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OC 54/370 - Typewritten letter from Deutsch to Schenker, dated July 5, 1932
⇧ PROF. OTTO ERICH DEUTSCH Tel. R 45–6–72 WIEN II. Böcklinstraße 26 ⇧ 5. Juli 32 Lieber Verehrter! 1 Heute war ich also bei Dr. Kalmus und habe mit ihm abgeschlossen, in Vollmachts Namen. Die Sache war dringend, weil der Jahreskatalog der Noten der U. E. eben ausgedruckt ist und der der Schriften eben im Satz steht; man setzte ihr [recte Ihr] Werk 2 noch ein, in der Hoffnung, dass nach den 150 Exemplaren – Kalmus erbat noch 30 für die Presse als Rezensionsstücke – eine neue Auflage mittels der Lichtbausen Waldheims möglich sein werde. Denn sonst hätte sich die Aufnahme nicht gelohnt. Den Preis nahmen wir mit S 3.– Ladenpreis ein, weil Sie doch die Selbstkosten von S 1.50 für jedes Exemplar (so verstand ich Sie: cca. S 1500.– für alle 1000 Stück) zurückbekommen sollen nach Massgabe des Absatzes, und die UE den Sortimentern 40% gibt; so dass ihr pro Stück 0.30 verbleibt. Sie will hier nur jährliche Abrech[n]ung geben, weil das Objekt mehr Arbeit nicht lohnt, ist aber zu Auskünften auch früher bereit. Ein Vertrag folgt durch mich. Ich bitte Sie nun, sogleich zu veranlassen, dass Waldheim die 800 Exemplare für Amerika ausdruckt, für die 200 europäischen aber statt (nicht unter) Publ. by Mannes … setzt: Für Europa Universal-Edition, Wien U.E. 10 385 Das ist die Verlagsnummer, die gleich festgesetzt wurde. Die Korrektur des Titels möge dann noch einmal an die U. E. gehen; womöglich auch da ich das ganze Werk dort liess, braucht das Vorwort nicht mit an die U. E. zu gehen, die es ja nun kennt. Dagegen hat Kalmus etwas bemerkt, was auch mir schon aufgefallen war und was sich vielleicht noch verbessern, wenn auch nicht mehr ganz in dieser Auflage beheben lässt. {2} Die 11 Tafeln hätten einer einheitlichen Nummerierung bedürft, die durch den Titel und das Vorwort nicht gegeben ist, und die auch durch einige – nicht ohne weiters verständliche Zahlen auf einzelnen Tafeln 3 keineswegs zu einer sicheren und raschen Ordnung und Wiederordnung in der Mappe führt. Ich hätte jede Tafel fortlaufend innen oder (teurer) aussen nummeriert. Nun kam mir für diese Auflage nur mehr die Idee, auf dem Titel zum Namen jedes Stückes zu setzen: x Tafeln oder besser x fol., weil der Text aussen ja polyglott gehalten ist. Also etwa: Chopin op. 10 Nr. [1]2 (4 fol.) u. s. w. Wenn Sie damit einverstanden sind, so setzen Sie diese Aenderung, bitte, in Ihre letzte Titelkorrektur noch ein – für die ganze Auflage. Bei der zweiten Auflage, die Kalmus mit 500 annehmen würde, könnte das noch vor dem Druck in der Lichtbause, die hoffentlich bei Waldheim und nicht bei Tomay ist, geändert werden, alle Tafeln einheitlich durch paginiert. Kalmus will aber vorläufig auch die zweite Auflage nicht selbst zahlen, er erbat nur von Waldheim in meiner Gegenwart telefonisch eine Kalkulation, die er bald bekommon dürfte (für die zweite Auflage). In diesem Falle könnte ein Autorenhonorar eingerechnet werden. Der Markpreis lautet M 1.80 Ladenpreis. Die U. E. wird das Werk regulär vertreiben. Es scheint, dass der Verkehr mit der U. E. seit Hertzkas Hingang leichter, menschlicher geworden ist. Dennoch dürfte ich meine Ausgabe der Haydn-Kanons dort kaum unterbringen. ⇧ Mein Aufsatz darüber erscheint wieder in der Zft. f. Mw. 4 ⇧ Die Wiener Grossloge hat mein Mozartbroschüre (Ueber die Freimaurerkompositionen Mozarts) zum Druck übernommen, obzwar ich kein Br. bin. 5 Bald mehr. © Transcription William Drabkin, 2023 |
