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OJ 14/10, [15] - Handwritten letter from Rosa Weil to Jeanette Schenker, dated November 24–28, 1934
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{recto} [An:] ⇧ Herrn u. Frau Dr. Heinrich Schenker Wien III. ⇧ 12 ⇧ Keilgasse 8. [postmark:] || [ÚSTI NAD] LABEN 2 | 28.XI.34–15 | 3e | * AUSSIG 2 * || {verso} [Absender:] R. Weil, Westphalenstr. 25. Aussig a/Elbe. C. S. R. [letter] Aussig, 24. Nov. 1934 Meine liebe Jenny, 1 spät, aber doch, wirst Du Dir denken und mir gewiß zürnen, aber es ging beim besten Willen nicht und jetzt muß ich mir einen gewaltsamen [?Stoß] geben, sonst wächst mir meine Briefschuld nach allen Seiten hin über den Kopf zusammen. Dringende Herbstarbeiten, ganz großer Hausputz vom Dach bis zum Kohlenraum hinunter, ich atme auf, daß das nun vorüber ist. Auch sonst war nicht alles rosig, Arnold besonders hatte große Unannehmlichkeiten geschäftlicher Art über sich ergeben zu lassen. Man kann über diese Dinge nicht schreiben; schade, daß wir Schwestern nicht einmal alle beisammen sein und über alles plaudern können. Da wären {2} allerdings zwei sehr schmerzliche Lücken. Und da muß ich Dir gleich sagen, daß in Klara’s Befinden leider keine Änderung zu verzeichnen ist. Die Ärmste lebt leider nach wie vor in ihrer Flucht aus der Wirklichkeit, negiert alles geschehene und bestehende und ist zeitweise so aufgeregt und lärmend, daß man garnicht daran denken kann, sie nachhausezunehmen. Die Ärzte geben noch immer nicht die Hoffnung auf, da man Fälle kennt, in denen die Krankheit nach 4–5 Jahren wenn auch nicht ganz geheilt, so noch bedeutend gebessert wurde, also ein kleines Fünkchen Hoffnung bleibt uns noch. Auch hier hört man viel seufzen und stöhnen und ich glaube, auf jeden drückt irgendwie mehr oder weniger unsere große und {3} ach für viele so bitter schwere Zeit. Und da muß ich Dir wieder sagen, daß Du sehr recht hattest mit Deiner seinerzeitigen Bemerkung, daß Arnold wohl in unserer Familie die Rolle unseres guten Vaters übernommen hat. Was in anderen Familien ein liebevoller Bruder tut, hat er als Schwager freiwillig auf seine Schultern genommen da von unseren Brüdern keiner dazu imstande oder willens ist. Unser lieber Victor! Ich freue mich und gönne es ihm von ganzem Herzen, daß er sich nach all den schweren, mühevollen Jahren zu einer schönen Höhe emporgeschwungen hat. Er hat viel durchgemacht schwer gearbeitet und große Kenntnisse gesammelt. Er baut Reben und Orangen, pflanzt Rosen, lebt sorglos und in Ruhe mit seiner neuen Gattin, hat ein großes Vermögen ge- {4} sammelt und – zitiert große Geister! Alles recht schön und gut, aber, wenn man so glücklich in Ruhe und Sicherheit lebt nach seinen Geschwistern und seiner Heimat ein bißchen Sehnsucht hat, meidet man das Land aus egoistischer Angst um seine eigene Person? Und muß sich zwingen, den Geschwistern einen deutschen Brief zu schreiben, ein deutsches Buch zu lesen? Was hat das alles mit seiner zionistischen Einstellung zu tun? Niemand wird ihm seine Überzeugung nehmen, aber er muß andern die ihrige lassen; Chauvinismus war wir von jeher in tiefster Seele verhaßt[.] Als amerikanischer Staatsbürger kann er überallhin kommen, wenn er nicht lästert, kann ihn nirgends ein Haar gekrümmt werden. Auf Reisen kann man Menschen {5} aus aller [?Herren] Ländern begegnen und keiner der ein reines Gewissen hat, und sich fürchten. Und wenn man soviele Geschwister in Europa hat und die Lage kennt, fragt man nie, ob es auch allen gut geht, oder ob der eine oder andere von ihnen vielleicht Sorgen hat? Doch, einmal vor Jahren, da hat er gefragt und Arnold hat ihm getreulich über alle und alles berichtet. Aber da schrieb er in biblischem Stil: Ich bin kein Joseph und will kein Joseph sein; und wer sein Leben nicht selbst lenken und sein Schicksal fest in die Hand nehmen kann, der ist lebensuntüchtig und nicht wert, daß ihn der Erdboden trägt! Weiß er wirklich nicht, daß heute auf der ganzen Welt Millionen Menschen leben, die Kenntnisse, Wissen, Arbeitswillen besitzen und doch kein {6} Unterkommen finden können? Was aber nützen dem Darbenden Zitate aus Dante und Jesaias? Seither liest Arnold nie wieder einen Brief von Victor, will nicht von seinen Phrasen hören, aber – er ist da; ist da wenn Oskar von den Verpflichtungen für sein krankes Weib beinahe erdrückt wird, ist da, wenn sich Paul mit Weib, Kind und Schwiegermutter kaum behaupten kann, ist da, wenn unsere arme, kleine Hella morgen vis à vis de riens stünde, weil ihr Mann ein Lump ist. Ist immer und für jeden auch außerhalb der Familie mit Rat und Hilfe zur Stelle, bis zur Selbstverleugnung. Verlangt für seine Person nichts als ein gepflegtes, ruhiges Heim als