prevented me from doing so. In the last weeks of March a young publisher from Munich came to me in Pallanza. We had many things to discuss and to plan. Then we had to relocate, because given the circumstances we had to leave the mountain on which we were living. Our new home, about an hour away from Milan, pleases us very much. We have rented it until the end of September. The expansive forests nearby give us the opportunity to go for fantastic walks. If that were all everything would be perfectly fine. But unfortunately my wife has been sick for some time now. The doctors have been terribly negligent of her health after the birth. Yesterday she went for an operation for the second time in four weeks. It was nothing serious, but it had to be done if she wants to regain her proper strength once again. Through her enormous expenditure of energy she easily loses sight of how to measure the ability of her body to function, so much so that now a careful treatment and cure are necessary. On the advice of the doctor she should go to Salsamaggiore, a well-known spa in Italy. But because this is so expensive for us, the doctor will try to cure her through close treatment. Thankfully things are going extremely well with the child, with every day it occupies a greater place in life.

I have many things to work on. My journalistic duties, from which I live, demand time and preoccupation with the lowest drudgery of existence: the politics of our time. The revenue from my books is as good as nothing. Last year I earned a sum of 7.35 Marks in royalties for Music of the South. This has got to change somehow. A very good friend of mine recommended to me a young man from Munich, who just completed his doctorate in philology. He has many years of experience in the publishing industry and is above all a man of talent, absolute honorableness, trustworthiness, reliability, and expertise. I invited him to come here, and he stayed with me in Pallanza for two weeks. I am extremely satisfied with him. This is the man I need for my future plans. I have let him in on everything and he is convinced about the feasibility of my plans. With him I want to launch a new publishing company in the fall. As a first project we want to publish a musical almanac 3 in October of this year, which will have an original title and whose contents will be arranged according to its colorfulness and richness such that the interest of the wider masses of music lovers will be awaken. The almanac will be inexpensive, it should cost 2 Marks or 2.50 at the most, and it will be very handsomely presented. Through its critical essays on newly published works it will be in many respects an important organ of the publisher and {2} should thereby serve to help to spread the good word. 4

You can imagine that, as I am editor, the almanac will not have any propaganda for atonal music. It should serve our ideas, but it should also bring them closer to the wider masses discreetly, whom they otherwise cannot reach, thanks to the current barriers of the music journals. The people should be shown the truth in a direct and conversational form, while other points of view will be regarded and handled as non-existent. I believe that this almanac can help our cause very much. One specific goal of the publishing company for me personally is to free me from the hands of the existing publisher, which really only looks after its profits and readily deceives the author wherever it can. Here in the new company, which exists only because of me and can really evolve only through me, I look after everything. I have ‒ unfortunately up to now I have made too little use of it ‒ a great practical talent for such publishing matters through my specific knowledge of the connections to musical life etc. The new paths of propaganda, which I have opened up for the young publisher, have surprised and convinced him enormously. For the initial edition of our almanac we will print between 10,000 and 20,000 copies. The sales possibilities are very large and considerable according my system, so much as that my Munich guy, however conservatively he calculates my express wish, is enthusiastic. We have achieved with the almanac a great success ‒ and therefore I do not doubt for a moment that both of us will put our entire power and energies into propaganda, to a degree that a larger publisher cannot do ‒ so in the coming year other publications beyond a second yearbook of the almanac will follow. My goal is to build the foundations for my plans to devise a large journal. We wish to search for the foundations of this plan through the musical almanac and a further publication. If we have a readership or paying membership, we then have a public for the journal. Therefore the propaganda of the great ideas of our time, such as yours, revered master, should be carried out in an entirely generous way. For this I have conceived plans in solitude and after a thorough examination the publisher had to say to me that from a practical point of view they could not be more promising. The most essential thing is in us, that we deploy our entire personality for the task; without us, which elsewhere by certain establishments is mainly the case, a lavish office with a corresponding personnel is established and funds are often quickly exhausted.

