[No U-E letterhead]

Wien 10. Juli 1920
Herrn Professor Dr. Heinrich Schenker
Wien [in Schenker's hand, faint: ] G[esamt-]A[usgabe] / Beeth[oven] / I, VII / I I

Sehr geehrter Herr Professor!

Wir 1 erhielten von Ihnen ein Schreiben folgenden Inhaltes:


Wien 10. April 1920
An die Universal-Edition A.G.
Wien

Mit Vorliegendem bestätige ich, mit Ihnen folgende Abmachung getroffen zu haben:

1.) Ich übergebe Ihnen das Verlags- und Uebersetzungsrecht der von mir in Angriff genommenen Neuherausgaben sämtlicher Klaviersonaten von Beethoven, 2 deren Revision und Fingersatz ich nach den zur Zeit überhaupt erreichbaren Autographen, Skizzen und Erstdrucken besorgen werde.

2.) Ich verpflichte mich, jeder Sonate eine Einführung in der "Kleinen Bibliothek" beizugeben und die sämtliche notwendige Korrekturabzüge auf das Genaueste zu lesen. 3

3.) Die Herausgabe wird auf Grundlage der in Ihrem Verlag vorhandenen Platten vorgenommen werden.

4.) Von der kompletten Bandausgabe der Sonaten bezahlen Sie mir eine Tantieme von 40 Pfg. i. W. vierzig Pfennig, von der Ausgabe in mehreren Bänden, die einem jeden Band entsprechende Teiltantieme (also in zwei Bänden à zwanzig Pfennig, in drei Bänden à dreizehneindrittel Pfennig). Die Tantieme für die Einzelausgaben wird in der Weise berechnet, dass ich für jede einzelne Sonate eine Tantieme von fünf Pfennig erhalte.

5.) Sie verpflichten sich, die von mir rekonstruierte Tonfolge der von mir herausgegebenen Ausgaben ohne meine Zustimmung keiner anderen Ausgabe desselben Tonwerkes zugrunde zu legen. 4

{2} 6.) Sie räumen mir das Recht ein, unter den gleichen Bedingungen auch die Klaviersonaten von Haydn und Mozart herauszugeben.

7.)Die Abrechnung hat halbjährlich in den Monaten Jänner und Juli eines jeden 5 Jahres zu erfolgen und ist mir das entfallende Honorar zu diesen Terminen bar auszubezahlen.

8.) Ich bin berechtigt zu verlangen, dass die Druckerei mir oder meinem bevollmächtigten Vertreter die Höhe der in jedem Jahre gedruckten Auflagen bekanntgebe. 6

9.) Nachdem über die letzten fünf Sonaten Beethovens andere Abmachungen existieren, so wird sich Ihre Tantiemenverpflichtung auf diese letzten fünf Sonaten als Einzelhefte oder auf den aus diesen fünf Sonaten allein bestehenden Band nicht beziehen, sondern nur auf die übrigen 27 Sonaten (die Tantieme vom kompletten Band aber bleibt aufrecht). Ich bin jedoch trotzdem verpflichtet, auch diese fünf Sonaten im Rahmen der Gesamtausgabe einer Durchsicht zu unterziehen, damit sie sich in die Gesamtordnung einfügen. 7

10.) Diese Abmachung geht mit allen Rechten und Pflichten auf unsere beiderseitigen Rechtsnachfolger über


[signed:] Dr. Heinrich Schenker m.p.

Wir erklären uns mit dem Inhalt des vorstehenden Schreibens vollkommen einverstanden und übernehmen die uns betreffenden Verpflichtungen.


Hochachtungsvoll
[signed:] [stamped:]Universal-Edition Actiengesellschaft
[signed:] Emil Hertzka

© Transcription Ian Bent, 2009

[No U-E letterhead]

Vienna, July 10, 1920
Professor Heinrich Schenker,
Vienna [in Schenker's hand, faint: ] Collected Edition / Beethoven / I, VII / I I

Dear Professor,

We 1 are in recipt of a letter from you with the following content:


Vienna, April 10, 1920
To: Universal Edition & Co.,
Vienna

With the present document, I confirm that I have reached the following letter of agreement with you:

1.) I assign to you the publishing and translation right of the new edition begun by me of the collected piano sonatas of Beethoven, 2 the revision and fingering of which I shall execute according to the autograph manuscripts, sketches, and first editions insofar as these are accessible at the present time.

2.) I commit myself to supplying each sonata with an introduction in the Little Library , and to reading all required proofs as thoroughly as possible. 3

3.) The edition will be undertaken on the basis of the plates already extant in your publishing house.