⇧ PROF. OTTO ERICH DEUTSCH Tel. R 45–6–72 VIENNA II Böcklinstraße 26 ⇧ July 5, 1932 Dear revered fried, 1 Today I was with Dr. Kalmus and finalized things with him, on your authorization. The matter was urgent, as Universal Edition’s annual catalogue of printed music has just been published and that of the writings is already typeset; your work 2 will still be included in the hope that, after 150 copies (Kalmus asked for an additional 30 for the press, as review copies) a new print-run using Waldheim’s blueprints will be possible. Otherwise the photographing would not have been worth it. We agreed on a price of 3 shillings (shop price), since you ought to recoup your own costs of 1.50 shillings per copy (that is how I understood you: approximately 1,500 shillings for all 1,000 copies) in relation to the sales, and Universal Edition will give the distributors 40%, thus leaving 0.30 shillings per copy to them. In this venture, they will give you only an annual account, as the object does not merit further work; but they are also prepared to supply information earlier. A contract will follow, via me. I now ask you to arrange immediately for Waldheim to print the 800 copies for America; for the 200 European copies, however, instead of
(not beneath) “Publ. by Mannes …”
they will print:
Für Europa That is the publisher’s number, which was just determined. The corrections to the title may go once more to Universal Edition; as I read the entire work there, the Foreword does not have to go with it to Universal Edition, which now knows it. However, Kalmus observed something that had already struck me and which could still be corrected, even if no further changes may take place in this print-run. {2} The eleven pages of graphs ought to have had a unified numbering, which is not given by the title-page and the Foreword and which, on account of the not obviously rational numbers on individual pages 3 will in no way lead to a sure and speedy reordering in the folder. I would have had each graph numbered continuously, either on the inside or (dearer) on the outside. Now, for this print run, the only thing I could think of was to print beside the name of each piece of music on the title-page “X Tafeln,” or better “X fol.,” as the text on the outside page has been kept polyglot. Thus for example: Chopin op. 10 Nr. [1]2 (4 fol.) and so on. If you are agreed to doing this, then please include this change in your last correction of the title-page – for the entire print run. With the second print run, which Kalmus would reckon to be 500 copies, that could be changed in the advance printing of the blueprints, which I hope are with Waldheim and not with Tomay, with all the pages uniformly paginated continuously. At present, however, Kalmus does not want to pay for the second print-run; he only requested an estimate from Waldheim, by telephone in my presence, which he ought to receive soon (for the second print-run). In this case, an author’s honorarium can be included in the calculation. The shop price in marks is 1.80 marks. Universal Edition will market the work regularly. It seems that communication with Universal Edition has become easier, more human, since Hertzka’s death. Nonetheless, I shall hardly be able to place my edition of the Haydn canons there. ⇧ My article on them will again appear in the Zeitschrift für Musikwissenschaft . 4 ⇧ The Grand Masonic Lodge, Vienna, has accepted my Mozart booklet (On Mozart’s Masonic Compositions) for publication, although I am not a brother. 5 More soon. © Translation William Drabkin, 2023 |