The young man, who comes from a long-established business family in Hannover, will procure a sum of 5,000 Marks from his father for the beginning stages. If things go well, his father has promised further funding. However, in order to have a chance at success in the beginning stages, we need 10,000 Marks in start-up capital. In my deals and agreements with the publisher I myself have pointed out that I would like my relationship with him to be quite different from that which exists elsewhere between author and publisher. I will write the almanac and provide my other literary plans for the company. But to be able to stand absolutely on equal ground with him, I have to {3} contribute the same sum to the company as the publisher, under whose name the company should run. I have pointed this out to the publisher as an absolute necessity, to leave the intellectual integrity in my hands under all circumstances. If I do not take a share in the company, then I am once again just the author whose work surrenders to the exploitation of the capitalists. Since naturally the entire relationship between me and the publisher is regulated contractually down to the last detail, the purely business aspects must be clearly protected. Somehow I want to find a way to borrow the money. What I can do is guarantee and declare my liability with my entire character. Would you know, revered master, of someone for whom it would not be a problem to make possible a loan (not a gift!) for me to take part in this company? It would have to be, as I said, a sizeable sum, perhaps one could find two people, who together could and would put 5,000 Marks in my hands for the business. The money would be paid back with good interest and as soon as possible ‒ at the very latest two years. It would be a loan that one would grant me personally and that I would use for the company. For complete assurance I vouch for myself with my name, with my entire existence as a writer and person. The company is good, very carefully thought out and calculated and must be successful, since it deals with a matter that is thoroughly popular and aimed at a wide circle of interested parties. I would be very thankful if you would think about whether there is anyone in your circles who would support my cause by granting such a loan. 5 The timing of the implementation of my plan is ripe, and I know that I do not need to fear any competition. If I could take a share in this company the foundation for my financial livelihood would surely be achieved and we would finally have a place for our common and great ideal cause, for the cult of genius ‒ how difficult a second would be to find.

Please forgive me, dear master, that I come to you with such a request. But you understand best what drives me and how wonderful it would be to start up a cause that sincerely would serve honor and righteousness in these times of chaos. Just don't say a word about this to any publisher. For the time being the cause is still completely secret and it should come as a great surprise to many.

I would be delighted to hear from you soon. When will you have a holiday? If only I could see you!

If someone is found who is inclined to help take up my cause through a loan in the way described above, then I would make possible in this case to come to Vienna and make all further arrangements over the matter in person.

Let me close here. With the warmest greetings to you and your dear wife, from my wife and your


ever-thankful devotee,
[signed:] Walter Dahms

© Translation John Koslovsky, 2012

[Typing errors have been corrected by Dahms in his hand and by overtyping; these have been incorporated here without comment, and blatant typing errors have been silently corrected.]

Milano (2)
Stenopost Nr. 67
21. Mai 1926.


Lieber und verehrter Meister! 1

Die von Ihnen gemeinsam mit Vrieslander, Hoboken und Deutsch geschriebene Karte hat uns viel Freude gemacht. 2 Ich hätte Ihnen längst einmal, auch schon vorher, ausführlicher geschrieben, wenn nicht so vieles gewesen wäre, das mich davon zurückgehalten hat. In den letzten Wochen des März kam noch ein junger Verleger aus München zu mir nach Pallanza. Wir hatten viel zu besprechen und zu planen. Dann kam der Umzug, da wir unter allen Umständen den Berg, auf dem wir lebten, verlassen mussten. Das neue Heim, etwa eine Stunde von Mailand entfernt, gefällt uns gut. Wir haben es nur bis Ende September gemietet. Unmittelbare ausgedehnte Waldungen geben uns Gelegenheit zu schönen ebenen Spaziergängen. Soweit wäre alles ganz gut. Aber meine Frau ist leider seit längerer Zeit kränklich. Die Arzte [sic] haben nun eine ausserordentliche Vernachlässigung ihrer Gesundheit nach der Geburt festgestellt. Gestern ist sie, zum zweiten Male innerhalb von vier Wochen, operiert worden. Es ist keine schwere Sache gewesen, aber es musste gemacht werden, wenn sie überhaupt wieder so richtig zu Kräften kommen will. Bei ihrer grossen Energie verliert sie so leicht den Massstab für ihre Leistungsfähigkeit in körperlicher Beziehung, dass jetzt eine sehr sorgsame Behandlung und Kur nötig ist. Sie sollte auf Rat des Arztes nach Salsamaggiore, einem berühmten Kurort in Italien. Aber da dies für uns zu kostspielig ist, will der Arzt versuchen, sie durch eingehende Behandlung zu kurieren. Dem Kinde geht es gottseidank ausgezeichnet, es erobert sich mit jedem Tag einen grösseren Platz im Leben.

