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OJ 5/38, [23a] - Handwritten letter from Heinrich & Jeanette to Wilhelm Schenker, dated “Saturday evening” [December 18, 1926]
Eine gar, gar große Freude hast du uns heute mit deinem – erröte nicht – wirklich geistvollen Humor bereitet! So etwas könnte die Dichter heute brauchen; was bei dir ein Naturgeschenk ist, das immer wieder hervorsprudelt, fehlt jenen ganz u. ist durch keinerlei „Bildung“ zu ersetzen. Du bist eben gut geboren, hoch wohlgeboren. Und damit wir dir das schöne Briefchen 2 nur einigermaßen bedanken, haben wir uns erlaubt, dir zu Weihnachten ein Album von Busch zu übersenden. Dieser Mann mit einem am Leben schwer bezahlten Humor muß dir aus dem Herzen sprechen, besonders dir (eine Welt von Menschen hat er seit jeher beglückt). {2} Diese Verse, diese Zeichenkunst! In seinem Humor hat er gelebt wie in einer anderen Art von Leben, was gieng ihm dann das scheußliche Leben an? Du hältst es auch so, u. ich nicht minder. In meinen Arbeiten befreie ich mich vom Leben u. kann daher überallhin die Heiterkeit zeigen, die Allen so wohlbekommt. Und noch etwas, bevor ich zum eigentlichen Brief übergehe: ich lege dir ein paar Zeilen aus dem „Abend“ vom 16. 12 bei. Darin stimmt natürlich gar nichts, in rein sachlicher Beziehung gesprochen, aber so trägt sich die Welt – der Referent braucht nichts zu wissen –, u. doch lies die paar Zeilen. Und noch etwas: Hast du schon erfahren, daß wir in Baden bei Mozio waren? Das kam so. Der kleine George wollte (u. musste) Musiker {3} werden, da war freilich, bei meinem weithintragenden Namen, unvermeidlich, daß er immer wieder bei Kollegen u. sonst auf seinen Onkel Heinrich stößt. Mozio u. Lisl müssen in Verlegenheit gewesen sein, da griff Mozio kurz ein u. bat uns, einmal nach Baden zu kommen. Ich verstand seine Lage u. da ich nicht im Geringsten nachtragend bin, sind wir auch bald hinausgekommen. Ich tat so, wie wenn ich die Kinder schon von Kinderbeinen an gekannt hätte, spielte mit George u. Dr. Baumgarten ein paar Trios. 3 Nachher kamen Alle, Mozio, Lisl u. die Kinder zu uns nach Wien, wo ich ihnen spielte u die vielen schönen Noten u. Bücher zeigte. 4 Seither waren wir wieder in Baden u. ich spielte mit dem Jungen: er ist wirklich sehr geschickt. 5 Kurz u. gut: ich freue mich sehr, das ein überflüssig Ausgerenktes nun durch einen Zufall heiter eingerenkt wurde – wozu Musik {4} doch im Leben nützen kann! Alle Wechselfälle der „Treuga“ haben nicht vermocht, mich in Aufregung zu versetzen, ich nehme an, daß die paar Groschen, die ich Mozio übergeben habe – sie hören sich nur beträchtlicher an, als sie in Wahrheit sind – in guter Hand sind; ich lasse sie bei ihm u. frage gar nicht darnach. Ich bin nicht besorgt. Endlich – – zum Brief: Es war ausgemacht, daß wir von Galtür zu dir für 1–2 Wochen hineinweihen. Wir haben aber eins übersehen, uns fehlten zwei kleine Reisekofferchen. Das heißt: wir reisen nach Galtür mit für 8–10 Wochen langendem großem Gepäck (70–80 Kg in einem Koffer, den wir vor etwa 15 Jahre zu erwerben glücklich waren es war halt schwer!) {5} u. dazu noch mit verschiedenem Gepäck kleineren Umfanges. Wie gerne hätten wir, statt am 31. 8 schon nach Wien in die Hitze zu fahren, noch einen Abstecher in St. Bernh. gemacht, aber was war da mit dem Gepäck zu machen? Mit dem großen zu dir, hätte keinen Sinn gehabt, wie aber umladen, wenn wir keine entsprechenden kleineren Kofferchen hatten? Es war einfach nicht zu erreichen. Diese Erfahrung hat uns gelehrt, was zu tun ist. Wir kaufen eigens zwei kleinere Kofferchen, u. dann finden wir uns bestimmt bei dir ein, mit großer, größter Freude! Vergiß nicht daß wir bis heute zu gar nichts kommen konnten, was nur irgendwie über ein Allernotwendigstes hinausgieng. Welcher Glück war uns schon der eine Koffer! Aber man ist damit zu {6} starr, kann nicht den Platz wechseln, kurz u. gut, wir müssen es gescheiter machen. Umso leichter wird es gehen, als mich diesmal keine postalische Verlagsangelegenheit bedrängt. Wohl auf eine Abschließung des Werkes, das bisher größten, bedacht, habe ich doch keinen