Buen Retria, 2 {7} wo er wenigstens ungestört nach intensiver verantwortungsvoller Arbeit (ungestört) die [?div.] Zeitungen lesen kann, da er tagsüber auch dazu nicht kommt. Verläßt früh um 7h das Haus in das er, eine kurze Mittagspause abgerechnet, um 7h abends zurückkehrt, arbeitet Jahr aus, Jahr ein auch Samstag nachm. und Sonntag vorm. und ist doch leider nicht mehr ganz gesund. Du siehst, meine l. Jenny, was Du Lücken in meiner Familienkurzgeschichte nanntest sind so traurige unerquickliche Dinge mit denen ich Dich lieber hätte verschonen sollen, obgleich ich Dir das alles ja nur so andeutungsweise sagen kann, sei froh, daß Du diese Dinge nicht so wie wir aus nächster Nähe kennst und Dich nicht mit ihnen belasten mußt; denn es hat ja jeder seine eigenen Sorgen, von denen wir garnicht reden wollen. Soll ich sagen leider oder G.S.D. haben wir sogarkein Talent, die Wäsch’ wegzuhängen, wenn Komödianten kommen {8} und so kommt man aus den Sorgen überhaupt nichtmehr heraus. Von den Geschwistern unserer lieben Mutter lebt nur noch Tante Lotti, die ich in Karlsbad besuchte und die im kommenden Jahre 80 wird. Sie wohnt bei Regenstreifs, denen es nicht gut geht, ist körperlich und geistig ganz frisch. Deine Söhne haben beide sehr hübsche, nette Frauen, (Nichtjüdinnen,) beide haben je einen prächtigen Buben, Erich einen Peter,Felix einen Tommy. Die Frau von Erich ist eine Öttl 3 früher einmal mit Lene in die Schule gegangen; von einer Freundschaft kann man nicht reden, weil ja Lene leider seit Jahren fast nicht in Aussig ist. Mein „ominöser Fünfziger“ ist bereits verjährt, seither übergehe ich diesen Tag am liebsten stillschweigend. Von mir spreche ich nicht gerne; man hat Fehler gemacht und macht sie noch, ich bin nicht immer so ganz mit mir zufrieden. Zwei Wünsche habe ich; mein Kind froh und glücklich zu sehen, [(]bei diesen Zeiten beinahe ein anmaßender Wunsch) und meinen Mann ohne [?Frohn] und Plage, sodaß er noch ein bißchen seinen Interessen leben könnte, die er doch {9} all’sein Lebtag zurückstellen mußte. Er lastet eine große Verantwortung auf seinen Schultern, dazu außer den eigenen, die Sorgen so vieler anderer. Und noch einen dritten, ganz leisen Wunsch habe ich, den ich aber noch eine kleines bißchen hinausschieben möchte, ich möchte so gerne ein Ende meiner Tage mit reinem Gewissen sagen können. Ich war auf meinem Posten und konnte wenigstens 2 Menschen auf der Welt etwas sein. Auch beinahe ein anmaßender Wunsch, denn kein Mensch ist unentbehrlich oder gar unersetzlich und jede Lücke schließt sich automatisch. Mein Brief ist heute zu lang und ein bißchen bitter geworden; leider habe ich in meinem ganzen Leben alles viel zu tragisch genommen. Woher hätte ich auch Heiterkeit nehmen sollen, bei den Erfahrungen meiner Jugendjahre? {10} Trotzdem kann ich mich im tiefsten Innern ganz stark mit allem wirklich schönen und guten freuen; auch ich habe viele Pflanzen, die trotz Centralheizung hier im Hause prächtig gedeihen; ein Riesen-Gummibaum, Palmen, Araukarien, Zimmerlinde, [?Assander] Tracene, 2 exotische Warmhauspflanzen und auch meine Kamelie hat mich heuer mit 7 herrlichen Blüten beschenkt. Nur etwas verfrüht und sie sind leider schon abgefallen. Dann ist noch eine kleine, seidige, tiefschwarze Griffon-Hündin unser Hausgenossen, bereits das siebente Jahr, ist aber Lenens Eigentum. Wie gesagt, meine liebe Schwester, wenn Dir der Brief zu lang ist und er Dir nicht gefällt, wirf ihn ins Feuer. {11} Ich wollte Dir nur einmal ganz gründlich Deine Fragen beantworten. Du mußt also entschuldigen, wenn ich da etwas unerquickliche Bilder vor Deinen Augen entrollt habe; vergiß sie wieder und wie gesagt, freue Dich, daß Du Dich nicht mit diesen Dingen belasten mußt. Für Oskar habe ich eine Abschrift des Freiherrn v. Pappuschen Testamentes 4 in Verwahrung genommen; (er hat alle Sachen von Hellmuth, alles was ihn erinnern könnte zu mir gegeben;) wenn es Dich interessiert und Oskar einwilligt, könnte ich es Dir einmal leihweise schicken, nur weiß ich nicht, wie, da es doch nicht unterwegs verloren geben dürfte. {12} Nun will ich schließen und tue es mit der Bitte, mir etwaige Bitterkeiten in diesem Briefe nicht übelzunehmen. Es besteht bei mir niemals die Absicht, jemand zu kränken. Wieviele Jahre haben wir uns eigentlich nichtmehr gesehen? Ich wünsche Dir und dem lieben Heinrich alles gute und Schöne, allerbeste Gesundheit und Zufriedenheit und bleibe ⇧ Beim Briefschreiben werde ich immer gestört und so kann auch dieser erst am 28. d. weggehen. © Transcription Ian Bent, 2024 |