Ich habe viel zu arbeiten. Die journalistische Tätigkeit, von der ich lebe, erfordert Zeit und Beschäftigung mit der tiefsten Niederung des Daseins: der Politik unserer Zeit. Die Einnahmen aus den Büchern sind so gut wie Null. Im vorigen Jahr habe ich für die „Musik des Südens“ ganze 7,35 M. Tantieme bekommen. Dies muss nun irgendwie anders werden. Durch einen sehr guten Freund ist mir in München ein junger Mann empfohlen worden, der soeben seinen philologischen Doktor macht, bereits durch mehrjährige Tätigkeit im Verlagswesen grosse Erfahrung besitzt und vor allem ein Mann von Talent, absoluter Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Sachkenntnis ist. Ich habe ihn eingeladen, er ist seinerzeit zwei Wochen bei mir in Pallanza gewesen und ich bin ausserordentlich mit ihm zufrieden. Dies ist der Mann, den ich für meine zukünftigen Pläne brauche. Ich habe ihn in alles eingeweiht und er ist überzeugt von der Durchführbarkeit meiner Pläne. Mit ihm zusammen will ich nun im Herbst ein neues Verlagsunternehmen ins Leben rufen. Als erstes wollen wir im Oktober dieses Jahres einen musikalischen Almanach 3 publizieren, der einen originellen Titel haben wird und dessen Inhalt in seiner Buntheit und Fülle so eingerichtet sein wird, dass er das Interesse der ganzen breiten Massen der Musikfreunde erwecken soll. Der Almanach soll billig sein, 2, - M. oder höchstens 2,50 M. kosten, sehr hübsch ausgestattet sein, in verschiedener Beziehung ein wichtiges Organ der Verleger sein durch seine Kritischen Artikel über die Neuerscheinungen und er {2} soll dazu dienen, das wirklich Gute verbreiten zu helfen. 4

Sie können sich denken, dass ein von mir herausgegebener Almanach keine Propaganda für atonale Musik macht. Er soll unseren Ideen dienstbar sein, aber er soll sie ganz unauffällig den breiteren Massen nahebringen, an die sie, dank der durch die Musikzeitungen ausgeübten Sperre, nicht gelangen können. Geradezu in unterhaltender Form sollen die Leute auf das Echte hingewiesen werden, während das Andere als nichtexistierend betrachtet und behandelt wird. Ich glaube, dass dieser Almanach unserere Sache sehr helfen kann. Ein besonderer Zweck des Unternehmens ist nun für mich persönlich der, mich durch das neue Unternehmen aus den Händen der bestehenden Verleger zu befreien, die eben doch nur auf ihren Profit sehen und ohne weiteres den Autor betrügen, wo sie nur können. Hier in dem neuen Unternehmen, das nur durch mich besteht und nur durch mich überhaupt entstehen kann, habe ich Einblick in Alles. Ich habe ‒ leider von mir viel zu wenig bisher ausgenutzt ‒ eine grosse praktische Begabung für diese Verlagsdinge durch meine genaue Kenntnis der Zusammenhänge im Musikleben etc. Die neuen Propagandawege, die ich dem jungen Verleger eröffnet haben, haben ihn ungeheuer überrascht und ganz überzeugt. Wir werden von unserem Almanach eine Grundauflage von 10.000 bis 20.000 Exemplaren drucken. Die Absatzmöglichkeiten sind nach meinem System sehr grosse und bedeutende, sodass mein Münchner Mann[,] trotzdem er auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin sehr vorsichtig kalkulierte, enthusiamiert ist. Gelingt es uns, mit dem Almanach einen grossen Erfolg zu erzielen ‒ und daran zweifle ich keinen Augenblick, da wir beide unsere ganze Kraft und Energie an die Propaganda setzen werden, in einem Masse wie das ein grosser Verlag überhaupt nicht tun kann ‒ so sollen dem Almanach in kommenden Jahr ausser seinem zweiten Jahrgang noch andere Publikationen folgen. Mein Ziel ist auf die Gründung einer nach meinen Plänen entworfenen grossen Zeitschrift gerichtet. Wir wollen durch den musikalischen Almanach und eine weitere Publikation uns das Fundament dafür zu schaffen suchen. Haben wir unseren Leser- bezw. Käuferkreis, so haben wir auch das Publikum für die Zeitschrift. Damit soll dann die Propaganda für die grossen Ideen unserer Zeit, wie eben die Ihre, verehrter Meister, in ganz grosszügiger Weise betrieben werden. Ich habe auch hierfür die Pläne bis ins Einzelne entworfen und nach genauer Prüfung musste mir der Verleger sagen, dass sie auch in praktischer Hinsicht nicht aussichtsreicher sein könnten. Das Wesentliche ist ja bei uns, dass wir unsere ganze Persönlichkeit für die Sache einsetzen, ohne uns, wie das sonst bei solchen Gründungen meist üblich ist, zunächst einmal ein fabelhaftes Büro mit dem dazugehörigen Personal einzurichten, wobei dann die Mittel meist sehr schnell erschöpft sind.