fixen Termin einzuhalten. Den J. 192 5 u. 1925 mußte ich spätestens am 30. Juni {7} führen gegen die Taschendiebe, aber ich werde es nicht tun. Von den vielen, vielen großen u. kleinen Werken, die ich in die Welt gebracht habe, hätte ich heute eine Rente von 100.000 Sch erwarten dürfen – statt dessen ein „Tinef“ 6 u. das kleine Ersparnis rührt von Stunden (!) her. Und doch, ich darf nicht [?locken] lassen, ich muß arbeiten, arbeiten, ob die Welt auch nicht zahlt, ob sie Hindernisse macht. Alle spätere Jahrhunderte u. Jahrtausende werden durch mich, von mir leben – Einige ahnen das schon heute –, ich muß viel zurücklassen, damit die Welt was lernt. Wenn nur schon den Stunden erspart würden, aber gerade das geht noch nicht. Doch wir bleiben beide heiter, tätig u. tun so, {8} als hätten wir Milliarden. Ja was sind wir denn auch für Milliardäre an Lebenskraft – u. Kunst! soll uns, dir, mir u. LieLiechen unser Leben nachmachen! mit dem, was Anfangs war u. später kam u. heute ist! Man soll uns das nur nachmachen! Dazu gehört schon viel, sehr viel. (Seit Sept. steht dein Namen an der Spitze der Briefempfänger, u. doch konnte ich nicht einmal dazu kommen. Umso glücklicher war ich heute über dein schönes Briefchen! Vielen Dank.) ⇧ Es freut mich tief, in Dir einen Gleichgesinnten zu wissen, vom unerklärten u. erklärlichen Wellenwunder Erschütternden – leider haben wir wenig Zeit für die Aufnahme u. leider auch einen ungenügenden Apparat! Duplizität der Ereignisse: vor 4 Wochen sah ich eine Schwester bei uns nach 16jähriger Trennung! 7 Einer meiner Brüder geht – nach Palästina! 8 Zu plaudern gäbe die Fülle, wir vertagen es bis zum Sommer [sideways in left margin:] ⇧ Prosit Weihnacht, Neujahr usw! © Transcription William Drabkin, 2024 |
You really, really made us happy today with your – don’t blush! – truly brilliant sense of humor! Poets today could use something like that. What with you is a gift of nature that bubbles to the surface again and again is totally lacking in them, and cannot be substituted by “education.” You are just well-born, high-born. And so that we can somehow thank you for the lovely little letter, 2 we have taken the liberty of sending you an album by Busch for Christmas. This man, with a hard-earned sense of humor, must speak to you from the heart, especially you (he has delighted a world of people since time immemorial). {2} Those verses, that art of drawing! He lived in his sense of humor as in another type of life. What did hideous life have to do with him? You handle it similarly, and I no less. In my projects, I liberate myself from life and so can everywhere exude cheer, which does everyone such good. And another thing before I shift to the actual letter. I am including a few lines from Der Abend of December 16. Speaking in purely objective respects, nothing at all is correct in them, naturally, but that is how the world works – the writer doesn’t need to know anything – yet do read the few lines. And one other thing: had you already found out that we were with Mozio in Baden? It just worked out that way. Little Georg wanted (and had) to become a musician. {3} With my widely prevalent name, it was unavoidable that he repeatedly runs into colleagues and otherwise into his Uncle Heinrich. Mozio and Lisl must have been embarrassed. Mozio then stepped in briefly and asked us to come to Baden. I understood his situation, and since I am not in the least vindictive, we did soon get out there. I made as though I had known the children already from early childhood, played a few trios with Georg and Dr. Baumgarten. 3 Afterward everyone, Mozio, Lisl, and the children, came with us to Vienna, where I played for them and showed many beautiful scores and books. 4 Since then, we were again in Baden and I played with the youngster. He is really very skilled. 