4.) For the edition of the sonatas bound as a single volume you will pay me a royalty of 40 Pfg. (forty Pfennigs), for the edition in several volumes the corresponding part-royalty for each volume (thus in two volumes @ twenty Pfennigs, in three volumes @ thirteen-and-one-third Pfennigs). The royalty for the individual editions will be reckoned such that I shall receive for each individual sonata a royalty of five Pfennigs.

5.) You undertake not to use the succession of tones reconstructed by me in the editions edited by me as a basis for any other edition of the same musical work without my consent. 4

{2} 6.) You accord me the right under the same conditions to edit also the piano sonatas of Haydn and Mozart.

7.) The statement of account has to be rendered half-yearly in the months of January and July, 5 and and the honorarium due to me is to be disbursed in cash on the same deadlines.

8.) I am entitled to demand that the printing firm apprise me or my authorized representative of the size of the print-run of the edition printed in each year. 6

9.) Since other letters of agreement exist with respect to the last five sonatas of Beethoven, your obligation in regard to royalty does not apply to these last five sonatas as single volumes or on the volume arising solely out of these five sonatas, but only to the remaining twenty-seven sonatas (the royalty remains, however, unchanged from the complete volume). I am however nonetheless obligated to subject these five sonatas to a review within the framework of the collected edition so that they conform to the collected sequence. 7

10.) This letter of agreement devolves with all rights and obligations upon our respective legal successors.


[signed:] Dr. Heinrich Schenker manu propria

We confirm that we are in agreement with the content of the above letter, and undertake the obligations relating to us.


With kind regards,
[signed:] [stamped:]Universal Edition & Co.
[signed:] Emil Hertzka

© Translation Ian Bent, 2009

[No U-E letterhead]

Wien 10. Juli 1920
Herrn Professor Dr. Heinrich Schenker
Wien [in Schenker's hand, faint: ] G[esamt-]A[usgabe] / Beeth[oven] / I, VII / I I

Sehr geehrter Herr Professor!

Wir 1 erhielten von Ihnen ein Schreiben folgenden Inhaltes:


Wien 10. April 1920
An die Universal-Edition A.G.
Wien

Mit Vorliegendem bestätige ich, mit Ihnen folgende Abmachung getroffen zu haben:

1.) Ich übergebe Ihnen das Verlags- und Uebersetzungsrecht der von mir in Angriff genommenen Neuherausgaben sämtlicher Klaviersonaten von Beethoven, 2 deren Revision und Fingersatz ich nach den zur Zeit überhaupt erreichbaren Autographen, Skizzen und Erstdrucken besorgen werde.

2.) Ich verpflichte mich, jeder Sonate eine Einführung in der "Kleinen Bibliothek" beizugeben und die sämtliche notwendige Korrekturabzüge auf das Genaueste zu lesen. 3

3.) Die Herausgabe wird auf Grundlage der in Ihrem Verlag vorhandenen Platten vorgenommen werden.

4.) Von der kompletten Bandausgabe der Sonaten bezahlen Sie mir eine Tantieme von 40 Pfg. i. W. vierzig Pfennig, von der Ausgabe in mehreren Bänden, die einem jeden Band entsprechende Teiltantieme (also in zwei Bänden à zwanzig Pfennig, in drei Bänden à dreizehneindrittel Pfennig). Die Tantieme für die Einzelausgaben wird in der Weise berechnet, dass ich für jede einzelne Sonate eine Tantieme von fünf Pfennig erhalte.

5.) Sie verpflichten sich, die von mir rekonstruierte Tonfolge der von mir herausgegebenen Ausgaben ohne meine Zustimmung keiner anderen Ausgabe desselben Tonwerkes zugrunde zu legen. 4

{2} 6.) Sie räumen mir das Recht ein, unter den gleichen Bedingungen auch die Klaviersonaten von Haydn und Mozart herauszugeben.

7.)Die Abrechnung hat halbjährlich in den Monaten Jänner und Juli eines jeden 5 Jahres zu erfolgen und ist mir das entfallende Honorar zu diesen Terminen bar auszubezahlen.