Der junge Mann nun, der aus einer alteingesessenen Hannoverschen Kaufmannsfamilie stammt, wird von seinem Vater eine gewisse Summe und zwar 5.000 Mark für den Anfang bekommen. Geht die Sache gut, so hat ihm sein Vater weitere Mittel versprochen. Wir brauchen jedoch, um mit Aussicht auf den von uns erstrebten Erfolg anfangen zu können, im ganzen 10.000 Mark Anfangskapital. Ich selbst habe in meinen Abmachungen und Verabredungen mit dem Verleger betont, dass ich mit ihm in einem anderen Verhältnis stehen möchte, als es sonst das zwischen Autor und Verleger ist. Ich schreibe den Almanach und stelle meine sonstigen literarischen Pläne für das Unternehmen zur Verfügung. Um jedoch auch in dem Verlag selbst absolut gleichberechtigt neben ihm stehen zu können, muss ich mich mit der- {3} selben Summe an dem Unternehmen beteiligen, wie der Verleger, unter dessen Namen das Unternehmen laufen soll. Ich selbst habe dies sogar dem Verleger gegenüber als eine absolute Notwendigkeit betont, um unter allen Umständen mein geistiges Gut voll in der Hand behalten zu können. Beteilige ich mich nicht pekuniär daran, so bin ich eben wieder wie immer nur der Autor, der seine Arbeit dem Kapitalisten zur Ausnutzung übergibt. Denn da natürlich das ganze Verhältnis zwischen mir und dem Verleger kontraktlich auf das Genaueste geregelt wird, muss der rein geschäftliche Standpunkt klar gewahrt bleiben. Ich will nun versuchen, irgendwie und irgendwo das Geld darlehnsweise aufzutreiben. Was ich tun kann ist, dass ich mich mit meiner ganzen Persönlichkeit dafür verbürge und haftbar erkläre. Wüssten Sie, verehrter Meister, jemanden, dem es nicht darauf ankommt, durch ein Darlehen, (nicht durch ein Geschenk!) mir die Teilnahme an diesem Unternehmen zu ermöglichen. Es müsste sich, wie gesagt, um eine nennenswerte Summe handeln, vielleicht dass man zwei Leute finden könnte, die zusammen 5.000 Mark für die Sache zu meinen Händen geben könnten und würden. Das Geld würde gut verzinst und sobald als möglich ‒ spätestens nach zwei Jahren ‒ zurückgezahlt werden. Es wäre ein Darlehen, das man mir persönlich gewähren würde und das ich in dem Unternehmen verwerten würde. Für die vollkommene Sicherheit verbürge ich mich mit meinem Namen, mit meinem ganzen Dasein als Schriftsteller und Mensch. Das Unternehmen ist gut, sehr sorgsam überlegt und kalkuliert und muss erfolgreich sein, da es sich um eine Sache handelt, die durchaus populär ist und für einen weiten Kreis von Interessenten berechnet ist. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich einmal überlegen könnten, ob in Ihrem Bekanntenkreis eine Persönlichkeit wäre, die meine Sache durch Gewährung eines solchen Darlehens unterstützen würde. 5 Der Zeitpunkt für die Durchführung meines Planes ist günstig, und ich weiss, dass ich keine Konkurrenz zu fürchten brauche. Könnte ich mich an diesem Unternehmen beteiligen, so wäre damit sicherlich das Fundament für meine wirtschaftliche Existenz geschaffen und wir hätten endlich für unsere grosse gemeinsame ideale Sache, für den Kultus den [sic] Genius, eine Stätte, wie wohl eine zweite schwerlich zu finden wäre.

Verzeihen Sie mir, lieber Meister, dass ich zu Ihnen mit meiner Bitte kommen. Aber Sie verstehen am besten, was mich dazu treibt und wie schön es wäre, eine Sache ins Leben rufen zu können, die dem Edlen und Guten in dieser Zeit des Chaos aufrichtig dienen würde. Nur lassen Sie bitte ja kein Wort irgendeinem Verleger gegenüber fallen. Denn vorläufig ist die Sache noch ganz geheim und sie soll für viele eine grosse Ueberraschung werden.

Ich würde mich freuen, bald einmal von Ihnen zu hören. Wann machen Sie Ferien? Wenn ich Sie doch sehen könnte!