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{recto} [To:] ⇧ Dr. and Mrs. Heinrich Schenker Vienna III ⇧ 12 ⇧ Keilgasse 8 [postmark:] || [ÚSTI NAD] LABEN 2 | 28.XI.34–15 | 3e | * AUSSIG 2 * || {verso} [From:] R. Weil, Westphalenstraße 25 Aussig on the Elbe Czechoslovakia [letter] Aussig, November 24, 1934 My dear Jenny, 1 Better late than never, you will surely be thinking, and you will certainly be vexed with me; but with the best will in the world it didn’t happen, and now I must give myself a hefty slap, otherwise my guilt over letter-writing will grow on all sides and engulf me. Urgent autumn chores, a complete house clean from top to bottom, I heave a sigh of relief that it is all now done. In other respects as well, not everything was rosy. Arnold in particular couldn’t stop big unpleasantnesses on the business front from overwhelming him. One can’t write about these matters; it’s a pity that we sisters are never all together and able to chat about it all. There would, {2} however, be two very painful lacunae. And now I must tell you right away that, alas, no change is to be discerned in Klara’s condition. The poor dearest one lives, sadly, now as ever in an escape from reality, denies all that has gone before, and occasionally gets so agitated and shrill that the very idea of taking her home is utterly unthinkable. The doctors still never give up hope, since they know of cases in which after four or five years the illness, if not completely cured, improves so significantly, and that we are left still with a tiny glimmer of hope. Here, too, one hears much moaning and sighing, and it’s my belief that, to a great or lesser extent, everyone feels weighed down by such bitter and harsh times as {3} we are experiencing. And now I must say to you again that you were absolutely right in your remark of a while ago that Arnold has assumed the role that our good father played in the family. What in other families a responsibly-minded brother takes on he, as a brother-in-law, has willingly taken on his shoulders, since none of our brothers is in a position, or is willing, to do. Our dear Victor! I rejoice and wholeheartedly give him credit for having under all those arduous and painstaking years risen considerably in standing. He has accomplished a lot, worked hard, and accumulated great knowledge. He cultivates vines and oranges, plants roses, lives a carefree and tranquil life with his new wife, has {4} acquired a large fortune and – cites [the words of] great minds! All well and good, but if one lives so happily in contentment and security, and harbors a little longing for his siblings and his homeland, is it right to shun one’s country out of egotistical fear for one’s own person? And has to force himself to write a letter in German to his siblings or to read a book in German? What has all of that to do with his Zionist allegiance? No one will take his convictions [from him], but he must allow others theirs; all our lives we detested chauvinism with all our might. As an American citizen, he can go wherever he likes; so long as he doesn’t commit slander, no one anywhere can lay a finger on him. When travelling, one can meet people {5} from all lands not one of whom has a clear conscience, and be afraid. And when one has so many siblings in Europe and knows the situation they are in, does one never inquire whether all is well with them, or whether one or other of them perhaps has any worries? Once years ago, he inquired, and Arnold reported faithfully on everyone and everything. But he wrote back in biblical style: I am no Joseph and do not want to be a Joseph; and whoever does not govern the course of his own life and have his fate firmly in his own hand, he is unfit for life and unworthy of being borne up by the earth! Does he really not know that today, throughout the world, there live millions of people who possess skills, knowledge, and the will to work, but cannot find {6} a job? Of what use are quotations from Dante and Jesus to starving people? Since then, Arnold will never again read a letter from Victor, refuses to listen to his claptrap, but – he is there: is there when Oskar is well-nigh overwhelmed by his duties toward his sick wife; is there when Paul can barely cope with wife, child and mother-in-law; is there if our poor little Hella were to wake up tomorrow with nothing, because her husband is an idiot. He is always [there] and for each one, even outside the family on the scene with advice and help to the point of self-renunciation. He demands nothing for his person other than a well cared-for, peaceful home as Buen Retria, 2 {7} where he can read the various newspapers leastways undisturbed after intensive, responsible work (undisturbed), since he can’t do so during the daytime. He leaves the house at 7 o’clock in the morning and, with the exception of a short