5 In short, I am delighted that something needlessly out of joint was by pure coincidence now in joint – to which music {4} can, after all, do some good in life! All vagaries of the “Treuga” were not capable of agitating me. I assume that the few pennies that I gave to Mozio – they only sound more considerable than they are in truth – are in good hands. I am leaving them with him and don’t ask about them at all. I’m not worried. Finally, to the letter: It was arranged that from Galtür we would come to you for 1–2 weeks. However, we overlooked one thing. We lack two small suitcases. That is, we are traveling to Galtür for eight to ten weeks with sufficiently extensive baggage (70–80 kilograms in one suitcase that we were lucky to acquire about 15 years ago, it was simply heavy!) {5} and in addition yet with various baggage items of smaller size. Instead of going to Vienna on August 31, in the heat, how gladly we would have made a side trip to St. Bernhard, but in that case what would we do with the suitcase? It would have made no sense to come to you with the big suitcase, but how to repack suitcases if we had no appropriate smaller ones? It simply couldn’t be done. That experience taught us what is to be done. We specifically buy two smaller suitcases and then we definitely show up at your place, with great, great delight! Don’t forget that up until today we were not able to get to anything at all that went in any way beyond the most necessary. What a bit of luck the one suitcase was for us! However, one is then too {6} inflexible with it, can’t move to another location. In short, we have to handle it more prudently. It will work out the easier because this time no postal issue with the publisher is pressuring me. With the probable conclusion of the project in mind – the largest one so far – I have no fixed deadline to meet. I would have to {7} press charges against the pickpockets for the years 1924 and 1925 at latest by June 30, but I won’t do it. Of the many, many large and small works that I have brought into the world, I would be able to expect a pension of 100,000 shillings – instead junk, 6 and the small savings come from lessons (!). And yet I may not get distracted; I have to work, work, whether the world doesn’t pay, whether it creates obstacles. All later centuries and millennia will live through me, from me – some already sense that today. I must leave much behind so that the world learns something. If only just the lessons were spared – but precisely that doesn’t work. Nevertheless, we both remain cheerful, busy, and act as though {8} we had billions. Indeed, what billionaires we are, then, in vital energy – and art! People should imitate our life, yours, mine, and LieLiechen’s with that which was at the beginning, came later, and is today! People should just imitate us! To do that takes a lot, quite a lot. (Since September, your name appears first among letter recipients, and yet I couldn’t even get to it. All the happier was I today about your lovely short letter, Many thanks.) ⇧ I am deeply gladdened to have in you someone like-minded. Of the harrowing impact of the unexplained and explicable wonder of radio waves – we unfortunately have little time for reception and, unfortunately as well, also an inadequate device! Duplicity of events: four weeks ago I saw a sister at our place after a 16-year separation! 7 One of my brothers is going – to Palestine! 8 Of chat there is plenty, we’ll put it off until summer. [sideways in left margin:] ⇧ Cheers for Christmas, New Year, etc.! © Translation Lee Rothfarb, 2024 |
Eine gar, gar große Freude hast du uns heute mit deinem – erröte nicht – wirklich geistvollen Humor bereitet! So etwas könnte die Dichter heute brauchen; was bei dir ein Naturgeschenk ist, das immer wieder hervorsprudelt, fehlt jenen ganz u. ist durch keinerlei „Bildung“ zu ersetzen. Du bist eben gut geboren, hoch wohlgeboren. Und damit wir dir das schöne Briefchen 2 nur einigermaßen bedanken, haben wir uns erlaubt, dir zu Weihnachten ein Album von Busch zu übersenden. Dieser Mann mit einem am Leben schwer bezahlten Humor muß dir aus dem Herzen sprechen, besonders dir (eine Welt von Menschen hat er seit jeher beglückt). {2} Diese Verse, diese Zeichenkunst! In seinem Humor hat er gelebt wie in einer anderen Art von Leben, was gieng ihm dann das scheußliche Leben an? Du hältst es auch so, u. ich nicht minder. In meinen Arbeiten befreie ich mich vom Leben u. kann daher überallhin die Heiterkeit zeigen, die Allen so wohlbekommt. Und noch etwas, bevor ich zum eigentlichen Brief übergehe: ich lege dir ein paar Zeilen aus dem „Abend“ vom 16. 