⇧ PROF. OTTO ERICH DEUTSCH Tel. R 45–6–72 WIEN II. Böcklinstraße 26 ⇧ 5. Juli 32 Lieber Verehrter! 1 Heute war ich also bei Dr. Kalmus und habe mit ihm abgeschlossen, in Vollmachts Namen. Die Sache war dringend, weil der Jahreskatalog der Noten der U. E. eben ausgedruckt ist und der der Schriften eben im Satz steht; man setzte ihr [recte Ihr] Werk 2 noch ein, in der Hoffnung, dass nach den 150 Exemplaren – Kalmus erbat noch 30 für die Presse als Rezensionsstücke – eine neue Auflage mittels der Lichtbausen Waldheims möglich sein werde. Denn sonst hätte sich die Aufnahme nicht gelohnt. Den Preis nahmen wir mit S 3.– Ladenpreis ein, weil Sie doch die Selbstkosten von S 1.50 für jedes Exemplar (so verstand ich Sie: cca. S 1500.– für alle 1000 Stück) zurückbekommen sollen nach Massgabe des Absatzes, und die UE den Sortimentern 40% gibt; so dass ihr pro Stück 0.30 verbleibt. Sie will hier nur jährliche Abrech[n]ung geben, weil das Objekt mehr Arbeit nicht lohnt, ist aber zu Auskünften auch früher bereit. Ein Vertrag folgt durch mich. Ich bitte Sie nun, sogleich zu veranlassen, dass Waldheim die 800 Exemplare für Amerika ausdruckt, für die 200 europäischen aber statt (nicht unter) Publ. by Mannes … setzt: Für Europa Universal-Edition, Wien U.E. 10 385 Das ist die Verlagsnummer, die gleich festgesetzt wurde. Die Korrektur des Titels möge dann noch einmal an die U. E. gehen; womöglich auch da ich das ganze Werk dort liess, braucht das Vorwort nicht mit an die U. E. zu gehen, die es ja nun kennt. Dagegen hat Kalmus etwas bemerkt, was auch mir schon aufgefallen war und was sich vielleicht noch verbessern, wenn auch nicht mehr ganz in dieser Auflage beheben lässt. {2} Die 11 Tafeln hätten einer einheitlichen Nummerierung bedürft, die durch den Titel und das Vorwort nicht gegeben ist, und die auch durch einige – nicht ohne weiters verständliche Zahlen auf einzelnen Tafeln 3 keineswegs zu einer sicheren und raschen Ordnung und Wiederordnung in der Mappe führt. Ich hätte jede Tafel fortlaufend innen oder (teurer) aussen nummeriert. Nun kam mir für diese Auflage nur mehr die Idee, auf dem Titel zum Namen jedes Stückes zu setzen: x Tafeln oder besser x fol., weil der Text aussen ja polyglott gehalten ist. Also etwa: Chopin op. 10 Nr. [1]2 (4 fol.) u. s. w. Wenn Sie damit einverstanden sind, so setzen Sie diese Aenderung, bitte, in Ihre letzte Titelkorrektur noch ein – für die ganze Auflage. Bei der zweiten Auflage, die Kalmus mit 500 annehmen würde, könnte das noch vor dem Druck in der Lichtbause, die hoffentlich bei Waldheim und nicht bei Tomay ist, geändert werden, alle Tafeln einheitlich durch paginiert. Kalmus will aber vorläufig auch die zweite Auflage nicht selbst zahlen, er erbat nur von Waldheim in meiner Gegenwart telefonisch eine Kalkulation, die er bald bekommon dürfte (für die zweite Auflage). In diesem Falle könnte ein Autorenhonorar eingerechnet werden. Der Markpreis lautet M 1.80 Ladenpreis. Die U. E. wird das Werk regulär vertreiben. Es scheint, dass der Verkehr mit der U. E. seit Hertzkas Hingang leichter, menschlicher geworden ist. Dennoch dürfte ich meine Ausgabe der Haydn-Kanons dort kaum unterbringen. ⇧ Mein Aufsatz darüber erscheint wieder in der Zft. f. Mw. 4 ⇧ Die Wiener Grossloge hat mein Mozartbroschüre (Ueber die Freimaurerkompositionen Mozarts) zum Druck übernommen, obzwar ich kein Br. bin. 5 Bald mehr. © Transcription William Drabkin, 2023 |
⇧ PROF. OTTO ERICH DEUTSCH Tel. R 45–6–72 VIENNA II Böcklinstraße 26 ⇧ July 5, 1932 Dear revered fried, 1 Today I was with Dr. Kalmus and finalized things with him, on your authorization. The matter was urgent, as Universal Edition’s annual catalogue of printed music has just been published and that of the writings is already typeset; your work 2 will still be included in the hope that, after 150 copies (Kalmus asked for an additional 30 for the press, as review copies) a new print-run using Waldheim’s blueprints will be possible. Otherwise the photographing would not have been worth it. We agreed on a price of 3 shillings (shop price), since