midday break, returns at 7 o’clock in the evening, works year in year out, even on Saturday afternoon and Sunday morning, and is, sad to say, no longer in good health. You see, my dear Jenny, what you called lacunae in my short family history are sad, unedifying matters that I would have preferred to spare you, albeit I can speak to you of them all only very sketchily. Be glad that you don’t know these things at first hand, as we do, and don’t have to burden yourself with them; for, after all, everyone has his own troubles of which we know absolutely nothing. I could say, sadly – or thankfully – we have so little talent at putting the laundry out of sight when comedians arrive; {8} and so we can no longer find any means of escaping from our troubles. Of the sisters of our dear mother, the only one still alive is Aunt Lotti, whom I visited in Karlsbad, and she will be 80 next year. She lives with the Regenstreifs, (who are not at all well) and is full of life in body and mind. Your sons both have pretty, likeable wives (non-Jews), and each has one splendid child: Erich has Peter, Felix has Tommy. Erich’s wife is an Öttl, 3 who was at one time in school with Lene – not that they are friends, since Lene has, alas, scarcely been in Aussig for years. My “dreaded 50th" is already behind me, since when I pass over this day preferably in silence. I don’t like talking about myself; mistakes have been made and still are; I’m not always so very pleased with myself. I have two wishes: to see my child happy and contented (these days a somewhat presumptuous wish), and to see my husband without [?vexation] and worry so that he might enjoy a little of the interests that he {9} has wanted to get back to all his life. He carries a great sense of responsibility on his shoulders, not only his own but the troubles of many others. I have a third wish, too, an unspoken one, but one that I still should like to put off a little longer: I should so very much like to be able to say at end my days that I have a clear conscience. I stayed at the helm, and was able to be something for at least two people in the world. Also a somewhat presumptuous wish, for no man is indispensable or even irreplaceable, and every lacuna is automatically filled. Today’s letter is too long and has acquired a rather bitter tone. Unfortunately, I have taken everything much too tragically throughout my life. Where, from among the experiences of my youth, should I ever have acquired merriment? {10} Nonetheless, in my innermost being I can take keen pleasure in all that is truly beautiful and good. In addition, I have many plants that, despite central heating, thrive splendidly here in the house: a giant gum tree, palms, araucarias, an African hemp, [?assander] tracene, two exotic hothouse plants; in addition, my camelia has presented me this year with seven magnificent blooms. Only somewhat early arriving, and that have sadly already fallen. Also, our house companion is a small, silky, jet-black miniature griffon dog, already in its seventh year, but it belongs to Lene. As I’ve already said, my dear sister, if this letter is too long and displeases you, throw it into the fire. {{11} I only wanted for once to answer your questions in real detail. You must therefore excuse me if I have paraded any unedifying images before your eyes. Forgive them and, as said, be thankful that you do not have to suffer these things. For Oskar, I have taken a copy for safe keeping of the Baron von Pappusch testament 4 (he got all these items from Hellmuth; all that he could remember to give to me). If it interests you and Oskar agrees, I could send it to you sometime on loan, only I don’t know how since it must not get lost in transit. {12} It’s time for me to close, and in doing so to beg you not to think the worse of me for possible displays of bitterness. It is never my intention to cause offense to anyone. How many years is it since we actually saw another? I wish you and dear Heinrich the very best, good health and contentment, and remain ⇧ I an always be utterly exhausted by letter-writing, so even this one cannot go off before the 28th. © Translation Ian Bent, 2024 |
