Meine Lieben!

Versprochenermaßen 1 teile ich die mir gestern zitirt gewordene Auskunft Euch schon heute mit: die Überführung darf nicht mehr als 900 Kr., die gemeinsame Grabstelle 300 Kr. übersteigen: in Summe also 1200 Kr. 2

Ich kann mir denken, daß ein persönliches Eintreten für die Sache vielleicht eine erhebliche Verringerung der Kosten mir einbringen könnte, aber auch, daß möglicherweise die Kosten irgendwo eine Steigerung erfahren aus diesem oder jenem Grunde, der uns allen heute vielleicht gar nicht gegenwärtig ist. Aber in der Hauptsache habe ich doch einen Anhaltspunkt gewonnen –, ein paar Zehner mehr oder weniger spielen da, wenn man das Welt-Kino 3 verläßt keine so große Rolle mehr.

Die Entscheidung liegt nun bei Euch. Doch drängt sie in diesem Augenblicke sicher gar nicht. Wir werden diese Sache im Frühling, wenn wir zu Euch kommen, uns noch hin u. her überlegen. Es heißt ja auch, daß die Gemeinde Waidhofen {2} den Kauf der Grabstelle gewissermaßen überträgt auf Wien, was bei der Abrechnung eine Verringerung einträgt.

Von all diesen Dingen also im Frühling!

Und hier nur die Notiz auf Grund eines mir heute aus München zugekommenen Briefes: 4 dort in Deutschland planen Anhänger von mir die Herausgabe einer „Festschrift“ zu Ehren meines 50ten jährigen Geburtstages, mit meinem Bild geschmückt u.s.w.

Ich kann 1000 auf 1 wetten, daß Wien, soweit es auf diese Stadt dabei ankommt, die „Festschrift“ hintertreiben wird. Mußte ich doch vor vielleicht einer Stunde eine Karte rekommandieren an den eigenen Verleger 5 um ihn zu bewegen, sog. „Rezensionsexemplare“ einen sehr bekannten Mann 6 nach Deutschl. zu schicken, was doch nur in seinem eigensten Geldinteresse läge! So schmutzig, sich selbst im Wege stehend ist die Wiener Wuchermannschaft! Eventuell muß ich die Hilfe eines Advokaten anrufen, um den Verleger zur Vernunft zu bringen. Wenn das nun der eigene Verleger tut, so stellt Euch erst den Rest vor, dessen Eitelkeit durch mich gefährdet ist!

Nun heißt es schleunigst Jause nehmen u. 2 Schüler „schleifen“, – das Wort hat mein Lieliechen.


Viele Küsse u. Grüße Euch Allen
Euer
[signed:] Heinrich


{3} Meine Lieben!

Das Wort „Kino“, das mein theuerer Heinrich gebraucht hat, ist wirklich die trefflichste, treffendste Bezeichnung für unser Leben. Wir verlassen kaum unser Zimmer u. doch drängt sich eine bunte Fülle zu allen Ritzen herein, schafft da eine kleine Freude, dort einen argen Verdruß, stört mitunter die schönste Arbeit u. schmälert die kostbare Zeit u. verbindet uns – Gott sei Dank – doch so fest auch wieder dem Leben, doch unsere „Gruftsorgen“ nur eben aktuell geworden sind durch unseren schmerzlichen Verlust – wir können sie aber, soweit ein Mensch überhaupt über Zeit gebieten kann, gut noch auf den Frühling vertagen.

Nähere Sorgen macht mir momentan die Beschaffung von weißem Zwirn No 100. Dir liebste Dodi hatte ich s.Z. von meinen Wäschenöten erzählt, besonders von reparaturbedürftigen Hemden u. Du warst so gütig, Spitzchen dazu zu spenden. Die Arbeit, die ich selbst vornehmen will, mußte aber vor wichtigeren zurückstehen, u. so {4} wurden jetzt aus den sechs bedürftigen Stücken gar zwölf. Nun ist ja von anno dazumal 7 noch immer ein genügend großer Hemdenvorrat da, aber es störte mich schon längst, so ein Päckchen im Schrank zu wissen u. es rief mich förmlich von meiner andern Arbeit weg. So entschloß ich mich also ernstlich, an dieses Werk zu gehen. Leinwand oder Chiffon zu erstehen ist auf einem mir bekannten Wege ganz unmöglich u. so verfiel ich auf die Idee, Passen aus Batist anzusetzen. Ich konnte solchen auch wirklich ohne Bezugschein, allerdings um den horrenden Preis von 12 Kronen per Meter kaufen, auch Bändchen zum Nettmachen, habe die Passen auch schon zugeschnitten – da fehlt mir feiner Zwirn! Immer hört man hier geheimnisvolle Andeutungen von Zwirnmengen, die durch unterirdische Kanale rollen, aber ich kann auch nicht für teueres Geld, zu einer einzigen Spule kommen. Und wie lange könnte ich mich an einer großen Schneiderspule fortschlängeln!