12 bei. Darin stimmt natürlich gar nichts, in rein sachlicher Beziehung gesprochen, aber so trägt sich die Welt – der Referent braucht nichts zu wissen –, u. doch lies die paar Zeilen. Und noch etwas: Hast du schon erfahren, daß wir in Baden bei Mozio waren? Das kam so. Der kleine George wollte (u. musste) Musiker {3} werden, da war freilich, bei meinem weithintragenden Namen, unvermeidlich, daß er immer wieder bei Kollegen u. sonst auf seinen Onkel Heinrich stößt. Mozio u. Lisl müssen in Verlegenheit gewesen sein, da griff Mozio kurz ein u. bat uns, einmal nach Baden zu kommen. Ich verstand seine Lage u. da ich nicht im Geringsten nachtragend bin, sind wir auch bald hinausgekommen. Ich tat so, wie wenn ich die Kinder schon von Kinderbeinen an gekannt hätte, spielte mit George u. Dr. Baumgarten ein paar Trios. 3 Nachher kamen Alle, Mozio, Lisl u. die Kinder zu uns nach Wien, wo ich ihnen spielte u die vielen schönen Noten u. Bücher zeigte. 4 Seither waren wir wieder in Baden u. ich spielte mit dem Jungen: er ist wirklich sehr geschickt. 5 Kurz u. gut: ich freue mich sehr, das ein überflüssig Ausgerenktes nun durch einen Zufall heiter eingerenkt wurde – wozu Musik {4} doch im Leben nützen kann! Alle Wechselfälle der „Treuga“ haben nicht vermocht, mich in Aufregung zu versetzen, ich nehme an, daß die paar Groschen, die ich Mozio übergeben habe – sie hören sich nur beträchtlicher an, als sie in Wahrheit sind – in guter Hand sind; ich lasse sie bei ihm u. frage gar nicht darnach. Ich bin nicht besorgt. Endlich – – zum Brief: Es war ausgemacht, daß wir von Galtür zu dir für 1–2 Wochen hineinweihen. Wir haben aber eins übersehen, uns fehlten zwei kleine Reisekofferchen. Das heißt: wir reisen nach Galtür mit für 8–10 Wochen langendem großem Gepäck (70–80 Kg in einem Koffer, den wir vor etwa 15 Jahre zu erwerben glücklich waren es war halt schwer!) {5} u. dazu noch mit verschiedenem Gepäck kleineren Umfanges. Wie gerne hätten wir, statt am 31. 8 schon nach Wien in die Hitze zu fahren, noch einen Abstecher in St. Bernh. gemacht, aber was war da mit dem Gepäck zu machen? Mit dem großen zu dir, hätte keinen Sinn gehabt, wie aber umladen, wenn wir keine entsprechenden kleineren Kofferchen hatten? Es war einfach nicht zu erreichen. Diese Erfahrung hat uns gelehrt, was zu tun ist. Wir kaufen eigens zwei kleinere Kofferchen, u. dann finden wir uns bestimmt bei dir ein, mit großer, größter Freude! Vergiß nicht daß wir bis heute zu gar nichts kommen konnten, was nur irgendwie über ein Allernotwendigstes hinausgieng. Welcher Glück war uns schon der eine Koffer! Aber man ist damit zu {6} starr, kann nicht den Platz wechseln, kurz u. gut, wir müssen es gescheiter machen. Umso leichter wird es gehen, als mich diesmal keine postalische Verlagsangelegenheit bedrängt. Wohl auf eine Abschließung des Werkes, das bisher größten, bedacht, habe ich doch keinen fixen Termin einzuhalten. Den J. 192 5 u. 1925 mußte ich spätestens am 30. Juni {7} führen gegen die Taschendiebe, aber ich werde es nicht tun. Von den vielen, vielen großen u. kleinen Werken, die ich in die Welt gebracht habe, hätte ich heute eine Rente von 100.000 Sch erwarten dürfen – statt dessen ein „Tinef“ 6 u. das kleine Ersparnis rührt von Stunden (!) her. Und doch, ich darf nicht [?locken] lassen, ich muß arbeiten, arbeiten, ob die Welt auch nicht zahlt, ob sie Hindernisse macht. Alle spätere Jahrhunderte u. Jahrtausende werden durch mich, von mir leben – Einige ahnen das schon heute –, ich muß viel zurücklassen, damit die Welt was lernt. Wenn nur schon den Stunden erspart würden, aber gerade das geht noch nicht. Doch wir bleiben beide heiter, tätig u. tun so, {8} als hätten wir Milliarden. Ja was sind wir denn auch für Milliardäre an Lebenskraft – u. Kunst! soll uns, dir, mir u. LieLiechen unser Leben nachmachen! mit dem, was Anfangs war u. später kam u. heute ist! Man soll uns das nur nachmachen! Dazu gehört schon viel, sehr viel. (Seit Sept. steht dein Namen an der Spitze der Briefempfänger, u. doch konnte ich nicht einmal dazu kommen. Umso glücklicher war ich heute über dein schönes Briefchen! Vielen Dank.) ⇧ Es freut mich tief, in Dir einen Gleichgesinnten zu wissen, vom unerklärten u. erklärlichen Wellenwunder Erschütternden – leider haben wir wenig Zeit für die Aufnahme u. leider auch einen ungenügenden Apparat! Duplizität der Ereignisse: vor 4 Wochen sah ich eine Schwester bei uns nach 16jähriger Trennung! 