Wenn sich jemand finden liesse, der geneigt ist, meiner Sache durch ein Darlehen obenbezeichneter Art zu helfen, dann würde ich es unter allen Umständen ermöglichen, nach Wien zu kommen, um mündlich alle weiteren Aufschlüsse über die Sache geben zu können.

Lassen Sie mich schliessen. Mit den herzlichsten Grüssen an Sie und Ihre verehrte Frau Gemahlin, von meiner Frau und Ihrem


immer dankbarergebenen
[signed:] Walter Dahms

© Transcription John Koslovsky, 2012

[Typing errors have been corrected by Dahms in his hand and by overtyping; these have been incorporated here without comment, and blatant typing errors have been silently corrected.]

Milan (2)
Stenopost Nr. 67
May 21, 1926


Dear and revered Master! 1

The postcard that you wrote together with Vrieslander, Hoboken, and Deutsch gave us much joy. 2 I would have already written to you at greater length long ago if there were not so many things that had prevented me from doing so. In the last weeks of March a young publisher from Munich came to me in Pallanza. We had many things to discuss and to plan. Then we had to relocate, because given the circumstances we had to leave the mountain on which we were living. Our new home, about an hour away from Milan, pleases us very much. We have rented it until the end of September. The expansive forests nearby give us the opportunity to go for fantastic walks. If that were all everything would be perfectly fine. But unfortunately my wife has been sick for some time now. The doctors have been terribly negligent of her health after the birth. Yesterday she went for an operation for the second time in four weeks. It was nothing serious, but it had to be done if she wants to regain her proper strength once again. Through her enormous expenditure of energy she easily loses sight of how to measure the ability of her body to function, so much so that now a careful treatment and cure are necessary. On the advice of the doctor she should go to Salsamaggiore, a well-known spa in Italy. But because this is so expensive for us, the doctor will try to cure her through close treatment. Thankfully things are going extremely well with the child, with every day it occupies a greater place in life.

I have many things to work on. My journalistic duties, from which I live, demand time and preoccupation with the lowest drudgery of existence: the politics of our time. The revenue from my books is as good as nothing. Last year I earned a sum of 7.35 Marks in royalties for Music of the South. This has got to change somehow. A very good friend of mine recommended to me a young man from Munich, who just completed his doctorate in philology. He has many years of experience in the publishing industry and is above all a man of talent, absolute honorableness, trustworthiness, reliability, and expertise. I invited him to come here, and he stayed with me in Pallanza for two weeks. I am extremely satisfied with him. This is the man I need for my future plans. I have let him in on everything and he is convinced about the feasibility of my plans. With him I want to launch a new publishing company in the fall. As a first project we want to publish a musical almanac 3 in October of this year, which will have an original title and whose contents will be arranged according to its colorfulness and richness such that the interest of the wider masses of music lovers will be awaken. The almanac will be inexpensive, it should cost 2 Marks or 2.50 at the most, and it will be very handsomely presented. Through its critical essays on newly published works it will be in many respects an important organ of the publisher and {2} should thereby serve to help to spread the good word. 4

You can imagine that, as I am editor, the almanac will not have any propaganda for atonal music. It should serve our ideas, but it should also bring them closer to the wider masses discreetly, whom they otherwise cannot reach, thanks to the current barriers of the music journals. The people should be shown the truth in a direct and conversational form, while other points of view will be regarded and handled as non-existent. I believe that this almanac can help our cause very much. One specific goal of the publishing company for me personally is to free me from the hands of the existing publisher, which really only looks after its profits and readily deceives the author wherever it can. Here in the new company, which exists only because of me and can really evolve only through me, I look after everything. I have ‒ unfortunately up to now I have made too little use of it ‒ a great practical talent for such publishing matters through my specific knowledge of the connections to musical life etc. The new paths of propaganda, which I have opened up for the young publisher, have surprised and convinced him enormously. For the initial edition of our almanac we will print between 10,000 and 20,000 copies. The sales possibilities are very large and considerable according my system, so much as that my Munich guy, however conservatively he calculates my express wish, is enthusiastic. We have achieved with the almanac a great success ‒ and therefore I do not doubt for a moment that both of us will put our entire power and energies into propaganda, to a degree that a larger publisher cannot do ‒ so in the coming year other publications beyond a second yearbook of the almanac will follow. My goal is to build the foundations for my plans to devise a large journal. We wish to search for the foundations of this plan through the musical almanac and a further publication. If we have a readership or paying membership, we then have a public for the journal. Therefore the propaganda of the great ideas of our time, such as yours, revered master, should be carried out in an entirely generous way. For this I have conceived plans in solitude and after a thorough examination the publisher had to say to me that from a practical point of view they could not be more promising. The most essential thing is in us, that we deploy our entire personality for the task; without us, which elsewhere by certain establishments is mainly the case, a lavish office with a corresponding personnel is established and funds are often quickly exhausted.