Dies die lange Vorrede zu der Frage an Dich, {5} liebste Dodi: Weißt Du nicht Rat in dieser Not? Ich belästige so ungern jemanden, da ich ja sehr gut weiß, wie schwer es jetzt jeder Mensch hat für sich u. die Allernächsten zu sorgen, u. so habe ich mich, auch widerstrebend, in dieser Frage an die liebe allezeit so hilfsbereite Sophie gewendet, die mir auch gleich Zwirn sandte, aber – No 30! Damit kann ich doch höchstens einen Knopf an eine Unterhose nähen, aber keine Batistpassen an Hemden. Ein Königreich – es kommen ja jetzt etliche zur Verteilung! – für eine Spule 100ter Zwirn!! 8

Heute hat man uns also das Ergebnis des Versailler Kriegsrates unterbreitet: Es wird weiter geschlachtet – u. wieder einmal geht das Wort des Propheten in Erfüllung. Schon längst warnte mein lieber Heinrich vor dem Gewinsel um Frieden, da es den Krieg nur verlängert, wie regte er sich auf über die Streikbewegung {6} bei uns in Oesterreich u. jetzt wieder in Deutschland, wie wetterte er gegen die Zeitungsschmierer u. die „Führer“ der Sozialdemokraten, weil er alles genau so kommen sah, wie es kam u. kommen mußte. Nun heißt es also weitere Hunderttausende in den Tod führen, den letzten Rest des Bißchens oberflächlicher Kultur in Blut u. Gier u. Wucher zu ersticken. Wie mag denn einem Hindenburg zu Mute sein!?

Die lieben Kinder haben sich von ihrem Unwohlsein hoffentlich schon ganz erholt u. sind munter u. frisch wie zuvor? Wie ergeht es dem lieben Tonerl im Studium?

Lasset, bitte, wieder einmal von Euch hören u. seid alle recht herzlich umarmt u. geküßt


von Euerer
[signed:] Lie-Lie 5. II. 18

© Transcription Ian Bent, 2010


My dear [Wilhelm and Dodi],

As promised, 1 I pass on to you today the information that was given to me yesterday: the transfer ought not to amount to more that 900 Kronen, the shared burial plot 300 Kronen: in total thus 1,200 Kronen. 2

I could well imagine that a personal intervention in the matter could produce a substantial cost reduction, but at the same time the costs might at any time become inflated for one reason or another of which we are all at the moment perhaps completely oblivious. The main thing, however, is that I have at least achieved point of reference – a few pennies more or less is nothing once one has quit this farcical world. 3

The decision now rests with you. There is certainly no urgency at this moment. We will go on talking the matter over in the spring, when we visit you. The key thing is that the Waidhofen Jewish Religious Community {2} should to some degree transfer the purchase of the burial plot to Vienna, which is what will yield the reduction on the account.

So, more of all this in the spring!

Just to let you know about a letter that I received today from Munich: 4 there, in Germany, my adherents plan to publish a "Festschrift" in honor of my fiftieth birthday, complete with a picture of me, etc.

I bet 1,000 to 1 that Vienna, insofar as it depends on that city, will obstruct the Festschrift. Perhaps an hour ago, I had to register a postcard to my own publisher, 5 in order to induce him to send so-called "complimentary copies" to a very well-known man 6 in Germany, when it was actually only in his own financial interests! It is iniquitous how the Viennese band of usurers defeats its own ends! I may well have to call on the help of an attorney to bring the publisher to his senses. If that is what my own publisher does, then you can image what others do, whose idleness is exposed through me!

