[printed letterhead, all in double rule-frame:]
PROFESSOR DR. ING. GUSTAV VON CUBE UND ARTHUR BUCHLOH
ARCHITEKTEN B.D.A.
DUISBURG A/RH.
A. E. G.-HAUS SONNENWALL
FERNSPRECHER NR. 3933 [and further contact information ]
DEN 7. September 1925.

Sehr verehrter HerrProfessor! 1

Es lag schon lange in meiner Absicht Ihnen meine dankbare Freude auszudrücken über die guten Fortschritte, die mein Sohn Felix dank Ihrer Bemühungen bis jetzt zu verzeichnen hatte. Er scheint uns beiden gleichermaßen ans Herz gewachsen zu sein und wir beiden erhoffen von ihm das Allerbeste. Bis jetzt ist es mir vergönnt gewesen, wenn auch mit Schwierigkeiten ihm sein Studium zu ermöglichen. Nun aber beginnen die wirtschaftlichen Verhältnisse mich für die allernächste Zukunft mit großen Sorgen zu erfüllen und ich sehe den Moment kommen, wo ich nicht mehr in der Lage bin für Felix die immerhin beträchtlichen Summen für Unterhalt und Studium aufzubringen. Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich nun an Sie die herzliche Bitte richten meinem Sohn Felix behilflich zu sein die Möglichkeit zu erhalten, sich selbst Geld zu verdienen, sei es durch Stundengeben oder durch andere Betätigungen in seinem Fache. 2

Es giebt sicherlich viele jungen Leute, die neben ihrem Musikstudium Zeit und Gelegenheit finden etwas zu verdienen. Es liegt mir viel daran, daß Felix seine Studien bei Ihnen beendiget, wenn er es ermöglichen könnte dieses Ziel zu erreichen ohne daß ich ihn restlos aus meiner Tasche zu erhalten brauche, so wäre es ja sehr erfreulich. Sie haben sicher so viel Interesse an ihn, daß Sie in richtiger Beurteilung meiner Lage eine große Sorge von der Seele genommen würde. Felix ist ja eine sehr bescheidene Natur und geht aus {2} reiner Passion ganz in seinem Berufe auf. Sein guter Humor wird ihn auch über manche Conflikte hinwegbringen, die sich aus der neuen Situation für ihn ergeben werden. Soweit ich es beurteilen kann, hat er ja auch alle Qualitäten ein tüchtiger Musiker zu werden, denn es sitzt in ihm, dabei besitzt er auch die künstlerische Bescheidenheit, die sich namentlich dann äußert wenn er voller Begeisterung und Bewunderung von Ihnen als seinem großen Lehrer spricht. Sie würden, verehrter Meister, wie gesagt, mir einen großen Gefallen tun, wenn Sie sich in besagtem Sinne für Felix verwenden würden.


Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebenster
[signed:] G. v. Cube.

© Transcription William Drabkin, 2011

[printed letterhead, all in double rule-frame:]
PROFESSOR Dr.Eng. GUSTAV VON CUBE AND ARTHUR BUCHLOH
ARCHITECTS B.D.A.
DUISBURG ON THE RHINE
A. E. G.-HAUS SONNENWALL
TELEPHONE NO. 3933 [and further contact information ]
September 7, 1925

Highly revered Professor, 1

For[1] a long time I had intended to express my thanks to you about the good progress that my son Felix has hitherto been able to demonstrate, thanks to your efforts. He seems to have grown very fond of the two of us, in equal measure, and we are hoping for the very best for him. Until now, I have been fortunate in being able to provide for his studies, albeit with difficulty. Now the financial conditions have begun to create great troubles for me for the foreseeable future, and I can see the moment arrive in which I am no longer in a position to find the not inconsiderable sum of money needed to maintain him and support his studies. In view of this situation, I should like to direct my sincere request to you to be of assistance to my son Felix, so that he may be able to look after himself by earning his own money, whether it be by giving lessons or through some other activity in his profession. 2

There must, for sure, be many young people who, alongside the study of music, find the time and opportunity to earn something. It matters a great deal to me that Felix completes his studies with you; if it were possible for him to achieve this goal without constantly needing to dig into my pockets, that would indeed be very satisfying. You are, of course, sufficiently concerned about him that, given a proper judgement of my position, you would relieve me of a great concern. Felix is indeed a very modest personality, and is growing {2} in his profession with pure passion. His good sense of humor will keep him from many conflicts that will arise from the new situation. So far as I am able to judge, he has all the qualities to become an excellent musician, for he has innate gifts for it; in addition he also possesses the artistic modesty that expresses itself in particular on the occasions when he speaks of you as his great teacher with complete enthusiasm and admiration. You will, honored master, do me a great service if you would you would intercede for Felix in accordance with these thoughts.


With most cordial greetings,
Your most devoted
[signed:] G. v. Cube.

© Translation William Drabkin, 2011

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PROFESSOR DR. ING. GUSTAV VON CUBE UND ARTHUR BUCHLOH
ARCHITEKTEN B.D.A.
DUISBURG A/RH.
A. E. G.-HAUS SONNENWALL
FERNSPRECHER NR. 3933 [and further contact information ]
DEN 7. September 1925.