7 Einer meiner Brüder geht – nach Palästina! 8 Zu plaudern gäbe die Fülle, wir vertagen es bis zum Sommer [sideways in left margin:] ⇧ Prosit Weihnacht, Neujahr usw! © Transcription William Drabkin, 2024 |
You really, really made us happy today with your – don’t blush! – truly brilliant sense of humor! Poets today could use something like that. What with you is a gift of nature that bubbles to the surface again and again is totally lacking in them, and cannot be substituted by “education.” You are just well-born, high-born. And so that we can somehow thank you for the lovely little letter, 2 we have taken the liberty of sending you an album by Busch for Christmas. This man, with a hard-earned sense of humor, must speak to you from the heart, especially you (he has delighted a world of people since time immemorial). {2} Those verses, that art of drawing! He lived in his sense of humor as in another type of life. What did hideous life have to do with him? You handle it similarly, and I no less. In my projects, I liberate myself from life and so can everywhere exude cheer, which does everyone such good. And another thing before I shift to the actual letter. I am including a few lines from Der Abend of December 16. Speaking in purely objective respects, nothing at all is correct in them, naturally, but that is how the world works – the writer doesn’t need to know anything – yet do read the few lines. And one other thing: had you already found out that we were with Mozio in Baden? It just worked out that way. Little Georg wanted (and had) to become a musician. {3} With my widely prevalent name, it was unavoidable that he repeatedly runs into colleagues and otherwise into his Uncle Heinrich. Mozio and Lisl must have been embarrassed. Mozio then stepped in briefly and asked us to come to Baden. I understood his situation, and since I am not in the least vindictive, we did soon get out there. I made as though I had known the children already from early childhood, played a few trios with Georg and Dr. Baumgarten. 3 Afterward everyone, Mozio, Lisl, and the children, came with us to Vienna, where I played for them and showed many beautiful scores and books. 4 Since then, we were again in Baden and I played with the youngster. He is really very skilled. 5 In short, I am delighted that something needlessly out of joint was by pure coincidence now in joint – to which music {4} can, after all, do some good in life! All vagaries of the “Treuga” were not capable of agitating me. I assume that the few pennies that I gave to Mozio – they only sound more considerable than they are in truth – are in good hands. I am leaving them with him and don’t ask about them at all. I’m not worried. Finally, to the letter: It was arranged that from Galtür we would come to you for 1–2 weeks. However, we overlooked one thing. We lack two small suitcases. That is, we are traveling to Galtür for eight to ten weeks with sufficiently extensive baggage (70–80 kilograms in one suitcase that we were lucky to acquire about 15 years ago, it was simply heavy!) {5} and in addition yet with various baggage items of smaller size. Instead of going to Vienna on August 31, in the heat, how gladly we would have made a side trip to St. Bernhard, but in that case what would we do with the suitcase? It would have made no sense to come to you with the big suitcase, but how to repack suitcases if we had no appropriate smaller ones? It simply couldn’t be done. That experience taught us what is to be done. We specifically buy two