Now I have to snatch a quick teatime snack and "grind away at" two students – the word was coined by my Lieliechen.


A thousand kisses and greetings to you all,
Your
[signed:] Heinrich

{3} My dear [Wilhelm and Dodi],

The word "farcical" that my dear Heinrich has used is really the most apt, the most fitting description of our life. We scarcely ever leave our room, and all manner of things crowd in to pack every chink [of our time], affording us now a little pleasure, now some severe annoyance; in so doing, they disturb the most delightful work that we do and cut down on our precious time, yet they put us – thank God! – firmly back in touch with life, and our "burial plot worries" have become real only as a result of our painful loss – but we can, insofar as anyone can ever be in command of time, put them off until the spring.

Just at the moment, my more immediate worry is getting hold of some No. 100 twine in white. I regaled you, dearest Dodi, some time ago with my laundry needs, especially of the shirts that needed repairing, and you were so kind as to give me some lace for that purpose. The work, which I for myself I am keen to get on with, had to be put off for pressing reasons, and so {4} instead of six items needing repair there are now twelve. There is still a sufficient supply of shirts from times gone by, 7 but the thought of that little packet in the cupboard has long troubled me, and it was virtually summoning me away from my other work. So I resolved to get on with this work. It is impossible to get hold of linen or chiffon by any means known to me, and so I hit on the idea of making yokes out of cambric. I could even actually purchase such a thing without a ration card, albeit at the horrendous price of 12 Kronen a meter, also ribbon for making the job neat, [and I] have even already cut out the yokes – but I don't have any finer-grade twine! One constantly hears whisperings here about quantities of twine that run through subterranean channels, but I can't find a single spool, not even for lots of money. And how long would it take me to finish off a whole dressmaker's spool!!

This is all a long prelude to asking you, {5} dearest Dodi, if you have any advice as to how to overcome this problem? I hate burdening other people, since I well know how hard it is for anyone these days to care for themselves and those near to them, and so I turned, albeit reluctantly, to dear Sophie, who is always to willing to help, and she immediately sent me some twine – but No. 30! The most I can do with that is sew a button on a pair of underpants, but not cambric yokes on shirts. My kingdom – there several that are now ripe for carving up! – for a spool of No. 100 twine!! 8

So today news has reached us of the outcome of the Versailles Council of War: There's sure to be further slaughter – and once again the word of the prophet has been fulfilled. Long, long ago, my dear Heinrich warned against the whimpering about peace, since it only prolongs the war. How he roused himself against the strike movement {6} here in Austria and now again in Germany; how he thundered against the newspaper scribblers and the "leaders" of the Social Democrats, because he foresaw everything precisely as it turned out, as it was bound to turn out. So now another 100,000 will be led to their deaths, the last few remnants of superficial culture will be extinguished in blood and greed and usury. How then might Hindenburg feel!?

Are the dear children by now completely recovered from their illness, and cheerful and happy as before? I do hope so. How are things going with dear Tonerl and his studies?

Send us news of yourselves again, please. We send you cordial hugs and kisses,


From your
[signed:] Lie-Lie February 5, 1918

© Translation Ian Bent, 2010


Meine Lieben!

Versprochenermaßen 1 teile ich die mir gestern zitirt gewordene Auskunft Euch schon heute mit: die Überführung darf nicht mehr als 900 Kr., die gemeinsame Grabstelle 300 Kr. übersteigen: in Summe also 1200 Kr. 2

Ich kann mir denken, daß ein persönliches Eintreten für die Sache vielleicht eine erhebliche Verringerung der Kosten mir einbringen könnte, aber auch, daß möglicherweise die Kosten irgendwo eine Steigerung erfahren aus diesem oder jenem Grunde, der uns allen heute vielleicht gar nicht gegenwärtig ist. Aber in der Hauptsache habe ich doch einen Anhaltspunkt gewonnen –, ein paar Zehner mehr oder weniger spielen da, wenn man das Welt-Kino 3 verläßt keine so große Rolle mehr.

