31. O 10°, Regen.
— Nachmittag schreibt Lie-Liechen an Frühmann expreß {3403} u. bittet ihn für morgen zu mir. — Nach der Jause in der Stadt; in unserer Abwesenheit war Frühmann bei uns, wir lassen ihn bitten noch einmal zu kommen. — Frühmann untersucht mich, findet Wilhelms Medikament angemessen u. empfiehlt es bei Bedarf. Ich nehme es noch am selben Abend, es stinkt. Aus seinen Reden entnehme ich, ohne daß ich darüber gegen ihn etwas verlauten lasse, daß ich offenbar seit Jahren die Blutgefäße überlastet habe, sei es durch Aufregungen oder durch mechanische Anstrengung, zuletzt, im Sommer, war der Riss das deutliche Anzeichen einer nicht mehr überschreitbaren Ueberspannung der Gefäße. Vielleicht führt mich eine Entlastung wieder zum früheren Wohllaut des Organismus zurück, möglich, aber doch nicht wahrscheinlich, höchstens könnte ein Fortschreiten des Uebels verhütet werden. —© Transcription Marko Deisinger. |
31, 10°, rain.
— In the afternoon, Lie-Liechen writes to Frühmann express, {3403} asking him to come to me tomorrow morning. — After teatime, in the city; while we were out, Frühmann called; we ask him kindly to come again. — Frühmann examines me, finds Wilhelm's medication appropriate, and recommends that I use it when necessary. I use it that very same evening; it stinks. From what he has said, I understand, without my having to slip anything to him about it, that for years I have evidently overburdened my blood vessels, be it through excitement or mechanical exertion; most recently, in the summer, the rupture was the clear sign of an excessive tension on the vessels that could not be exceeded. Perhaps an easing would lead me back to the earlier harmoniousness of my organism – possibly, but not very likely; at best, the progress of the malady could be averted. —© Translation William Drabkin. |
31. O 10°, Regen.
— Nachmittag schreibt Lie-Liechen an Frühmann expreß {3403} u. bittet ihn für morgen zu mir. — Nach der Jause in der Stadt; in unserer Abwesenheit war Frühmann bei uns, wir lassen ihn bitten noch einmal zu kommen. — Frühmann untersucht mich, findet Wilhelms Medikament angemessen u. empfiehlt es bei Bedarf. Ich nehme es noch am selben Abend, es stinkt. Aus seinen Reden entnehme ich, ohne daß ich darüber gegen ihn etwas verlauten lasse, daß ich offenbar seit Jahren die Blutgefäße überlastet habe, sei es durch Aufregungen oder durch mechanische Anstrengung, zuletzt, im Sommer, war der Riss das deutliche Anzeichen einer nicht mehr überschreitbaren Ueberspannung der Gefäße. Vielleicht führt mich eine Entlastung wieder zum früheren Wohllaut des Organismus zurück, möglich, aber doch nicht wahrscheinlich, höchstens könnte ein Fortschreiten des Uebels verhütet werden. —© Transcription Marko Deisinger. |
31, 10°, rain.
— In the afternoon, Lie-Liechen writes to Frühmann express, {3403} asking him to come to me tomorrow morning. — After teatime, in the city; while we were out, Frühmann called; we ask him kindly to come again. — Frühmann examines me, finds Wilhelm's medication appropriate, and recommends that I use it when necessary. I use it that very same evening; it stinks. From what he has said, I understand, without my having to slip anything to him about it, that for years I have evidently overburdened my blood vessels, be it through excitement or mechanical exertion; most recently, in the summer, the rupture was the clear sign of an excessive tension on the vessels that could not be exceeded. Perhaps an easing would lead me back to the earlier harmoniousness of my organism – possibly, but not very likely; at best, the progress of the malady could be averted. —© Translation William Drabkin. |