4.

Um 6h auf; Frühstück im Café Aspang. Nach St. Bernhard, Schnellzug u. Auto! Daß uns Wilhelm in Horn nicht erwartet[,] erklärt sich – erst bei unserer Ankunft übergibt ihm der Bote die Karte aus Salzburg. Unsere Unterhaltung geht mühsam, da meine Lebensarbeit ihm seit jeher fernlag, heute ferner denn je liegt. Es kennzeichnet den Durchschnittsmenschen, daß er davon absieht, Mozio oder eins der Stiefkinder zu seiner Gesellschaft heranzuziehen; da ist ihm klar, daß sie im Beruf tätig bleiben müssen, gerade aber nach dem fernsten u. am meisten zu schonenden Menschen schnappt er, vermeintlich in bester Absicht, in Wahrheit unsinnig zerstörerisch. Er macht sich gar nicht bewußt, daß sein Wohnort, gar erst seine Wohnung uns nicht die geringste Möglichkeit eines Aufenthalts bietet. Abwehr ist dringend geboten u. ich gehe darauf {3375} aus, ihm den Unterschied zwischen Galtür u. St. Bernhard zum Bewußtsein zu bringen. Ich glaube, daß es mir gelungen ist, ihn auf den richtigen Weg zurückzuführen. Die paar Entgleisungen, die er sich noch leistet, namentlich seine wiederholten Winke, jede Anstrengung zu meiden u. nur der Ruhe zu pflegen, oder das Außerachtlassen des Unterschiedes, der darin besteht, daß er mir ein Leben ohne Einkünfte zudenkt, während er selbst noch immer seinen Beruf ausübt – alles das nimmt schon einen gelinderen Verlauf als bei unserem ersten Besuch. Auch bemerke ich, daß ihmn das ständige Um-uns-sein, das Unterhaltenwollen physisch anstrengt, kurz, wir beschließen noch früher abzureisen, da jedes Opfer ins Wasser fällt, da es nicht gewürdigt noch benutzt werden kann. Es ist ja im Grunde genug, wenn ich nicht ihn als Opfer fordere.

© Transcription Marko Deisinger.

4.

Up at 6 o'clock; breakfast at the Café Aspang. To St. Bernhard, express train and automobile! That Wilhelm does not await us in Horn is explained – it is not until we arrive that the postman gives him the postcard sent from Salzburg. Our conversation proceeds laboriously, as my life's work has always been remote to him, and now is more remote than ever. It is the mark of an ordinary person that he refrains from summoning Mozio or one of the step-children to his company; it is in fact clear to him that they must remain in post daily; but instead he snatches at precisely the most distant person, the one who most needs to be spared, apparently with the best intentions, in fact senselessly destructive. He does not make himself at all aware that the town in which he resides, to say nothing of his residence, does not offer us the slightest possibility for a stay. Self-defense is urgently needed, and I start in this respect by {3375} making him conscious of the difference between Galtür and St. Bernhard. I believe that I have succeeded in leading him back to the right path. The few derailments that he still allows himself, in particular his repeated signs of avoiding any exertion and cultivating only peace and quiet, or the neglect of the difference that exists when he attributes to me a life without income whereas he himself still practices his profession – all this takes a gentler course than it did on our first visit. Also I observe that the constant being-around-us, the desire to converse, is physically exhausting; in short, we decide to depart even earlier, since every sacrifice falls in the water, as it cannot be appreciated or made use of. It is basically sufficient that I do not demand him as a sacrificial victim.

© Translation William Drabkin.

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Um 6h auf; Frühstück im Café Aspang. Nach St. Bernhard, Schnellzug u. Auto! Daß uns Wilhelm in Horn nicht erwartet[,] erklärt sich – erst bei unserer Ankunft übergibt ihm der Bote die Karte aus Salzburg. Unsere Unterhaltung geht mühsam, da meine Lebensarbeit ihm seit jeher fernlag, heute ferner denn je liegt. Es kennzeichnet den Durchschnittsmenschen, daß er davon absieht, Mozio oder eins der Stiefkinder zu seiner Gesellschaft heranzuziehen; da ist ihm klar, daß sie im Beruf tätig bleiben müssen, gerade aber nach dem fernsten u. am meisten zu schonenden Menschen schnappt er, vermeintlich in bester Absicht, in Wahrheit unsinnig zerstörerisch. Er macht sich gar nicht bewußt, daß sein Wohnort, gar erst seine Wohnung uns nicht die geringste Möglichkeit eines Aufenthalts bietet. Abwehr ist dringend geboten u. ich gehe darauf {3375} aus, ihm den Unterschied zwischen Galtür u. St. Bernhard zum Bewußtsein zu bringen. Ich glaube, daß es mir gelungen ist, ihn auf den richtigen Weg zurückzuführen. Die paar Entgleisungen, die er sich noch leistet, namentlich seine wiederholten Winke, jede Anstrengung zu meiden u. nur der Ruhe zu pflegen, oder das Außerachtlassen des Unterschiedes, der darin besteht, daß er mir ein Leben ohne Einkünfte zudenkt, während er selbst noch immer seinen Beruf ausübt – alles das nimmt schon einen gelinderen Verlauf als bei unserem ersten Besuch. Auch bemerke ich, daß ihmn das ständige Um-uns-sein, das Unterhaltenwollen physisch anstrengt, kurz, wir beschließen noch früher abzureisen, da jedes Opfer ins Wasser fällt, da es nicht gewürdigt noch benutzt werden kann. Es ist ja im Grunde genug, wenn ich nicht ihn als Opfer fordere.

© Transcription Marko Deisinger.

4.

Up at 6 o'clock; breakfast at the Café Aspang. To St. Bernhard, express train and automobile! That Wilhelm does not await us in Horn is explained – it is not until we arrive that the postman gives him the postcard sent from Salzburg. Our conversation proceeds laboriously, as my life's work has always been remote to him, and now is more remote than ever. It is the mark of an ordinary person that he refrains from summoning Mozio or one of the step-children to his company; it is in fact clear to him that they must remain in post daily; but instead he snatches at precisely the most distant person, the one who most needs to be spared, apparently with the best intentions, in fact senselessly destructive. He does not make himself at all aware that the town in which he resides, to say nothing of his residence, does not offer us the slightest possibility for a stay. Self-defense is urgently needed, and I start in this respect by {3375} making him conscious of the difference between Galtür and St. Bernhard. I believe that I have succeeded in leading him back to the right path. The few derailments that he still allows himself, in particular his repeated signs of avoiding any exertion and cultivating only peace and quiet, or the neglect of the difference that exists when he attributes to me a life without income whereas he himself still practices his profession – all this takes a gentler course than it did on our first visit. Also I observe that the constant being-around-us, the desire to converse, is physically exhausting; in short, we decide to depart even earlier, since every sacrifice falls in the water, as it cannot be appreciated or made use of. It is basically sufficient that I do not demand him as a sacrificial victim.

© Translation William Drabkin.