8.) Ich bin berechtigt zu verlangen, dass die Druckerei mir oder meinem bevollmächtigten Vertreter die Höhe der in jedem Jahre gedruckten Auflagen bekanntgebe. 6

9.) Nachdem über die letzten fünf Sonaten Beethovens andere Abmachungen existieren, so wird sich Ihre Tantiemenverpflichtung auf diese letzten fünf Sonaten als Einzelhefte oder auf den aus diesen fünf Sonaten allein bestehenden Band nicht beziehen, sondern nur auf die übrigen 27 Sonaten (die Tantieme vom kompletten Band aber bleibt aufrecht). Ich bin jedoch trotzdem verpflichtet, auch diese fünf Sonaten im Rahmen der Gesamtausgabe einer Durchsicht zu unterziehen, damit sie sich in die Gesamtordnung einfügen. 7

10.) Diese Abmachung geht mit allen Rechten und Pflichten auf unsere beiderseitigen Rechtsnachfolger über


[signed:] Dr. Heinrich Schenker m.p.

Wir erklären uns mit dem Inhalt des vorstehenden Schreibens vollkommen einverstanden und übernehmen die uns betreffenden Verpflichtungen.


Hochachtungsvoll
[signed:] [stamped:]Universal-Edition Actiengesellschaft
[signed:] Emil Hertzka

© Transcription Ian Bent, 2009

[No U-E letterhead]

Vienna, July 10, 1920
Professor Heinrich Schenker,
Vienna [in Schenker's hand, faint: ] Collected Edition / Beethoven / I, VII / I I

Dear Professor,

We 1 are in recipt of a letter from you with the following content:


Vienna, April 10, 1920
To: Universal Edition & Co.,
Vienna

With the present document, I confirm that I have reached the following letter of agreement with you:

1.) I assign to you the publishing and translation right of the new edition begun by me of the collected piano sonatas of Beethoven, 2 the revision and fingering of which I shall execute according to the autograph manuscripts, sketches, and first editions insofar as these are accessible at the present time.

2.) I commit myself to supplying each sonata with an introduction in the Little Library , and to reading all required proofs as thoroughly as possible. 3

3.) The edition will be undertaken on the basis of the plates already extant in your publishing house.

4.) For the edition of the sonatas bound as a single volume you will pay me a royalty of 40 Pfg. (forty Pfennigs), for the edition in several volumes the corresponding part-royalty for each volume (thus in two volumes @ twenty Pfennigs, in three volumes @ thirteen-and-one-third Pfennigs). The royalty for the individual editions will be reckoned such that I shall receive for each individual sonata a royalty of five Pfennigs.

5.) You undertake not to use the succession of tones reconstructed by me in the editions edited by me as a basis for any other edition of the same musical work without my consent. 4

{2} 6.) You accord me the right under the same conditions to edit also the piano sonatas of Haydn and Mozart.

7.) The statement of account has to be rendered half-yearly in the months of January and July, 5 and and the honorarium due to me is to be disbursed in cash on the same deadlines.

8.) I am entitled to demand that the printing firm apprise me or my authorized representative of the size of the print-run of the edition printed in each year. 6

9.) Since other letters of agreement exist with respect to the last five sonatas of Beethoven, your obligation in regard to royalty does not apply to these last five sonatas as single volumes or on the volume arising solely out of these five sonatas, but only to the remaining twenty-seven sonatas (the royalty remains, however, unchanged from the complete volume). I am however nonetheless obligated to subject these five sonatas to a review within the framework of the collected edition so that they conform to the collected sequence. 7

10.) This letter of agreement devolves with all rights and obligations upon our respective legal successors.


[signed:] Dr. Heinrich Schenker manu propria

We confirm that we are in agreement with the content of the above letter, and undertake the obligations relating to us.


With kind regards,
[signed:] [stamped:]Universal Edition & Co.
[signed:] Emil Hertzka

© Translation Ian Bent, 2009

Footnotes

1 Receipt of this letter of agreement (= contract) is recorded in Schenker's diary at OJ 3/1, p. 2256, July 16, 1920: "Von U.-E. (Br.) Gegenvertrag ohne Beilage." ("From UE (letter): counter-contract without enclosure."). The letter of April 10 does not survive; however, its previous recension, March 23, survives as OC 52/447. The differences between the two recensions are footnoted here.

2 "Klaviersonaten von Beethoven" ("piano sonatas of Beethoven"): underlined in crayon by Schenker.

3 "in den "Kleinen Bibliothek" ("in the Little Library" inserted; "und sämtliche notwendige" in place of "und die sämtlichen und notwendigen".

4 Clause 5 is newly interpolated in its entirety.

5 "Jänner ... jeden": underlined in crayon by Schenker.

6 Clause 8 is newly interpolated in its entirely, and left-sidelined by Schenker.

7 "als Einzelhefte ... Band" ("as single volumes or ... volume") and "(die Tantieme ... aufrecht)" ("(the royalty ... unchanged.)"): interpolated.