Die Entscheidung liegt nun bei Euch. Doch drängt sie in diesem Augenblicke sicher gar nicht. Wir werden diese Sache im Frühling, wenn wir zu Euch kommen, uns noch hin u. her überlegen. Es heißt ja auch, daß die Gemeinde Waidhofen {2} den Kauf der Grabstelle gewissermaßen überträgt auf Wien, was bei der Abrechnung eine Verringerung einträgt.

Von all diesen Dingen also im Frühling!

Und hier nur die Notiz auf Grund eines mir heute aus München zugekommenen Briefes: 4 dort in Deutschland planen Anhänger von mir die Herausgabe einer „Festschrift“ zu Ehren meines 50ten jährigen Geburtstages, mit meinem Bild geschmückt u.s.w.

Ich kann 1000 auf 1 wetten, daß Wien, soweit es auf diese Stadt dabei ankommt, die „Festschrift“ hintertreiben wird. Mußte ich doch vor vielleicht einer Stunde eine Karte rekommandieren an den eigenen Verleger 5 um ihn zu bewegen, sog. „Rezensionsexemplare“ einen sehr bekannten Mann 6 nach Deutschl. zu schicken, was doch nur in seinem eigensten Geldinteresse läge! So schmutzig, sich selbst im Wege stehend ist die Wiener Wuchermannschaft! Eventuell muß ich die Hilfe eines Advokaten anrufen, um den Verleger zur Vernunft zu bringen. Wenn das nun der eigene Verleger tut, so stellt Euch erst den Rest vor, dessen Eitelkeit durch mich gefährdet ist!

Nun heißt es schleunigst Jause nehmen u. 2 Schüler „schleifen“, – das Wort hat mein Lieliechen.


Viele Küsse u. Grüße Euch Allen
Euer
[signed:] Heinrich


{3} Meine Lieben!

Das Wort „Kino“, das mein theuerer Heinrich gebraucht hat, ist wirklich die trefflichste, treffendste Bezeichnung für unser Leben. Wir verlassen kaum unser Zimmer u. doch drängt sich eine bunte Fülle zu allen Ritzen herein, schafft da eine kleine Freude, dort einen argen Verdruß, stört mitunter die schönste Arbeit u. schmälert die kostbare Zeit u. verbindet uns – Gott sei Dank – doch so fest auch wieder dem Leben, doch unsere „Gruftsorgen“ nur eben aktuell geworden sind durch unseren schmerzlichen Verlust – wir können sie aber, soweit ein Mensch überhaupt über Zeit gebieten kann, gut noch auf den Frühling vertagen.

Nähere Sorgen macht mir momentan die Beschaffung von weißem Zwirn No 100. Dir liebste Dodi hatte ich s.Z. von meinen Wäschenöten erzählt, besonders von reparaturbedürftigen Hemden u. Du warst so gütig, Spitzchen dazu zu spenden. Die Arbeit, die ich selbst vornehmen will, mußte aber vor wichtigeren zurückstehen, u. so {4} wurden jetzt aus den sechs bedürftigen Stücken gar zwölf. Nun ist ja von anno dazumal 7 noch immer ein genügend großer Hemdenvorrat da, aber es störte mich schon längst, so ein Päckchen im Schrank zu wissen u. es rief mich förmlich von meiner andern Arbeit weg. So entschloß ich mich also ernstlich, an dieses Werk zu gehen. Leinwand oder Chiffon zu erstehen ist auf einem mir bekannten Wege ganz unmöglich u. so verfiel ich auf die Idee, Passen aus Batist anzusetzen. Ich konnte solchen auch wirklich ohne Bezugschein, allerdings um den horrenden Preis von 12 Kronen per Meter kaufen, auch Bändchen zum Nettmachen, habe die Passen auch schon zugeschnitten – da fehlt mir feiner Zwirn! Immer hört man hier geheimnisvolle Andeutungen von Zwirnmengen, die durch unterirdische Kanale rollen, aber ich kann auch nicht für teueres Geld, zu einer einzigen Spule kommen. Und wie lange könnte ich mich an einer großen Schneiderspule fortschlängeln!