you ought to recoup your own costs of 1.50 shillings per copy (that is how I understood you: approximately 1,500 shillings for all 1,000 copies) in relation to the sales, and Universal Edition will give the distributors 40%, thus leaving 0.30 shillings per copy to them. In this venture, they will give you only an annual account, as the object does not merit further work; but they are also prepared to supply information earlier. A contract will follow, via me. I now ask you to arrange immediately for Waldheim to print the 800 copies for America; for the 200 European copies, however, instead of
(not beneath) “Publ. by Mannes …”
they will print:
Für Europa That is the publisher’s number, which was just determined. The corrections to the title may go once more to Universal Edition; as I read the entire work there, the Foreword does not have to go with it to Universal Edition, which now knows it. However, Kalmus observed something that had already struck me and which could still be corrected, even if no further changes may take place in this print-run. {2} The eleven pages of graphs ought to have had a unified numbering, which is not given by the title-page and the Foreword and which, on account of the not obviously rational numbers on individual pages 3 will in no way lead to a sure and speedy reordering in the folder. I would have had each graph numbered continuously, either on the inside or (dearer) on the outside. Now, for this print run, the only thing I could think of was to print beside the name of each piece of music on the title-page “X Tafeln,” or better “X fol.,” as the text on the outside page has been kept polyglot. Thus for example: Chopin op. 10 Nr. [1]2 (4 fol.) and so on. If you are agreed to doing this, then please include this change in your last correction of the title-page – for the entire print run. With the second print run, which Kalmus would reckon to be 500 copies, that could be changed in the advance printing of the blueprints, which I hope are with Waldheim and not with Tomay, with all the pages uniformly paginated continuously. At present, however, Kalmus does not want to pay for the second print-run; he only requested an estimate from Waldheim, by telephone in my presence, which he ought to receive soon (for the second print-run). In this case, an author’s honorarium can be included in the calculation. The shop price in marks is 1.80 marks. Universal Edition will market the work regularly. It seems that communication with Universal Edition has become easier, more human, since Hertzka’s death. Nonetheless, I shall hardly be able to place my edition of the Haydn canons there. ⇧ My article on them will again appear in the Zeitschrift für Musikwissenschaft . 4 ⇧ The Grand Masonic Lodge, Vienna, has accepted my Mozart booklet (On Mozart’s Masonic Compositions) for publication, although I am not a brother. 5 More soon. © Translation William Drabkin, 2023 |
Footnotes1 Receipt of this letter is recorded in Schenker’s diary for July 7, 1932: “Von Deutsch (Br.): Endlösung: U.-E.; die Mozart-Arbeit wird durch die Großloge besorgt.” (“From Deutsch (letter): the definitive solution: Universal Edition; the study of Mozart will be taken care of by the Grand [Masonic] Lodge.”). 2 The Fünf Urlinie-Tafeln , published jointly by Universal Edition and the David Mannes Music School. 3 In the end, the work was published with an incomplete and inconsistent pagination. 4 "Haydns Kanons," Zeitschrift für Musikwissenschaft 15/3 (December 1932), pp. 112ff. 5 O. E. Deutsch, Mozart und die Wiener Logen: zur Geschichte seiner Freimaurer-Kompositionen (Vienna, 1932). |
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Commentary
Digital version created: 2023-08-05 |