smaller suitcases and then we definitely show up at your place, with great, great delight! Don’t forget that up until today we were not able to get to anything at all that went in any way beyond the most necessary. What a bit of luck the one suitcase was for us! However, one is then too {6} inflexible with it, can’t move to another location. In short, we have to handle it more prudently. It will work out the easier because this time no postal issue with the publisher is pressuring me. With the probable conclusion of the project in mind – the largest one so far – I have no fixed deadline to meet. I would have to {7} press charges against the pickpockets for the years 1924 and 1925 at latest by June 30, but I won’t do it. Of the many, many large and small works that I have brought into the world, I would be able to expect a pension of 100,000 shillings – instead junk, 6 and the small savings come from lessons (!). And yet I may not get distracted; I have to work, work, whether the world doesn’t pay, whether it creates obstacles. All later centuries and millennia will live through me, from me – some already sense that today. I must leave much behind so that the world learns something. If only just the lessons were spared – but precisely that doesn’t work. Nevertheless, we both remain cheerful, busy, and act as though {8} we had billions. Indeed, what billionaires we are, then, in vital energy – and art! People should imitate our life, yours, mine, and LieLiechen’s with that which was at the beginning, came later, and is today! People should just imitate us! To do that takes a lot, quite a lot. (Since September, your name appears first among letter recipients, and yet I couldn’t even get to it. All the happier was I today about your lovely short letter, Many thanks.) ⇧ I am deeply gladdened to have in you someone like-minded. Of the harrowing impact of the unexplained and explicable wonder of radio waves – we unfortunately have little time for reception and, unfortunately as well, also an inadequate device! Duplicity of events: four weeks ago I saw a sister at our place after a 16-year separation! 7 One of my brothers is going – to Palestine! 8 Of chat there is plenty, we’ll put it off until summer. [sideways in left margin:] ⇧ Cheers for Christmas, New Year, etc.! © Translation Lee Rothfarb, 2024 |
Footnotes1 Writing of this letter is recorded in Heinrich’s diary for December 18, 1926: “An Wilhelm (Br.): Dank für seinen Brief; stelle Busch vor, melde die Anknüpfung mit Moziou. gebe schließlich den Grund für unser Nichtkommen an: uns fehlt ein kleiner Koffer; Lie-Liechen schreibt an.” (“To Wilhelm (letter): thanks for his letter; I present him with the Busch [album], say that I had met up with Mozio, and finally explain the reason why we did not come: we do not own a small suitcase; Lie-Liechen appends something.”). — The precise date of this undated letter can also be determined from the date of a review (of the first Meisterwerk yearbook) published in Der Abend on December 16, 1928; as December 18 fell on a Saturday, the letter to Wilhelm must have been written on the same day on which Wilhelm’s letter arrived. — Heinrich’s diary also records the sending of this letter by registered mail on Monday, December 20, when the post office would have reopened after the weekend. 2 Schenker’s diary entry of December 18 records the receipt not of a “Briefchen” but rather of a lengthy message from his elder brother: “Von Wilhelm (Br.): bei großer Länge durchaus geistreich, humorvoll, entzückend! Das Wunder der Uebertragung hat ihn mitgerissen, wessen er voll ist, das gab er weiter.” (“From Wilhelm (letter): in spite of its great length, full of wit and humor, charming! The wonder of the [radio] broadcast seized him with inspiration; of that which he was full he passed on.”). 