Dies die lange Vorrede zu der Frage an Dich, {5} liebste Dodi: Weißt Du nicht Rat in dieser Not? Ich belästige so ungern jemanden, da ich ja sehr gut weiß, wie schwer es jetzt jeder Mensch hat für sich u. die Allernächsten zu sorgen, u. so habe ich mich, auch widerstrebend, in dieser Frage an die liebe allezeit so hilfsbereite Sophie gewendet, die mir auch gleich Zwirn sandte, aber – No 30! Damit kann ich doch höchstens einen Knopf an eine Unterhose nähen, aber keine Batistpassen an Hemden. Ein Königreich – es kommen ja jetzt etliche zur Verteilung! – für eine Spule 100ter Zwirn!! 8

Heute hat man uns also das Ergebnis des Versailler Kriegsrates unterbreitet: Es wird weiter geschlachtet – u. wieder einmal geht das Wort des Propheten in Erfüllung. Schon längst warnte mein lieber Heinrich vor dem Gewinsel um Frieden, da es den Krieg nur verlängert, wie regte er sich auf über die Streikbewegung {6} bei uns in Oesterreich u. jetzt wieder in Deutschland, wie wetterte er gegen die Zeitungsschmierer u. die „Führer“ der Sozialdemokraten, weil er alles genau so kommen sah, wie es kam u. kommen mußte. Nun heißt es also weitere Hunderttausende in den Tod führen, den letzten Rest des Bißchens oberflächlicher Kultur in Blut u. Gier u. Wucher zu ersticken. Wie mag denn einem Hindenburg zu Mute sein!?

Die lieben Kinder haben sich von ihrem Unwohlsein hoffentlich schon ganz erholt u. sind munter u. frisch wie zuvor? Wie ergeht es dem lieben Tonerl im Studium?

Lasset, bitte, wieder einmal von Euch hören u. seid alle recht herzlich umarmt u. geküßt


von Euerer
[signed:] Lie-Lie 5. II. 18

© Transcription Ian Bent, 2010


My dear [Wilhelm and Dodi],

As promised, 1 I pass on to you today the information that was given to me yesterday: the transfer ought not to amount to more that 900 Kronen, the shared burial plot 300 Kronen: in total thus 1,200 Kronen. 2

I could well imagine that a personal intervention in the matter could produce a substantial cost reduction, but at the same time the costs might at any time become inflated for one reason or another of which we are all at the moment perhaps completely oblivious. The main thing, however, is that I have at least achieved point of reference – a few pennies more or less is nothing once one has quit this farcical world. 3

The decision now rests with you. There is certainly no urgency at this moment. We will go on talking the matter over in the spring, when we visit you. The key thing is that the Waidhofen Jewish Religious Community {2} should to some degree transfer the purchase of the burial plot to Vienna, which is what will yield the reduction on the account.

So, more of all this in the spring!

Just to let you know about a letter that I received today from Munich: 4 there, in Germany, my adherents plan to publish a "Festschrift" in honor of my fiftieth birthday, complete with a picture of me, etc.

I bet 1,000 to 1 that Vienna, insofar as it depends on that city, will obstruct the Festschrift. Perhaps an hour ago, I had to register a postcard to my own publisher, 5 in order to induce him to send so-called "complimentary copies" to a very well-known man 6 in Germany, when it was actually only in his own financial interests! It is iniquitous how the Viennese band of usurers defeats its own ends! I may well have to call on the help of an attorney to bring the publisher to his senses. If that is what my own publisher does, then you can image what others do, whose idleness is exposed through me!

Now I have to snatch a quick teatime snack and "grind away at" two students – the word was coined by my Lieliechen.


A thousand kisses and greetings to you all,
Your
[signed:] Heinrich

{3} My dear [Wilhelm and Dodi],

The word "farcical" that my dear Heinrich has used is really the most apt, the most fitting description of our life. We scarcely ever leave our room, and all manner of things crowd in to pack every chink [of our time], affording us now a little pleasure, now some severe annoyance; in so doing, they disturb the most delightful work that we do and cut down on our precious time, yet they put us – thank God! – firmly back in touch with life, and our "burial plot worries" have become real only as a result of our painful loss – but we can, insofar as anyone can ever be in command of time, put them off until the spring.