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{recto} [An:] ⇧ Herrn u. Frau Dr. Heinrich Schenker Wien III. ⇧ 12 ⇧ Keilgasse 8. [postmark:] || [ÚSTI NAD] LABEN 2 | 28.XI.34–15 | 3e | * AUSSIG 2 * || {verso} [Absender:] R. Weil, Westphalenstr. 25. Aussig a/Elbe. C. S. R. [letter] Aussig, 24. Nov. 1934 Meine liebe Jenny, 1 spät, aber doch, wirst Du Dir denken und mir gewiß zürnen, aber es ging beim besten Willen nicht und jetzt muß ich mir einen gewaltsamen [?Stoß] geben, sonst wächst mir meine Briefschuld nach allen Seiten hin über den Kopf zusammen. Dringende Herbstarbeiten, ganz großer Hausputz vom Dach bis zum Kohlenraum hinunter, ich atme auf, daß das nun vorüber ist. Auch sonst war nicht alles rosig, Arnold besonders hatte große Unannehmlichkeiten geschäftlicher Art über sich ergeben zu lassen. Man kann über diese Dinge nicht schreiben; schade, daß wir Schwestern nicht einmal alle beisammen sein und über alles plaudern können. Da wären {2} allerdings zwei sehr schmerzliche Lücken. Und da muß ich Dir gleich sagen, daß in Klara’s Befinden leider keine Änderung zu verzeichnen ist. Die Ärmste lebt leider nach wie vor in ihrer Flucht aus der Wirklichkeit, negiert alles geschehene und bestehende und ist zeitweise so aufgeregt und lärmend, daß man garnicht daran denken kann, sie nachhausezunehmen. Die Ärzte geben noch immer nicht die Hoffnung auf, da man Fälle kennt, in denen die Krankheit nach 4–5 Jahren wenn auch nicht ganz geheilt, so noch bedeutend gebessert wurde, also ein kleines Fünkchen Hoffnung bleibt uns noch. Auch hier hört man viel seufzen und stöhnen und ich glaube, auf jeden drückt irgendwie mehr oder weniger unsere große und {3} ach für viele so bitter schwere Zeit. Und da muß ich Dir wieder sagen, daß Du sehr recht hattest mit Deiner seinerzeitigen Bemerkung, daß Arnold wohl in unserer Familie die Rolle unseres guten Vaters übernommen hat. Was in anderen Familien ein liebevoller Bruder tut, hat er als Schwager freiwillig auf seine Schultern genommen da von unseren Brüdern keiner dazu imstande oder willens ist. Unser lieber Victor! Ich freue mich und gönne es ihm von ganzem Herzen, daß er sich nach all den schweren, mühevollen Jahren zu einer schönen Höhe emporgeschwungen hat. Er hat viel durchgemacht schwer gearbeitet und große Kenntnisse gesammelt. Er baut Reben und Orangen, pflanzt Rosen, lebt sorglos und in Ruhe mit seiner neuen Gattin, hat ein großes Vermögen ge- {4} sammelt und – zitiert große Geister! Alles recht schön und gut, aber, wenn man so glücklich in Ruhe und Sicherheit lebt nach seinen Geschwistern und seiner Heimat ein bißchen Sehnsucht hat, meidet man das Land aus egoistischer Angst um seine eigene Person? Und muß sich zwingen, den Geschwistern einen deutschen Brief zu schreiben, ein deutsches Buch zu lesen? Was hat das alles mit seiner zionistischen Einstellung zu tun? Niemand wird ihm seine Überzeugung nehmen, aber er muß andern die ihrige lassen; Chauvinismus war wir von jeher in tiefster Seele verhaßt[.] Als amerikanischer Staatsbürger kann er überallhin kommen, wenn er nicht lästert, kann ihn nirgends ein Haar gekrümmt werden. Auf Reisen kann man Menschen {5} aus aller [?Herren] Ländern begegnen und keiner der ein reines Gewissen hat, und sich fürchten. Und wenn man soviele Geschwister in Europa hat und die Lage kennt, fragt man nie, ob es auch allen gut geht, oder ob der eine oder andere von ihnen vielleicht Sorgen hat? Doch, einmal vor Jahren, da hat er gefragt und Arnold hat ihm getreulich über alle und alles berichtet. Aber da schrieb er in biblischem Stil: Ich bin kein Joseph und will kein Joseph sein; und wer sein Leben nicht selbst lenken und sein Schicksal fest in die Hand nehmen kann, der ist lebensuntüchtig und nicht wert, daß ihn der Erdboden trägt! Weiß er wirklich nicht, daß heute auf der ganzen Welt Millionen Menschen leben, die Kenntnisse, Wissen, Arbeitswillen besitzen und doch kein {6} Unterkommen finden können? Was aber nützen dem Darbenden Zitate aus Dante und Jesaias? Seither liest Arnold nie wieder einen Brief von Victor, will nicht von seinen Phrasen hören, aber – er ist da; ist da wenn Oskar von den Verpflichtungen für sein krankes Weib beinahe erdrückt wird, ist da, wenn sich Paul mit Weib, Kind und Schwiegermutter kaum behaupten kann, ist da, wenn unsere arme, kleine Hella morgen vis à vis de riens stünde, weil ihr Mann ein Lump ist. Ist immer und für jeden auch außerhalb der Familie mit Rat und Hilfe zur Stelle, bis zur Selbstverleugnung. Verlangt für seine Person nichts als ein gepflegtes, ruhiges Heim als Buen Retria, 2 {7} wo er wenigstens ungestört nach intensiver verantwortungsvoller Arbeit (ungestört) die [?div.] Zeitungen lesen kann, da er tagsüber auch dazu nicht kommt. Verläßt früh um 7h das Haus in das er, eine kurze Mittagspause abgerechnet, um 7h abends zurückkehrt, arbeitet Jahr aus, Jahr ein auch Samstag nachm. und Sonntag vorm. und ist doch leider nicht mehr ganz gesund. Du siehst, meine l. Jenny, was Du Lücken in meiner Familienkurzgeschichte nanntest sind so traurige unerquickliche Dinge mit denen ich Dich lieber hätte verschonen sollen, obgleich ich Dir das alles ja nur so andeutungsweise sagen kann, sei froh, daß Du diese Dinge nicht so wie wir aus nächster Nähe