3 Heinrich’s diary for October 17, 1926 records: “Um 35h nach Baden; Dr. Baumgarten trifft später ein. Ich betrage mich völlig unbefangen, als hätte ich Frau u. Kinder all die Jahre her um mich gesehen. Die Jause leider unzulänglich für mich – dann etwas Musik: Haydn-Trio Cdur, Beethoven-Trio Gdur, mit Baumgarten. Mozio dankt mehrmals für unseren Besuch in sehr bewegter Weise. Offenbar besteht er eine schwierige Krisis, es drängt ihn zur Mitteilung. Dr. Baumgarten fährt mit uns heim u. bleibt bei uns zum Tee (bis 10½h).” (“At 3:05 to Baden; Dr. Baumgarten arrives later. I behave in a completely innocent way, as if I had seen the wife and children around me all these years. The afternoon snack regrettably inadequate for me – then some music-making: Haydn's Trio in C major, Beethoven's Trio in G major, with Baumgarten. Mozio thanks us several times for our visit in a very moving way. Apparently he is going through a difficult crisis; he is compelled to talk about it. Dr. Baumgarten accompanies us home, and stays with us for tea (until 10:30).”) 4 Heinrich’s diary for October 30, 1926 records: “¼4h Mozio allein, dann die Frau u. die Kinder. Lie-Liechen hat einen schönen Tisch gedeckt, wir machen’s uns recht gemütlich. Etwas Musik, die mich aber anstrengt, weil ich fühle, daß – bis auf Mozio – die Hörer dem Vortrag nicht gewachsen sind.” (“At 3:15 Mozio on his own, then his wife and their children. Lie-Liechen prepared a lovely meal; we enjoy ourselves. A bit of music making which, however, strains me because I feel that – apart from Mozio – the listeners do not adequately understand the performance.”). 5 Recorded in Heinrich’s diary for December 5, 1926: “¼2–¼8h in Baden. Gehe mit Georg die Beethoven Sonate durch, er benimmt sich sehr geschickt.” (“1:15 to 7:15 in Baden. I go through the entire Beethoven sonata with Georg, he proves himself thoroughly skilled.”). 6 Tinef (Yiddish): junk, something of poor quality. 7 Jeanette meeting her sister “after 16 years’ separation” also suggests a date of 1926, as she left her family to live with Schenker in the autumn of 1910. The sister was Klara Hatschek: the visit took place on October 6, 1926: “From 3 o'clock until 5:15, Klara with her husband; the get-together passed most cordially, Lie-Liechen and Klara exchanged recollections, without beginning, without end, as they had not seen each other for sixteen years. (Klara denies having received a letter from Lie-Liechen.) Thus a certain completion of fate has been achieved; it is as if fate itself prepared the way, without the sisters' involvement. The good Ariel and his assistants had a hand in the matter! Things did not, of course, pass off without a certain amount of caution in the conversation; that was the effect of the present [time-]fracture in general. The brother-in-law and I were afraid of exchanging our viewpoints, but in the end everything worked out comfortably. Lie-Liechen makes her sister presents of the medallion, the issue of Die Musik, Meisterwerk. Clara promises to send a letter from Victor and the family picture.”. 8 The letter in question from Viktor Schiff – probably that which survives as OJ 14/9, [1], October 30, 1925 – arrived on October 16, 1926 as recorded in Heinrich’s diary: “From Klara (registered letter): the long letter from Victor is enclosed, along with two pretty picture postcards; this letter includes far-reaching elucidations, reports of travels, always fine and tender-hearted. Admittedly, there is also no shortage of contradictions: he has hated the Germans since his youth, but at the same time condemns German anti-Semitism, as if it were forbidden by nature for Germans to hate in the same way that they themselves are hated. In general he is lacking in knowledge of the historical background; he does not understand the difficult position of the Germans in the world, and does the same injustice to these eternally threatened and betrayed people as do other enemies of Germany, though a national Jewish interest ought instead to bind him to Germany: the persecuted, the dispossessed, shoulder to shoulder, He has not awakened to the insight that it is the Englishman who destroys all good in the world: the Englishman in his original shape or in his transformation as an American.” |
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Commentary
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