Sehr verehrter HerrProfessor! 1

Es lag schon lange in meiner Absicht Ihnen meine dankbare Freude auszudrücken über die guten Fortschritte, die mein Sohn Felix dank Ihrer Bemühungen bis jetzt zu verzeichnen hatte. Er scheint uns beiden gleichermaßen ans Herz gewachsen zu sein und wir beiden erhoffen von ihm das Allerbeste. Bis jetzt ist es mir vergönnt gewesen, wenn auch mit Schwierigkeiten ihm sein Studium zu ermöglichen. Nun aber beginnen die wirtschaftlichen Verhältnisse mich für die allernächste Zukunft mit großen Sorgen zu erfüllen und ich sehe den Moment kommen, wo ich nicht mehr in der Lage bin für Felix die immerhin beträchtlichen Summen für Unterhalt und Studium aufzubringen. Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich nun an Sie die herzliche Bitte richten meinem Sohn Felix behilflich zu sein die Möglichkeit zu erhalten, sich selbst Geld zu verdienen, sei es durch Stundengeben oder durch andere Betätigungen in seinem Fache. 2

Es giebt sicherlich viele jungen Leute, die neben ihrem Musikstudium Zeit und Gelegenheit finden etwas zu verdienen. Es liegt mir viel daran, daß Felix seine Studien bei Ihnen beendiget, wenn er es ermöglichen könnte dieses Ziel zu erreichen ohne daß ich ihn restlos aus meiner Tasche zu erhalten brauche, so wäre es ja sehr erfreulich. Sie haben sicher so viel Interesse an ihn, daß Sie in richtiger Beurteilung meiner Lage eine große Sorge von der Seele genommen würde. Felix ist ja eine sehr bescheidene Natur und geht aus {2} reiner Passion ganz in seinem Berufe auf. Sein guter Humor wird ihn auch über manche Conflikte hinwegbringen, die sich aus der neuen Situation für ihn ergeben werden. Soweit ich es beurteilen kann, hat er ja auch alle Qualitäten ein tüchtiger Musiker zu werden, denn es sitzt in ihm, dabei besitzt er auch die künstlerische Bescheidenheit, die sich namentlich dann äußert wenn er voller Begeisterung und Bewunderung von Ihnen als seinem großen Lehrer spricht. Sie würden, verehrter Meister, wie gesagt, mir einen großen Gefallen tun, wenn Sie sich in besagtem Sinne für Felix verwenden würden.


Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebenster
[signed:] G. v. Cube.

© Transcription William Drabkin, 2011

[printed letterhead, all in double rule-frame:]
PROFESSOR Dr.Eng. GUSTAV VON CUBE AND ARTHUR BUCHLOH
ARCHITECTS B.D.A.
DUISBURG ON THE RHINE
A. E. G.-HAUS SONNENWALL
TELEPHONE NO. 3933 [and further contact information ]
September 7, 1925

Highly revered Professor, 1

For[1] a long time I had intended to express my thanks to you about the good progress that my son Felix has hitherto been able to demonstrate, thanks to your efforts. He seems to have grown very fond of the two of us, in equal measure, and we are hoping for the very best for him. Until now, I have been fortunate in being able to provide for his studies, albeit with difficulty. Now the financial conditions have begun to create great troubles for me for the foreseeable future, and I can see the moment arrive in which I am no longer in a position to find the not inconsiderable sum of money needed to maintain him and support his studies. In view of this situation, I should like to direct my sincere request to you to be of assistance to my son Felix, so that he may be able to look after himself by earning his own money, whether it be by giving lessons or through some other activity in his profession. 2

There must, for sure, be many young people who, alongside the study of music, find the time and opportunity to earn something. It matters a great deal to me that Felix completes his studies with you; if it were possible for him to achieve this goal without constantly needing to dig into my pockets, that would indeed be very satisfying. You are, of course, sufficiently concerned about him that, given a proper judgement of my position, you would relieve me of a great concern. Felix is indeed a very modest personality, and is growing {2} in his profession with pure passion. His good sense of humor will keep him from many conflicts that will arise from the new situation. So far as I am able to judge, he has all the qualities to become an excellent musician, for he has innate gifts for it; in addition he also possesses the artistic modesty that expresses itself in particular on the occasions when he speaks of you as his great teacher with complete enthusiasm and admiration. You will, honored master, do me a great service if you would you would intercede for Felix in accordance with these thoughts.


With most cordial greetings,
Your most devoted
[signed:] G. v. Cube.

© Translation William Drabkin, 2011

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 3/7, p. 2865, September 9, 1925: "Vom Vater Cube (Br.): bittet um Schüler für den Jungen." ("From Cube's father (letter): asks for students for his son.").

2 No paragraph-break in original.

Commentary

Format
2p letter, printed letterhead, holograph message and signature
Provenance
Schenker, Heinrich ([document date]-1935)--Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas, Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
Heirs of Gustav von Cube, with kind permission
License
Permission to publish granted by the heirs of Gustav von Cube, March 2006. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2006-06-09
Last updated: 2011-06-09