kennst und Dich nicht mit ihnen belasten mußt; denn es hat ja jeder seine eigenen Sorgen, von denen wir garnicht reden wollen. Soll ich sagen leider oder G.S.D. haben wir sogarkein Talent, die Wäsch’ wegzuhängen, wenn Komödianten kommen {8} und so kommt man aus den Sorgen überhaupt nichtmehr heraus. Von den Geschwistern unserer lieben Mutter lebt nur noch Tante Lotti, die ich in Karlsbad besuchte und die im kommenden Jahre 80 wird. Sie wohnt bei Regenstreifs, denen es nicht gut geht, ist körperlich und geistig ganz frisch. Deine Söhne haben beide sehr hübsche, nette Frauen, (Nichtjüdinnen,) beide haben je einen prächtigen Buben, Erich einen Peter,Felix einen Tommy. Die Frau von Erich ist eine Öttl 3 früher einmal mit Lene in die Schule gegangen; von einer Freundschaft kann man nicht reden, weil ja Lene leider seit Jahren fast nicht in Aussig ist. Mein „ominöser Fünfziger“ ist bereits verjährt, seither übergehe ich diesen Tag am liebsten stillschweigend. Von mir spreche ich nicht gerne; man hat Fehler gemacht und macht sie noch, ich bin nicht immer so ganz mit mir zufrieden. Zwei Wünsche habe ich; mein Kind froh und glücklich zu sehen, [(]bei diesen Zeiten beinahe ein anmaßender Wunsch) und meinen Mann ohne [?Frohn] und Plage, sodaß er noch ein bißchen seinen Interessen leben könnte, die er doch {9} all’sein Lebtag zurückstellen mußte. Er lastet eine große Verantwortung auf seinen Schultern, dazu außer den eigenen, die Sorgen so vieler anderer. Und noch einen dritten, ganz leisen Wunsch habe ich, den ich aber noch eine kleines bißchen hinausschieben möchte, ich möchte so gerne ein Ende meiner Tage mit reinem Gewissen sagen können. Ich war auf meinem Posten und konnte wenigstens 2 Menschen auf der Welt etwas sein. Auch beinahe ein anmaßender Wunsch, denn kein Mensch ist unentbehrlich oder gar unersetzlich und jede Lücke schließt sich automatisch. Mein Brief ist heute zu lang und ein bißchen bitter geworden; leider habe ich in meinem ganzen Leben alles viel zu tragisch genommen. Woher hätte ich auch Heiterkeit nehmen sollen, bei den Erfahrungen meiner Jugendjahre? {10} Trotzdem kann ich mich im tiefsten Innern ganz stark mit allem wirklich schönen und guten freuen; auch ich habe viele Pflanzen, die trotz Centralheizung hier im Hause prächtig gedeihen; ein Riesen-Gummibaum, Palmen, Araukarien, Zimmerlinde, [?Assander] Tracene, 2 exotische Warmhauspflanzen und auch meine Kamelie hat mich heuer mit 7 herrlichen Blüten beschenkt. Nur etwas verfrüht und sie sind leider schon abgefallen. Dann ist noch eine kleine, seidige, tiefschwarze Griffon-Hündin unser Hausgenossen, bereits das siebente Jahr, ist aber Lenens Eigentum. Wie gesagt, meine liebe Schwester, wenn Dir der Brief zu lang ist und er Dir nicht gefällt, wirf ihn ins Feuer. {11} Ich wollte Dir nur einmal ganz gründlich Deine Fragen beantworten. Du mußt also entschuldigen, wenn ich da etwas unerquickliche Bilder vor Deinen Augen entrollt habe; vergiß sie wieder und wie gesagt, freue Dich, daß Du Dich nicht mit diesen Dingen belasten mußt. Für Oskar habe ich eine Abschrift des Freiherrn v. Pappuschen Testamentes 4 in Verwahrung genommen; (er hat alle Sachen von Hellmuth, alles was ihn erinnern könnte zu mir gegeben;) wenn es Dich interessiert und Oskar einwilligt, könnte ich es Dir einmal leihweise schicken, nur weiß ich nicht, wie, da es doch nicht unterwegs verloren geben dürfte. {12} Nun will ich schließen und tue es mit der Bitte, mir etwaige Bitterkeiten in diesem Briefe nicht übelzunehmen. Es besteht bei mir niemals die Absicht, jemand zu kränken. Wieviele Jahre haben wir uns eigentlich nichtmehr gesehen? Ich wünsche Dir und dem lieben Heinrich alles gute und Schöne, allerbeste Gesundheit und Zufriedenheit und bleibe ⇧ Beim Briefschreiben werde ich immer gestört und so kann auch dieser erst am 28. d. weggehen. © Transcription Ian Bent, 2024 |
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{recto} [To:] ⇧ Dr. and Mrs. Heinrich Schenker Vienna III ⇧ 12 ⇧ Keilgasse 8 [postmark:] || [ÚSTI NAD] LABEN 2 | 28.XI.34–15 | 3e | * AUSSIG 2 * || {verso} [From:] R. Weil, Westphalenstraße 25 Aussig on the Elbe Czechoslovakia [letter] Aussig, November 24, 1934 My dear Jenny, 1 Better late than never, you will surely be thinking, and you will certainly be vexed with me; but with the best will in the world it didn’t happen, and now I must give myself a hefty slap, otherwise my guilt over letter-writing will grow on all sides and engulf me. Urgent autumn chores, a complete house clean from top to bottom, I heave a sigh of relief that it is all now done. In other respects as well, not everything was rosy. Arnold in particular couldn’t stop big unpleasantnesses on the business front from