21. Sehr schönes Wetter.

— Die Anmeldung zur Musterung geht anstandslos vor sich, so {960} daß alle Befürchtungen sich als grundlos erweisen. Es wäre nur zu wünschen, daß auch die übrigen Befürchtungen, die sich an die Musterung selbst knüpfen, sich als ebenso haltlos erweisen würden.

*

Bei Dr. Frühmann, der das Herz in Ordnung findet. —

— Der Stich, op. 111, kommt an. Unsere Freude darüber ist sehr groß, da, je rascher dieses Werk abgestoßen wird, desto näher das eigentliche Ziel von II2 gerückt ist. — Frau Deutsch zu Tisch. —

— Karte an Zuckerkandl in der er aufgefordert wird, die beiden letzten Stunden der Saison nach Möglichkeit zu benutzen. —

Gärtner bittet um einen andern Tag; in der Antwort bezeichne ich Mittwoch als den Rendezvous-Tag. —

*

Von Wilhelm trifft noch immer kein Schreiben ein, was unter allen Umständen als Rohheit zu betrachten ist, wobei auch ein etwaiges Nicht-schreiben-können keine Entschuldigung bildet.

*

So weit die Schweiz französisch ist, wendet sie sich gegen Deutschland u. zw. aus dem Grunde, weil auch in der Schweiz der Franzose wie in der eigentlichen Heimat borniert ist u. eben nur französische Blätter lesen kann, aus denen er nur lügnerische Mitteilungen erfährt. Wenn dagegen die deutsche Schweiz für Deutschland eintritt, so nur deshalb, weil dort nicht nur französische sondern auch deutsche Blätter gelesen werden. Draus entnimmt man, welche Bedeutung der Kenntnis der Sprache beizumessen ist, in der allein, wie es scheint, die Wahrheit ihre berufene Vertreterin findet.

*

© Transcription Marko Deisinger.

21. Very fine weather.

— The application for the military physical examination proceeds without any difficulty; {960} thus all fears prove groundless. It would only be desirable that the other fears, which are connected with the examination itself, would prove to be likewise without foundation.

*

With Dr. Frühmann, who finds my heart in order. —

— The print of Op. 111 arrives. Our joy over it is very great; for the quicker this work is taken care of, the nearer the actual goal, the second volume of Counterpoint can be advanced. — Mrs. Deutsch at lunch. —

— Postcard to Zuckerkandl, in which he is requested to avail himself, if possible, of the last two lessons of the teaching year. —

Gärtner asks for another day; in my reply I indicate Wednesday as the day for the meeting. —

*

Still no letter arrives from Wilhelm: in any event this may be regarded as an incivility, for which even a certain inability to write is not an acceptable excuse.

*

Insofar as Switzerland is French, it will turn against Germany – and indeed for the simple reason that the Frenchman is just as narrow-minded in Switzerland as in his actual homeland, and is only able to read French newspapers, from which he receives only mendacious reports. If, on the contrary, German Switzerland intercedes on behalf of Germany, that is only because not only French papers but also German ones are read there. From this one can deduce the importance played by the knowledge of language, in which alone the truth, it would appear, finds its appointed agent.

*

© Translation William Drabkin.

21. Sehr schönes Wetter.

— Die Anmeldung zur Musterung geht anstandslos vor sich, so {960} daß alle Befürchtungen sich als grundlos erweisen. Es wäre nur zu wünschen, daß auch die übrigen Befürchtungen, die sich an die Musterung selbst knüpfen, sich als ebenso haltlos erweisen würden.

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Bei Dr. Frühmann, der das Herz in Ordnung findet. —

— Der Stich, op. 111, kommt an. Unsere Freude darüber ist sehr groß, da, je rascher dieses Werk abgestoßen wird, desto näher das eigentliche Ziel von II2 gerückt ist. — Frau Deutsch zu Tisch. —

— Karte an Zuckerkandl in der er aufgefordert wird, die beiden letzten Stunden der Saison nach Möglichkeit zu benutzen. —

Gärtner bittet um einen andern Tag; in der Antwort bezeichne ich Mittwoch als den Rendezvous-Tag. —

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Von Wilhelm trifft noch immer kein Schreiben ein, was unter allen Umständen als Rohheit zu betrachten ist, wobei auch ein etwaiges Nicht-schreiben-können keine Entschuldigung bildet.

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So weit die Schweiz französisch ist, wendet sie sich gegen Deutschland u. zw. aus dem Grunde, weil auch in der Schweiz der Franzose wie in der eigentlichen Heimat borniert ist u. eben nur französische Blätter lesen kann, aus denen er nur lügnerische Mitteilungen erfährt. Wenn dagegen die deutsche Schweiz für Deutschland eintritt, so nur deshalb, weil dort nicht nur französische sondern auch deutsche Blätter gelesen werden. Draus entnimmt man, welche Bedeutung der Kenntnis der Sprache beizumessen ist, in der allein, wie es scheint, die Wahrheit ihre berufene Vertreterin findet.

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© Transcription Marko Deisinger.

21. Very fine weather.

— The application for the military physical examination proceeds without any difficulty; {960} thus all fears prove groundless. It would only be desirable that the other fears, which are connected with the examination itself, would prove to be likewise without foundation.

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With Dr. Frühmann, who finds my heart in order. —

— The print of Op. 111 arrives. Our joy over it is very great; for the quicker this work is taken care of, the nearer the actual goal, the second volume of Counterpoint can be advanced. — Mrs. Deutsch at lunch. —

— Postcard to Zuckerkandl, in which he is requested to avail himself, if possible, of the last two lessons of the teaching year. —

Gärtner asks for another day; in my reply I indicate Wednesday as the day for the meeting. —

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Still no letter arrives from Wilhelm: in any event this may be regarded as an incivility, for which even a certain inability to write is not an acceptable excuse.

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Insofar as Switzerland is French, it will turn against Germany – and indeed for the simple reason that the Frenchman is just as narrow-minded in Switzerland as in his actual homeland, and is only able to read French newspapers, from which he receives only mendacious reports. If, on the contrary, German Switzerland intercedes on behalf of Germany, that is only because not only French papers but also German ones are read there. From this one can deduce the importance played by the knowledge of language, in which alone the truth, it would appear, finds its appointed agent.

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© Translation William Drabkin.