Just at the moment, my more immediate worry is getting hold of some No. 100 twine in white. I regaled you, dearest Dodi, some time ago with my laundry needs, especially of the shirts that needed repairing, and you were so kind as to give me some lace for that purpose. The work, which I for myself I am keen to get on with, had to be put off for pressing reasons, and so {4} instead of six items needing repair there are now twelve. There is still a sufficient supply of shirts from times gone by, 7 but the thought of that little packet in the cupboard has long troubled me, and it was virtually summoning me away from my other work. So I resolved to get on with this work. It is impossible to get hold of linen or chiffon by any means known to me, and so I hit on the idea of making yokes out of cambric. I could even actually purchase such a thing without a ration card, albeit at the horrendous price of 12 Kronen a meter, also ribbon for making the job neat, [and I] have even already cut out the yokes – but I don't have any finer-grade twine! One constantly hears whisperings here about quantities of twine that run through subterranean channels, but I can't find a single spool, not even for lots of money. And how long would it take me to finish off a whole dressmaker's spool!!

This is all a long prelude to asking you, {5} dearest Dodi, if you have any advice as to how to overcome this problem? I hate burdening other people, since I well know how hard it is for anyone these days to care for themselves and those near to them, and so I turned, albeit reluctantly, to dear Sophie, who is always to willing to help, and she immediately sent me some twine – but No. 30! The most I can do with that is sew a button on a pair of underpants, but not cambric yokes on shirts. My kingdom – there several that are now ripe for carving up! – for a spool of No. 100 twine!! 8

So today news has reached us of the outcome of the Versailles Council of War: There's sure to be further slaughter – and once again the word of the prophet has been fulfilled. Long, long ago, my dear Heinrich warned against the whimpering about peace, since it only prolongs the war. How he roused himself against the strike movement {6} here in Austria and now again in Germany; how he thundered against the newspaper scribblers and the "leaders" of the Social Democrats, because he foresaw everything precisely as it turned out, as it was bound to turn out. So now another 100,000 will be led to their deaths, the last few remnants of superficial culture will be extinguished in blood and greed and usury. How then might Hindenburg feel!?

Are the dear children by now completely recovered from their illness, and cheerful and happy as before? I do hope so. How are things going with dear Tonerl and his studies?

Send us news of yourselves again, please. We send you cordial hugs and kisses,


From your
[signed:] Lie-Lie February 5, 1918

© Translation Ian Bent, 2010

Footnotes

1 Writing of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 2/10, p. 835, February 5, 1918: " An Wilhelm (Br.): berichte über die Auskunft, erwähne der Festschrift u. der so kontrastierenden Schwierigkeiten mit Hertzka; Lie-Liechen bittet um Zwirn." ("To Wilhelm (letter): reporting on the disclosure, mentioning the Festschrift and the highly contrasted difficulties with Hertzka, Lie-Liechen puts in a request for some twine.").

2 Reference is to the transfer of Julia Schenker's body from Waidhofen to Vienna: see OJ 5/38, [1], January 24, 1918.

3 lit., the world cinema. Jeanette picks up the word later in this letter.

4 i.e. from Otto Vrieslander in Munich. There is discussion of this matter in Schenker's correspondence with Moriz Violin (cf. OJ 6/6, [6], February 17) and Hans Weisse (cf. OJ 15/16, [34], February 26). The correspondence with Vrieslander is currently in private hands and unavailable for consultation.

5 i.e. Universal Edition, Vienna.

6 i.e. August Halm; see OJ 11/35, 7, January 20, 1918, DLA 69.930/3, February 7, and further correspondence with Halm; also WSLB 292, January 30, WSLB 293, February 5, and further correspondence with UE.

7 von anno dazumal: Austrian idiomatic phrase; anno, Latin, means "in the year of" (as in "Anno 1870"), dazumal, "in those days."

8 Allusion to Shakespeare, King Richard III, Act V, Scene 4, line 7: "A horse! a horse! my kingdom for a horse!."

Commentary

Format
6p letter, oblong format, double letter, pp. 1-2 in Heinrich Schenker's hand, pp. 3-6 in Jeanette Kornfeld's hand
Provenance
Wilhelm Schenker (document date-1938?)—Jeanette Schenker (1938?-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas, Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
In the public domain
License
This document is deemed to be in the public domain as of January 1, 2006. Any claim to intellectual rights should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2010-03-15
Last updated: 2010-03-15