overwhelming him. One can’t write about these matters; it’s a pity that we sisters are never all together and able to chat about it all. There would, {2} however, be two very painful lacunae. And now I must tell you right away that, alas, no change is to be discerned in Klara’s condition. The poor dearest one lives, sadly, now as ever in an escape from reality, denies all that has gone before, and occasionally gets so agitated and shrill that the very idea of taking her home is utterly unthinkable. The doctors still never give up hope, since they know of cases in which after four or five years the illness, if not completely cured, improves so significantly, and that we are left still with a tiny glimmer of hope. Here, too, one hears much moaning and sighing, and it’s my belief that, to a great or lesser extent, everyone feels weighed down by such bitter and harsh times as {3} we are experiencing. And now I must say to you again that you were absolutely right in your remark of a while ago that Arnold has assumed the role that our good father played in the family. What in other families a responsibly-minded brother takes on he, as a brother-in-law, has willingly taken on his shoulders, since none of our brothers is in a position, or is willing, to do. Our dear Victor! I rejoice and wholeheartedly give him credit for having under all those arduous and painstaking years risen considerably in standing. He has accomplished a lot, worked hard, and accumulated great knowledge. He cultivates vines and oranges, plants roses, lives a carefree and tranquil life with his new wife, has {4} acquired a large fortune and – cites [the words of] great minds! All well and good, but if one lives so happily in contentment and security, and harbors a little longing for his siblings and his homeland, is it right to shun one’s country out of egotistical fear for one’s own person? And has to force himself to write a letter in German to his siblings or to read a book in German? What has all of that to do with his Zionist allegiance? No one will take his convictions [from him], but he must allow others theirs; all our lives we detested chauvinism with all our might. As an American citizen, he can go wherever he likes; so long as he doesn’t commit slander, no one anywhere can lay a finger on him. When travelling, one can meet people {5} from all lands not one of whom has a clear conscience, and be afraid. And when one has so many siblings in Europe and knows the situation they are in, does one never inquire whether all is well with them, or whether one or other of them perhaps has any worries? Once years ago, he inquired, and Arnold reported faithfully on everyone and everything. But he wrote back in biblical style: I am no Joseph and do not want to be a Joseph; and whoever does not govern the course of his own life and have his fate firmly in his own hand, he is unfit for life and unworthy of being borne up by the earth! Does he really not know that today, throughout the world, there live millions of people who possess skills, knowledge, and the will to work, but cannot find {6} a job? Of what use are quotations from Dante and Jesus to starving people? Since then, Arnold will never again read a letter from Victor, refuses to listen to his claptrap, but – he is there: is there when Oskar is well-nigh overwhelmed by his duties toward his sick wife; is there when Paul can barely cope with wife, child and mother-in-law; is there if our poor little Hella were to wake up tomorrow with nothing, because her husband is an idiot. He is always [there] and for each one, even outside the family on the scene with advice and help to the point of self-renunciation. He demands nothing for his person other than a well cared-for, peaceful home as Buen Retria, 2 {7} where he can read the various newspapers leastways undisturbed after intensive, responsible work (undisturbed), since he can’t do so during the daytime. He leaves the house at 7 o’clock in the morning and, with the exception of a short midday break, returns at 7 o’clock in the evening, works year in year out, even on Saturday afternoon and Sunday morning, and is, sad to say, no longer in good health. You see, my dear Jenny, what you called lacunae in my short family history are sad, unedifying matters that I would have preferred to spare you, albeit I can speak to you of them all only very sketchily. Be glad that you don’t know these things at first hand, as we do, and don’t have to burden yourself with them; for, after all, everyone has his own troubles of which we know absolutely nothing. I could say, sadly – or thankfully – we have so little talent at putting the laundry out of sight when comedians arrive; {8} and