14. –6°; der Frost steigt wieder an.
— Von „U.-E.“ (K.OC 52/192): H. teilt mir mit, daß sie er im Auftrage Mittlers mir seine Kompositionen einsenden werde, u. wie daß sieer an ihn op. 110 und op. 111 geschickt habe. — Von Roth (K. ): aus München): teilt mir seine neue Adresse mit u. erbittet noch einmal den vielgewanderten Brief. — Im Caféhaus Frau Wally: bringt eine Dose Milch u. macht schließlich den Vorschlag, daß wir Sonntag zu Tisch hinauskommen, wobei sie es uns überläßt, das Fleisch sogar zu bezahlen. Mit Rücksicht auf den Schritt habe ich nach Möglichkeit zugesagt u. die Bedingungen Voraussetzungen genannt, unter welchen wir auf den Vorschlag eingehen können, hauptsächlich Bedingungen solche der Verkehrsmöglichkeit. — Der deutsche Kaiser bittet Hans Müller zu sich, dankt ihm für die „Könige“ 1 u. spricht im Anschluss daran über einige historische Vorwürfe. ; Sschließlich auch einiges zur gegenwärtigen Situation des Weltkrieges. 2 Es ist bedauer- {597} lich, daß der Kaiser nicht besser beraten ist in Sachen der Kunst u. wie bisher, siehe Lauff, Leon Cavallo, Eulenburg, die Wahl der auszuzeichnenden Künstler immer wieder nur nach ganz flachstem Geschmack trifft. Schmerzlich ist es auch zu lesen, daß der Kaiser eigens die Restaurierungsarbeiten in Belgien hervorhob, um sich vom Schimpfwort „Barbaren “ zu reinigen. Als ob es je einem einfachen Engländer oder französischen Bürger, geschweige dem Präsidenten der Republik oder dem König von Engl. je einfiele, sich auf die Anschuldigungen der Gegner zu prüfen untersuchen! Ein Wilson hält es in seiner Botschaft einfach „für ausgemacht “, daß die Neutralen ihm folgen werden, – das ist der Tonfall eines Angelsachsen; nur einzig allein der Deutsche gefällt sich noch in der verhängnisvolle nr Melancholie u. Unterwürfigkeit. © Transcription Marko Deisinger. |
14. –6°; the frost increases.
— PostcardOC 52/192 from U.E.: Hertzka tells me that he will send me Mittler's compositions on his behalf and that he has sent him Op. 110 and Op. 111 . — Postcard from Roth from Munich): he gives me his new address and requests once more my much-travelled letter. — In the coffee house, Vally brings a tin of milk and finally suggests that we come to lunch, at which she actually leaves it to us to pay for the meat. In consideration of that measure, I said that we would come if possible and named the conditions under which we could agree to the suggestion, principally ones concerning transport. — The German emperor invites Hans Müller to visit him, thanks him for Kings, 1 and speaks in this connection about a few historical accusations; at the end, also a few things about the present situation of the world war. 2 {597} It is regrettable that the emperor was not better advised in matters of art and as before – see Lauff, Leoncavallo, Eulenburg – his choice of artists to be honored is still aimed at the lowest taste. It is also painful to read that the emperor intentionally highlighted the restoration works in Belgium in order to cleanse himself of the abusive word "barbarian." As if it had ever occurred to a simple Englishman or French citizen, let alone the president of the republic or the King of England, to investigate the accusations of their opponents! A Wilson , in his communication, takes it simply "as agreed upon" that the neutral countries will follow him – that is an Anglo-Saxon's tone of voice; only the German still takes pleasure in doom-laden melancholy and submissiveness. © Translation William Drabkin. |
14. –6°; der Frost steigt wieder an.
— Von „U.-E.“ (K.OC 52/192): H. teilt mir mit, daß sie er im Auftrage Mittlers mir seine Kompositionen einsenden werde, u. wie daß sieer an ihn op. 110 und op. 111 geschickt habe. — Von Roth (K. ): aus München): teilt mir seine neue Adresse mit u. erbittet noch einmal den vielgewanderten Brief. — Im Caféhaus Frau Wally: bringt eine Dose Milch u. macht schließlich den Vorschlag, daß wir Sonntag zu Tisch hinauskommen, wobei sie es uns überläßt, das Fleisch sogar zu bezahlen. Mit Rücksicht auf den Schritt habe ich nach Möglichkeit zugesagt u. die Bedingungen Voraussetzungen genannt, unter welchen wir auf den Vorschlag eingehen können, hauptsächlich Bedingungen solche der Verkehrsmöglichkeit. — Der deutsche Kaiser bittet Hans Müller zu sich, dankt ihm für die „Könige“ 1 u. spricht im Anschluss daran über einige historische Vorwürfe. ; Sschließlich auch einiges zur gegenwärtigen Situation des Weltkrieges. 2 Es ist bedauer- {597} lich, daß der Kaiser nicht besser beraten ist in Sachen der Kunst u. wie bisher, siehe Lauff, Leon Cavallo, Eulenburg, die Wahl der auszuzeichnenden Künstler immer wieder nur nach ganz flachstem Geschmack trifft. Schmerzlich ist es auch zu lesen, daß der Kaiser eigens die Restaurierungsarbeiten in Belgien hervorhob, um sich vom Schimpfwort „Barbaren “ zu reinigen. Als ob es je einem einfachen Engländer oder französischen Bürger, geschweige dem Präsidenten der Republik oder dem König von Engl. je einfiele, sich auf die Anschuldigungen der Gegner zu prüfen untersuchen! Ein Wilson hält es in seiner Botschaft einfach „für ausgemacht “, daß die Neutralen ihm folgen werden, – das ist der Tonfall eines Angelsachsen; nur einzig allein der Deutsche gefällt sich noch in der verhängnisvolle nr Melancholie u. Unterwürfigkeit. © Transcription Marko Deisinger. |
14. –6°; the frost increases.
— PostcardOC 52/192 from U.E.: Hertzka tells me that he will send me Mittler's compositions on his behalf and that he has sent him Op. 110 and Op. 111 . — Postcard from Roth from Munich): he gives me his new address and requests once more my much-travelled letter. — In the coffee house, Vally brings a tin of milk and finally suggests that we come to lunch, at which she actually leaves it to us to pay for the meat. In consideration of that measure, I said that we would come if possible and named the conditions under which we could agree to the suggestion, principally ones concerning transport. — The German emperor invites Hans Müller to visit him, thanks him for Kings, 1 and speaks in this connection about a few historical accusations; at the end, also a few things about the present situation of the world war. 2 {597} It is regrettable that the emperor was not better advised in matters of art and as before – see Lauff, Leoncavallo, Eulenburg – his choice of artists to be honored is still aimed at the lowest taste. It is also painful to read that the emperor intentionally highlighted the restoration works in Belgium in order to cleanse himself of the abusive word "barbarian." As if it had ever occurred to a simple Englishman or French citizen, let alone the president of the republic or the King of England, to investigate the accusations of their opponents! A Wilson , in his communication, takes it simply "as agreed upon" that the neutral countries will follow him – that is an Anglo-Saxon's tone of voice; only the German still takes pleasure in doom-laden melancholy and submissiveness. © Translation William Drabkin. |
Footnotes1 Hans Müller's patriotic play, Könige (Stuttgart–Berlin: Cotta, 1916), was first performed at the Vienna Court Theater in 1916, to great acclaim, and subsequently in many German cities. 2 "Eine Audienz bei Kaiser Wilhelm," Neue Freie Presse, No. 18851, February 14, 1917, morning edition, p. 1. |