The young man, who comes from a long-established business family in Hannover, will procure a sum of 5,000 Marks from his father for the beginning stages. If things go well, his father has promised further funding. However, in order to have a chance at success in the beginning stages, we need 10,000 Marks in start-up capital. In my deals and agreements with the publisher I myself have pointed out that I would like my relationship with him to be quite different from that which exists elsewhere between author and publisher. I will write the almanac and provide my other literary plans for the company. But to be able to stand absolutely on equal ground with him, I have to {3} contribute the same sum to the company as the publisher, under whose name the company should run. I have pointed this out to the publisher as an absolute necessity, to leave the intellectual integrity in my hands under all circumstances. If I do not take a share in the company, then I am once again just the author whose work surrenders to the exploitation of the capitalists. Since naturally the entire relationship between me and the publisher is regulated contractually down to the last detail, the purely business aspects must be clearly protected. Somehow I want to find a way to borrow the money. What I can do is guarantee and declare my liability with my entire character. Would you know, revered master, of someone for whom it would not be a problem to make possible a loan (not a gift!) for me to take part in this company? It would have to be, as I said, a sizeable sum, perhaps one could find two people, who together could and would put 5,000 Marks in my hands for the business. The money would be paid back with good interest and as soon as possible ‒ at the very latest two years. It would be a loan that one would grant me personally and that I would use for the company. For complete assurance I vouch for myself with my name, with my entire existence as a writer and person. The company is good, very carefully thought out and calculated and must be successful, since it deals with a matter that is thoroughly popular and aimed at a wide circle of interested parties. I would be very thankful if you would think about whether there is anyone in your circles who would support my cause by granting such a loan. 5 The timing of the implementation of my plan is ripe, and I know that I do not need to fear any competition. If I could take a share in this company the foundation for my financial livelihood would surely be achieved and we would finally have a place for our common and great ideal cause, for the cult of genius ‒ how difficult a second would be to find.

Please forgive me, dear master, that I come to you with such a request. But you understand best what drives me and how wonderful it would be to start up a cause that sincerely would serve honor and righteousness in these times of chaos. Just don't say a word about this to any publisher. For the time being the cause is still completely secret and it should come as a great surprise to many.

I would be delighted to hear from you soon. When will you have a holiday? If only I could see you!

If someone is found who is inclined to help take up my cause through a loan in the way described above, then I would make possible in this case to come to Vienna and make all further arrangements over the matter in person.

Let me close here. With the warmest greetings to you and your dear wife, from my wife and your


ever-thankful devotee,
[signed:] Walter Dahms

© Translation John Koslovsky, 2012

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 3/8, p. 2942, May 24, 1926: "Von Dahms (Br.): ob 5000 M. für ein Verlagsunternehmen zu haben wären?" ("From Dahms (letter): whether 5,000 marks could be raised for a publishing business?").

2 Writing of this postcard, which is not known to survive, appears not to be recorded in Schenker's diary.

3 The proposed work Dahms is referring to was eventually published in Berlin by a different publisher: Walter Dahms, ed. Der Musikus-Almanach (Berlin: Panorama-Verlag, 1927).

4 No paragraph-break in source.

5 Schenker records in his diary at OJ 3/8, p. 2949, June 16, 1926: "Anwesend Blei mit einer Freundin, Deutsch mit Frau. Ich lege den Fall Dahms vor – Deutsch macht fast keine Hoffnung! Lehrreich war für mich die Auskunft, daß 5000 M. zu geringfügig seien, zu solchen Unternehmungen gehören mindestens 100000 M.!" ("Present are Blei with a lady friend, Deutsch with his wife. I broach the Dahms matter – Deutsch thinks there is hardly any hope for it! It was instructive for me to learn that 5,000 Marks are insufficient; for such undertakings one would need at least 100,000 marks!").

Commentary

Format
3p letter, typed message, holograph valediction and signature
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)-- Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas, Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
Heirs of Walter Dahms, published here with kind permission.
License
Permission to publish granted by principal heir, Dahms's grand daughter, Cristina Texeio Coelho, August 12, 2009. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2012-03-22
Last updated: 2012-03-22