so we can no longer find any means of escaping from our troubles. Of the sisters of our dear mother, the only one still alive is Aunt Lotti, whom I visited in Karlsbad, and she will be 80 next year. She lives with the Regenstreifs, (who are not at all well) and is full of life in body and mind. Your sons both have pretty, likeable wives (non-Jews), and each has one splendid child: Erich has Peter, Felix has Tommy. Erich’s wife is an Öttl, 3 who was at one time in school with Lene – not that they are friends, since Lene has, alas, scarcely been in Aussig for years. My “dreaded 50th" is already behind me, since when I pass over this day preferably in silence. I don’t like talking about myself; mistakes have been made and still are; I’m not always so very pleased with myself. I have two wishes: to see my child happy and contented (these days a somewhat presumptuous wish), and to see my husband without [?vexation] and worry so that he might enjoy a little of the interests that he {9} has wanted to get back to all his life. He carries a great sense of responsibility on his shoulders, not only his own but the troubles of many others. I have a third wish, too, an unspoken one, but one that I still should like to put off a little longer: I should so very much like to be able to say at end my days that I have a clear conscience. I stayed at the helm, and was able to be something for at least two people in the world. Also a somewhat presumptuous wish, for no man is indispensable or even irreplaceable, and every lacuna is automatically filled. Today’s letter is too long and has acquired a rather bitter tone. Unfortunately, I have taken everything much too tragically throughout my life. Where, from among the experiences of my youth, should I ever have acquired merriment? {10} Nonetheless, in my innermost being I can take keen pleasure in all that is truly beautiful and good. In addition, I have many plants that, despite central heating, thrive splendidly here in the house: a giant gum tree, palms, araucarias, an African hemp, [?assander] tracene, two exotic hothouse plants; in addition, my camelia has presented me this year with seven magnificent blooms. Only somewhat early arriving, and that have sadly already fallen. Also, our house companion is a small, silky, jet-black miniature griffon dog, already in its seventh year, but it belongs to Lene. As I’ve already said, my dear sister, if this letter is too long and displeases you, throw it into the fire. {{11} I only wanted for once to answer your questions in real detail. You must therefore excuse me if I have paraded any unedifying images before your eyes. Forgive them and, as said, be thankful that you do not have to suffer these things. For Oskar, I have taken a copy for safe keeping of the Baron von Pappusch testament 4 (he got all these items from Hellmuth; all that he could remember to give to me). If it interests you and Oskar agrees, I could send it to you sometime on loan, only I don’t know how since it must not get lost in transit. {12} It’s time for me to close, and in doing so to beg you not to think the worse of me for possible displays of bitterness. It is never my intention to cause offense to anyone. How many years is it since we actually saw another? I wish you and dear Heinrich the very best, good health and contentment, and remain ⇧ I an always be utterly exhausted by letter-writing, so even this one cannot go off before the 28th. © Translation Ian Bent, 2024 |
Footnotes1 Receipt of this letter is recorded in Heinrich‘s diary for November 29, 1934: “Von Rosl (Br.): hartes, aber richtiges Urteil über Victor! Meldet eigene Sorgen, haben viel auf sich genommen: Klara, Hella, Paul.” (“From Rosl (letter): a severe but correct judgment about Victor! She reports her own troubles, has taken a great many of them upon her shoulders: Klara, Hella, Paul.”). — With the exception of the last two, all paragraph-breaks are editorial. 2 Buen retria: perhaps Buen retiro: Spanish for “resting place” or “retreat.” Possibly the name of the house that Victor had built for himself and his local wife in South America. 3 Erich’s wife was Elisabeth Vobornik (born Aussig, 1906); Felix’s wife was Marianna Öttl (born Aussig, 1906; died ibid., 1985), their son being Thomas Karl Kornfeld (born Aussig, 1932; died ibid., 2015), whose correspondence with Heribert Esser survives as OJ 71/21a, [1], May 5, 1988 and OJ 71/21a, [2] June 7, 1988, the latter revelatory of Jeanette and relationship to her first family 4 Freiherrn von Pappuschen Testament: unknown; the entire circumstance is unclear. |
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Commentary
Digital version created: 2024-07-25 |